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Der Israelit · 1860-06-06 · Heft 2 (6.6.1860) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 2 (6.6.1860)
Date
1860-06-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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14 gründet, wenigstens sehr schädlich; ein solches Vorurtbeil übt einen erschlaffenden Einfluß a-lf die Gemüther und führt zu verzweiflungsvoller Untbätigkeit. Ein Jeder denkt dann: Was vermag ich Einzelner? Wie konnten wir, ich und meine wenigen Gesinnungsgenossen, dem rollenden Wagen der Weltgeschichte in die Speichen greifen — würde er uns nicht zermalmen? So läßt denn der orthodore Jude Alles über sich ergehen, bis er selbst mit seinem „es nützt doch nichts" zu Grunde geht und, was schlimmer ist, all Das unterläßt, was das drobende Verderben hätte abzuwenden vermögen. Run denn, kräftige Dich vor Allem, mein Bruder, erhebe Dich in der Muth einflößenden Ueberzeugung: cs ist io schlimm nicht, wie Du es gewohnt bist in unjüdisch-jüdischen Blättern zu lesen, '^-7dr->L";22rr «2 es gibt noch Juden in der Welt, echte, wahre, ernste Juden, und zwar mehr, bedeutend mehr, als Du vielleicht bei Deiner Umgebung zu hoffen den Mnth hast. Du schüttelst zweifelnd Dein Haupt, Dein Shr ist zu sehr erfüllt von dem Geschrei der Gesetzesübertreter, Dein Auge zu sehr geärgert von den Gesetzesverletzungen, die Tu täglich, und namentlich am Sabbate zu sehen gezwungen bist? Nun gut, ich will Dir einen sprechenden Beweis geben, der keine Einwendungen aufkommen läßt. Dieses Blatt, noch kaum in die Welt getreten, hat bereits volle Aussicht, das gelesenste jüdische Blatt zu werden, es ist mit einer Begeisterung ausgenommen worden, die wahrhaft herzerquickend ist, und warum: weil cs ein ausgesprochen orthodoxes Blatt ist, weil es die Interessen unsrer heiligen Religion ernstlich vertreten will, weil es sich ein Eentralorgan für das orthodore Judenthum nennt. Es muß also noch orthodore Juden in überwiegender Mehrzahl geben, wenn in so kurzer Zeit solche überraschende Resultate erzielt werden konnten: deßhalb „fasse Muth." Sei ihätig! Verheimliche Dir die Gefahr auch nicht in stolzer Sicherheit. Gefahr ist da, aber der Feind ist noch nicht riesenstark, man kann ihm noch cntgegentreten, man m u ß ihm entgegentreten, ehe es zu spät ist. Stärke Dich vor Allem selbst in eifervoller, reger Thatkraft, sage Dir nicht einmal, sage es Dir hundertmal, daß Du berufen bist durch Deine religiöse Anschauung und durch Deine Gesetzestreue für diese Anschauung und für diese Gesetzestreue einzustehen, daß die Verantwortung, die Du eben dadurch trügst, eine ungeheure ist, daß 22-r -r2i 2122"? .-.ü22 22222 p-orr;2 daß Du, wenn auch nicht Rabbiner, nicht Prediger, nicht Lehrer, nicht Vorsteher, daß Du, weil Israelit, weil echter, gesctzestrener Jude, zwar nicht die Gott gebotene Arbeit zu vollenden brauchst, aber doch nicht die Erlaubniß Haft, Dich ihr zu entziehen, sondern kämpfen mußt als Gottesstreiter; denn der 'Ruf vom Sinai ist nicht ergangen an die Rabbiner, Prediger, Lehrer, Vorsteher, sondern an jeden einzelnen Israeliten. Darum, sei thätig für Juden und Jndenthum, erfasse selbst die geringste Gelegenheit, in der Du zu nützen vermagst, mit Begier, stehe gegen jede Erscheinung, und sei sie die geringfügigste, sobald sie gegen die mündliche oder schriftliche Lehre oder deren strenge Befolgung gerichtet ist, als gewappneter Kämpfer! Lerne! Lerne zu den Füßen großer Lehrer in Israel, was zu thnn Deine Pflicht ist, lerne von Dir Gleichstehenden, lerne von Geringeren, lerne von deinen Freunden, lerne s elbft von Deinen Feinden! Sieh, welche Thätigkeit die inneren Feinde des Judeuthums entfalten, wie sie Zusammenhalten als eine fest geschloffene Coterie, wie viele Hebel sie in Bewegung setzen, wo es gilt, alte, geheiligte Institutionen auszuheben, Reformen einzuführen, kurz, dem Judenthume zu schaden, wie sie Kraft, Geld, Einfluß einzusetzen wissen, um das Judenthum zu brechen, und Du willst das Alles über Dich ergehen lasten, willst Dich begnügen zu seufzen und zu klagen, willst sein von den 2'22r<2 und weißt nicht, daß P22 222 i2'222 >22 2"' ,'222 ,222) daß die unerfüllte Verantwortlichkeit der strafenden Gerechtigkeit Gottes zuerst anheim fällt? Deßhalb lerne, mein Bruder, lerne von den Angreifenden selbst, Dich und Deine heilige Religion zu verteidigen. Und Ihr, Ihr frommen Nabbinen, x-'pr« 2'V'x 22'brr Euch rufe ich vor Allen auf, kennet keine Rücksicht, scheuet keine Gefahr, achtet nicht, daß vielleicht Ruf

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