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Die Wahrheit · 1922-11-10 · Heft 22 (10.11.1922) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 22 (10.11.1922)
Date
1922-11-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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beite 14 ® t e B ahrheit Nr. 2Z Mele Segall, mit Herrn Hans Sasfir, Pi'okurrst der vaterländischen Baugesellschaft, Sohn der Frau Adele Swsyr, statt. Rabbiner Dr. G r u n w a l d hielt andas Biauwaar eine herzliche Ansprache. Oberkantor M o rü e n st e r n mit dem Chorpersonal versah die rituellen (besänne in erhebender Weise. Silberne Hochzeit. Samstag, den 4. d. M. fand im Kluckyt-snrpel die Silberne Hochzeit des Herrn Samnel § t r ä u ß l e r und seiner Gattin Leontine, geb. E i s n e r statt. Rabbiner Dr. A. Ab-eles hielt an das Jubelpaar eine zu aller Herzen gehende Ansprache; der Jubilar und sein Schwiegersohn L. Bruckner spendeten namhafte Summen für verschiedene Wohltätigkeitszwecke. 70. Geburtstag. Samstag, den 21. v. lOi. hatte sich im türtischen Tempel ebne zahlreiche Schar pietätvoller Andächtiger, darunter'in Vertretung der Wiener AMusgemeinde Vorsteher Isidor Schwarz, eingefunden, um dem Feftgottesdienst aus Anlass des Ehrentages des Oberkantor Jakob Bauer beizuwohnen. Die Veranstaltung fand eine ebenso würdige als erhebende Ausdrucksweise. Die türkische Gemeinde, in deren Diensten der Jubilar beinahe ein Menschenalfcer wirkt, ehrte ihn in Anerkennung seiner Verdienste durch Anwesenheit des Gesamtvorstandes, der unter Führung des Präsidenten L. S n s s i n und des Vizepräsidenten Robert de M a j o den äußerst beliebten Qberkmrtor auf seinen Ehrensitz geleitete. Der Jubilar fungierte selbst, und sein Schwiegersohn, Herr Rabbiner Prof. Doktor Kahan aus Znaim, hielt nach einer türkischen und hebräischen Ansprache -des Rabbiner Owadj a eine vom Herzen kommende und zu Herzen gehende Festrede. Oberkantor Müller, der Nachfolger des Herrn B a u e r, trug einen von ihm selbst verfaßten feierlichen Mischckberach vor, unterstützt vom Chore, der unter Leitung des Oberkantorstettvertreters I. L ö m i t stand. — Zu einer ebenso würdigen Nachfeier, die in der Wohnung des Jubilars abgehalten wurde, erschien der Gesamtvorstand der türkischen Gemeinde und -der Dempslvorstand, der Präsident der Knltusgemeinde, Professor Alois Pick, Tempelvorsteher Direktor I. Haber, Sekretär Doktor Adler, Rektor Dr. Schwär z, Professor Dr. Kraus, zahlreiche Deputationen von Tempelvereinen, Rat A. Wenger, Doktor Kune r, in Vertretung der „Union Spag-niole" S. B e r a ch e, Rabbiner Dr. Gr-unwald und Frau, Hofrat Dr. Frankfurter, Dr. Thal er und Frau, in Vertretung des jugoslawischen Kantorenverbandes Oberkantor M e i s e l u. v. a. Vizepräses Robert de Mwjo würdigte in einer herzlichen Ansprache -die Verdienste -des Gefeierten. Der Präsident des Kantorenvereines, Herr I. Löwit, pries im Namen der fast vollzählig erschienenen Kollegen den Gründer und Ehrenpräsidenten des Kantorenvereines und wünschte Hm für weitere lange Jahre Glück und Segen. Schließlich trug der Vertreter der vielen anwesenden Schüler des Jubilars, Herr M. Fan st, einen sinnreichen „Kidusch" vor. Es gratulierten: Oberrabbiner Dr. C h a j e s, Obervabbiner Dr. Reich, Baden, Rabbiner Dr. Funk. Kammervirtuose Professor Alfred Grünf c l d, der Allgemeine Deutsche .Kantorenverband, Musikdirektor F r i e d r.k a n n, Berlin, Musikdirektor S i u g c r, Halle, Professor Sulzer, Oberkantor Rendi, Agram, Profesior Lazarus, Blldapest, die Gemeinden Ottakring, Graz, Szenicz, Baden, Adas-Jisroel (Schissschnl) u. v. a. Es war eine wohlverdiente Ehrnrm, ein Ehrentag des Kantors, -des Lehrers und Menschen Jakob Bauer, dem auch unser herzlichster Glückwunsch an dieser ©teile zuteil werde, als dem Mann, der der „Wahrheit" jahrzehntelang Mr Bestes gab. 0. 