Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 65 (13.8.1935)
- Date
- 1935-08-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 65, 13. VIII. 1935 Israel und die Völker Immer wieder hört man in jüdischen Kreisen die Befürchtung, der jüdische Volksgedanke wolle die Juden in ein ״Ghetto" zurückfahren, sie von den anderen Völkern und ihrer Kultur radikal trennen. Nichts ist irriger als dies. Besinnung auf die eigene Art und freudige Bejahung des Judentums bedeutet nicht Verzicht auf jene interpersonalen Zusammenhänge, die das Leben bietet und auf denen die Menschengemeinschaft sich aufbaut. Der Jude von früher glaubte, sich selbst negieren zu müssen, um das andere zu erlangen. Heute sind wir überzeugt, daß wir auch den anderen nur verstehen können, wenn wir zunächst unser eigenes Volkstum verstehen. Wir glauben, daß die nachstehenden Ausführungen von Dr. Wolfsberg zu diesem wichtigen Thema um so bemerkenswerter sind, als sic von einem Manne stammen, der nicht nur auf dem Boden des jüdischen Volkstums, sondern auch auf dem der religiösen Tradition steht. Red. Verbindendes und Trennendes Von Dr. Oskar Wolfsberg, Jerusalem Wir Zionisfen leiden seelisch darunter, daß statt der freien Entscheidung, der zwangfreien Erkenntnis, die uns vor Jahren zum Zionismus führte, heute die große Mehrzahl der Juden unter dem übennächtigen Diktat der Zeitgeschichte zu uns stößt; sie entscheidet sich nicht, sondern wird gestoßen, geschoben. Diesem Tatbestand parallel läuft eine andere Erscheinung: das idealistische Moment in unserer Renaissancebewegung mul in dem Werke des Aufhaus tritt zurück, und es drängt sich der Kampf ums Dasein, der ökonomische Zwang, nicht der konstruktive Plan, der hi Verbindung mit der idealistischen Konzeption steht, in den Vordergrund. In der Wi-izmannschcii Terminologie: ״Rettungsstreben“ setzt sich an die Stelle der ״Erlösung‘*. In der Stunde größter nationaler Möglichkeiten und Notwendigkeit meldet sich der i n d i v i d 11 e 11 e Anspruch riieksichtslcs. Die Huter zionistischer Traditionen und Wegbereiter einer jüdischen Zukunft, die erstrebenswert ist, stehen vor schwersten Aufgaben. So schmerzlich die<e Feststellungen sind und so gewiß die betrübliche Situation überwunden werden muß, so ist sie doch mehr als lediglich Symptom eines Niedergangs. Sie zeigt gleichzeitig «len geschichtlichen Augenblick an, in dem wir uns befinden. Es muß eine ungeheure Umwälzung, ein tyrannisches Diktat vorliegen, dem gegenüber es kein Entweichen gibt, jedenfalls fiir die psychisch gesunden Individuen und Gruppen, wenn ein Werk, wie der zionistische Aufbau, und eine Bewegung, wie die zionistische, sich zur Wehr setzen müssen, zur Wehr nicht gegen neue Menschen, sondern gegen Tendenzen, die oft gar keiner Feindseligkeit entstammen, sondern sich aus der überstürzten Entwicklung herleiten. Aber nicht dieses Thema: Zionismus und Palästina im Ringen um die Selbstbehauptung 8011 uns heute beschäftigen. Heute soll erneut die historische Stunde, die unser jüdisches Verhältnis zur Umweit präzisiert, gewürdigt werden. Denn das ist das Neue der jüngsten Phase der Geschichte, daß nicht Vermutungen und Konstruktionen uns den Blick in das Geschehen, in die Zukunft eröffnen, sondern daß wir nur am Geschehenen den Sinn abzulesen brauchen. Es ist wirklich eine Wendung zum Objekt, zum Gegenständlichen erfolgt und damit die Sicherheit des Erkennens und Prognostizierens wesentlich erhöht. Das kostet Lehrgeld, und alles Leid ist der Zoll, den wir entrichten, weil wir den ersten Andeutungen des Werdens, den Mahnrufen der Wissenden, den Trotz der Gleichgültigen, das Beharren der Zufriedenen entgegengesetzt haben. Es gilt, das Gefühl dafür wachzuhalten, daß unsere