Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 2 (6.6.1860)
- Date
- 1860-06-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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20 Zeitungsnachrichten. ' ./ DeutsHland. Carlsruhe, 16.' Mai: '-Die .zweite' Kammer Verhandelte heutß den- Eommffsionsberichtj über die Petition --von 66 > isr...Gemeinden - des Landes, um Verwandlung des. .Schutzbürgerrechts rderi Israeliten in' Las Gemeindebürgerrecht, Aeberlaffung der Bürgerännahme - der Israeliten an die Gemeindebehörden und Recht des freiem Ueberzugs in andre Gemeinden. Die..Commission, stellte den Antrag,- die beiden ersten Punkte dem- Staatsministerium zu empfehlen, den dritten Punkt zu geeigneter Berücksichtigung bei den neuen Ordnung des- Gewerbewesens zu überweisen. Im Laufe der .Verhandlung hebt derPräsidentdes Ministeriums des Innern, Lamey, hervor, daß sich gegen dieMothwendigkeitder Gleichberechtigung keine Stimme erhoben habe. Der Abgeordnete Schaaf gesteht ein, daß er, früher ein Gegner der Emancipation, seine UeberMgung geändert, habe, namentlich -wegen, der Loyalität -er Israeliten in -er Revolutionszeit; die Mitglieder der Kammer hegten Widerwillen gegen eine für Recht.und nothwen dig.,erkannte Gesetzgebungsmaßregel auszutreten. Der Abgeordnete A.llwang fügt noch hinzu: Die Vorliebe eines Th eiles der Israeliten für niedrige Handelszweige habe ihren Grund nicht Ln einer Schuld ihrerseits , sondern in einer Verschuldung gegen sie. Die dadurch erzeugten Vorurth eite müsse er constatiren, aber zugleich, besagen. Kirsner wünscht eine Beschleunigung der Abhilfe. Schließlich wird der Bericht an die Abtheilungen, verwiesen. So haben wir denn gegründete. Hoffnung, daß auch in!Badem die letzte Schranke , mittelalterlicher Ausschließung und Beein-' trächtiguyg unsrer Glaubensgenossen recht bald fallen wird. , . Aus -em Taunusgebirge, . Ende Mai. Gestatten Sie mir/ verehrter Herr Redacteür, für heute nur -ein Wort gegen.den Lästerer und. Beschimpfer, der grdßen, heiligen Todten, der.p^b/'^;- der aüsi deren gehelligte Ruhestätte einem Stein zu-werfen bis h'eute -Niemänd sich eMhnte.« Herr Vr. Philippson hat die .Stirn/M. erklären, daß - die Rabbiner der letzt en Jahrhunderts, also auch-nn, O.-i^dr ppn.nn ^DV .rc., .die.Religioni in Trümmer, sinken ließen: Der - Herr. Or. entblödet sich nicht, Grüfte und Gräber-aufzuwühlen, entblödet sich nicht/ auf-unsre « ewig denkwürdigen, . großen- Männer der. Vorzeit - zu -schelten, die doch-schon durch: den- Panzerdes Gräb es gegen .jede -Unbill und - gegen jeglichen Pfeil des Haffes geborgen: sein sollten.- ' Diese heiligen Lehrer, welche veredelnd und belehrend, als nie verlöschende Gestirne/ aus vergangenen Jahrhunderten wohlthätig/I erweckend, begeisternd in unsre Gegenwart herüberleuchten, die von der Wiege bis -zum Grabe durch -alle Labyrinthe des -Lebens, durch. alle Wogen und Klippen des Unglücks unerschütterlich im Dienste Gottes gestanden -und ihrem heiligen Berufe obgelegen, -bis die Hand des Todes sie davon gerissen, deren Geisteserzeugnisfe die 'Brust eines Jeden — der sie versteht — mit Bewunderung, Dankbarkeit und Liebe erfüllen. — innwi 'Nv .— auf sie wird - geschmäht von einem Manne, der ' sich R a b b in e r nennt. Diese Männer .— sie stehen als Sterne erster Größe am Firmamente der Geschichte' des jüdischen Volkes/.und kann die im Dienste niedriger Beweggründe stehende Afterkritik einer unjüdischen Anschauungsweise dem Hellen Glanze derselben keinen Abbruch thun. Die Wurzeln der Hochachtung und Liebe gegen diese großen und heiligen und doch so bescheidnen Lehrer in Israel, die in allen jüdisch fühlen den Gemüthern keimen, können von Herrn vr. Philippson nicht aus ihrem Boden gerissen werden:--Derjenige, der unsre heiligen Lehrer zu verunglimpfen wagt, hat sich auf immer selbst aus den Reihen der Gläubigen gestrichen.. Laxlsntl sat! ... 8. . . Airs Baiern. Nicht allein für die Israeliten in Preußen, auch für unsre Glaubensgenoffen in Baiern hat eine neue Aera begonnen, seitdem unser hochherziger- Monarch die ^Oberleitung unsres Vaterlandes in die Hände, des jetzigen Ministeriums gelegt hast--nur daß-in Baiern das Wiedergutmachen, resp. Aufheben alter Zurücksetzungen weit schwieriger ist, da noch. Ausnahmsgesetze und Beschränkungen in gesetzlicher Kraft stehen, während in Preußen nur die: Verfassung-realisirt. zu .werden. brauchL,^um unsre- Brüder-in den -Vollgenüß ihrer Rechte zu setzen. Es'