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Jüdische Rundschau · 1935-08-13 · Heft 65 (13.8.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 65 (13.8.1935)
Date
1935-08-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1r / Seite 2 ... I I-. 1.1 .1—1 der sogenannten ״Freiland“-Bewegung abgehalten. (Der Name ist von dem Buche des Utopisten Friedrich Hertzka entlehnt, den Herzl in seiner Vorrede zum ״Judenstaat“ erwähnt, um sich von ihm abzugrenzen.) So sehr wir für jede Förderung sinnvoller Aus- Wanderung eintreten, so darf doch unseres Erachtens nationales Geld heute nur dort angewandt werden, wo ein Erfolg gewährleistet ist. Der Emigrantenkommissar, James MacDonald, scheint an seinen Bemühengen um Einwanderungsplätze bereits verzweifelt zu haben. Was also kann diese Freilandbewegung finden? Warum nützt man nicht zuerst die offenen, bereitstehenden Möglichkeiten Palästinas aus? Auf dem XV11I. Zionistenkongreß in Prag (1933) hat Dr. Arthur Ruppin ein Referat gehalten, worin er namens der Zionistischen Weltbewegung die zionistische Antwort auf die deutsche Judenfrage gab: Die Juden aus Deutschland in andere Lebensmöglichkeltcn bringen, das ist die Aufgabe. Ruppin hat berechnet, daß voraussichtlich 200 000 Juden aus Deutschland in der nächsten Zeit auswandern müssen, und er meinte, daß Palästina einen betrachtliehen Teil, vielleicht sogar die Hälfte, dieser Ziffer aufnehmen könnte. Gehen wir davon aus, daß demnach 100000 Juden aus Deutschland in Palästina aufgenommen werden sollten, so ergibt die jetzige Statistik, daß dieses Programm im Laufe der seither verflossenen zwei Jahre zu einem guten Viertel bereits erfüllt wurde. Palästina hat nach dem für den Kongreß vorliegenden Bericht (vgl. die Veröffentlichung an anderer Stelle der heutigen Ausgabe) 21000 Juden aus Deutschland aufgenommen. Viel schlechter steht es mit den anderen!.ändern, die nach diesem Schema Ruppins gleichfalls 100 000 Juden auf nehmen sollen. Hier sind nur vereinzelte Fälle einer wirklichen Einwanderung zu vcrzeichncn. Viele der in anderen Ländern befindlichen Juden sind in einem Schwebezustand; zwar sind sic ausgewandert, aber noch nicht ״eingewandert“. Sie verschleppen nur die Judenfrage von einem in ein anderes Land. * Nur noch eine Woche trennt uns von dem Beginn des Luzerner Kongresses. Schon sammeln sich die Parfeien zu ihren Vorbesprechungen. Die Wahlen brachten, wie vorauszusehen war, einen großen Sieg der Arbeiterpartei. Am charakteristischsten hierfür sind die Wahlen in Palästina. Anscheinend haben sich dort große Teile des Bürgertums überhaupt nicht an den Wahlen beteiligt, sei es aus Interesselosigkeit am öffentliehen Leben, oder weil sie der Arbeiterpartei ihren Sieg gönnen. Ein wenig mag auch die Wahlmüdigkeit mitspielen, denn der Glaube an die richtige Willensbildung durch Wahlen ist bekanntlich in weiten Kreisen stark erschüttert. Eine sehr bemerkenswerte Erscheinung ist es aber, daß unter den Allgemeinen Zionisten die neugegründete ״Weltvereinigung“ progressiver Riehtung einen unbestreitbaren Sieg über den von Krakau geleiteten ״Weltverband“ errungen hat. Der Kongreß könnte durch ein Zusammengehen dieses Teils der Allgemeinen Zionisten mit den Arbeitern mühelos eine Mehrheit bilden; aber es ist wohl jedem klar, daß cs heute nicht auf formale Mehrheiten ankomrut, sondern auf die Erhaltung der Integrität der Bewegung. Es ist also die Frage zu lösen, in welcher Weise alle Gruppen zur Mitarbeit herangezogen werden können, ohne daß natürlich der Kongreß sich dein Drucke von Minoritäten, die etwa mit dem Austritt drohen, unterwerfen dürfte. Leider scheint, so weit die ()Öffentlichkeit informiert ist, trotz aller guten Vorsätze auch diesmal die Leitungsfrage ebenso unvorbereitet zu sein wie auf früheren Kongressen. Wie aus der (auf Seite 1 abgedruckten) offiziellen Verlautbarung der Exekutive hervorgeht, soll versucht werden, eine Reform in bezug auf die Wahl der Exekutive durchzuführen; die Parfeien sollen vor Beginn des Kongresses verhandeln und die Wahl soll noch vor Schluß des Kongresses stattfinden. Ob dies möglich sein wird, oder ob man damit rechnen muß, daß die ganze Kongreß/eit wieder fast ausschließlich durch das Ringen um die Exekutivbildung ausgefüllt wird, ist abzuwarten. Es wäre jedenfalls zu wünschen, daß der Kongreß, durch die bitteren Erfahrungen von 15 Jahren belehrt, diesmal endlich encrgisch an die Reform der gänzlich veralteten Organisations- und Verhandlungsmethoden heranginge. Der Vorschlag, die Kongreßperiode auf vier Jahre zu verlangem, ist ohne Resonanz geblieben. * ״Die Welt widerhallt von Geschrei gegen die Juden, und das weckt den eingeschlummerten Gedanken auf.“ Dies ist der zweite Satz der Vorrede von Herzls ״Judenstaat“, geschrieben 1896. Es hat vierzig Jahre gedauert, bevor wir aufwachten. Nun sind Taten erforderlich. Dem jüdischen Volk nach zweitausend Jahren Exil, nachdem es physisch und seelisch vielfach brüchig geworden ist, ein neues Heim aufbauen, ist ein gewaltiges Unterfangen. Die für dieses Amt verantwortlieh sind •— und das ist der Zionistenkongreß dürfen sich nicht in Kleinlichkeiten verzetteln. Es muß von diesem Kongreß die Initiative zu einer großen kolonisatorischen Tat ausgehen. Erst spätere Geschlechter werden ermessen Können, was die Zeit, die wir durchleben, in der Geschichte JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 65, 13. VIII. 1935 460 Delegierte Die Wahlresultafte Nach dem Bericht der Zionistischen Exekutive sind in der abgelaulcncn zweijährigen Kongreßperiode etwa 1200 000 Schckalirn gegenüber S40 000 der früheren Periode eingcgangen, also fast 360 000 mehr. Dieses Ergebnis ist um so bezeichnender für den Aufstieg des Zionismus in der Welt, als die Revisionisten sich an der Schekelaktion nicht beteiligt haben. Die Wahlen zum Kongreß sind im wesentlichen abgeschlossen. In Deutschland sind, wie in mehreren anderen Ländern, Wahlen überflüssig geworden, da die Gruppen der ZVfD. sich auf eine einzige Liste geeinigt haben. Im folgenden veröffentlichen wir die Wahl ergehnisse aus einer Anzahl anderer Länder: Ungarn: 1 Allgemeiner, 1 Misr., 1 Arb.; Griechenland: A-Gruppe 2, Misrachi 1: England: A-Gruppe 7, Misrachi 