Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 23 (24.11.1922)
- Date
- 1922-11-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Die Wahrheit Serie o Nr 23 vom JudenAcm stets dahin 'ausgöfaßt, Laß der Mensch, der Erde entnommen, nach seinem Todeauch der Erbe wiedergegeben, das 'heißt in die Ende gesenkt wedden soll. Zufammenfassend kann also festgestellt werden, daß die Verbrennung der Leichen als Bestattungsform dem Jirdentum nicht mir als etwas Fremdes, sondern auch als antijudisch gilt." Monarchisten und Juden. Bon Oskar H i r s ch f e l d. (Schluß.) Nachideut es nun Herrn G. bekannt ist, daß der Schlveiber der beiden Notizen prinzipieller Gegner der Monarchie ist, so sei es hier nochmals erklärt, daß dieser sein Standpunkt mit der Tendenz der Notizen nichts zu tarn hatte. Wurde doch m der ersten der beiden ausdrücklich erklärt: „Wir sind die lebten, die jemandem eine politische Gesinnung verübeln, ihm das Recht bestreiten, dieser oder jener Partei anzugehören." Nein, Herr Grauenberg, wir. warnten unsere Glaubensgenossen, weil wir „nur an der Ehrlichkeit des philosemitijchen Bekenntnisses der österreichischen Staatspartei zweifelten". Wir zweifelten daran, weil wir von Dionarchisten nicht gewöhnt stnd, daß sie sich phrlosemitisch gebärden, — jetzt wird es auch verstärchllch, warum wir obige Geschichte Wiedergaben, die lediglich, zur Illustrierung des monarchistischen Antisenntismus dienen soll — wir erinnerten uns, gestützt auf imfeiLe bisherigen Erfahrungen, an die Fabel nom Wolf im Schafspelz. Wir erinnerten uns daran, weil die „Oesterreichische Staatspartei" nichts Eiligeres zu tun hatte, als gleich in der ersten Nummer ihres Organs „Die Monarchie" in dem Artikel „Zur Judensrage" diese leidige Frage aufs Tapet zu bringen. Erinnerten ums, abgesehen von dieser bedenklichen Eile, vor allem deswegen an die Fabel, weil in diesem Artikel die Manen -des Herrn Bernhard W e tz l e r herausbeschworen wurden, der im Gegensatz zu Leuten a la Bernhard Horowitz aus Drohobycz se vielen Menschen Gutes getan. Demgemäß — dies war Misere Folgerung — sollten wir Juden uns an Bernhard Wetzler s. A. ein Beispiel nehmen und den Monarchisten Gutes — d. h. gutes Geld — angedeihen lassen. Hätte Herr G. den von uns angegriffenen Artikel gekannt — zu seiner Ehre nehmen wir es nicht an —, so wäre der geschmacklose und sicher nicht philosemitische Hinweis aus die Ostjuden, >dve in der Person des Bernhard Horowitz ans Drohobycz personifiziert erscheinen, unterblieben. So aber stand «diese Stelle schwarz aus weiß in dem Artikel und hier merkten wir den Pferdefuß, sie war es auch, nebst den anderen Umständen, die uns zwang, unsere Glaubensgenossen vor dem Eintritt in die „Oesterreichische Sraatspartei" zu warnen, die, nicht anders als die andern, ihre jüdischen Anhänger im geeigneten Moment über Bord loersen würde. Vor allem aber erging unsere Warnung, weil der Aufruf der neuen Partei an die Juden gerade zu einer Zeit erging, als es in Wien kritisch geworden war. Die Valutenhausse im Juni, die furchckmre Teuerungswelle hatte eine riesige Erbitterung hervorgerufen und diese — auch das wissen wir aus Erfahrung — wendet sich immer gegen die Juden, als die allein „Schuldigen". Wir argumentierten -mm, 'daß sich dieser Haß noch steigern würde, wenn die Juden an einer Sache teilhaben würden, die den Arbeitern, in deren Hand damals die Macht war, verhaßt ist. Denn wir sind absolut nicht der Ansicht des Herrn G.