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Die Wahrheit · 1918-01-11 · Heft 1 (11.1.1918) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1918
Issue
Heft 1 (11.1.1918)
Date
1918-01-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 37. Auch, unter der nach außenKn starken türkischest. Herrschaft wurde das Land-her TummeWatz wildester MegsrischervecheerenÜex>EretzniW Inner» VMrrwanMung-st dch KM . den, DrusÄ- und > noch zahllose Groberungszüge asiättscher; Horden vost Tataren und Mongolen stürmten daher und H zerstörten die unter dem Schütte früherer Vernichtungen immer wieder emporblühenden Siedlungen. Dem Einfalle Napoleon I. 1799 folgte der cgyptische Aufstand '1831 unter'Mohamed Ali Pascha und erst seit dem Jahre 1833 nahm die jammervolle Verheerung, ein Ende. Nach eingetretener Ruhe stiegen die verschiedenen Völkerreste aus den Berghöhlen herab und widmeten sich wieder dem Getreidebau mit dem Holzpfluge so primitiv wie zu Erzvater Abrahams Zeiten. Diese Völlerreste bilden ein Raffengemisch mit arabffcher Sprache, aber ohne Bekenntnis zur arabischen Nationalität. Nur von den Drusen konnte sich ein ansehnlicher Rest im Antilibanon festsetzen, wo sie bis heute noch als Heiden leben, ohne sich der türkischen Regierung zu unterwerfen. Das Judenland und sein angestammtes Judenvolk haben sich aber im Drange der schauderhaften Epoche für einander aufbezoshrt. Wäre es nur einem dieser verschiedenen Völler gegönnt gewesen, eine mehrhundertjährige Ruhe zu genießen, dann wäre die Mederbesitzergreifung des Landes seinem Volk unmöglich geworden. Auch die Juden hätten «n Lande zur niedrigen Kulturstufe des halbnackten barfüßigen Arabers heruntersinken müffen. Der Faden des Zusammenhanges zwffchen Voll und Land ist zwar zu keiner Zeit zur Ganze abgerissen worden. Es sammelten sich wieder und wieder unter dem Ramban, Bartanura und noch - vieler Gaonim einige hundert Talmudgelehrte in Palästina, für deren Unterhalt die Juden des Golus seit mehr als 400 Jahren den Grundstock in der Chaluka legten. Was hat aber diese gezeitigt? Dem Ausrufe des Don Josef Hanassi — Herzog Josef de Naos — der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Suttan Selim II. den Charter zur jüdischen Wiederbesiedlung Palästinas auf freiem Regierungsboden erhielt, fotzte infolge von Kleinmut und schwieriger Ueberfahrt nur eine Seine Anzahl Juden aus Italien, welche die- Stadt Liberias erbauten. Sie verfielen aber später der Chaluka. Pur ein Seiner Teil von ihnen blieb bis jzum heutigen Tage hei der von ihrem Gönner eingeführten Seidenindustrie in Schon, um als Weber ihr Leben zu fristen. Sonst finden wir im Drange der Zeiten Juden in Jerusalem als Färber und in Hebron von der Glasindustrie lebend. Die vom Judenforscher Benjamin von Todela im heiligen Lande entdeckten vereinzelten Gruppen jüdischer Ackerbauer und Hirten sind alle bis auf einen Seinen Rest, etwa Sb Familien, in Pektin in Obergaliläa verschwunden. Rach fast zweitausendjährtger Trennung konnte erst unttr dem unvergeßlichen Sir Moses Montesiore ein ernster Annäherungsversuch des Volles an das Land eintreten. Der Bitualmordprozeß in Damaskus, eine politische Jntrigue, welche die Einmischung und Invasion Frankreichs in das HEebäugette Syrien ermöglichen sollte, hat die Gründung der ersten jüdischen Bereinigung „Allianc Israelis Universelle" in Paris gezeitigt. Ihr ist in erster Reihe die Gründung der ersten landwirtschaftlichen Lehrfarm „Mikweh Israel" unter der trefflichen Leitung von Charles Netter zu verdanken. Um diese Zeit mußte auch die Türkei, auf Bestreben der Alliance, vor ihrer eigenen-Rechtlosigkeit kapitulieren, indem sie dem Konsularschutz fremder (Äaatsangehoriger mit Gewährung eigenen Postverkehrs zuzustimmen gezwungen wurde. Dies ermöglichte erst, an die Rückkehr der Juden nach