Gegenwart uns Lehren erteilt von solch grundsätzlicher Bedeutung, von solcher Endgültigkeit, jedenfalls hinsichtlich des jüdischen Schicksals, daß sie im Verein mit den Ergebnissen der Vergangenheit uns Klarheit geben. Die Weckung des geschichtlichen Sinnes ist nicht lediglich von theoretischem Interesse; durch dieses Bemühen ebnen wir der! Weg für eine praktische Orientierung in den Nöten der Zeit. Keiner kann und wird auf seine persönliche Existenz Verzicht leisten; wohl aber wird er sie in Einklang mit höheren Notwendigkeiten zu bringen suchen, die sein Volk betreffen und dessen historischen Weg nicht in Frage stellen. Der Weg des jüdischen Volkes war lange verschüttet, und noch immer ist des Gerölls mehr als genug. Wir haben eine Vorstellung von der Richtung, die die wiedcrerstehende Nation zu nehmen, und dem Ziele, dem sie zuzustreben hat. Keiner weiß, was an äußeren Schicks,alsdaten uns begegnen wird; Schickungen können den Gharakter unserer künftigen Bahn tiefgehend beeinflussen. Eines aber ist uns anheimgegeben: unser Wille, unsere Absicht. Die Prophetie in Israel hat den geschichtlichen Standpunkt begründet. Sie strebt ein doppeltes an; die Gestattung der eigenen Gemeinschaft aus dem Geiste der sozialen Ethik, deren Mutterleib die Thora ist; und den Völkerfrieden als das internationale Problem. Die erste Aufgabe könnte unter völliger Abkehr von der Völkerfamilie zu lösen versucht werden und ist partiell so gelöst worden. Der Messianismus hingegen bedarf der Völker nicht minder als des jüdischen Volkes, ja vielleicht in höherem Grade. Nie wäre das prophetische Element im Judentum von so fundamentaler Bedeutung geworden, wenn cs sich lediglich um die ideale Inneneinrichtung unseres Heimes gehandelt hätte. Dafür hätte das Gesetz der Thora, das ja nicht gegen das prophetische Judentum steht, sondern mit ihm zusammen das weltgeschichtliche Problem meistern soll, ausgereicht. Die besondere und durch keine andere Idee und Institution abzulösende Funktion der Prophetie ist die Verkündigung und Verwirklichung der Versöhnung aller Na• tion en. Vor dieser doppelten Aufgabe stehen wir heute mehr denn je. Sie ist in Wahrheit nicht doppelt, sondern eine. Es ist die Rechtfertigung des Nationalismus, die im Prophetismus sich dadurch vollzieht, daß der Nationalismus nicht von der anderen Verpflichtung, die Völker einander nahe zu bringen, losgelöst werden kann. So bekommt der Auserwählungsgedanke, der Charakter unseres Volkes als סגולה eine neue Beleuchtung, und der Gedanke, daß wir ein exemplum, ein Paradigma sind, seine Fundierung. Was das Dogma ausspricht, Ist hundertfach durch den Geschichtsprozeß bestätigt, und es Ist nur von theoretischem Interesse, ob das Dogma histori- *che Erfahrungen zusammenfaßt und sie ins Theologische wendet oder ob unser Erleiden und Erleben eine Idee, im platonischen Sinn, illustriert. In jedem Falle gelangt unser Volk zu einer eigenartigen geschichtlichen Position. Mir scheint, daß sich nicht wenig aus dieser Betrachtung historischer Verhältnisse für eine Gcschichtsthcorie ableiten läßt Es wird nun auch aus der neugeschaffenen Lage begreif lieh, warum die begriffliche Spannung: ״Verbindendes — Trennendes“ heute wieder sehr antwortheischend an uns herantritt und das Verbindende sich mit Nachdruck meldet. Die Betrachtung ist hier eine andere als die vor einiger Zeit in dem Aufsatz ״Innenwelt und Unweit“ (״Jüd. Rundschau“ 1934, Nr. 101) von mir durchgeführte. Damals ging es um Kausales, Analytisches; heute geht es um Finales, Konstruktives. Die Herstellung von Verbindungen mit anderen Völkern, die Unterstreichung gemeinsamer Aufgaben geht von der sicheren Basis unserer wieder gef undenen Eigenart, ihrer Bejahung und Verfestigung