Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 3 (13.6.1860)
- Date
- 1860-06-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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AcLtrmgsriachrlchtvn» Deutschland. Hamburg, 7. Juni. Dankwerthester Herr Redacteur, wärmsten Dank für das frommezeitgemäße Unternehmen, womit sie einem allgemein gefühltem Bedürfnisse entsprochen. Möge ihrem Vorhaben ein ihm würdiges von allen Seiten her und nach allen Seiten hin begünstigendes Gedeihen zu Theil werden; möge es kräftigennachhaltigen Impuls zu dem vielen Guten geben, wozu der Israelit noch immer fähig ist; möge es —auch das darf unser aufrichtiger Wunsch nicht unerwähnt lassen — den mannigfachen Gebrechen, an dem selbst bei den Bessergesinnten die Sache unsrer Religion leidet, abhelfen; denn Vieles im Interesse unsrer Religion wartet schon längst seiner entscheidenden, glücklichen Lösung. Das, wovon ich Ihnen jetzt berichten möchte, wird eine Frage zur Anregung bringen, die in ihrer Lösung auf unendliche Schwierigkeiten stößt. Möge diese Anregung zum Resultate führen! Wenn es überall Männer gibt, die mit ihrem Vermögen die Religion mit einer Stiftung bedenken, so konnte der, seiner Wohlthätigkeit halber berühmte Israelit, gewiß nicht hierin zurückstehen. So haben wir in den meisten größeren Gemeinden die sogenannten Clausstiftungen, deren Zweck offenbar: Männer, die ihre Jugend der Thora gewidmet, in Ermangelung eines Nahrungszweiges im Thorastudium, und mit ihnen in der Gemeinde zu erhalten. Die Löblichkeit solcher Absicht bedarf wohl keiner weiteren Anpreisung, zumal von der Zeit aus betrachtet, aus der sie meistens reichen; denn das Bedürfnis die Jugend durch Stipendien zum Thoralernen anzueifern, war damals wenigstens nicht dringendes Bedürsniß: der innere Beruf spornte dazu an/ bei einfacher Lebensart fanden die Jünger der Thora überall ihre Unterstützung, die ihnen aus innerem Pflichttriebe gereicht wurde. Sollte aber in der Jetztzeit, wo zur Kenntniß der Thora weder von außen angeregt und angefpornt, noch Beruf und Pflicht dazu oft gefühlt wird,, es nicht vor Allem Ausgabe der Bemittelten in Israel sein, durch Legate die besseren Kräfte der Jugend anzuregen und zu unterstützen, um das Nothwendigste zu erreichen, woran es fehlt: r neue Kräfte in der Thora und für dieselbe? Diese.Frage hat. ein vor 16 Jahren hier verstorbener, edler Mann, Jsac Hartig, durch die Begründung eines schönen Legates beantwortet. Außer den vielen allgemeinen - Wohlthätigkeits-SLiftungen . hat derselbe in unsrer Nachbarstadt Altona ein Legat begründet, das der Thora beflissenen Jünglingen jener Gemeinde zu Gute kömmt. Angeregt und verwaltet von Herrn Oberxabbiner Ettlinger, darf wohl. nicht anders erwartet werden, als daß es Viel des Guten und Ersprießlichen schon erzielt hat. . So hat Altona eine nicht unbedeutende Zahl junger Leute, die Heils schon in verschiedenen Functionen der Vertretung unsrer Religions-Interessen sehr würdig wirken, Heils auf dem Wege ihrer Ausbildung sind und zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Das Resultat dieser schönen Stiftung stellt sich nach seinen: bisherigen Erfolge also als ein solches heraus, daß Kräfte hergestellt werden, die die Interessen unsrer Religion in ihrer vollen, angestammten Bedeutung vertreten. Welcher Fund in unsrer Zeit! Ueberhaupt läßt sich die Tragweite einer solchen Stiftung gewiß nicht berechnen, da doch schon die der momentanen Wirkung unberechenbar ist. Wir können diesen Bericht nicht schließen ohne den Ausspruch: p'-,L Doch kann es Res. weniger um die Mittheilung selbst zu thun sein, als vielmehr die Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit und Schwierigkeit dieses Gegenstandes hinzuleiten. Wie einerseits derartige Stiftungen dringendes Bedürfniß für Gegenwart und Zukunft sind, so sind sie andrerseits von vielen Gefahren bedroht; denn die Erfahrung lehrt es alltäglich, wie die edelsten und frömmsten Stiftungen von unsren Zeithelden entstellt und nicht selten geradezu ihrem Zwecke entgegenstrebend verwendet werdem Ich glaube dem unangenehmen Geschäfte der Angabe der verschiedenen Erfahrungen in dieser Beziehung überhoben zu sein; sind es doch Erfahrungen, die leider nur allzuhäufig heutzutage Vorkommen. Ist es doch in vielen Kreisen zur endgiltigen Ansicht gekommen, daß eine Stiftung im Interesse unserer Religion jetzt ein unausführbares Project sei. Sollte es aber hiefür keinen Rath geben? Erfordert denn nicht jetzt jedes Vorhaben mehr pecuniäre Opfer als jemals? Maren diese Opfer aber jemals dringenderes