3, Poale Zion 2: K o!1 g r c fi p o I c 11: Arbeiter 117 542 (51), A-Gruppe 37 623 (16), Misrachi 33 558 (16), Judenstaatspartei 6738 (2), B- Gruppe 5133 (2), Haitoar Hazioni 1087; Oroßrumänien: Arbeiter 10, AI lg. Zionisten 7, Misrachi 3, Klalztonisten 1; Tschechoslowakei: Arb. 7108 (5 Mand.), Misrachi 4735 (3), A-Gruppe 3 Mandate (Stimmenzahl noch unbekannt), judenstaatspartei 1208 (0); Luxemburg: 2 A-Gruppe; Italien: 2 A-Gruppe; Frankreich: 1 Allgemeiner, 1 Arbeiter; Holland: 1 Arbeiter, 1 Poale Zion; Belgien: 1 Arbeiter, 1 Allgemeiner; Jugoslawien: 3 A-Gruppe, 2 Arbeiter: Litauen: 3 Arbeiter, 2 Misrachi, 2 Juden- Staatspartei, 2 neutrale Allgemeine, 1 A-Gruppe, 1 unbestimmt; Palästina: Arbeiter 62, A-Gruppe 6, B-Gruppe 4, Hapoel Hamisrachi 9, Misrachi 4, Misrachi Hawatik 1, Jemeniten 4, Judenstaatspartei 1; Schweiz: Allgemeine und Misrachi gemeinsam 1; Ostgalizien: B-Gruppe 19, Arbeiter 18, Misrachi 6, Judenstaatspartei 2, A-Gruppe 1; Westgal izieii: B-Gruppe 13 000, Misrachi 4000, Arbeiter 5000, Judenstaatspartei 600; Amerika: Allgemeine 19 005 (20 Mandate), Arbeiter 25 149 (26 Mandate), Misrachi 10 698 (11 Mandate); Kanada: A-Gruppe 2669 (2 Mandate), Arbeiter 2572 (2 Mandate), Misrachi 654 (1 Mandat); Bulgarien: Allgemeine 1600, Arbeiter 1000. Wie der Kongreß insgesamt aussehen wird, steht noch nicht fest. Voraussichtlich wird er 460 Delegierte haben. Bisher steht die Wahl von 413 Delegierten fest, und zwar: Arbeiter 210 Weltvereinigung Allg. Zionisten (Gruppe A) 87 Weltverbana (Gruppe B) 47 Judenstaatspartei 4 Misrachi 45 Poale Misrachi und Progr. Misrachi 17 Jemeniten 3 * Die übrigen Delegierten werden sich aus den Welt- Wahllisten ergeben. Hiernach scheint die Arbeiterschaft etwas mehr als die Hälfte aller Sitze zu haben, Die bisherige Koalition, die die Exekutive trägt (Arbeiter und Gruppe A), würde mit der ״Weltvereinigung“ über etwa zwei Drittel aller Sitze verfügen. Der Kommissar für die W ei t w ah 1 li st er! teilt mit, daß bei ihm fünf Weltwahllisten eingegangen sind. Una zwar vom Misrachi (13 Kandidaten, Listenführer: Rabbi M. A. Amiel), von der Ichud Poale Zion Hitachduth (50 Kandidaten, Listenführer: David Ben Gurion), von der Juden- Staatspartei (50 Kandidaten, Listenführer: Meier Großmann), vom Wcltverband Allgemeiner Zionisten (50 Kandidaten, Listenfiilirer: M. M. Ussischkin), sowie von der Weltvercinigung Allgemeiner Zionisten (20 Kandidaten, Listenführer: Dr. Chaim Wcizmann). — Der Weltwahlliste des Misrachi haben sich fiint Wahlvorschläge in fünf Ländern angeschlossen, dem Wahlvorschlag der Ichud Poale Zion Hitachduth sieben Wahlvorschläge in sechs Ländern, der Liste der Juden- Staatspartei drei Wahlvorschläge in drei Ländern, dem Weltverband Allgemeiner Zionisten acht Wahlvorschläge in acht Ländern und dem Wahlvorschlag der Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten achtzehn Listen in siebzehn Ländern. Das Ergebnis in Palästina In Palästina hat die palästinensische Arbeiterpartei (Mapai) von den 91 Mandaten 62 erhalten. Sie wird also damit zwei Drittel aller Delegierten Palästinas zum Kongrell stellen. Auf die Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten entfielen 6 Mandate, auf ^en Wcltverband der Allgemeinen Zionisten 4. Es erhielten weiter der Hapoel Hamisrachi 9 Mandate, der Misrachi 4, der Misrachi Hawatik 1, die Jemeniten 4 und die Judenstaatspartei 1 Mandat. Insgesamt haben sigh in Palästina 90000 Schekelzahler an den Wahlen beteiligt. In den einzelnen Städten ergab sich folgendes Bild: In Tel-Awiv wurden für die Mapai 17570, für Misrachi 1120, für die Judenstaatspartei 663, für Weltverband der Allgem. Zionisten 1959, für Weltvereinigung 2342, für Jemeniten 2238, für den Hapoel Hamisrachi 3059, für jemenitische Arbeiter 1001, Misrachi Hawatik 203, Handwerker 45 Stimmen abgegeben. In Haifa wurden für Mapai 13959, für Misrachi 563, Judenstaatspartei 110, Weltverband 513, Hapoel Hamisrachi 2899, Weltvereinigung 1258, Misrachi Hawatik 115, Handwerker 110 Stimmen abgegeben. ln Jerusalem erhielten: Mapai 4399, Misrachi 547, Judenstaatspartei 64, Weltverband 266, Jemeniten 503, Hapoel des jüdischen Volkes bedeutet. Wie kann der unmittelbar Betroffene die Tragweite von Ereignissen ermessen! Wir feierten in der vergangenen Woche den religiösnationalen Trauertag des 9. Ab, des Tages der Zer- Störung des Tempels, der immer wieder in verschiedenen Zeitepochen mit Schicksalsschlägen des jüdischen Volkes verbunden war. Der ersten Zerstörung des Tempcls unter Nebukadnezar und der Wegführung ins baby- Ionische Exil folgte nach einer bestimmten Periode die Rückkehr in die Heimat, an die die Exulanten von 586 sicher nicht zu denken wagten. Feinsinnig hat die jüdische Liturgie den auf den 9. Ab folgenden Schabbat den ״Schabbat des Trostes“ genannt; an ihm wird das 40. Kapitel Jesaia gelesen, das mit den nie verhallenden Worten ״Tröstet, tröstet mein Volk“ beginnt. Die Wege und Absichten der Geschichte sind für den Mitlebenden ein Geheimnis. Wir können nur tastend zu verstehen versuchen, was sich an uns vollzieht, und strebend uns bemühen, unsere Kraft zum Besten einzusetzen. Hamisrachi 960. Weltvereinigung 655, Jemenitische Arbeiter 371, Misrachi Hawatik 392 Stimmen. In Rishon lc Zion, Mikweh Israel, Safeci, Tiberias, Kfar Saba Rechoboth und Hcrzliah wurden abgegeben: für Mapai 5589, Misrachi 89, Judenstaatspartei 30, Wcltverband 358, Jemeniten 375, Hapoel Hamisrachi 417, Weltvereinigung 614, Jemenitische Arbeiter 384 Stimmen. Das Ergebnis in Deutschland Die Schekel-Aktion in Deutschland hat bekanntlieh den Verkauf von 100 863 Schekalim ergeben. Die deutsehen Zionisten haben danach 34 Delegierte zum Kongreß zu entsenden. Da eine Einheitsliste, die Kandidaten aller zionistischen Richtungen in Deutschland vereinigte, aufgestellt worden war, fand eine Wahl nicht statt. Es sind sonach gewählt (in alphabetischer Reihenfolge): 1. Alexander Adler (Berlin), 2. S, Adler-Rudel (Berlin), 3. _ Kurt Blumenfeld (Jerusalem), 4. Benno Cohn (Berlin), 5, Isi Eisner (Berlin), 6. Dr. Hans Friedenthal (Berlin), 7. Hans Gaertiier (Berlin), 8. Hermann Oerson (Chedera), 9. Dr. Max Grünewald (Mannheim), 10. Rudi Herz (Berlin), 11. Edith Hirsch (Berlin), 