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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1869-01-01 · 1869 · page 24

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089694--0110-3519216
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— 25 — furt war leicht geschehen. Aus der Zahl der von dem Präfecten Freiherrn von Günderrode in Vorschlag gebrachten Candidaten^) wurden, unter Berücksichtigung der Confessionsgemeinden, am 19. Februar 1812 vom Großherzog zu Ober-Schul- und Studienräthen ernannt: 1) der Senior vr. Hufnagel, 2) der Pfarrer Kirchner, 3) vr. I. S. Oppenheim, 4) der geistliche Rath Orth, 5) der Pfarrer Passavant, 6) der Geheime Legationsrath Voigt. Allein da nunmehr nach dem Patent vom 1. Februar 1812 die Befugnisse aller andern, zur Verwaltung und Oberaufsicht von Lehranstalten jeder Art bestehenden Behörden aufhören sollten, so trat zunächst eine große Verwirrung ein. Das Philanthropin hatte, von der Primatischen Regierung begünstigt, aber in seiner inneren Entwicklung in keiner Weise beeinflußt, von Jahr zu Jahr an Schülerzahl und an Leistungsfähigkeit zugenommen. Als der Plan zur Errichtung der Karlsschule auftauchte und von allen Seiten mit Beifall begrüßt wurde, nahm man allgemein an, daß es mit dem Jnslebentreten dieser Schule aufhören würde. Unter dieser Voraussetzung hatte die Regierung auch die Genehmigung zur Verbindung einer Töchterschule mit dem Philanthropin nur mit der Bedingung ertheilt, daß auch diese mit der Eröffnung der Karlsschule aufgelöst werden sollte. (15. December 1809)2). Die Karlsschule aber trat nicht in's Leben und immer neue Schüler strömten dem Philanthropin zu. Man bezog im Januar 1811 ein geräumiges Local in der Frohnhofstraße Nr. 7, miethete außerdem in dem benachbarten, der israel. Gemeinde gehörigen Compostell ^) einige Zimmer für Schulzwecke, und das Philanthropin bestand bereits aus sechs Knaben- und fünf Mädchenklassen, als durch die Verordnung vom 1. Februar 1812 sein Fortbestand von Neuem in Frage gestellt wurde. Zunächst zog der Großherzog den noch im Jahre 1811 gezahlten Beitrag von 1000 fl. jährlich zurück, da für den Unterricht durch öffentliche Schulen gesorgt werde; sodann mußten die Zimmer, welche das Philanthropen im Compostell inne hatte, geräumt werden, da im Compostell die von der Gemeinde herzustellenden Räumlichkeiten für die gesetzlich vorgeschriebene, öffentliche israelitische Volksschule eingerichtet werden sollten, endlich weigerten sich viele Eltern bei der ungewissen Zukunft der Schule das Schulgeld voraus zu zahlen. Alles wurde unsicher, und als nun gar am 19. Februar 1812 die Ober-Schul- und Studien-Jnspection eingesetzt wurde und die Befugnisse des Vorstandes des Philanthropin gesetzlich aufhörten, traten ein völlig unhaltbarer Zustand ein. Hätte man die in dem Schulgesetze angeordneten Schulen wirklich in's Leben rufen können. 1) Günderrode hatte vorgeschlagen: den Oberlehrer der Musterschule vr. Seel, die Pfarrer Bcnkard, Kirchner und Passavant; sür die katholischen Volksschulen: vr. Orth und Professor Schenzer; für die israel. Schulen: Heß und vr. Oppenheim für die Kunstschulen: Geh. Rath Voigt und Landgerichtsrath vr. Schlosser; zu Referenten des Schulsonds den Staatsrath S. M. v. Bethmann, Constantin Fellner und Mertens de Neufville. 2) Die darauf bezüglichen Verhandlungen muß ich diesmal Übergehn. 5) Ich stelle hier namentlich sür auswärtige Leser Einiges zusammen, was ich hauptsächlich aus Batton, Oertliche Beschreibung der Stadt Frankfurt a. M., herausgegeben von L. H. Euler, Frankfurt a. M. 1863, 2. Heft, S. 153 entnehme: Das Compostell, em'M äoniinorum orämis Ineutonieorum, gehörte ursprünglich dem deutschen Orden und soll, nach einer alten Überlieferung, ein Hospital und Pflegehaus für diejenigen gewesen sein, die nach dem Grabe des St. Ingo de Compostella pilgerten. Später kam es in den Besitz der Kurfürsten von Mainz, die nach und nach mehrere Häuser hinzukauften, welche dann insgesammt Compostell oder auch der Mainzerhof genannt wurden. Der Fürst Primas überließ den ganzen Häusercomplex käuflich der israelitischen Gemeinde. 4

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