Mannheim
Compact Memory

Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1869-01-01 · 1869 · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9643684-3089694--0104-3519210
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 19 — herrlicher Anlagen und Geisteskräfte trotz des Druckes (des Geistes)') unter dem sie seufzte, geblieben ist. Das Interesse, das die Juden selbst an dieser Anstalt nahmen, war sehr groß, die Bereitwilligkeit der Lehrer, prüfende Bemerkungen zu hören, ausgezeichnet; die Freude groß, die Ehre zum ersten Mal zu genießen bei ihrem Examen einige Mitglieder des Consistoriums ^) und den fürstlichen Schulkommissar zu sehen." Die Prüfungen erweckten auch dadurch Interesse, daß während derselben auch über die Aufnahme neu angemeldeter armer Kinder durch das Loos entschieden wurde. Es fehlte ihnen in der That auch in der Folge nicht die Theilnahme der hervorragendsten Männer dieser Stadt; diese betheiligten sich zuweilen unmittelbar: es kam vor, daß Einer oder der Andere Fragen an die Schüler richtete, oder ihnen Aufgaben stellte. Der Senior Hufnagel der Legationsrath Voigt, oder der General-Curator des Großherzoglichen Schulwesens, Paulv, pflegten die Prämien zu vertheilen und eine Anrede an die Schüler zu halten, es kam auch vor, daß Pauly die Probeschriften und Probezeichnungen dem Großherzog zusandte, und da die Leistungen der Schule von Jahr zu Jahr besser wurden, so hoben die öffentlichen Prüfungen, bei denen das hervortrat, das Ansehen der Schule, die Zuversicht der Lehrer und den freudigen Eifer der Vorsteher. IV. Simon Moritz von Bethmann. konfessionelle Gleichheit. Unmittelbar nach jener Prüfung, von der Carl Ritter berichtet, wurden dem Vorstande des Philanthropin „von einem Unbekannten christlichen Glaubens" 100 fl. übersandt. Moritz von Bethmann ließ sich in die Zahl der Subscribenten für das Philanthropin aufnehmen, er zeichnete i. I. 1807 einen jährlichen Beitrag von 100 fl., zunächst auf drei Jahre, er erschien bei den öffentlichen Prüfungen, Anfangs allein, dann, seitdem die Töchterschule errichtet war, mit seiner Gemahlin, er ließ es sich nicht nehmen, einen armen jüdischen Knaben auf seine Kosten in's Philanthropin zu schicken, seine Gemahlin sorgte in gleicher Weise auch für ein jüdisches Mädchen. Lebhaft wünschte er die Betheiligung seiner christlichen Mitbürger an der Subscription für das Philanthropin und forderte die Vorsteher desselben auf, ihm zu diesem Zweck einen Aufruf zu übergeben, den er selbst in Umlauf setzen wollte. Der Aufruf wurde verfaßt^), allein der Gesammtvorstand des Philanthropin beschloß, von dem Bethmann'schen Vorschlage, so sehr man ihn auch anerkannte, abzusehen. Im Jahre 1811 geschah es zum ersten Male, daß ein hiesiger christlicher Bürger um Aufnahme seines Sohnes in das Philanthropin bat. Bei dieser Gelegenheit wurde die Frage aufgeworfen, ob die Aufnahme christlicher Kinder zu gestatten sei, und die Vorsteher des Philanthropin gaben einstimmig folgende Erklärung zu Protokoll: „Schon der Name der Schule (Philanthropin) spricht!) Ob die in Klammern geschlossenen Worte von Ritter oder von dem Herausgeber der Briese, Kramer, herrühren, ist unklar. 2) Als anwesend werden damals (aber auch schon bei der Prüfung am 22. Januar 1806) bezeichnet: außer den Baumeistern (so hießen damals die Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde) und den Neunern (Repräsentanten der Gemeinde):der Minister v. Eberstein, Clauburg, Voigt, Günderrode, mehrere Professoren und Pfarrer, sämmtliche Lehrer des Gymnasiums und der Musterschule. «) Siehe denselben in der dritten Beilage.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.