Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 1 (15.5.1860)
- Date
- 1860-05-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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2 rumlösir -tz?;:e! niüuna '..ichcn En'atz nr die Nubilden dee Anßcnbb.-- Tie fthönsten und .d!stmi Eharaeter. bi.det.n um zu einen Höb.epnuk'.e, den wir noch un enizelnen Mäiuiern. die ans wner Zeit zu uns heiübmrag'-.il. naruiond zu beiorlnde.il Ge legenheit Iiuiten. Daß der äußere Druck und die innere Abge'chlosienbeit auch manchen Dicker erngten, wer wollte es leugnen? Aber die hohe Fülle gerßigen Redens wog bi. a- und die SRatienseilen der Außenwelt reichlich uns. ^a sprengte plötzlich die französische Revolution die Fesseln der Gesellschaft, Menschenrechte wurden, publieirt und die uivellirenden Ideen der Zeit warfen auch die Schranken um, welche die Söhne unsres Volkes so eng : mgränzl gehalten hatten. Die sich andalntende soziale und bürgerliche Emancipation eröffnet.' den Inden neue Gesichtskreise, neue Schauplätze ihrer Thatigkeit luid damit zugleich neue Ansichten, denen im Heiße des Jahrhunderts die sogenannte TckendelSsoyn'sche Schule schon vorgearbeUel hatte Zum neuen geselligen Verkehr und socialem Wirken war eine andre Art von Wissen erforderlich, alö das, welches man bische im Ghetto gerRegt hatte, und den (Heießen des Menschen- . geistes analog ging man plötzlich v.u Extrem zu Extrem über — Zur selben Zeit halte sich in Deutschland eine wissenschaftliche Revolution vollzogen. Die .Nautische Philosophie und ihre Ruchfolger beherrsch' ten die Geister die Stürme der politischen Revolu tion und die Rapoleonüchen Kriege erschütterten die Gemüther — die Welt schien sich neu gebären zu wollen, was Wunder, daß auch die Juden aus den Fugen gerissen schienen, daß der Wisftnsdnrst die heilige Literatur des Fudenthums hin! naus tzte. daß die allmählich eingingen, daß die im socialen und bürgerlichen Verkehr hemmenden Speise- und Sabbatgesetze vernachlässigt wurden, daß die Jünglinge auf den eben erst erschlossenen Universitäten im Irrgarten unjüdischer Weisheit, sich verloren, daß der Wunsch nach ästhetischer Gestaltung des Gotte* dienstes einen Schrei nach Reform hervorrief? Dazu kam noch, daß die ehrwürdigen Heroen unsrer jüngsten Vergangenheit durch die ersten Folgen der Um Wandlung erschreckt, sich und ihre Rinder und Schüler grundsätzlich von allem proianen Wissen abschlossen, so daß sie die jungen, himmelstürmenden Gegner nicht mit gleichen Waisen zu bekämpfen vermochten. Daß nch lrotzbe uu ckis ne: Europa Inden und Fndentbum e bl ni d unverfälscht, ja ungetrübt von den Ereignissen der benzeit, erhalten baden, und war noch mmer Juden in Achtung gebieieudei Anzahl, gehört nicht zu den klemmen Wundern, an benen die Geschieht, unsrer Bolk.s in Bezug auf seine Erhaltung so reich ist. 'Die Stürme -mrd vermascht; die sogenannten Reformatoren baden sich und ihre Reformen nl-rlebt. Seit einem Jahrzehnt stählt und kräftigt sich das orthodore Jud.nthnm wunderbar, neue Rümpfe treten h.rvor, gegen die R.gation des Fudenthums nicht mehr, sondern für die Kräftigung seiner gesetzestreuen Anhänger Der orthodore Jude schließt sich in sich ab, sorgt für seinen Kr is, erringt für sich Gewissensfreiheit und — hat seine Religion gerettet. Was nunmehr zu thun ist, wollen wir in der nächsten Rümmer erörtern — Oie inneren A'irille cke5 Zullentkums. Mainz, den 2«;. April. He r l >r. Philippion, Rabbiner zn Magdeburg und Herausgeber der allgem. Zeit, des Judenthums hat Rr. 17 seiner Zeitung mit einem Leitartikel eröffnet, der die volle Beachtung eines jed u denkenden Israeliten verdient. Herr De. Philippson warnt darin vor sich wiederum regenden inneren Feinden des Fiidentlmms und überhäuft diese mit Hohn und Verachtung, nachdem er sich vielfach beim Wser entschuldigt hat, daß er dieselben überhaupt beachtet, was scheint das ein wenig leichtsinnig verfahren; in nere Feinde sind in demselben Grade beachtenswertster als äußere, wie das Fnnere überhaupt wichtiger als das Aettßere ist. Rüsten wir '.ins also zu einem Kampfe von der größten Wichtigkeit, um diesen inneren Feinden zu begegnen; denn was könnten uns alle Siege nach auß.n, alle Errungenschaften in den verschiedensten Landern in Bezug auf bürgerliche und politische Gleichstellung nützen, wenn innerhalb des Iudcnthums die Fundamente unsres Religiousg. blindes untergraben würden, und am Ende dann gar keine Juden mehr eristiren, die sich der fortschreitenden Emancipation freuen könnten? Seien Sie unser