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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-03-10 · Heft 9 (10.3.1883) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 9 (10.3.1883)
Date
1883-03-10
Page
Seite 2 (sequence 10)
Language
German
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anti-Cantoren Artikel beunruhigt, vajo^o amoiek \rajiloehem b’jisroel, soll es auch heißen: b’char Ion« änosehim w:zeh hillochem. Bei Bekämpfung solcher Artikel müssenwir dieselben, dem Läuterungsprocesse zu Liebe, eifrigst und verständnißvoll studieren und es soll uns auch nicht der Namen ihres Verfassers verschwiegen werden. 80chor es asefrer «soll l’cho 1 2). לא תשכח! Das vorzeitliche Schysma hat sich in den letzten Decennien vollständig vergegenwärtigt. Wenn dieser Glaubensbruch strichweise nur erst einen privaten Charakter trug, so hat er in gewissen Gegenden schon die gesetzliche Anerkennung erlangt. Kurz die hamanische Denunciation ״wedosehem sonos“ ist leider Factum. Das Auflösungszeichen pocht allgewaltig an die Thore der Tradation; jammernd hören wir sie klagen mit agag ochen sor mar hamowes. Dem intervenirenden Unisono des Rabbiner-Cantors ist das Plaidoyer für diesen Schützling anvertraut. Und soll die Vertheidigungsmacht für ihren Mündel, gegenüber dem mächtigen Anwalt des Zeitstromes dennoch einen Siegesfreispruch erfechten, so ist, gleichgiltige Umgehung gegen jede zeitliche Rücksicht, eine stramme moralischt Haltung ומרדכי לא יכרע ולא ישתחוה unbedingt nothwendig. Die Vertheidigung darf keineswegs um des fractionellen Beifalls willen, das Verdammte mehrseitig interpretiren und eine Windmühlschwenkung annehmen, ״miseh urniseh hem ksuwim“, sie muß vielmehr jeden Anstrich eines angezweifelten biegsamen Charakters ,laasos kirzon isch woisch“ völlig ausschließen; die ganze Antisemiten N'gilöh-Novelle muß endlich regelrecht von Vorneherein echt jüdisch, vertheidigungsweise, keineswegs aber Endaufwärts behandelt werden. הקורא■ את 2 המגילה למפ-יע לא יצא). Die zur Andacht stimmende Musomanie, samru 1'adonai ehasido'w! Die zum Herrnlob wachrüttelnde Predigt w’hodu l’secher kodscho! Diele sehne luchos hoedos, sie müssen der Wahrheit, dadurch Wahrheit verschaffen, indem sie das, gleich dem Meerboden ungleiche Grundsystem, bezüglich religiöser Anschauungsverschiedenheit, gleich dem Meeresspiegel glätten. Eine solche rabbinische Gediegenheit ist ihrer Jrenik 3) werth und eine solche cantorische Fachkenntniß der ehrbaren 4 5) Jrenäen würdig. Beide erreichen den Glanzpunkt ni^ehar sehem tow meoseher row. Ihre ausgezeichnete berufliche meisterhafte Gewandheit wußte die schysmatische Lücke mit dem jeschno am echod künstlich auszufüllen, wodurch die freudige ^.dai-Stimmung wie ehemals zur Geltung kommt 2) und das heitere Purim-Leben Jehudoh nie verläßt 6). In diesem Sinne wollen wir denn auch diesem echt jüdisch belehrenden österr.-ungar. Cantoren-Stammwörterbuche over besser gesagt, die löbliche ךדכךציון indem wir ihr ״hakesef nosan loch“ zusichern, auch unsere von jüdischem Geiste durchtränkte bescheidene בהן "טהר tora nicht vorenthalten. •כשאתם קוראים אותו למטה אני מחקולמעלה: פתיהתא(1 2) Siehe jalknl dieser erecb purim. s)•ודובר שלום לבל זרעו י-למעז יזמרך כבוד ולא ידום (* 5) ״ משנכנס אדר• f• »• וימי הפירים האלה לא ימכרו מתוך הירידים ף- Wereinsnachrichten. Bericht über die am 6. März 7 Uhr Abends abgehaltene Vorstandssitzung. Tagesordnug: 1. Zweigniederlassungen; 2. Bestimmung des Vereinsjahres; 3. ' Sammlungen zur Gründung eines Vereinsfonds; 4. Statutendruck. Anwesend: I. Bauer, A. Fischer, S. Hirsch, A. Kulka, I. Singer, I. Schiller, M. Schlesinger, M. Z empliner. Vorsitzender: Präses I. Singer. Der Präses begrüßt die Versammlung mit herzlichen Worten und bittet dieselbe, ihm fernerhin die eifrigste Unterstützung angedeihen zu lassen. Wenn ein Jeder seiner Pflicht Nachkommen wird, dann sei eine gedeihliche Fortentwicklung des Vereines sicher zu erwarten. Sollte derselbe vielleicht anfangs, wie es bei jeder Neuerung der Fall ist, auf Gegner stoßen, so sei es Sache des Vorstandes, diese kräftigst abzuwehren und dahin zu wirken, daß es bald einen Jeden gereuen möge, sich dem Vereine nicht angeschlossen zu haben. Nachdem mehrere Einläufe bezüglich der Wahl zur Verlesung 'gebracht wurden, gibt Herr I. S ch i l l e r die Erklärung ab, daß er von der Stelle eines zweiten Präses-Stellvertreters zu Gunsten seines älteren Collegen L. Stern, der die nächst größte Stimmenanzahl als zweiter Präses-Stellvertreter erhalten hatte, zurücktrete und dankt für das ihm durch die Wahl entgegengebrachte Vertrauen. Zugleich erklärt er sich bereit, die freigewordene erste Controlorstelle anzunehmen. Hierauf wird zur Berathung des ersten Punktes der Tagesordnung geschritten. Bezüglich dieses Punktes theilt der Vorsitzende mit, daßnach der vom hohen Ministerium erhaltenen Jmformation der Vorstand der Centrale die Anzeige über,Bildung der Zweigvereine beim hohen Ministerium, beziehungsweise bei der hohen Statthalterei des betreffenden Kronlandes erstatten müsse. Die Vorstandswahl des Zweigvereines könne jedoch nicht vor Herablangung der Kenntnißnahme seitens der hohen Behörde vorgenommen werden. Präs.-Stellvertr. I. Bauer stellt den Antrag, vorläufig . nur die Bildung der Zweigvereine in Böhmen und Mähreir zu veranlassen, da die Mitgliederzahl in den anderen Krönländern Schlesien, Galizien rc. eine noch zu geringe, sei, um einen besonderen Zweigverein repräsentiren zu können. Die Vereinsmitglieder in diesen Kronländern sollten bis auf Weiteres in directer Verbindung mit der Centrale stehen. Dieser Antrag wird vom Präses I. Singer und dem Schriftführer A. Kulka unterstützt und bei der Abstimmung angenommen. Das Präsidium wird somit beauftragt, die Anzeige von der Bildung der Zweigvereine in Böhmen und Mähren un-׳ verzüglich zu erstatten und in der Anzeige die Dringlichkeit dieser Angelegenheit zu bemerken. Zu dem zweiten Punkte der Tagesordnung!,die Bestimmung des Beginnes des Vereinsjahres" werden zwei Anträge gestellt: 1. Antrag gestellt vom Cassier A. Fischer: Das Vereinsjahr solle vom Cantorentage an, 30. Mai 1882, resp. vom 1. Juni beginnen.

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