Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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mit dem Gutachten: vor Allem noch die Erinnerungen der Ober-Curatel des Studienwesens zu vernehmen. Allein der Fürst wollte keinen Aufschub: „Lehranstalten", so resmbirte er am 8. August 1808 eigenhändig, „sind dringendes Bedürfniß, zumalen bei der hebräischen Nation, die hierin sehr vernachlässigt ist. Mein angelegentlichster Wunsch geht dahin, daß dieser Plan, so wie er ist, sogleich provisorisch nebst deren Bemerkungen des Directorial-Raths Jtzstein ausgeführt werde. Spätere treffliche Bemerkungen der General-Curatel können in der Folge Vieles verbessern; Interim alicMä üt. Die Zeit ist edel. Carl." In Folge dieses Rescripts wurde der Plan zur Karlsschule ^) mit einem von dem Gemeinde- Vorstande erlassenen Aufruf veröffentlicht und nun dachte man daran, die nöthigen Mittel herbei zu schaffen. Unter den Stiftungen, welche die Gemeinde verwaltete, waren einige, deren Nutznießer nicht mehr vorhanden waren. Der Gemeinde-Vorstand legte der General-Commission ein Verzeichniß derselben mit der Bitte vor, die Stiftungszinsen zur Karlsschule zu verwenden. Die Sache wurde sehr eingehend geprüpft, für angemessen befunden und von dem Fürsten mit der Resolution ge nehmigt, „der Schul- und Studiensection des Gemeinde-Vorstandes die Zufriedenheit zu erkennen zu geben über den Eifer und Fleiß, den sie zur Erforschung der für die heilsame Schulanstalt verwendet werden könnenden jüdischen milden Stiftungen verwendet haben." Das geschah 1809. Schon im Jahre 1808 hatte der Fürst dem Fond der Karlsschule den Betrag von 459 fl. 44 kr. als vierten Theil der dem fürstlichen Fiscus zugefallenen Greifischen Verlassenschaft überwiesen, während ein gleicher Theil der Musterschutz der reformirten und der katholischen Gemeinde übergeben wurde Demselben Fond wurde 1809 die Summe von 805 fl. 36 kr. überwiesen. Indessen reichten diese Mittel zur Begründung einer großen Schule nicht hin, und als Stern am 10. Februar 1811 starb und der Eifer der Schulsection des Gemeinde-Vorstandes erkaltete, fiel das ganze Project^). Inzwischen hatten sich die politischen Verhältnisse verändert. Durch Vertrag vom 19. Februar 1810 waren die Besitzungen des Fürsten Primas, nachdem sie, gegen Abtretung des Fürstenthums Regensburg und des Nheinschifffahrts-Octroi auf dem rechten Rheinufer, um den größten Theil der Fürstenthümer Fulda und Hanau vergrößert worden waren, in ein, nach der Hauptstadt Frankfurt benanntes Großherzogthum verwandelt worden. Unterrichtsplan zu der für die hiesige jüdische Gemeinde zu errichtenden Karlsschule, so wie solcher Sr. Hoheit dem souveränen Fürsten Primas vorgelegt wurde und dessen höchste Sanction erhalten hat. Herausgegeben mit Genehmigung des sürstlichen Herrn General-Commissarii von der Schul- und Studien-Section des Vorstandes der Juden-Gemeinde zu Frankfurt. (Ron sidi, seä totl Zemtmn se ereäsre mundo.) Mit Beisügung einer Tabelle, auf welcher die Unterrichtsart und Stundeneintheilung angegeben wird. Frankfurt a. M. in der Varrentrapp- und Wenner'schen Buchdruckerei. — Ein Exemplar dieses Planes habe ich nicht auftreiben können, ein Auszug desselben steht in der Sulamith a. a. O. 2) Kühner: Beiträge zur Geschichte der Musterschule. Einladungsschrift der Musterschule 1865. — Dieser Posten ist in den sehr sorgfältig geführten Rechnungsbüchern des Philanthropin nicht aufgeführt, er ist also ohne Zweifel wie der folgende von 805 fl. 36 kr. (der von einem durch einen Rechnungsfehler entstandenen Cassa-Ueberschuß vom Erlös der jüdischen Brandstätten herrührt), bei dem es in den Akten ausdrücklich erwähnt ist, dem Fond der Karlsschule übergeben worden. ») Ueber Stern vergleiche Sulamith 1811, Jahrg. HI, Bd. II, 59 und die dort angegebenen Bände derselben Zeitschrist. Daß Stern den Studien hingegeben war und eine große Bibliothek besaß, ergiebt sich aus einem im Stadtarchiv von ihm aufbewahrten Briefe. Stern ist geboren am 9. März 1769. Er war der Onkel des gleichnamigen Professors der Mathematik an der Universität Göttingen.