^ daß Oesterreich zu 90 Prozent konservativ ist, der unselige Krieg Sisa k führte diese nach Mizraim zurück; diese Schätze sielen dann wieder dem frommen König A s s a zu, dessen Herz ganz dem Ewigen ergeben war. K ö n i g e I, K. 15, V. 14. In Deut ro no mium, K. 17, V. 17, heißt es: „Wenn der Körrig in Israel Glücksgüter besitzen soll, so soll er nicht diel Gold und Silber archäufen. Er soll sich nicht viel Weiber nehmen, daß nicht sein Herz abweiche, und Gold und Silben soll er nicht viel sammeln." All diesem verbotenen Luxus der heidnisch-orientalischen Könige huldigte Salomo, was zur Abweichung von GM und Bedrückung der Untertanen führte. Was das Vermögen betrifft, bringt der Talmud eines berühmten Herrschers folgendes: Der Welteneroberer A l e x a n d e r der Große, auch Alexander der Mazedonier genannt, der auch im jüdischen Schrifttum« durch Sage und Dichtung verherrlicht wurde, hatte eine unersättliche Begierde nach neuen Eroberungen, er kam in das Amazonenl a n d um mit den A m a gone n, welche nach einer griechischen Sage keine Männer unter sich dulderen nnv unter einer Königin einen kriegerischen Staat bildeten. Mit diesen Amazonen woMe Alexander Krieg führen. Sie sprachen zu Alexander: „Wenn du uns besiegst, so wird es heißen, „Alexander der Große hat über Weiber gesteh"'. Wenn wir Amazonen dich besiegen sollten, dann wird es heißen „Alexander ist von Weibern besiegt worden". Alexander ersuchte die Amazonen um Brot, die Amazonen brachten ihm Es güldenen Tischen goldenes Brot. „Essen denn die Amazonen goldenes Brot?" fragte Alexander. „Wenn du bloß Brot essen wolltest, so hättest du es auch in deinem Lande erhalten können, wozu hast du den Weg hierher unternommen?" Alexander zog mit seinem Heer ab und schrieb an das Tor der Amazonenstadt: „Ich, Mäander von Mozedonien, war ein Tor 'bis ich in 'das Land 'der Weiber kam, um von ihnen Weisheit zu lernen." Alexander kam in ein kleines geordnetes Land, wollte das Gesetz dieses Landes kennen lernen. Er kam in ein Gerichtshaus, wo zwei Männer einen Streit vor dem Könige brachten. Der eine sagte: Er habe von den andern einen Ackergrund erworben und bei der Grabung des Ackers entdeckte er einen Schatz, diesen wollte er dem Verkäufer des Ackergrundes zurückerstatten. Der Verkäufer erwiderte: ,Zch habe alles, was oben und unter dem Ackergrunde sich befindet, dir verkcvulft, demzufolge habe ich kein Anrecht Es den Schatz." Der König siegte den einen: „Hast du eine ledige Tochter?" „Ja!" war die Antwort. Den anderen fragte er „Hcht du einen ledigen Sohn?", auch hier war „ja" die Antwort. „So mögen diese Kinder einander heiraten und dieser entdeckte Schatz sei das Heiratsgnt." Alexander überraschte dieses Urteil. „Habe ich nicht ein richtiges Urteil gefällt?" fragte der Richter den erstaunten Alexander. „Wie würdest du diesen Fall entscheiden?" Alexander urteilte: „BeÄe diese Männer müßten hingerichtet werden, weil sie diesen gefundenen Schatz nicht sofort Esgeliesert haben." „Regnet es 'bei euch?" fragte der König. ,^Fa!" „Scheint die Sonne bei euch?" „Gewiß!" „Ist Vieh bei' euch auf der Weide?" „Wohl!" „Dann besteht dieses alles nur um der Tiere auf der Weide willen", sagte 'der König, ,chenn ihr verdieint es nicht, von den Sonvx: