Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 2 (6.6.1860)
- Date
- 1860-06-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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W Mit der -wir-ihn behandeltenhat Mm Manne offenbar Appetit gemacht, seine Zähne mn uns zu Wetzen. Wir haben diesem Thun uunWvchen lang .M .zugesehen, aber die, Zeit und Me Gegenstände sind zu -ernst, als daß? wir. nicht endlich das Treibencdieses Literaten in das gehörige. Licht stellen sollten. / Es. ist ein Älter cKunstgriff/schlechter Verlagsfirmen--Bücher, von denen sie wissen, daß sie ob ihres rmsittlichen oder Hefichrlichen Inhalts in irgend einem Staate , verboten - sind - - unter falschem Titel dorthin M versenden, und manches, gottlose Buch ist unter Mm Titelblatts einer Bibel geschmuggelt. worden. Eines ähnlichen Kunstgriffes bedient sich Herr Sebastian Brunner, indem , er die chaßlichenmnd gehässigen Pamphlete, die er allwöchentlich gegen die Juden veröffentlicht, unter der Ueberschrist einer ^-Kirchen- Zeitung" erscheinen.läßt.. Wenn man mit der Hand den Titel dieser Zeitschrift zudecken und Jemand fragen.würde, was dies , für ein Blatt ist, so würde:.er namentlich aus den-Beilagen schließen, daß/es eines jener . Schmähblätter sein müsse, die zür Schande der gMldeten Presse in irgend einem Winkel Deutschlands erscheinen. Ja, es würde?sogar schwer werden, diesen Winkel zu errathen - da solche Zügellosigkeit, solche brutale Hetze, gegen Tausende und Tausende von Mitbürgern selbst in den Zetten der erbtttersten gesellschaftlichen Wirren zu? den Seltenheiten gehören. Bei einer „Kirchenzeitung" setzt man vor Allem die Verteidigung .kirchlicher.Interessen.voraus. Und wann hat die Kirche dringender der geistigen Streiter bedurft als in diesem Augenblicke, wo. ein mächtiger Kaiser an der Spitze einer Nation, die an Dialekti- . Lern so reich ist, die Verträge , zerreißt, welche dem Papste feinen westlichen Besitz verbürgen? Aber.zu solchen Arbeiten, hat. Herr Sebasttan. Brunner offenbar weder die Kenntnisse noch ->7 den Ernst! Er ist ein Literatder sich, sein'Handwerk leicht, macht. Die „Wiener Kirchenzeitung" was stellt man sich.nicht unter diesem pompösen Titel vor, welch'.eine/Reihe bedeutender, ttef Umgreifender Aussätze erwartet man nichtvon einem Blätte, das unter solchem Namen ür oderüMetropole Oesterreichs erscheint? Und was findet man?. Eine? Harlekinsjacke? von ausgeschnittenen Zeittmgsfetzen, Nachdruckündwieder Nachdruck- /Wobei das Redaktionssystem nicht t-etrva in - der - Erweckung kirchlichenGeistes, sondern Mder Befriedigung der.'Skandalsucht' 'liegt.. Wo in den-Zeitigen -irgend dine.gehässige, verdächtigende Notiz zu finden ist, die im? alleräußersten Zusammenhänge/mit konfessionellen Jntereffen-steht, :wirdsie/vön Herrn-Brunner. bei den/Haaren herbeigezogen und?mit! zähnefletschenden Glossen noch -bitterer gestaltet: . - . -? / / . . In einer so hochernsten Zeit wie die jetzige, wo alle Geister von dem, was? Ln Italien sich vorbereitet, präokkupirt sind, hat die Wiener Kirchenzeitung" kein dringenderes Geschäft, als die.Leidenschaft der christlichem Bevölkerung Oesterreichs zu dem wüthendsten Hasse g^en die. Juden auszustachelntticht etwa vorübergehend in einem Artikels, sondern allwöchentlich in zwei, drei, sa, wie die letzte Nummer zeigt, .in a ch t Artikeln — die Notizen gar nicht gerechnet. Sind es wirklich die Juden, von welchen die Interessen der Kirche in diesem Augenblicke so bedroht werden, um einen solchen Aufwand der leidenschaftlichsten Abwehr nöthig zu machen, um einen so furchtbaren Kreuzzug des Volkshasses gegen sie predigen-zu müssen? Nein, nicht die Kirche, sondern die Interessen des Geschäftesdas Herr Brunner betreibt,.scheinen solche Artikel zu erfordern. Der Literat, der die „Kirchenzeitung" herausgibt, suchtseinen geschäftlichen Vortheil wie irgend ein anderer literarischer Industrieller:. Die Juden. sind ein kurrenter Artikel; wie im Earstheater und im Theater an der Wien die „edlen Judenstucke^gegeben Werdenweil sie-Kassa machen,/ so/hat sich Herr Sebastian Brunner /ein /Geschäft errichtet,, wö allwöchentlich Juden ausgeschrotet werden. " „Alle ziehen ihres Weges fort An ihr Geschäft — und meines ist der Mord " HerrSebastian? Brunner hat-die Judenhetze zu seinem .literarischen Industriezweig : erwählt, er arbeitet in diesem Artikel' Wie. eine Fabrik, die? aus Menschenknochen Spodium bereitet.? Beide- Geschäfte haben, einen üblen'Geruch/ aber sie: finden Abnehmeres Wird- Geld verdient und das genügte ,/Es ngibL -m Oesterreich/wette. Länderstriche und ganze/Provinzenwo-'Mäneinen. Juden' nie? -gesehen? oder -höchstens einen jenerarmenkümmerlichen/Dorfgehor,? die,? um ihr tägliches-Brod ehrlich zu verdienen,. nichteinmal' den Haß und das blöde Vorurthell/scheuen dürfendem sie in jenenGegenden ausgesetzt find;'-der stille Land-- Pfarrer, derE der-Abgeschlossenheit desSeminariums