Palästina in breiterer Form heranzutreten- Auf den ersten Weckruf von Moses Heß „Rom und Jerusalem" und Rabbi Hirfch Kalischer fotzte die Reisebeschreibnng des Dr. L. A. FranS, Sekretärs der Wiener israelitischen Kultusgememde „Rach und von Jerusalem," dem auch die Gründung der Lämelschule in Jerusalem zu hWMHst.. WnHMchien Sir LorisOlipharrt,. d-r<tAch gründlicher Erforschung des Laytzes mit femech-Buche Jr^The Land o| jSireäct“ in MwunMblley WDen^ für dUjüdische KolMsätion Palästinas aufttM M gcch diDAnregung zur Gütstehyttg der.ersten KolMen Wetach TistvaM^deren erste PioüW einige "mtsMngarn stammende JußÄiM^DZerusalem waren. Ihm,folgten Perez Smolensky ündRabbr Samuel Mohliewer als Herolde der Kolonisation. _ (Sin ungeheueres Erleben hat Land und Voll erfaßH welches trotz anfänglicher hochtrabender, selbstsicherer Talent losigkeit, dank jüdischem Fleiß und Schweiß, dank jüdischer Tatkraft Kolonien entstehen ließ, welche mit der Farbenglut der palästinensischen Flora geziert, das stolze Bewußtsein der Zusammengehörigkeit beider für immer besiegelt. Volk undLand harren nun den Verheißungen des kommenden Friedenskongresses, wo ihr Schicksal entschieden wird. Aus der Wiener Knltusgerneinde Konstituierung des Vertreter-Kollegiums. In der arn 6. Jänner 1918 stattgehabten konstituierenden Plenarsitzung des Kultusvorstandes wurden gewählt: Zum Ersten Vize-Präsidenten Herr k. k. Hofrat Dr. Benjamin Rappaport, zum Zweiten Vize-Präsidenten Herr Dr. Leopold Kohn, zu Mitgliedern des Vertreter-Kollegiums die Herren: Moritz B. Eißler, Dr. Jakob Engel, Ernst Hirsch, kais. Rat Siegmund Kauders, Dr. Wilhelm Pappenheim, Eduard Schwarz, Leopold Simon, Dr. Markus Spitzer. Eine Neuwahl des Präsidenten hat nicht stattgefunden, da Herr Präsident Dr. Alfred Stern in der Plenarsitzung vom 6. Jänner 1916 für eine dreijährige Funktionsdauer gewählt wurde. Anmeldung der Mnrroth -Bestellungen! 1. Die Mitglieder unserer Gemeinde können Mazzoth für das heurige Peffachfest nur von den von uns zugelaffenen Händlern beziehen. Die Bestellung von Mazzoth rann nur. auf den vorgeschriebenen Bestellscheinen, die Abnahme nur nach Rückgabe der auf die Festwoche entfallenden Brotkarten erfolgen. Anspruch auf den Bezug von Mazzoth haben nur diejenigen, welche aus religiösen Gründen Mazzoth beziehen wollen und eine dahingehende Erklärung -auf den Bestellscheinen unterzeichnen. 2. Zum Verkaufe der Mazzoth im Bereiche unserer Gemeinde sind für das Jahr 1918 die nachstehenden Händler von uns zugelaffen worden — hier in Wien? Aber wo — das gilt ja bloß für Berlin! Brauchen denn wir hier in Men Mazzoth?! Haben voriges Jahr die Hälfte jener, die noch Peffach gehalten hatten, infolge der skandalösen Mazzothversorgung Brot gegessen, nun — so kann es doch heuer auch die andere Hälfte! Bereits im Herbst war in Deutschland die gesamte Mazzothversorgung glänzend gesichert und nun — ein Vierteljahr Yvr Peffach — ist alles dis ins kleinste Detail geregelt. Wir in Wien sind solche Ordnung allerdings nicht gewöhnt; trotzdem wollen wir versuchen, schon jetzt unsere mahnende Stimme zu erheben, vielleicht gelänge es, unsere Mazzoth früher und etwas besser als im Vorjahre zu sichern! Bei uns an der Donau scheint man das alte Sprichwort: „Durch Schaden wird man klug" überhaupt nicht zu kennen. Es dürste keineswegs schaden und wir vergeben uns dabei gar nichts, w?rm wir vä von Deutschland lernen r Warum Horen wir tatsächlich noch immer nichts, wie es um unsere Mazzoth bestellt fein wird?!*) Warum vertraut man so sehr aus unseren echt österreichischen Grundsatzr „Es. wird schon gehen?" Warum kümmert sich niemand darum? *) Eine diesbezügliche Kundmachung der KultttSgeMeinde wird in hex dieswöchentlichen Runtmer veröffentlicht. (Anm. d. Äedatt.)

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