12. Dr. Salli Hirsch (Berlin), 13. Rabb. J. Hoffmann (Frankfurt a. M.), 11. Dr. Max Kreutzberger (Berlin), 15. Dr. Georg Landauer (Jerusalem), 16. Fritz Löbenstein, 17. Dr. Georg Lubiriski (Berlin), 18. Otto May (Köln), 19. Dr. Franz Meyer (Berlin), 20. Eugen Michaelis (Hamburg), 21. Dr. Siegfried Moses (Berlin), 22. Seew Orbach (Giwath Brenner), 23. Dr. Walter Pin- 11 er 24. Dr. Hans Po me ranz (Frankfurt a. M.), 25. Dr. Alfred Ra bau (Berlin), 26. Israel Ra bin (Breslau), 27. M. Schattner (Berlin), 28. Salmann Schocken, 29. Eva Stern (Berlin), 30. Dr. Michael Traub (Berlin), 31. S. Tschertok (Berlin), 32. Dr. Kurt Tuchler (Berlin), 33. Arnold Wiener (Beuthen), 34. Dr. O. Wolfsberg (Jerusalem). Ersatzdelegicrte sind: Elieser Ascher, Dr. J. Barnberger, Lazarus Barth, Rabbiner Dr. Blum, Josef Burg, Isaak Feuerring, Betty Frankenstein, David Intriligator, R.-A. Ph. Kczower, Mosche Kraus, Dr. Alfred Kunferberg, Ludwig Lehrfreund, Kurt Lewinsohn, Rabbiner Dr. Harry Lewy, Dr. Walter Lux, Adolf Michaelis, Josef Ncuberger, Mordcchai Orenstein, Kurt Ratzkowski, Dr. David Scbioßberg, Paul Tänzer, Naphtali Ungcr, Schaul Weinberg, Erich Weinreich, Josef Weiß, Georg Weißmann, Schalom Wurm, Lucie Zobel, Tilly Zuntz. Luzern in Erwartung Aus Luzern wird über die äußeren Vorbereitungen gemeldet: Bisher haben sich 460 Delegierte angemeldet, eine Zahl, die bisher nie erreicht wurde. Der revisionistische Ausfall wird damit weitgehend ausgeglichen. Dazu kommen 30 Mitglieder des Aktions-Comites. Bisher haben 300 Zeitungen Ausweise für ihre Korrespondenten erhalten; ein großer Teil mußte abgewiesen werden. Zugelassen wurden nur die Telegraphenagenturen und die große Weltpresse, die sich aus. allen Ländern angemeldet hat; dazu natürlich noch die bedcu«, , tenderen jüdischen Zeitungen. Den offiziellen Presse- ■ dienst hat die ״Palcor“ unter Leitung von Herrn Gravitzky übernommen, sie wird nach jeder Sitzung die Bulletins herausgeben. Der Wortlaut der Reden wird publiziert in der offiziellen Kongreßzeitung, die täglich in Deutsch und Hebräisch erscheint Sie wird nach Palästina, Polen und Rumänien täglich mit der Flugpost versandt. Den Journalisten steht ein besonderer Arbeitsraum zur Verfügung, dazu werden etwa 30 direkte Telephonansclilüsse mit dem Ausland zur Verfügung stehen. Diesmal wird der Kongreß auch im Tonfilm aufgenommen. Herr Ing. Benzion Fett befindet sich bereits in Luzern und besorgt die Aufstellung der Apparate. Unter seiner Leitung werden die akustischen Verbesserungen in den Sälen angebracht und auch eine Lautsprecheranlage eingerichtet. Für die Eröffnungssitzung, zu der einige tausend Gäste erwartet werden und die natürlich nicht alle 1m Kongreßsaal Platz haben, wurde das Luzerner Stadttheater gemietet und die Reden werden dorthin übertragen. Die K on gre ß b ii ro־s arbeiten schon seit einigen Wochen in einem unglaublichen Tempo unter Leitung von Dr. Franz Kahn und Dr. Fritz Uilmann, die sämtliche Nachkriegskongresse organisiert haben. Die Bundesbahn hat den ersten Stock des Bahnhofsgebäudes zur Verfügung gestellt. Dort haben sich die beiden eingerichtet