Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 6 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 142 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 142 H e 1 it! H e ] f t! Helft! Wird die .Jüdische Hauspilege aber dem unerhörten Ansturm der Not gewachsen sein? Wird sie auch fernerhin die Mittel aufbringen, um helfen zu könnenV Diese Fragen darf man getrost bejahen, "wenn alle Glaubensgenossen unserer Stadt, die selbst noch nicht in Not sind und die sich eine Spur Verantwortungsgefühl für das Schicksal der Gesamtheit bewahrt haben, sich zu solidarischem Handeln verbinden und der Jüdischen Hauspflege ein Jubiläumsgeschenk zukommen lassen, das ihre Existenz und Weiterarbeit auf Jahre hinaus sichert. Werdet Mitglieder der Jüdischen Hauspflege! (Monatsbeitrag 1 M.) Unterstützt sie durch eine Spende! (Anschrift: Frau Flora Rosenfeld, Eppsteinerstraße ö. Tel. 73593. Postscheck 34118.) jd Anekdoten . ' Das plützlidic Hinscheiden des Herrn ^Direktor Eduard Oppenheim weckt die JBPr"'~~^%L Erinnerung an seinen Großvater niüt- ~ tJMf ' ^sL. lerlidierseits. J nda Samuel Adler JHe (J"94—1S66). der einstmals zu den be- ""äf kannlesten Persönlichkeiten der Stadt J. jäb^m gehörte. Unter den zahlreidien Anek- ^■fe f 7 doten. die von ihm überliefert sind, ■■'■^^B^AX . sei hier eine wiedergegeben, die der ä^B/Bgmh^^^/^^^B^. sei. Herr Ed. Oppenheim mit besonaMMBlmlW derer Vorliebe zu erzählen pflegte: ^^BjftBSSiijMk Vhk Eines Tages fragte Baron Anselm von '^^^wA Rothschild: ..Wann stehen Sie eigent- "^^^*^v*Bl^ '"'^ mc""Bens auf, Herr Adler?" Die worauf der Baron entrüstet erwiderte: ..So spät, Herr Adler? Ich stehe jeden Morgen vor 7 Uhr auf!" Unverzüglich entgegnete Adler: ..Wenn id) der Baron Rothschild wäre, würde idi audi so früh aufstehen, aber um Juddesdimul Adler zu sein, langt es mir audi nodi um 9 Uhr." Auf dem Eisdimarkt. wo in früherer Zeit die ..Balbattim" den Sabbatbedarf persönlich einzukaufen pflegten, madite der als geizig bekannte Herr Juda K. Herrn J. S. Adler Vorwürfe, dafi er so viel Geld in Fisdien anlegte. Worauf Adler erwiderte: Ja. ja, dem einen sind die Gulden lieber und dem andern die Karpfen. — Von A. soll übrigens audi der bekannte Aussprudi stammen: Die Gans ist ein unpraktisches Tier, für einen ist es zu viel und für zwei zu wenig. Literarische Rundschau □"n mw b$ iroitpm mbm bbv w pbn v£ ntÄD pion mn n««D d"^2 pipo lfD"** by D^mm njn mvi tSTOpm p"pl VST pimn ^bn -■371V Y"linß J. Kauf f mann Verl., Frankfurta. M.1932./ 139 S. .y,^ m3 by Das neue Responsenwerk des verewigten Frankfurter Rabbiners Dr. Marcus H o r o v i t z s. A. ist als Fortsetzung des vor 42 Jahren erschienenen ..Matt e L e v i" gedacht. Es zerfällt in zwei Teile. Der erste Teil behandelt in systematischer Gruppierung und meist für die religionsgesetzliche Praxis. mE^D^I rob~b religiöse Fragen undProbleme. die zum Stoffgebiet des Schulchan Aruch Orach Chajim gehören. Der zweite Teil behandelt in gleicher Gruppierung und mit gleicher Tendenz zum Stoffgebiet des Sch. A. Jore Dea, gehörende Themen. Es ist ein inhaltsreiches und für Kehner des talmudischen Schrifttums und der Halacha ungemein anregendes und belehrendes Werk. Begnügt sich doch der Verfasser nicht'damit, die von ihm erbetenen halachischen Entscheidungen auf die Dezisoren- und Responsenwerke zu stützen. Er setzt sich vielmehr in den ineisten Fällen die Aufgabe, die halachischen Ergebnisse durch selbständiges Denken aus den talmudischen Quellenschriften herauszuarbeiten. Und dem Verfasser eignet die Kraft, selbst die schwierigsten und sprödesten talmudischen Stoffe mit Scharfsinn. Klarheit und überlegener Gelehrsamkeit zu meistern. Diese Art der Behandlung der neu auftauchenden religiösen Fragen und Probleme war aber auch schon deswegen geboten, weil viele dei Männer, die in schwierigen und zweifelhaften Fällen die Entscheidung des Verfassers anriefen, selber bedeutende Thoragelehrte waren, denen die einschlägigen Dezisoren- und Responsenwerke wohl bekannt. waren. Ueberdies pflegte er mit vielen berühmten und gefeierten T h o r a g r ö ß e n d e s 0 s,t e n s halachischen Gedankenaustausch. Von deutschen Thoragelehrten. an