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Jüdische Rundschau · 1935-07-19 · Heft 58 (19.7.1935) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 58 (19.7.1935)
Date
1935-07-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 58, 19, VII. 1935 jüdische Rundschau Seite 15 Reichsgericht weiter verweist —• ,von maßgebenden Reichsstellen und WirUclmitsf(ihrem vor Boykott, auch rein jüdischer Geschäfte, gew arnt und auch auf die Notvven!] igkeit der AümuUung jüdischen Kapitals in der Volkswirt •■! laut l!!h:m,vir-e!:‘. Aller all du־> sind doch nur zeit licdiagm Maßnahmen und üu׳It׳r11 nichts an dem l'rin/ij) als solchem. . . .** Juden als Testamentsvollstrecker Kurt Snorinann veröffentlicht in der Zeitschrift ״Jugend und Recht‘‘ vom 15. Juli eine Erörterung der Frage, ob ein Jude zum Testamentsvollstrecker bestellt werden kann, und berichtet dazu folgenden Fall: Lin um 190(1 verstorbener Jude hatte eine Stiftung in Höhe von etwa 5 Millionen KM. zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden errichtet. Er hatte einen aus Juden zusammengesetzten Vorstand, sowie mehrere Juden zu restmiieutsvoHstreckerii bestellt und für den Fall des Todes eines Testamentsvollstreckers das NachlalSgericht gebeten, ״eine geeignete Persönlichkeit ans den Mitgliedern des Vorstandes der Stiftung, eventuell aus andern Angehörigen der jüdischen Olanbensgemcinschaft zu Testamentsvollstreckern zu bestellen.“ Nach dem Ableben eines Testamentsvollstreckers ist jetzt bei dem zuständigen Amtsgericht beantragt worden, den Juden X. zum Testamentsvollstrecker zu bestellen. Zu diesem Fall heiIH es in der genannten Veröffentlichung: ״Es wird die Ansicht vertreten, daß einerseits der eindeutig erklärte \\ illc des Krhhi.wre hrarhu! werden niie.cc, daß anderer- M.!its cs sich hier um tune rein inL־ra-j!iui-rl1e Angelegenheit, hamlele, k> tlaß der Bestellung eines keinerlei Bedenken en!ga־u1- .stünden. Dieser Andrht kann. 1T ht scharf genug t'n’gcgengureteiL werden. J);e ICignung eines \iehmriers zum TiafumcnGvolDtrrtTor muß aus verschiedenen Grüntien verneint Avcr.lai. Mit der \'e! wallun«; eines derartigen \ crmhgeim < 1 ürrrn nur so!!׳Ik־ Personen beauttragt werden, die besonders venranea o,viinli;r sind und (bewahr dafür bieten, daß aic die lutere' .!■!1 <hr \ o'k-־G־n11 m ahalt gdiühnrnd bt־rü;־k'iehfigen. ])as um so nuhr, als sieh ein Teil des Vermögens im Atid.md belindct. und der Ra/, iindwcT he d’ran'11־ k! innen vorzum-hmen, dadurch noch ״!oßei i t. Fs haudt•]! sieh nPo durchaus nicht urn eine reu! in! 11 n-judi-rhe Angele^emheit, sondern run'li um ]ebenswichtige ]nteu‘",t'n des den! erben Volkes. Der interna! irmal verhaudene und stets aut seinen Vorteil hrdat bte Jude kann aber nicht als geeignet :11 ־t׳c1:ui werden, di!■ Intre: ־.,־n der Wilksgrineinx halt nelun seinen euKTien zu vertreten. Welche \ omdclit gegcuiiL'er international verbundenen ],er -nnen am I'hu/e i,4, zeigt sieh gerade jetzt erst wieder in den zahlreichen l'ro/-e■--.en, die;h״־cü Mitglieder katholischer Orden wegen Devi-eiisdiH׳bungen tlnrel!geiühri werden müssen. Aber ganz abgesehen von der Drage der Jiigniuüg im Fin/.diall, ist aus der ganzen heuhgen Keei1t-amia.-«>ung heraus die Bestellung eines Juden au.-gescliloaÄcn.“ Nach Bmignaliinc auf das Parteiprogramm der NSDAP, heißt es weiter: ,,Aul dem Gebiete des Rechts sind bereits gcwtzliehe Regelungen erfolgt und der ümiang der den Juden zugehilligten Rechte ist. (durch (ie-ctze wie zur 11 erutdluiig des Benifdjeaintentums und über ehe Zuladung zur Reclit*anvub -ehn 11) genau umgrenzt. Davon, daß ein Jude zum Anne eines Te >! a!;1ent.'V0!Dtrc.