Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 9 (10.3.1883)
- Date
- 1883-03-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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- Achish 1× ep/1003213
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ס — Tausende, David Hunderttausende", welches dem unbeachtet sein wollenden König David große, wohlmotivirte Beunruhigung einflößt (Sam. I. 21, 13). Denn Achisch denkt gleich daran, den Heldenkönig in den Augen des ganzen Hofes verächtlich zu machen; indem er den geistigen Zustand desselben zum Zielpunkte des übermäßigen Hohnes seiner Diener machte und behauptete, die Person des Köngs David sei mit diesem angeblich Wahnsinnigen;ni cht identisch. — Da schreibt nun der König David, um seine Persönlichkeit und Zurechnungsfähigkeit festzustellen, mit großen Zügen seinen Namen auf's Schloßthor und muß seine Majestät, bewußt der tragischen Komik solcher Situation, unwillkürlich sich in den Bart lachen. (Sam. I, 21, 14). Das bei solcher Behandlung an eine Hoftafel nicht zu denken war, versteht sich von selbst. Der nun durch Hunger (Ps. 34, 11) und entehrende Mißhandlung sehr geschwächte und tief gebeugte König Ps. 34, 20) flüchtet sich hierauf zu Abimelech, wo er geheiligte Kost bekömmt (Sam. I. 21, 7) und die gewohnte Lebensweise wieder erlangt hat, doch zuvor in heiliger Bewegung betet. — (Ps- 34, 1). Dies ist nun das Motiv des mit Lehrsätzen ethischer Diätetik (V. 13—16) ausgestatteten 34. Psalms, welchen die rabbinische Legende von dem Krämer ״der in Gestalt von Lebensbalsam die Heilswahrheit desselben feilbietet, sinnig verherrlicht". Der Psalm aber wurzelt mit Rücksicht auf das demselben zu Grunde liegende Moment der Wiederkehr genießbar er Verhältnisse für den Sängerkönig in der Ermahnung (V. 9): Verstehets zu g e n i e ß e n und zu erkennen, daß der Herr gut ist. Gott ist unendlich besser, als Menschen schlecht sein können. Wo Menschen verderben, schaffet Gott das Heil. Wien, im Februar 1883. Dr. S. Nascher. Autobiographie. ui. Von Preßburg ging ich nach Papa, zu noch größere ft01:68. Bei Mi scheberaeh mußte ich den Talis über den Kopf nehmen und polnisch singen, dann wiederum choralisch vortragen. Dort haben sie mich zwei volle Jahre gequält, bis ich vergessen habe ״mich zu gesegnen". Ich ließ Weib sammt sechs Hindern zum Pfand und ging auf Reisen, nach Mähren und Böhmen. In Prag habe ich in allen Schulen geohrt. In Kolin drei Schabbosim; dann reiste ich nach Preußen, wo ich mir 22 hundert Gulden Münz verdiente; sodann ging ich nach Ungarisch-Hradisch und mar dort 6 Jahre. Hierauf kam ich nach Brünn zu den Orthodoxen, wo ich ebenfalls 6 Jahre war. Da schrieb mir mein Sohn David, ich und die Mutter sollen nach Arad kommen, er will uns mit seinem letzten Tropfen Blut helfen; wir reisten nach Arad und sind jetzt 9 Jahre hier. Ich höre jeden Schabbes einen guten Chasech; es wäre unbescheiden von mir meinen Sohn zu rühmen, aber er lockt mir jedesmal Thränen aus den Augen, besonders die .lorniin k’duschim, da singt er alle meine Sachen, welche er bei mir als M’schorer gelernt hat. Und alle diese Negunim habe ich von Dovidl Brod mir eigen gemacht. Es ist so wie ״Spofadel mit Mazehreibach", er singt echt polnisch und die Orgel üebst Chor begleitest ihn? Bevor ich sterbe wäre es noch Mein ׳Wünsch, nach Wien zu gehen, um meinen Lehrer, Professor Sulzer zu sehen und auch mit dem berühmten Professor Arlt zu sprechen, vielleicht kann er mir frische Augen einsetzen. Für Viele wird es vielleicht von großem Interesse sein׳ wie Dovidl Brod zu der Stelle in Altofen gekommen ist, daher will ich es zum Schluffe noch erzählen. Er war nämlich Juwelier und reiste lange Jahre nach Leipzig, wo er jedesmal zu den Feiertagen unentgeltlich Mu880üm betete, da der Leipziger Markt gewöhnlich in dieser Zeit war. Als er jedoch durch verfehlte Speculationen um sein ganzes Vermögen gekommen war, wurde er Sensal und verdiente sich nebenbei in Leipzig für Mn880tim über 100 fl. Da hörten ihn einmal Pester Großhändler und diese waren von seinem Vortrage so sehr entzückt, daß sie ihm den Antrag stellten, nach Ungarn zu gehen. Dovidl folgte ihrer Aufforderung und wurde sofort in Altofen als Chasen angestellt. Nachdem er durch mehrere Jahre daselbst geblieben, wurde er nach Pest berufen und daselbst mit einem bedeutenden Gehalte aceeptirt. E l k a n Cohn. Offener Mrinungsaustansch. Im 1. B, M,, Cap. :!7. s:״וישראל אהב את יוסף : רש״י מכל בניו כי בן זסונים הוא לד ״ תרגם אנקלות »י* שנולד לו לעת זקנתוmri רך חכים הוא לו■ כל מה שלמד משם ועבר מסר לו. Warum der □תרב das Wort זקנים בר חכים übersetzt, findet darin seine Erklärung, das auch seine Lehrer שמעיה ואבטליון den Satz ausstellten laut Talmud איזוז יזק; זה שקנה הבמה außer in solchen Fällen, wo die Gottheit in persönlicher Form vorgestellt werden soll, weicht er von der talmudischen Erklärung ab, wie z.'B. ןרךך ך,׳ הר סיני und mehrere Stellen. Nun ist es aber die Frage, warum derselbe תרגום im 3. B. M-, Cap. 19,״מפני שיבה תקום והדרת פני זקן״ ganz abweichend von obiger Deutung, folgender Art übersetzt: מן קדם דסבר באוריתא תקום ותהדר אפי סבא also hier erklärt er das Wort זקן im gewöhnlichen Sinne םבא und nicht הכם? Vielleicht findet sich Jemand, der sich Mühe nimmt darüber Aufschluß zu geben. Falk Herr st e i n, Cantor in Worbö. Kleine Ktzronik. Wien. Der Vorsteher der türkischen Jsraeliteugemeinde in Wien, Herr Marcus Russo, ein durch seinen Wohlthätigkeitssinn sowie durch seine großen Verdienste um die türkische Gemeinde rühmlichst bekannter Mann, feierte Samstag den 24. Februar die Verlobung seines Sohnes Dr. Mathias Russo mit Frl. Leontine Russo. Tochter des Großhändlers Aron I. Russo in Pest. Obercantor I. Bauer vollzog in spaniolischer Sprache nach sephardischem Ritus den Verlobungsact. Wien. Ein Herr, israelitischer Consession. hatte jüngst die Ehre, von Sr. Exeellenz dem Ministerpräsidenten Herrn