die der Verfasser halachische Briefe richtete, seien genannt — wir erwähnen nur Gelehrte, die nicht mehr am Leben sind — Rabbi Esriel Hildesheimer, Rektor David Hoffmann. Isaak Halevy. Verfasser des „Dorot Harischonim", Rabbi I. M. Freimann in Ostrowo, R. Salomo Cohn in Halberstadt u. a. in. Von Thoragrößen des Ostens seien genannt: Rabbi Jizchok Elchonen in Kowno, Rabbi Samuel Mobilewer in Bialystok. R. Salomo Hakohen in Wilna, Rabbi Ch. Z. Mannheimer in Ungvar, der Lehrer des Verfassers, R. Jizchok Schmelkes, der nachmalige Lemberger Raw und R. Elieser Deutsch, der nachmalige Bonyhader Raw. beide Verfasser weitverbreiteter halachischer Werke. Unter den im „Matte Levi" behandelten Fragen fluiden wir in großer Zahl auch solche, die auch heute noch große Aktualität besitzen und tief in das religiöse Leben und in die Gemeindeverhältnisse eingreifen. Auch auf die besonderen religiösen Bräuche der F r a nkfu r t er K e h i 11 a wind vielfach Bezug genommen. So auf das gemeinsame Kaddischsagen der Trauernden, a.uf das Unterbleiben des Kaddiseh nach dem )^by -Gebet, auf den Text des Q^ton by -Gebets, auf das Weglassen des \~P -Gebets am Sabbat vor &'-jn auf den in Frankfurt herrschenden Brauch, an den Festtagen Bar Mizwa-Knaben nicht zur Thora aufzurufen und auf die Summe der Machazit Haschekel-Gabe. Der Verfasser erwähnt auch gelegentlich einmal, daß viele Rabbiner und Gameindevorsteher nach Frankfurt kamen, um das nach seinen Weisungen und Anordnungen errichtete Ritualbad zu besichtigen und die in. eigener Gemeinde zu schaffende Einrichtung in ähnlicher Weise zu gestalten. Daneben hatte noch der Verfasser Gelegenheit, die Rabbinen von Fürth. Holleschau, Prag, Hannover, Ansbach, Mannheim, Kissingen und Schrimm in teils umfassenden und tiefschürfenden halachischen Darlegungen beim Bau'oder der Umgestaltung des Ritualbades halachisch zu beraten. In einem noch von Gnesen datierten halachischen Briefe an seinen tief verehrten Lehrer und Meister. Rabbi C h. Z. Mannheimer legt der Verfasser die Beweggründe dar, die ihn bestimmten, das Frankfurter Rabbi na t anzunehmen, und spricht, von den Hoffnungen und Erwartungen, die er an seine Tätigkeit in Frankfurt knüpfte. Das Werk enthält auch halachische Briefe an Frankfurter Thoragelehrte. So an Rabbiner Dr. N. A. Nobel, damals noch in Hamburg, an Dr. H. Heinemann, Jacob und Wilhelm Posen. Wiederholt beruft sich der Verfasser auf Rabbi Moses Mainz, dessen Gelehrsamkeit und Frömmigkeit er tiefe Verehrung zollt, und auch auf Lassar Mainz. Das Werk wurde von dem Sohne des Verfassers, Rabbiner Dr. Jakob H o r o v i t z , mit peinlicher Sorgfalt für den Druck vorbereitet, eingeleitet und an mehreren Stellen durch gelehrte Notizen und Bemerkungen bereichert. Auch ein interessanter halachischer Briefwechsel zwischen dem Herausgeber und Rabbiner Dr. N. A. Nobel ist dem „Matte Levi" beigegeben. — Die typographische Ausstattung des Buches ist mustergültig und macht dem Verlag alle Ehre. Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann R a b b i n e r - B i o g r a p h i e n. Herr Rabbiner S. Schapira in Lemberg (Zolkiewska 25) hat den Plan, ein Nachschlagewerk über sämtliche Rabbiner herauszugeben, und bittet hierfür um Uebersendung biographischen Materials. Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Wahl von Synagogenvorstehern Die Versammlung der Platzinhaber der Westendsynagoge zur Neuwahl des Synagogenvorstandes findet Dienstag, den 7. März 1933, 18.30 Uhr, im Sitzungszimmer der Westendsyngoge statt. Ermäßigung der Pflegesätze Das Pflegaimt des Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde. Gagernstraße 36, teilt mit, daß es mit Rücksicht auf die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse die Pflegesätze in der ersten und zweiten Klasse Avie folgt festgesetzt hat: 1. Klasse je nach Zimmer . . von RM 14'.— an, 2. Klasse je nach Zimmer . . von RM 9.-— an. Mazzenbäckerei Die automatische Mazzenbäckerei der Gemeinde, Heidestraße 79, wurde aufs gründlichste renoviert und auch für das laufende Jahr der bewährten Leitung des letztjährigen Päcliters, Herrn I. Benjamin, unterstellt. Es ist alle Gewähr dafür