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Die Wahrheit · 1922-11-24 · Heft 23 (24.11.1922) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 23 (24.11.1922)
Date
1922-11-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 4 Die Wahrh eit Nr. 23 * rmrrg «des Leichnames näher, als fe. Sie wird, -als gar nicht in Betracht Hammeiü), mit kettvsm WortebehcoLett. 9. Den Leichnmn ÄckÄ der Erde M übevgeben, ist Mische Vorschrift. SeWst die Verbrennung als Todesstrafe wurde so durchgvMrt, daß der Leichnam vollständig beerdigt weiden tonte. 10. Wie im alten Testament 1, Mose 3, 19, Sivach 44, 14, Tob. 4, 3, in den Büchern der MEabäer, wird das Beerdigen nicht nur 4m ganzen späteren Judentum als jüdische Bolkssüte betrachtet. Auch das Christentum, das sie gegen das Verbrennen, als spezifisch heidnische Sitte, verteidigt, hat sie ebenso Islam angenonrmen. 11. .Da das Verbrennen der Leiche religiösen Separatismus bedeutet, den jede, wie immer geartete Mitwirkung eines Rabbiners zu sanktionieren und zu fördern geeignet wäre, muß eine solche als gegen das Mische Religionsgesetz verstoßend betrachtet werden. Außer diesen Gesichtspunkten werden in dem angeführten Aussatz von Dr. Gnunwäkd auch Argumente allgemeinen ChaoMers gegen die Verbrennung geltend gemacht. 12. So die seit uralter Zeit bei verschiedenen Völkern wahrnehmbare Neigung, selbst bei Verbrennungen wenigstens einen Teil vorher «abzutrennen und der Erde zu Übergaben, wobei die Vorstellung der Erde ails „Mutter", in deren Schoß der erdgkborene Mensch zurückkchren soll, vovwaltet, eine Vorstellung, die -auch im Judentum (4. Esra 4, 35 ff.) zu beilegen ist. 13. Ferner die Erwägung, daß das Feuer seMst die Zellkerne vernichtet und damit die Ve^vemmug Nicht nur vom nativnMkonomischen, fondven «auch vom nMonalpadagogischen Standpunkt aus zu verwerfen ist. 14. Endlich wird aus die kriminalistische Sette, die Erschwerung der Feststellung eines gewaltsamen Todes, hingewresen; 15. sowie auf die Gefahr, daß ein Umsichgreifen der Verbrennung bis zum Erstarken einer LaNdessWe ,der Beibchaltung der Beerdigung die schwersten Hemmnisse in den Weg logen, wie zur Zeit der Perser (s. oben rmter '5) zu einem verhängnisvollen Gewissenszwange nusarten könnte. Wie wir soeben bei Schluß der Redaktion-- erfahren, hat die Kommission des Kultusvorstandes in der vergangenen Woche beschlossen, den Funktionären die Mitwirkung >bei Leichenverbrennungen zu untersagen. Dies scheint den Anlaß gebisdet zu haben, «daß ein Redakteur der „Wiener Morgenzeitung" Herrn Oberrabbiner Dr. Chajes über seine Stellungnahme zur Leichenverbrennung ruterwievte. Er 'berichtet hierüber: „In den Codices wird die Frage der Verbrennung von Leichen nicht ausdrücklich behandelt, weil diese Art der Leichenbestabtung in jüdischen Kreisen niemals vorkam. Als entscheidenden Belog für die ablehnende Haltung 'des Judenitums gegenüber der Leichenverbrennung betrachte ich jene Stelle in Tacitus' Annalen, die vom Tode der Kaiserin Poppäa handelt. Poppäa starb «an den Folgen eines Fußtrittes, «den ihr Gemahl ihr während Hrer Schwangerschaft versetzte. Tödlich verletzt sprach die Kaiserin den Wunsch aus, daß ihr Leichnam nicht verbrannt, sondern nach „fremder" Sitte beerdigt werde. Nim wissen wir aus Josephus Fliavius, daß