aus. Im eigenen Erdreich wurzelnd, wall unser Baum mit seiner Baumkröne andere berühren. Denn so will es das messianische Streben. Wir brauchen unsere Innenwelt; aber das Motiv der Trennung kann nur den Zweck haben, uns zu finden; nicht in völligem Abschluß und Desinteressement zu leben. Der Zionismus lehrte und mußte in seinem Frühstadium lehren, daß wir dem Untergang geweiht seien, falls wir nicht in die Heimat des Körpers und der Seele unseres Volkes zurückfänden. Damals schien das Trennende beherrschend zu sein. Es war es wesentlich in Absicht und Proklamation; in der Wirklichkeit gelang die Loslösung nur schwer. Heute, wo die praktische Trennung durch viele Umstände begünstigt wird, ist der Hinweis auf das Verbindende nicht lediglich ein kluges pädagogisches Verfahren, das dein extremen Ausschlag des Pendels entgegenwirken will. Vielmehr meldet sich dabei N o t w e n d i g e s zum Wort. Vielleicht darf man sagen, daß nunmehr erst der Zionismus eine Pflicht auf sich nimmt, an der die Assimilation gescheitert und zerbrochen ist, eben weil sie als Assimilation sich an ihre Bewältigung gemacht hat. Der Versuch, die Spannung zwischen den Völkern und besonders zwischen Majorität und Minorität zu mildem und, im Idealfall, zu dauerndem befriedigendem Ausgleich zu führen, ist hohes Gebot. Seine Voraussetzung aber ist klare Grenzziehung, Erkenntnis des objektiv Trennenden, Bekenntnis eines jeden Partners zu seiner Eigenart, zu seinem Wesen. Nur Treue gegen sich selbst schafft die Eignung, Partner zu sein. Für die Golah ist es gerade heute von höchster Bedeutung, daß wir nicht lediglich Diaspora-Nation sind, die dazu noch nicht einmal irgendwie eine territoriale Minderheit bildet, sondern daß es eine Heimat der Nation gibt, in der unser Volkstum, unser Nationakharakter wieder festere Form annimmt und wir damit als wohlcharakterisierte Gruppe im Konzert der Völker erscheinen. Deshalb, um dahin zu gelangen, ist Trennung und Sonderung die erste Stufe unserer Volkswerdung. Ihr aber folgt zeitlich in kurzem Abstand und prinzipiell durchaus nicht nachgeordnet das Moment der Anziehung, das doch das Uebergewicht über die Abstoßung gewinnen muß. Die Assimilation gab uns preis, wollte nur eine matte Idee retten. Sie verkannte das messianische Problem, dessen Sinn nicht die Entnationalisierung einer Nation zugunsten anderer ist — besonders nicht in der grotesken Gestalt des Verzichts von Landsmannschaften einer Nation zugunsten der jeweiligen Staatsnation, also das Aufgehen einer Nation in vielen, die fortbestanden. Dabei versank bald die Idee der Menschheit, und so wurde die jüdische Assimilation nicht nur untreu gegen das jüdische Volk und das Judentum, sondern auch gegen die erhabene Idee, der sie mit ihrer Selbst- Vernichtung dienen wollte. Zum Verderben wurde ihr, der Assimilation, daß die Reinheit ihrer Motive auch von denen angezvveifelt wurde, denen zuliebe sie zum Selbstmord bereit war: den einzelnen Völkern. Der tragische Kreis war nun geschlossen. Verdächtigt und verurteilt vor drei Foren, war ihr Ende gekommen. Aber es war nicht der selige Tod, den sie sich erträumt hatte. Aber die Aufgabe, die die Assimilation falsch erfaßt und falsch zu lösen begonnen hatte, besteht wei• ter. Sie ist von vornherein nur einem integralen Judentum aufgegeben, dessen nationale Berufung und historische Sen• düng nichts anderes erstreben, als die Menschheit zu einen. Gerade in der Zielsetzung der seiner Bestimmung treuen jüdischen Nation ist Nationales und Menschheitliches zusam• mengeschlossen. Und so ist die Herstellung des rechten Maßes von Verbindung und Trennung die große Notwendigkeit — keine statische Proportion, sondern eine dynamische Funktion, die mit