und arbeiten mit ihrem Personal von morgens früh bis tief in die Nacht hinein. Die Post bringt ganze Säcke von Briefen, die alle registriert, eingetragen, zugeteüt und beantwortet werden müssen. Natürlich ist ein besonderes Postbüro mit einem eigenen Kongreß- Stempel da. Das Kartenamt hat ein eigenes Büro, das schon bald ein ״Ausverkauft“ anbringen kann. Die Nachfrage nach Eintrittskarten ist kolossal, besonders viele Palästinenser haben sich angemeldet und vorsichtshalber auch die Eintrittsgebühren vorausbezahlt. Das Kongreßgebäude befindet sich Im vollen Umbau. Dr. Fritz Uilmann hat sich zum Baumeister entwickelt und die Pläne ausgearbeitet. Der große Kongreßsaal ward durch die neuesten Veränderungen 1800 Personen fassen. Das Aktions-Comitc wird im Kongreßgebäude tagen, auch der Nationalfonds wird sich hier etablieren, im ersten Stock befinden sich die Fraktionsräume und die Kommissionszimmer. Im Kongreßhaus selbst wird auch ein Reisebüro, eine Buchhandlung, ein Auskuaftschalter und ein koscheres Büfett vorhanden sein. Die Büros der Exekutive befinden sich iin Hotel ״Luz e rn er Hof“, -das aut der anderen Seite des Sees liegt. Dort haben die Exekutiven von London und Jerusalem 60 Zimmer im ersten und zweiten Stock. Beim Beginn des Zionismus war die ganze Exekutive mit Herzl in einem Zimmer untergebracht, später wurden es drei, bei zehn Büros glaubte man schon eine große Organisation zu haben. Jetzt sind es 60. So zeigt sich allein In der räumlichen Ausdehnung das Wachsen der Organisation. Im ״Luzerner Hof“ wird auch Ussischkin für den Nationalfonds und Leib Jaffe für den Keren Hajessod mit ihren Büros untergebracht sein. Zum Kongreßbaus wird eine regelmäßige Bootsverbindung eingerichtet, die man die ganze Woche für Fr. 2.50 benützen kann. Die Kongreßbesucncr erhalten eine Legitimationskarte als Ausweis für die Ermäßigungen, ferner gelangt ein Kongreßabzeichen für das Knopfloch zur Ausgabe. H»upt*chriftlcl(er1 Dr. Robert We 11»ch, Berlin-Charlottenburg ft Stellvertreter! Kurt Loewenatein, Berlin W15. Anzeigenleiterin und verantwortlich Kr den Inhalt der Anzeigen: Rut Posener, Berlin W SO. Gültig: Anzeigen-Preisliste 2 vom 1. Januar 1935. Verlag und Anzeigcnvcrwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestraße 10, D. A. Juli 33 867. — Druck: Siegfried Scholen, Berlia-Schäneherg. Nr. 65, V 250 Der 1 (Von Unter < in Luzern ״Zentral in Pa1äs dieser Abt! Damals w; vollem Ga! begonnen nicht aufg« aus Deuts! aus eigen kömmlinge zur Seite ״H it a c h tralstclle e übergeben direkte Vc Angelegen ganisierunj Bericht de einer der sammenarl Der E Stellung d! Deutschlar Male eine Deutschlar denen Ben in der Pa gesehlosse quellen ui eine kurz! und beru lämilienvi Vielfältig Eine ] schiede im Ztisam tun hatte, gen, sich Immigrath ersten Un Schaffung in Stadt 1 Schaffung im Hand! und Org: Schaffung der Einric von Semi hebräisch( setzen, ab Berichts lieh Aferä Probleme! Um - stehenden man in in soziale die versc verwaltun Hajessod bereits s Apparate ln aen sondert besteht und Ai g rund

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