8. Goldene Hochzeit. Samstag, den 4. d. M. feierte das Ehepaar Leopold und Therese Bauer im Gemeindetempel Währing das seltene und schöne Fest ihrer Goldenen Hoheit. Rabbiner Dr. Feuchtw a n g hielt cm das Jubel paar «eine Ansprache, die kein Auge tränenleier ließ; Oberdes Jubelpaares einen feierlichen Mischoberach. Die Firma Peter Boschan's Söhne, deren langjähriger Mitarbeiter der Jubilar war, spendete für Wohltätigkeitszwecke namhafte Summen. David Weinbaum. Der Herausgeber des „Israelitischen Wochenblattes für die Schweiz" ist im Alter von 63 Jahren gestrorben. Die von ihm geleitete altbekannte vornehm und gediegen geführte Zeitschrift erfährt durch das Hinscheiden dieses vortrefflichen Mannes, dessen Verdienste um das Judentum sehr bedeutend waren, einen großen Verlust. Die Redaktion übernimmt Dr. Erich M arx - Weinbaum, der Schwiegersohn des Verstorbenen, in Verbindung mit dem Begründer des Blattes Rabbiner Dr. L i t t m a n n. Julius Wolf. Ein Mann aufrechten Charakters, großer Vielseitigkeit und Begabung auf industriellem Gebiete ist mit Herrn Julius Wolf, dem Seniorchef der hochachtbaren bedeutenden Wiener Firma Lederer & Wolf, am 26. v. M. unter grandioser Beteiligung zu Grabe getragen worden. Fromm und treu, bieder und edelsinnig im Umgänge, verdient dieser Mann allgemeine Bowunderung und Verchrung. Als einziger Sohn angesehener Eltern in Ungarifch-Oftva (Mähren) geboren, entstammte der Verklärte einem Gelehrtengeschlecht. Rabbi G e rs o n b. A b r a h a m C h a j e s, LaNdesrabbiner zu Nikolsbuvg, nNd R. David Hirsch Wolf, beide beruhnite Talmudiften, die in Holleschau, der Stätte großer Gelehrsamkeit geboren wären, waren die Ahnen dieses Mannes. Der in Mähren und durch bedeutende Bahnbauten in Ungarn wohlbekannte Herr Hermann Brau n in Ungar.-Ostra und Komorn war der Schwiegervater von Julius Wolf, gleichfalls ein ausgezeichneter Talmud ist. Aus diesem Patrizierhäufe nah in sich der Verstorbene eine mit schönsten Geistesgaben ansgestattete, wahrhaft edle Gattin, welche nun mit ihren schönst erzogenen Kindern diesen DUgendholden betrauert. Am Sarg erwähNhe Herr Rabbiner Dr. Tag licht die hohen Verdienste des Heimgegangenen, schilderte seine überaus große Liebe und Treue zu seinen guten Eltern und zu seinen lieben Geschwistern, welche diesen guten Bruder wahrhaftvergötterten. Julius Wolf war ein treuer rechtschaffener Jude und es gibt wohl kein jüdisches Humanitätswerk, an dem er nicht nur als Wohltäter, sondern-' auch als Berater hervorragend wirkte. Herr Professor Dr. Königstein und der Direktor der Dannwalder Baumwollspinnfabrik der Firma Leder & Wolf, Herr I. F r e u d e n b e r g, widmeten am Sarge des uns durch den unerbittlichen Tod entrissenen Julius Wolf einen würdigen Nachruf. Ein Stolz der großen Verwandtschaft, ein Stolz -der Jsraelitengemeinde Wiens, eine Zierde der angeschenen Wiener Kaufmannschaft, war der Verstorbene. Durch feinen Biedersinn, durch sein einfach und schlichte Art zu helfen, wo es zu helfen gab, wird Julius Wolf unvergessen bleiben all jenen, die sein Wirken zu beobachten Gelegenheit hatten. Segenstiftend bleibt kcmtor G. Margulies fungierte und sprach zu Ehren I dessen Andenken unter uns. r Sewenhaus Wien I. Bezirk» Fleischmarkt Nr. 26 BrflBtes SpeziaHians aller flualitattn | Seidenstoffe für Kleider und Futter, Herrliche Brokate, Crepe de Chine, Crepe Maroquine etc., zu staunend billigen Preisen sar.'.ts.i: Telephon Nr. 18298 und 21922;- aofifü tTB»iiil1lifBTWaririiBTnrf~^^

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