Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 6 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 143 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 143 geboten, daß die Bäckerei nur Mazzen von hervorragender Beschaffenheit liefert, so daß die Gemeindemitglieder keine Veranlassung haben, ihre Mazzen von auswärts zu beziehen. Vermehrter Umsatz wird sich auch auf die Gemeindefinanzen günstig auswirken und daher mittelbar den Gemeindemitgliedern zugute kommen. Es wird dringend gebeten, den Bedarf nur aus der Gemeindebäckerei zu decken. (Vgl. auch die Anzeige in dieser Nummer.) Bestellungen werden in der Mazzenbäckerei, Heidestr. 79 (1. Benjamin) und in den unter Aufsicht der Ritualkommission stehenden Bäckereien entgegengenommen. (Vgl. auch die Anzeige in dieser Nummer.) Bekanntmachungen des Friedhofsamtes Grabsteine Auf unseren Friedhöfen, insbesondere auf den Friedhöfen an der Rat-Beil-Straße und in Bockenheim, befinden sich eine Anzahl Grabsteine, die nicht mehr standsicher sind, so daß sie umzustürzen drohen. Die Verfügungsberechtigten sind haftpflichtig und werden aufgefordert, die Standsicherheit der Denksteine einer Nachprüfung zu unterziehen und die erforderlichen Maßnahmen schnellstens in die Wege zu leiten. Soweit dieser Aufforderung nicht entsprochen wird, müssen die nicht standfesten Grabsteine durch das Friedhofsamt umgelegt werden. Meldung von Sterbefällen Bei vorkommenden Sterbefällen ist »umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes (Fernspr.-Sammelnummer Zepp. 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Friedhofsgärtnerei Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflanzung der Grabstätten mit Efeu, Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jähr weise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer LandstraGe 238 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52042) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37 (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Verkaufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestens Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf-dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße werden laut Ge m e i ndebesch1uß alle gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedhofsamtes der Gemeinde ausgeführt. Oeffnungszeiten der Friedhöfe Die Friedhöfe an der Rat Beil-Straße und an der Eckenheimer Landstraße sind in der Zeit vom 1. November 1932 bis 15. Februar 1933 von l¥i bis 17 Uhr geöffnet. — Freitags wird eine Stunde vor Beginn des Sabbats geschlossen. Samstags und an den jüdischen Feiertagen sind die Friedhöfe geschlossen. Gedächtnislichter Zum Andenk e_n an Verstorbene können in den Gemeindesynagogen Gedächtnislichter gebrannt werden. Die im Voraus zahlbaren Gebühren betragen: tür ein Licht am Jahrzeit s tag Rm. 1.— für ein Licht während des Trauerjahres (11 Monate und am ersten Jahrzeitstag) Rm. 75.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag Rm. 100.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag einschließlich Verrichtung des Kaddischgebets Rm. 200.— Sprechstunden der Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 22024, 15—16 Uhr — Dr. Horovitz, Staufenstraße 30, Fernspr. Maingau 77963, 15—16 Uhr (außer Montag; — Dr. Salzberg e r, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, 1534—1634" Uhr — Dr. Seligmann, Böhmerstraße 9 pari., Fernspr. 51184, 17—18 Uhr — Rabb. Kand. Dr. V o g e 1 s t e i n, Altkönigstraße 10a bei Richter, Fernspr. Mainsau 74018, 9.15—10.15 Uhr (außer Mittwoch). Rabbinatsassessor Kirschbaum, Eckenheimer- Landstr. 6, Fernspr. 58281, tägl. 14-15 Uhr; ferner in der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" Theobaldstrasse 6, Fernspr. 45673, Donnerstags 10—12 Uhr, Freitags 9—11 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Wiedereröffnung der Gemeindebibliothek Ab 15. Dezember steht die Bibliothek der Israelitischen Gemeinde den Besuchern wieder zur Ausleihe zur Verfügung. Die Genieindemitglieder werden gebeten, von den reichen und vielseitigen Beständen der Bibliothek, vor allem auf dem "Gebiet der neuesten populärwissenschaftlichen und Unterhaltungsliteratur, regen Gebrauch zu machen. Auch Bücherspenden sind erwünscht. B ü c h e r a u s 1 e i h e : Montag bis Donnerstag 12—13 und 16—17 Uhr: Freitag und Sonntag 12—13 Uhr. Lesezeiten: September bis März: Samstag und Sonntag 10K—13. 