beharrlichem Willen und großem Können immer wieder gestaltet werden muß, deren Erfüllung aber im letzten aus der großen religiösen Konzeption des Prophetismus stammt, dessen wir einst gewürdigt wurden, und dessen Erben wir sein sollten. Kleine Nachrichten Emigrantenkom missar J. Mac Donald wird Anfang September nach Oenf kommen, um der Aussprache in der Völkerbundsversammlung über den Vorschlag der norwegischen Regierung, eine zentrale Institution für alle Aus wändererfragen zu schaffen, beizuwohnen. Wie in einem offiziellen Comrnunkm£ bekanntgegeben wird, hat ״Ministerpräsident Mussolini den Oberrabbiner von Alexandrien, Prof. David Prato, in längerer Audienz empfangen. Prato gilt als Anwärter auf den durch den Tod Prof. Sacerdotis freigewordenen Posten des Oberrabbiners von Rom. Im Haag fand Ende Juli Ae Vorstandssftzung der Welt• Vereinigung für das religiös-liberale Judentum statt, an der auch mehrere Vertreter aus Deutschland (darunter Prof. Elbogcn, Heinrich Stern und Rabbiner Dienemann) teilnahmen. Die Tagung befaßte sich mit verschiedenen gottesdienstlichen Fragen und setzte ein Komitee ein, das die Fragen des religiösen Liberalismus für Palästina studieren soll. Diesem Komitee gehören a. a. mehrere bekannte Zio* nisten m. Ein Artikel der ״Times“ über Palästina ln der Londoner ״Times“ vom 23. Juli erschien ein großer Artikel von Arthur Moore, in dem der Verfasser seine Eindrücke bei einem kürzliehen Besuch in Palästina schildert. Seit dem Jahre 1919, so schreibt Moore, sei er nicht in Palästina gewesen. In der Zwischenzeit habe man wohl viel über die Probleme des Landes erfahren, aber doch sich nur oberflächlich damit befaßt. Als er jedoch das Lana betreten habe, habe er das Gefühl gehallt, sich in einem der wichtigsten Punkte in der Well und für die Welt zu befinden. Hier seien in jeder Ilinsicht neue Kräfte zu spüren. Zuerst habe er gespürt, daß die Luft mit einem jüdischen Nationalismus geladen sei, der sich jedoch von jedem anderen der Welt unterscheide. Zu- E'. Und endlich habe er gefühlt, wie in Palästina eine neue Gesellschaft im Entstehen sei, die auf neuen sozialen Grundbegriffen beruhe, und die fest im Boden wurzelt.. Der Vcrfasscr schildert dann mit Begeisterung die Eindrücke, die er auf der Fahrt von Haifa nach Triest von den jungen Juden empfangen habe, die von der Makkabiah zurückkehrten. Es waren Juden aller Länder, aber ein jüdisches Gemeinschaftsgefühl einte sie. Und cs war eine fröhliche, sonnengebräunte Jugend, die mit Freude und Kraft an das Leben herantritt. Die Entwicklung Haifas findet Moore erstaunlich. Er glaubt, daß es bald in Wettbewerb mit Alexandrien treten wird; der Ort ist mit Energien geladen. In anerkennenden Worten bespricht der Autor die Haltung der Juden Haifas, die sich alle bewußt seien, daß sie am Aufbau des Jüdisehen Nationalheims mitwirkten. Die Araber staunten über all das, was dort vor ihren Augen emporw&chst. Aber auch die Juden sind nicht gleichgültig gegenüber dem Wohlergehen der Araber. Es bestünden Gesellschaften, die die guten Beziehungen zwischen Juden und Arabern pflegen. Die jüngeren Juden hofften, daß in Palästina die Araber vielleicht dazu gebracht werden könnten, sich gemeinsam mit den Juden als ״Kinder Abrahams“ zu fühlen. Die Council-Delegierten aus Polen Am 4. August fand in Warschau eine Plenarsitzung des Direktoriums des Keren Hajcssod in Polen unter Teilnahme von Delegierten aus der Provinz statt. Die Sitzung war den Fragen gewidmet, die mit der Weltkonferenz des Keren Hajcssod in Luzern und mit der nach dem Zionistenkongreß stattfindenden Tagung des Council der Jcwish Agency im Zusammenhang stehen. Den Vorsitz führte Dr. M. H indes. Referate wurden von Dir. A. Lewinsohn und