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Der Israelit · 1860-05-15 · Heft 1 (15.5.1860) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 1 (15.5.1860)
Date
1860-05-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 zeichnen mußten. Die Tbeilnahme beim Leichenbe len des Kaiserstaats, erfreuten sich auch die israeligäiiFnisse, zu dem auch dem Nedacteur dieser Blätter rischen Vertreter des Oedenburger Kreises eines huldeine ossiciclle Einladung geworden, war eine allge vollen Empfanges Seitens unsres allergnädigsten Lannieine, und der Ausdruck aufrichtigen Kummers umdesvaters. Nachdem die Mitglieder der Deputastorte den Blick der sonst so fröhlichen Mainzer. — tion nach der durch das jüdische Neligionsgesetz vorgeschriebenen Weise mit bedecktem Haupte dem Preußen. Segen gesprochen, legte der Sprecher der Adae-I Berlin, den 5. Mai. Seit dem Regierungsantritte des Prinzregenten bat für die Juden in Preußen eine neue Aera begonnen. Der Artikel 12 der Verfassung wird künftig nicht nur auf dein Papiere stehen, sondern einr faetische Wahrheit werden. Zwar sind noch > viele Hindernisse zu überwinden, namentlich der Widerstand des Herrenhauses, bei dem es sogar eine beliebte Redensart ist, daß die orthodoxen Juden die Emancipation nicht wollen. Wir legen hie gegen ernstlich Verwahrung ein. Der Jahrtausenden! trotzende Baum des Judenthums ist viel zu kräftig.! als daß für ihn Gefahr zu befürchten sei; sein Stamm > konnte durch Druck und Verfolgung nicht gebrochen ' werden, und die vollständigste Emancipation wird seine!' Wurzel nicht zu lockern vermögen. Wachse, blühe, edler I Baum, in dessen Schatten nach dem Prophetenwort die I ganze Welt dereinst Erquickung suchen und finden wird.!! N22' NNH12! .-.n (Zachar. 0, 12V ' Köln, den 7. Mai. Unsre prachtvolle Synagoge,! die wir der Munisicenz des Herrn Banquier Abr. Dp penheimer verdanken, geht ihrer Vollendung entgegen und wird zu unsrer größten Freude keinen reformirten Gottesdienst erhalten. UnserHerr Rabbiner vr Schwarz bemüht sich mit anerkenneuswerthem Eifer um die Gründung einer isr. Gemeindeschnle, in welcher Religion und sociales Wissen als gegenseitig sich ergänzende Bildungsmittel gelehrt und gepflegt werden sollen, und hat zu diesem Zwecke eine Ansprache im Druck erscheinen laßen; kurz und klar setzt er in derselben die Rothwendigkeit einer solchen Schule auseinander. Sb die Anregung bereits gefruchtet hat, davon verlautet noch Nichts, allein Thatkrast und Ausdauer führen zum Ziele. Oesterreichischer Kacserstaat. Ungarn. Eisenstadt, im April. Wie vi/le audr Deputationen unsrer Glaubensgenossen aps allen Thei; sandten, Herr Or. Hildesheimer, Rabbiner z«! Eisenstadt, in beredten Worten den Ausdruck des Dankes für die gnädigst verliehenen bürgerlichen Rechte zu den Füßen des Thrones nieder, worauf! unser gütiger Monarch ferner Huld und Gnade seinen isr. Unterthanen zusicherte — Frankreich. Paris, im April. Bei Gelegenheit der Ernennung unsres Glaubensgenossen, des Herrn I)r. Goddä sroi zu Amsterdam, zum Holländischen Justizminister, schreibt die Kölnische Zeitung: V „Es ist dieses der erste auf gewöhnlichem Wege ernannte jüdische Minister; Eremienr und Goudchaux waren zur Revolutionszeit berufen worden; .Herr Fould ist nicht mehr Jude." Die Köln Ztg. irrt sich; der französische Staatsmiuister Fould hat nicht die Religion seiner Väter abgeschworen, sein Name figurirt immer auf den isr. Eonsistorial - Listen und erst kürzlich hat Herr Fould dem jüdischen Gottesdienste beigewohnt. (lln. isr.) Italien. Florenz, den 24. April. König Victor Emannel, der augenblicklich in unsrer Stadt weilt, zieht nicht nur zu den Staatsamtern, sondern auch zu seinen Fcüen die Juden herbei, die bei dem letzten Hofballe im Palast Pitti bis zum einfachen Handelsmaune herab sehr stark vertreten waren. Der Gegensatz gegen s.uher tritt um so stärker hervor da es, um nur ein Beismel zu geben, vormals dem Katholiken v eboten war, ohne besondre Erlaubuiß des Bischofs oder deficit Vertreters, in einen! jüdischen Hause Vnoatn Erricht zu ertheilen. (N. d. a. Z.)

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