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Die Wahrheit · 1922-11-10 · Heft 22 (10.11.1922) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 22 (10.11.1922)
Date
1922-11-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 32 D i e W a h r h e i t Seite 13 Theater, Kunst und Literatur Elitekonzert. Das von im; in der vorletzten Nummer der „Währheit" angMndigle Kvilzert für -den Grünseld- Fonds zur Untevstützun-g notleidender Tvnlütrstler fand programmgemäß am 16. v. M. im großen Konzerthanssaale stakt und erfreute sich, wie die Namen der Mittvirkeuden voraus-sehen ließen, einer nicht mehr zu überbieterrdeu Teilnahme. Meister Alfreid G r ü u >f e l d im Verein mit der uuiibertrefflichen Selma K u r z- Ö'it'Hui n, dem deutschen Sangesküttstler Michael B o h n e u iiiiitlb dem genialen Orgelvirtnosen Prof. D i t 6 brachten die Blüte der vornehmen Wiener Gesellschaft in den riesigen Km uz erträum. Das andächtig!lansch-eude PutbWmn drachte dem Dveiigestirn der dd elften Wiener Kunst, besonders dem gefeierten Altmeister Professor G r ü n f e l d, begeisterte Ovationen. Man darf non diesem Abenid wohl uubestritlen fugen, es war Erlebnis seltenster Art. Er löste den lähmenden Bann des Alltags mit seinen Sorgen und Kümmernissen politischer unld wirtschaftlicher 2lrt van aller Gemüt. Hier zeigte sich echteste erlefenste Kuuift und vvrnehmstes Knnftversteheu. Dem idealen Zweck der VeranstaltnUg floß ein riesiges Ergebnis zu, das irr erster Linie dem opferwilligen, hochherzigen Sinne des Inspirators Direktor Alfred Land e?- b e r g e r zu danken ist. H. Dr. Bernhard Templer: Die hebräische Sprache für den Selbstunterricht. Das vorliegende, im Hartleben-Verlag erschienene handliche Bnch erleichtert durch die methodische Behandlung des reichen Materials die Schwierigkeiten dieses Sprachstudiums, besonders den Nichtsuden, die einem gänzlich fremden Wissenszweige gegenüberstehen. Die hebräische Sprache, lauge zu den toten geworfen, ist nicht nur durch die neuere Literatur, sondern auch die palästinensische Wandlung zu kräftigem Leben und zur Bedeutung einer Staatssprache erwacht. Dr. Templer mein in einer schwungvollen Borrede ans die Bedeutung und die Schönheiten der heiligen Sprache hin und weiß für sie verdiente Bewunderung mtb Liebe zu wecken, die beut Studierenden kräftige Impulse geben. Das kleine, aber gediegene Werk ist der wärmsten Empfehlung wert. <1. Samuel Bettelheim, „Zurück zur Bibel". Eine Samtn luuig von Zeitnngsanfsätzen neuerer und früherer Zeit, halb Prosagedichte, halb Laienpredigten. So schreibt sonst die Zugend für die Jugend, die sich germ ettt heißen schweren Worten berauscht. Aber auch der voraussetzungslose trocken erwägende Leser entzieht sich nicht bent Banne dieses kleiueu schätzbaren Buches, atrs dom der Unterton der Sehnsucht nach entschwundener Kindheit, nach der Väter sromtnen Brauch und Wandel klingt. ,,Zurück zur Bibel" heißt zurück in das verlorene Paradies, znm „Baum des Leben? allen, die ihn erfassen", die sich an seinen köstlichen Früchten erquicken uitb in Frieden seines Schattens ruhen wollen. Das Werk ist ein Niederschlag weltlichen und südischen Wissens und einer Stimmung, die immer wieder der Thoräbegeisterung entspringt. Bettelheini kann aber auch anders, kann im Lichte des Romantikers erscheinen, oder als grimmer Satiriker. Man sehe den prächtigen Aufsatz „Maskir der Frau Snob". Ein kluger Mensch, wie der geschätzte Verfasser, ist wohlmeinendem Nat tticht nnzngänglich. Mir möchten ihm nur Vorschlägen, bei der nächsten An finge, die zu wünschen, hoffeu und erwarten ist, den vielen Zitaten in heiliger Sprache verdentschte Fußnvteti beizugeben. cl. Vermischtes Verein „Wohlfahrt". Die unter der bewährten Leitung des Herrtl S. Weiner stehende Sektion l lX vre tm Titel genannten Vereines veranstaltete Samstag, den 4. d. M. «einen gemütlichen Abend, der unter Mitwirkung von Mitgliedern der „Kainzbühne" bei den zahlreich erschienenen Gästen voll iitib ganz den Zweck der Veranstaltung auslöfte, es waren wirklich gemütliche Standen, und so ist es kein Wunder, daß auch das materielle Ergebnis ein zufrieden stellendem war. Berichtigung. In detn Bericht in unserer letzten Nummer über das vom „Verein der Freunde des großett Leopoldstädter Tenipels" zu Ehren des neuem Ehrenmitgliedes Direktor Alfred L a n d e s b e r g e r veranstaltete Bankett hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Besonders verdiemt urachte sich bei dieser Feier nicht Herr Michael Steisser, soubevn Herr Michael S t e i s s e l. Wir berichtigen diesen Fehler deshalib gerne, weil der Genannte, ein hochachtbares Mitglied des Vereines, durch sein einem südischen Empfinden entspringendes mnnistzetne Wirken tu tveiten Kreisen bekannt zu werden verdient. Kayserlings „Schule der Weisheit" und die jüdische Wissenschaft. Der Berliner Rabbiner uttd Vorsitzende des Rabbinerverbandes in Deutschland, Dr. B a e ck, hat einen Ruf nach Darnuftadt erhalten, um atc der von dettt Grafett Hermann K a h s e r l i n g gegründeten '.urd geleiteten „Schule der Weisheit" Vorlesungen zu halten. Die Veröffentlichungen Dr. Baecks über das Wesen des Judentums haben die Anstnetcksamkelt weiter philosophisch ititeressierter Kreise auf seine Perlönlichke.it gelenkt und so in der Wunsch entstauben, in Darm stabt auch die jüdische Nüattce des (Geisteslebens dttrch einen besonders qualifizierten Kenner weiteren Kreisen zugänglich zu ittachen. Dr. Baeck wird dem Rufe Folge leisten. Berufung jüdischer Gelehrter nach Amerika. In der jüdischen Presse Deutschlands tvird wiederholt die Berufung jüdischer Wissenschaftler aus Berlin an die von NaDbi Stephen W i s e in New-Pork gegründete jüdische Akademie behandelt and zum Ausgangspunkt für Klagen über die ungünstige Lage der jüdischen Wissenschaft und ihrer Vertreter in Mitteleuropa. benützt. Wir sind in der Lage, mitteilen zu können, daß dieie Einladung zu Borträgen an der genannten Hochschule für absolvierte Akadetniker gleichzeitig an zwei Wiener (belehrte, und zwar an Rabbiner Dr. M. G r n n w a l d uttd Pros. Dr. 5. K r a u s, ergangen. Rabbi Wise kam im Juni d. I. zu diesem Zwecke nach Wien, mit diese Einladung persönlich zn überbringen. Neuwahl des Präsidiums im „Aktionskomitee der vereinigten Wiener Tempelvereine". Tie am 30. Oktober d. I. stattgehabte Neuwahl des Präsidiums ergab folgendes Resultat: Herr Dr. Bruno Werner — Präsident: Herr Direktor Anton Stein — Vizepräsident: Herr Oberrechuuugsrat M. Weiner — Schriftführer: Herr chgmz P o l l a ch — SchrWührerstellvertreter: Herr Moritz Spitzer — Kassier: Herr Adolf P e t ö, Kassierstellvertreter. Der neu-gewählte Obmann, Herr Dr. Brn.no Werner, bietet durch sein bisheriges hervorragendes Wirken inr Döblinger Tempelverein, .sowie ans jüldisch-hnmanitärem Gebiete beste Garantie dafür, daß er auch in seinem neuen Wirkungskreise mit ganzer Kraft zum Wähle des „Aktionskomitees der Wiener Tempelvereine" sich betätigen mivd. Trauung. Donnerstag, den 26. Oktober, 143 Uhr nachmittags, fand im Tempel II., Tempelgasse 3 die Trauung des Fräulein Lilly S e g a! l. Tochter der Frau

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