Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-03-10 · Heft 9 (10.3.1883) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 9 (10.3.1883)
Date
1883-03-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/1304829-3452915-3452924--0493-3519337
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

s Grafen Taaffe empfangen zu werden- und- «ahm die-Veranlassung, dem Herrn Ministerpräsidenten für -essen Vorgehen in Angelegenheit der antisemitischen Bewegung zu danken. Hierauf äußerte sich Se. Excellenz beiläufig: Es war der Regierung im Vorhinein klar, daß es sich hier nicht um eine religiöse oder confessionelle, sondern lediglich um eine materielle Frage handle, die man gewaltsam zur Lösung bringen will. Es fragte sich daher, ob die Regierung sofort zu derselben Stellung nehmen oder abwarten solle. Gegen letzteres sprachen jedoch verschiedene Gründe. Eine derartige Bewegung läßt sich viel leichter in den ersten Anfängen als später, wenn sie die Dämme durchbrochen hat, meistern. Ueberdieß erinnerte sich Se. Excellenz der Stribro-Excesse vor einigen Jahren in Böhmen. Die Regierung entschloß sich daher, rasch zu handeln und Niemandem zu gestatten, die bestehenden Gesetze zu verletzen. Crone <*. Br. (Orig.-Corr.) Wie ich aus sicherer Quelle vernehme, feiert der Redacteur des ״Jüd. Cantors" in Bromberg, unser verehrter College A. Blaustein am 25. März a. c. seine silberne Hochzeit. Ich erlaube mir, meine Amtsgenossen auf diese Feier aufmerksam zu machen. N. K. Ungereigen. Im Laufe der vorigen Woche stürzte der Plafond des hiesigen Tempels ein. Glücklicherweise geschah dies zu einer Zeit, da sich Niemand in dem Gotteshause befand, so daß kein Menschenleben zu beklagen ist. Bei dieser Gelegenheit ging ein besonders werthvoller Glasluster, den die Gemeinde von der Kaiserin Maria Theresia zum Geschenk erhalten hatte, in Trümmer. Budapest. Der hiesige Prediger Dr. K o h n hat seine kürzlich beendete Geschichte des ungarischen Judenthums der Akademie der Wissenschaften überreicht. In derselben soll mit unwiderlegbaren Daten nachgewiesen sein, daß die Mutter Arpads, des ersten ungarischen Fürsten, dem Chasarenstamme angehörte, welcher — wie bekannt — damals sich zur mosaischeu Religion bekannte, mithin war die Mutter des Vaterlandseroberers jüdischer Abstammung. Wien. Dem Prediger der israelitischen Gemeinde in Mariahilf Herrn Dr. Ungar wurde die erledigte Religionslehrerstelle am Landstraßer Gymnasium verliehen. Theater, Kunst und Literatur. Trauerfeier für Richar- Wagner. Die Trauerfeier zum Gedächtnisse Richard Wagner's fand gestern Abends statt und nahm einen sehr würdigen Verlauf. Im großen Musikvereinssaale war die Orgel mit schwarzen, goldgefransten Draperien verhüllt, aus deren Mitre, von Palmenzweigen und Lorbeerbäumen umgeben, das gelungene Medaillon-Relief Richard Wagner's hervorleuchtete. Der Saal war dicht gefüllt. Die Damen waren zum größten Theile in Schwarz erschienen. Auf dem Podium drängten sich die ausführenden Künstler: die Philharmoniker, Mitglieder des Singvereines, des Wiener Männergesang-Vereines, des Wiener Akademischen Gesang- Vereines und des Wagnervereins-Chores. Es herrschte eine weihevoll ernste Stimmung. Die Feier wurde mit der ״Symphonie auf den Tod eines Helden" von