15 K—18 Uhr; Dienstag und D o n n e r s t a g 19—21 Uhr; Freitag nach Schluß des Gottesdienstes bis 19 Uhr. Zuwendungen Das G e m e i n d e a r c h i v erhielt von Frau Direktor Ed. Oppenheim ein Bildnis, von Herrn Emil Carl Oppenheimer drei Dokumente zum Geschenk. Sdiluss der amtlidien Anzeigen Jüdische Chronik Deutschland. Berlin. Im Hinblick auf die immer mehr um sich greifenden A u - griffe ii u f j ii di.se Ii e G e s e k Ufte hat der Reichsmiuister des rnnern verfügt, dal? ..gegen solche Störungen der öffentlichen Ordnung die Polizei auf Grund ihrer allgemeinen Befugnisse zum Einschreiten berechtigt und verpflichtet sei". Diese Verordnung bezieht sich nicht nur auf tatsächliche Angriffe auf jüdische Geschäfte, sondern auch auf Aufreizungen zum Boykott jüdischer Firmen. — Der P r e u ß i s e h e Landtag lehnte die von den Nationalsozialisten eingebrachten Anträge auf Entfernung aller Juden von den Staatstheatern und Staatskapellen, vom Rundfunk und von den Rundfunk-Beiräten ab; dagegen nahm er den ebenfalls von den Nationalsozialisten gestellten Antrag an. das Staatsmiiiisterhim zu beauftragen, dem Landtag alsbald eine genaue Aufstellung aller bei den Staatstheatern und Staatskapellen beschäftigten Ausländer, sowie aller derjenigen vorzulegen, die die deutsche Staatsangehörigkeit erst nach 1918 erworben haben. — Am 8. 1. tagte unter dem Vorsitz von Dr. Siegfried Moses der Landesverband der ,,Z i o n i s t i > c Ii e u V e r e i u i g u n g für Deutschland"; an demselben Tage hielt auch das Landeskoiniteo des ..\V e 1 t v e r b a n d e s für S a b b a t Ii s c: h u t z" eine Sitzung ab. Ebenfalls am 8. 1. fand der Delegiertentug der revisionistischen Gruppe innerhalb der deutschen Zionisten statt. — Au Stelle Professor Sobernheim's wurde Professor Eugen M i 11 w o c h, der Direktor des orientalischen Seminars, zum Berater des Auswärtigen Amtes in jüdisch-politischen Dingen im Ehrenamt ernannt. — Kurz nach Vollendung seines 75. Lebensjahres starb der um die Rechtswissenschaft und Rechtspflege hochverdiente Geheime iustizrat Dr. Albert P i n n e r. Ehrendoktor der dortigen Universität. — Im Alter von 6t Jahren verstarb in Berlin Legationsrat Professor Dr. Moritz Sobernheim. Ein Schüler Sachaus war er. ein Orientalist von Weltruf, sein hauptsächlichstes Arbeitsgebiet die semitische Epigraphik, für die er Materialien auf seinen mannigfachen Reisen nach Syrien und Palästina und während der von der preußischen Regierung iii Baalbeck veranlaßten Ausgrabungen sammelte. Seine wissenschaftlichen Verdienste im Verein mit grofien gesellschaftlichen Verbindungen machten sein Haus zum Mittelpunkt der Berliner Orientalisten, und so wurde er. der ganze Jude und ganze Deutsche, sowohl von großen, namentlich jüdischen wissenschaftlichen und Hilfsorganisationen, wie der ..Vorderasiatisch-Aegyptischen Gesellschaft", dem ..Deutsch-Israelitischen Gemeindebund" und der ..Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums", an die Spitze, später von der preußischen Regierung zum Referenten für jüdisch-politische Angelegenheiten in das Auswärtige Amt berufen. Sein unerwartetes Hinscheiden bedeutet einen schweren Verlust für Deutschtum und Judentum. — In den letzten Wochen und Monaten fanden' in vielen Städten, vor den vers<hiedensten christlichen Personenkreisen und Berufsgruppen, aufklärende Vorträge durch den Centrai-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt, die überall lebhaften Widerhall fanden. — Sauitätsrat Dr. Simon S c h e r b e 1 - Lissa. Verfasser bekannter populär-medizinischer Werke und des Buches .Jüdische Aerzte" beging am 27. Januar sein 5üjühriges (Goldenes) Doktor-Jubiläum in seiner Heimatstadt Lissa i. P. Die Berliner Universität überreichte ihrem ehemaligen Schüler aus diesem Anlaß eine Ehrenurkunde. — In den früheren Räumen des Hospitals in der Oranienburger Straße hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin das erste zentrale jüdische Jugendheim in Berlin errichtet. Am 2t. Januar abends fand die feierliche Einweihung statt. — Am _'4. Januar übergab die Jüdische Gemeinde Berlin ihr Muse u m in seinen neuen Räumen mit einer Feier der Oeffentikhkeit. — Der Hilfs verein der Deutschen Juden hielt am Montag, den F>. Januar, unter dem Vorsitz von Generalkonsul Eugen Landau seine J a Ii r e s v e r s a in m - l u n g ab, die im Zeichen des Gedenkens au den verstorbenen Mitbegründer und Präsidenten. Dr. James Simon, stand. Der Vorsitzende forderte die Versammlung auf. im Geiste seines Vorgängers zu arbeiten und verlas Telegramme des Vizepräsidenten. Herrn Max M. Warburg. Hamburg, und der Jewish Colonisatiou Association, die beide den Wunsch nach erfolgreicher Arbeit aussprachen. Der Generalsekretär des Hilfsverein». Herr Dr. Mark Wischnitzer. erstattete den Bericht über die Arbeit des Hilfsvereins im Jahre 1932. Nachdem noch einige Redner ihren Dank und ihre Bewunderung für die Arbeit des Hilfsvereins zum Besten des Judentums und der leidenden Menschheit ausgedrückt hatten, wurde der Verwaltung Entlastung erteilt, woraufhin die Wahlen durchgeführt wurden. Mit tiefer Ergriffenheit hörte die Versammlung die Gedenkworte von Max v. Wurburg über James Simon, eine Zeichnung seines Lebens und Charakters, die mit einem persönlichen Bekenntnis zum deutschen Vaterland tüul zum Judentum schlössen. — Giiterdirektor S a 1 o in o n Dyk wurde aus der Geschäftsführung der Siedlungs- und Treuhand G. m. b. H. entfernt, was durch Widerruf der Bestellung zum Geschäftsführer durch eine Aiifsichtsratssit/uug gelungen ist. — Der Vorstand des Deutsdien Aerztebundes wendet >ich in einer Kundgebung i;egeii nationalsozialistische Zersetzungsarbeit in der AerzteschaFt. — Im Alter