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Der Israelit · 1860-06-06 · Heft 2 (6.6.1860) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 2 (6.6.1860)
Date
1860-06-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Streben, für 'unser - Heiligstes, ein Band der Bruderliebe selbst - um die Entferntesten , schlingen muß, und daß die' Interessen' des orthodoxen Judenthums uns in gleicher Meise berühren müssen, mögen; He in unserm Wohnorte. oder in einem fernen Welttheile gefährdet sein, nicht 7ir^> .ni rinrr sondern ni^ .1: das einzige Band, welches die zerstreute Herde Israels noch zusammenhält ist unsre heilige Religion; schützen wir: diese, wo auch immer ihr Gefahr drohen möge, und dulden wirmicht, daß dieses erhabene Bänd jemals gelockert werde! — Das' sindin kurzen Zügen und ganz im Allgemeinen gefaßt, die Ausgaben, welche die Gegenwart an uns stellt; wir werden uns später erlauben, Einzelnes ausführlicher zu besprechen. Drocess Ammer — Auranäs. Der 10. Mai war ein bedeutungsvoller Tag für unsre Glaubensgenossen in Oesterreich. Ein einfacher Jnjurienproceß hatte die Augen aller Israeliten auf sich gezogen, ein einfacher Jnjurienproceß, der jedoch. einen Principienstreit von der größten Tragweite in sich faßte; es handelte sich darum,'ob das finsterste Mittelalter mit den schmählichsten Judenverfolgungen, öder ob die Humanität unsres Zeitaltersob: Recht und Billigkeit siegen sollte. Gott sei Dank, das Recht hat gesiegt! Heil Dir, glückliches Oesterreich, - Du hast eine Bahn betreten, die zum Heile führt, Du hast Deine hervorragende: Stelle unter den civilisirten Staaten Europa's behauptet. Heil Dir und Deinen Führern auf diesem glorreichen Wege! Dr.. Sebastian Brunner, Redacteur der Wiener Kirchenzeitung, wer kennt nicht die traurige Berühmtheit dieses Namens! Dieser Mann hat die entsetzlichste Judenhetze zu seinem Berufe gemacht, hat die grauenhaftesten Mährchen des Mittelalters wieder aufgewärmt, hat, sich mit den elendsten Judenfeinden des; grauen. Alterthums: identificirt..;Der Umstand, daß; dieser Dr. : Brunner ein katholischer: Geistlicher ist) und daß seine- Zeitung-den pompösen iTitel: ,/Wiener Kirchenzeitung^ führt, hatte ihm namentlich im.Auslände einige Bedeutung^ verliehen- und mit kummervollemHerzen hatte Man stets -seine uufteizeni den, Auslastungen gegen unsre Glaubensgenosten gelesen. Dieser Mann ist nunmehr in seiner ganzen Bedeutungslosigkeit vor den Augen der ganzen Welt dargestellt: und zwar von einem hohen K. K. Oesterreichischen Gerichtshöfe, welcher es ausgesprochen hat, daß das Benehmen des B. eines katholischen Geistlichen unwürdig und der Inhalt seiner Zeitung den Titel Kirchenzeitung nicht verdient, daß der einzige Grund, warum dieses Blatt überhaupt geduldet wird, in seiner Bedeutungslosigkeit, in seiner lächerlich geringen Anzahl von Abonnenten liegt, so daß von seinem allerdings gefährlichen Inhalte eine Gefahr dennoch nicht zu befürchten sei. Herr Kuranda, Redacteur der „Ostdeutschen Post", hat in ruhiger und würdiger Weise das Treiben Brunners gebrandmarkt und hat sich dafür eine Anklage wegen des Vergehens der Ehrenbeleidigung zugezogen. Brunner, der sich nicht entblödet wieder und immer wieder, eine Million Oesterreichischer Staatsbürger dem Haffe und der Verachtung ihrer Mitbürger preiszugeben, klagt wegen Ehrenbeleidigung! Da der incriminirte Artikel der Ostdeutschen Post den Redacteur der Wiener Kirchenzeitung characterifirt, da ferner Herrn Kuranda nach Ausspruch des Gerichtshofes der Beweis der Wahrheit voMmmen gelungen ist, so wird es unfern verehrlichen Lesern nicht unangenehm sein, ihn vollständig vor sich zu sehen; er lautet: „Herr Sebastian Brunner. Wien, 27. Jänner. . Wir haben seit dem Bestehen dieser Zeitnng von der Existenz des Herrn Sebastian Brunner nur zwei Mal Notiz genommen. Es geschah dieses jüngstens, , als die. Judenfrage an die Tagesordnung kam, und wir uns mit diesem politischen Stoffe nicht mehr und nicht minder beschäftigten als mit jeder andern bedeutenden Tagesfrage. Wir haben damals Herrn Brunner die Ehre erwiesen, ihn als einen anständigen Gegner zu behandelnmit Beobachtung der guten Formen, die wir auch in der Polemik gerne im Auge behalten. Seit dieser Zeit ist die Ostdeutsche Post ein. stehender Artikel in dem Wochenblatte des Herrn Brunner geworden. Du ihn die rohen Schmähartikel gegen ein anderes Wiener Blattauf die Anklagebank-gebracht und ein Strafurtheil ihm zugezogen haben, versucht er es jetzt mit uns. Die Milde,

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