Beethoven unter Director Jahn's Leitung eröffnet. Darauf sprach Herr Hallenstein einen in Blankversen geschriebenen Nachruf von Felix Dahn. Das Publicum, das sich während der ganzen - übrigen Feier mit richtigem Tacte jedes Beifallszeichens enthielt, ließ sich hier einen Moment lang aus seiner feierlich stillen Haltung reißen und den großen, dichtgefüllten Saal; durchwogte lebhaft zustimmende Bewegung. An den Nachruf schloß sich der grandiose Trauermarsch aus der ״Götterdämmerung" welchen Hanns Richter dirigirte. Den Beschluß machte die Gralsfeier aus. dem ersten Acte des ״Parisial". Herr Scaria sang den Gurnemanz, Herr Müller den Parsifal. Die'tiefernste Composition, deren kirchlicher Charakter dem Texte mit seinem, das h. Meßopfer reproducirenden Inhalte entspricht, übte eine sichtlich tiefe Wirkung und entließ die Hörer im Banne einer Stimmung, welche der Bedeutung der Feier angemessen war. Theater in -er Josefsta-t. ״Die beiden Waisen" bewähren sich als ein Zugstück ersten Ranges. Besonders hervorzuheben sind die vorzüglichen Leistungen der Directrice Frau Costa, welche sich allmälig zu einer bedeutenden Künstlerin zu entwickeln scheint. Die Ausstattung des Stückes ist Höchst geschmackvoll und prächtig. Grun-nngs- «n- Vereinsbeiträge: A. Krämer, Freudenthal (V2jähr. Beitr.); Mos. Kr teuer, Gatgoz, ^jähr. Beitr.); L. Winterberg, Aussig (H2jähr, Beitr.); David Kohn, Lundenburg (Gründ.-Beitr.); Mart. Zempliner, Wien (Gründ.-Beitr.); M. Grünberger, Prerau (ganzjähr. Beitr.); Sim. Nußbaum, Holleschau (ganzjähr. Beitr.); I. Blum, Troppau (H2jähr. Beitr); Js. Hey mann, Amsterdam (ganzjähr. Beitr.); M. Petersilka, Währing (Gründ.- Beitr.); Leop. G ö tz, Pullitz (Gründ.-Beitr.);Hirsch, Favoriten (HZähr. Beitr.); Jos. Herz, Prerau (ganzjähr. Beitr.); S. Singer, Güssing (Gründ.-Beitr.). Die Fortsetzung des Ausweises der eingezahlten Vereinsbeitrüge folgt in der nächsten Nummer. Berichtigung. In der zweiten Musikbeilage hat sich ein ׳ störender Druckfehler eingeschlichen, indem auf der ersten Seite die dritte Notenzeile vor der zweiten gesetzt ist. Gor7rresponöenZ. Str. in P. Wir stimmen Ihnen vollkommen bei. In der nächsten Nummer werden wir das Bewußte reproduciren. R. in Cz. Sie haben 1 fl. Grllndungsbeitrag und 1 fl. V^iährigen Beitrag an den Vereinscassier Herrn Cantor A. Fischer, I., Seitenstättengasse 4, einzusenden. S ch. in S. Kann geschehen, doch müssen wir die Arbeit früher sehen, bevor wir eine feste Zusage geben. G. i n M. Besten Dank für die Jnserationsgebühr. Hoffentlich waren Sie mit der billigen Berechnung zufrieden! R. i n K. Die Antwort hierauf bleibt nicht aus. A. in Str. Wir danken für Ihre eingesandte Arbeit. B. in M.; Schl, in E.; Sch. i n S z.; V. i n S.: H. i n D. S z. Es wäre wirklich schon einmal an der Zeit, daß Sie Ihre Rückstände begleichen. — Gleichzeitig ersuchen wir auch die andern Herren Abonnenten um Ein. sendung ihrer rückständigen Pränumerationsgebühr. Woher sollen wir denn unsere Kosten decken? Jenen Herren College», welche uns ans Anlaß der Borstandswahl Glückwünsche zukommen ließen, statten wir hiermit unseren herzlichsten Dank ab. Die Nedaction. Nächste Nummer -er ״Cantoren-Aeitung" erscheint Samstag -e« Ist. März.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.