die Kaiserin Poppäa -eine HaW- Min war, eine sogenannte ^Gottesfürchtige", 'die daraus Gewicht legte, nach ihrem Tode wie eine Jüdin behandelt zu werden. Die Inschriften der Mischen KataBomben in Rom sind Wetters Beweise dafür, daß nicht nur Pvofelyten, sondern auch vornehme „gvttesfürchtige" Römer die Verfügung trafen, daß chr Leichnam nicht verbramit, sondern beerdigt werde. Der Satz in Pentateuch: „Aus ErdeNstaNb bist du und zum Erdenftaub wirst du zurücKchren", wurde »W» ^nm,o« O» Der Reichtum. Rach Bibel, Talmud und Midrasch. Der Reichtum ist weder Acacht noch Besitz — ist auch gar kein Verdienst. Der große Prophet Jeremias spricht in seiner Prophetie Jeremias, K. 9, V. 22: Sv spricht der Herr: „Es rühme sich nicht der Kluge seiner Klugheit, es rühme sich nicht der Starke seiner Stärke, es rühme sich nicht der Reiche seines Reichtums." In den Sprüchen Salomons K. 23, V. 25 heißt es: ,Mcmm häst du den Blick darauf gerichtet, ist der Reichtum fort, Reichtum schafft sich Flügel und fliegt hin wie der Adler in die Lust." Jjole erwähnt in seinen Klagen: K. 27, B. 19. „Der symbolisiert, das Glücksrad genannt, es bezeichnet die Augen und er ist nicht mehr." Das Glück wurde im Mittelalter mit einem Rade symbolisiert, das GlmKnÄ genannt, es bezeichnet die menschliche Geschichte hienieden durch Mvechselnde Tour- und Retonrbewegung durch die Rotation des Rades, wie wechselnd und vergänglich Reichtum ist. Folgende Beweise dienen zur Bestätigung dieser Tatsache: Jerusalem hatte einige sshr reiche Bewohner. Einer dieser Reichen war in der Lage, mtt seinen Vorräten an' Getreide, Wein, Oel, 21 Jahre Jerusalem ausreichend zu verpflegen. T a l m u d G i t i n 36. Ein zweiter Nikodemvs ben Gorion 'beilegte den Weg zum Tempel mit kostbaren Seidentüchern, wenn er zum Gottesdienste schritt, und diese verteilte er immer dann nach jeder Rückkunft an die Ortsarmen. Seiner Tochter gab er eine Mitgift von einer Million Goldrents — % Millionen Mark in Gold, dennoch kam diese reich ansgestattete Tochter zur Zeit der Zerstörung Jerusalems in solch mißliche Lage, daß sie aus dem gefallenen Kote der Soldatenpferde die noch unverwesten Gerstenkörner zu ihrer Ernährung anslöste. K ethub07. Der reichste König in Jerusalem war der König Solomon. Unter dessen Regierung war das Silber dem Steine gleich geschätzt, und dennoch starb er als Bettler. Midras ch S chir H as chirim 1. Bei der Einweihung des Tempels betete König Solomon: , Sollte hier jemand um Gold und Vermögen, dich, o Gott, anrufen und du Allwissender es wissen solltest, daß es zu seinem Unglück werde, so erhöre seine Bitte nicht." Midrasch. Korach war Besitzer großer Schätze und heißt es im Schrifttume, daß 50 Maulesel zu seinen Schatzkammern die Schlüssel trugen, dennoch wurde Korach durch seinen Übermut dem Untergänge geweiht. Die drei Stämme Rüben, Gad und Manasse hatten zahlreiche Herden, eine starke Viehzucht; sie zogen aus den gutgeschützten -palästinischen Gefilden und Fluren m weniger sichere Gegenden, wo unduldsame VöWer wohnten, und fielen diesen zur Beute. ~ Joses sammelte tu Aegypten große Schätze. Das Volk Israel nahm diese Schätze als Erbteil mit, diese blieben Israel bis zur Regierung R e h a b e a m s, und der König

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