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Der Israelit · 1860-06-06 · Heft 2 (6.6.1860) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 2 (6.6.1860)
Date
1860-06-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1. Jahrgang. ,M A. Ds». Lehmann in Mainz. E in Mainz, den l'.. Juni 5620. (1860.) Inhalt. Leitende Artikel: Was ist zu tbun? — Der Proccß Drun- LeLteNde Artikel. Wns P Lu iftun? Bei Beantwortung obiger Frage haben wir natürlich nur den orthodoxen Juden und die wahren Interessen unsrer heiligen Religion im Auge, wie sie von diesem speciell gewahrt und vertreten werden sollen. Was also hat bei den Verhältnissen der Gegenwart, wie wir sie im Eingangsartikcl dieser Zeitschrift dargelcgt haben, der orthodoxe Jude zu thun, für sich selbst, für die Familie, für die Gemeinde, für die Gefammtheit seiner Glaubensgenossen? Leine Pflichten gegen den Staat und gegen die menschliche Gesellschaft bedürfen hiebei keiner Erwähnung. Auf diesen Gebieten steht der orthodoxe Jude mit allen seinen Glaubensgenossen jedweder religiösen Färbung auf einem und demselben Boden, und die Treue gegen Fürst und Vaterland ist eine hervorragende Eigenschaft jedes Juden, welcher religiösen Richtung er auch angehöre, ja, er steht auf demselben Boden, auf welchem sich die nichtjüdischen Staatsangehörigen befinden, er will keine Ansnahmsstellung, keine Bevorzugung und keine Hintenansetzung, dieselben Pflichi ten und dieselben Rechte; er liebt sein Vaterland und seinen Monarchen und ist bereit diese Liebe zu bethätigen, sollte er auch Gut und Blut opfern i müssen. — Was also hat der Einzelne zu thun, und zwar für sich zu thun? Wir reden hier nicht von den speciell religiösen Pflichten, wir setzen deren Erfüllung i voraus, da wir sagen: der orthodoxe Jude. Zwar ist dem Israeliten eine jede Pflicht eine religiöse, E da die Religion unser ganzes Leben umfaßt, all unser i Sein und Denken, all unser Thnn und Handeln, jedes zu sprechende Wort regelt und jeden zu thuenden Schritt leitet, aber wir wollen nicht darauf hin- ' weisen, das; es Pflicht sei, Gottes Gebote zu halten, ' die Gotteslehre fleißig zu studiren, wir wollen nur! Dasjenige berühren, von dem wir vermuthen, daß es > vernachlässigt wird, und daß dessen Uebung so man- > chem Schaden der Zeit abzuhelfen vermag. > Es ist ein allgemein angenommenes Vorurtheil, daß die Gegenwart dem orthodoxen Judenthum sehr ungün- I stig sei, daß die Mehrzahl der jetztlebenden Israeliten i der sogenannten Neformpartei angehöre und sich die Zahl der gesetzestrenen Juden von Tag zu Tag vermindere. Diese allgemein herrschende Meinung ist, j wenn begründet, sehr schmerzlich, und, wenn unbe-

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