Dr. M. Hindes erstattet. Entsprechend dem von der Exekutive der Jewish Agency im Einvernehmen mit den maßgebenden zionistischen und nichtzionistischen Kreisen festgeiegten Grundsatz, daß die Repräsentanz auf der Tagung der Jewish Agency von den Gremien des Keren Hajcssod zu wählen ist, wurden zu Delegierten für die bevorstehende Council-Tagung folgende Herren gewählt: Schalem Asch, Dir. M. Wyszewianski (Lodz), Jacob Lestschinsky, Präs. M. Meisel, Rabbiner Dr. N. Rosenmann (Biaiystok), Prof. M. Schorr und Senator Raphael Szereszcwski. Als Stellvertreter: Ministerialrat M. Adalberg, Dir. B. Wax (Lodz) Dr. Weinzieher (Bendin), Dr. Gerson Lewin, S. Fürstenberg (Bendin), Frumkin (Lodz), I Dir. Kaimanowicz (Wilna), Pesach Kaplan (Biaiystok), J. I Kortczak, Dir. M. Scnalit (Wilna) und Chaim Schein (Bendin), 1 Büchersammelstelle für die Nationalbibliofthek Die ״Gesellschaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek e. V.“ in Berlin hat im abgelaufenen Halbjahr rund 8000 von der Nationalbibliothek verlangte Bände (55 Bücherkisten) nach Jerusalem geschickt. 9 Kisten mit Doubletten hat die Stadtbibliothek in Tel-Awiw erhalten, 5 Kisten mit technischer Fachliteratur das Hebräische Technikum in Haifa. Ferner übersandte die ״Gesellschaft“ an die Hadassah, in deren Neubau diese Sammlungen aufgestellt werden sollen, das früher im Kaiserin-Friedrich-Haus in Berlin ausgestellte anthropologische Museum von Prof. Hans Friedenthal und eine sehr schöne Moulagensammlung aus dem Nachlaß von Prot .Jaqucs Joseph. Die ״Gesellschaft“ hat auch mehrere tt Kunstgegenstände dem Be/.alel-Museum in Jerusalem und dem I Museum der Stadt Tci-Awiw übermittelt. I Der im Rahmen der Berliner Zionistischen Vereinigun I arbeitenden Zentralsaminelstelie für die Jüdische National-un ' Universitätsbibliothek in Jerusalem (Berlin W15, Meinekcstraße 10) standen in diesem Halbjahr die Sammelstellen in Frankfurt a. M. (Dr. Michel, Franz-Riicker-Allee 16) und ln Breslau (Zionistische Vereinigung, Gartenstr. 25) zur Seite. Vor kurzem wurde auch in Hamburg ein Zweigstelle der ״Gesellschaft“ unter dem Vorsitz von Dr. W. Unna und eine Zweigsammelstelle unter der Leitung von Fräulein Gisela Warburg gegründet (per Adr. Beratungsstelle der Jüdischen Gemeinde, Benekestr. 2, pt.). Adolf Damaschke Am 31. Juli ist in Berlin Adolf Damaschke, der Begründer der deutschen Bodenreform-Bewegung, im 70. Lebens- Jahre gestorben. Er war eine Persönlichkeit von hohem nationalem und zugleich sozialem Ethos, der ein Grundübel der modernen Wirtschaft, die Bodenspekulation, zu beseitigen strebte. Was Damaschke in seinem engeren Wirkungskreis als unermüdlicher Propagandist seiner Idee und auch an praktischen Versuchen geleistet hat, ist von anderer Seite gewürdigt worden. Auch der Zionismus muß jedoch diesem Mann ein ehrendes Wort des Gedenkens widmen. Hat er doch seit Jahren den regsten Anteil an dem jüdischen Bodenproblem Palästinas genommen. Schon in seinem Buch ״Die Bodenreform“ weist er auf die vorbildliche Bedeutung alttestamentarischen mosaischen Bodengesetzgebung hin. Er empfand die Prinzipien des Jüdiseben Nationalfonds als der Bodenreform sehr verwandt und verfolgte mit echter Besorgnis die Erscheinungen einer zügellosen Bodenspekulation in Palästina. Wiederholt hat er in seiner Zeitschrift und in seinem Jahrbuch von der palastinensischen Entwicklung Notiz genommen, die schädlichen Tendenzen gegeißelt und die sozialen Ideen des Zionismus mit Sympathie gewürdigt. Sachgamlßa und schleunige Durchführung Ihrer AUSWANDERUNG •g«e. Palästina Amtagar.-Rat a. D. Dr. Aachnar Oberreg.-Rat a. D. R. Kampnar •arlln WII, MamakaatraBa / T«1«tem J 1 Bitmarek 1aaa naban Sam PaWallna-Amt / BH bl* 13 Uhr und tajjj bla 16 Uhr