־ekers?.ugela^sen ist, ist nirgends die Rede. Die Zula-'Ung eines Juden ist daher nicht möglich und würde (inen Vcr.-toß gegen unsere haltige Rechts• Ordnung bedeuten. In diesem Sinne bat auch das Amtsgericht in Hannover ent -rhicT'n.“ Aus dem letzten Satze dürfte zu entnehmen sein, daß das Amtsgericht Hannover den Antrag, den Juden für den fragliehen Nachlaß zum Testamentsvollstrecker zu bestellen, abgelehnt hat. Juden und Jüdisches Im Rundfunk Sonnabend, 20. Juli: Ka!1mdh.־rg (12G1). 20: U. a. MemRDsohn. — Mahri-eh-Ostr.m (270), 20.30: ,.}lodehe in Freiheit**, Szenen aus dem Belu-u d־:r Ju Rn auf dem L.usde, von V, Kakau■(. ■— Riga (513), 20.30: U, a, Kmiig-Üd. - — l.uxemhurg (1304), 21.20: G.a. tUiehRuh; 21,35: G.a. injin.iiiiivl 1׳\:leriii.inu; 21.50; t?. a, Mosz* kow.'ki. Bonntag, 21. Juli; War-rhuu (1345), 1.0: S> hallplattcn, Menddaohn- Werke. Montag, 22. Juli: Wilna (500), 17.15: V. a. Mendebsolm. — Luxemhuig (1304), 21.20: G. a. lOmnanuel Feuermann. Dienstag, 23. Juli: I n\r׳n!׳u.g (13 >D. 12: D. a. (HVubach. —׳ Main i::1;h-U.'0■ rau (270;, 10.24: ,,Do FTj־׳ümT, S/eaeü uU * dem Beben da Juden im Dm:, vm! R.A־m-. BRIEFE AN DIE REDAKTION Inhalt und Gebt der Erziehung in Israel Ludwigäliafen (Rhein), 17.7.35 Sehr geehrte Reilaktiou! 111 einem Briefe an <Jie Re- (Fiktion (in Nr. 57) wer. len gegen die Tlu-'c des Frof. Lorenz Dürr, daß c'iit-preeliend der .,um! liehen und religiösen Ent- Wicklung in Israel auch die Auffa*M1»g der Er/iclumjj-aulgahe und des Erzieluinpj.zieleä ver* .schieden ausgeprägt war, Ein- Wendungen eihuheii. Ich ״!auhle in Weiner Iit-|׳re1;i1ung de» Beiträges von Prof. Dürr in dem neuen Bande des Handbuches der Erziehungswissenschaft keine Köln, 14. Juli An die Schrift leitung der ״Jiid. Rundschau", Berlin Bei dem durch das MaimoriMvs-Jahr um! durch den Neudruck der Auto-üi׳>;;ra|1hie erwachten Interesse für Sabman Maimon (das auch in einen! Veranla-sung zu haben, gegen die-c Darlegungen Stellung zu nehmen, weil I’rof, Dürr in jenem Zusammenhänge au-fiihrt: ״Nicht als ob es sich um Gegensätze oder Artver-chirdenheit handelte, sondern die Entfalttmg des Ideals und der Akzent waren anders, je nueli den einzelnen Zeitpeiioden der mehr als tausendjährigen Entwicklung.“ (Seite 181.) Diese Darlegungen zeigen, wie I’iof. Dürr teilte These verstanden wissen will. Hochachtungsvoll Rabbiner Dr. Ernst Steck eimach er ausführlichen Aufsatz in der letzten Nunnner der ״Jüdischen Rundschau“ seinen Niederschlag gefunden hat), ist der nachfolgende Hinweis vicllci«ht nicht unangebracht. Das monographische Schrifttum über Salotnon Mainion in seiner Stellung und Bedeutung innerhalb der Nachkantisihiu l’lii'o-ojüiic j,t. übci.ms Kpliileh geblichen. Außer loh.inne-, Witte!Sabine!! Maimon, Berlin. 1876) hat nun auch ein i":di-eher Dok- 101 and 'ich an den spröden Stoff herangemaclit und, angeregt von Wilhelm Dilthey, eine Arbcät über ,.Sabinen Mannens \'ersuch ülier die Tr.msce!nbn!aiphilo-nphie in seinem Verhältnis zu Kants tr.necendcntalcr Ai'sthetlk und Analytik“ ge- chriehen. Die Universität Halle hat sie als ,.spccimeii diligentiae et aeuminis“ anerkannt und den Vcrfa-scr damit im Juni Z. Zt. ISad Reinerz, 15• Juli An die Ke lak'ioii der ״Jüd. RumKchau“, Berlin In der .,Jiiiü-elnn Rundschau“ vom 12. Juli -ein, 1!.t I lernunit Sinsliciincr, daß Sabinen Mai- Ilion ein G1:1!1 nenn •_:1״׳׳n11:11 hat und irgendwo ver elnm! vor׳ den i-L In \V irkIi.!,keil Gl er auf dem jiidi-clu 11 Ei i äße: in Glogati ('S.!!!. ׳im > l;e<r׳l!,;t, .11- 1893 zum Doktor der Philosophie pnuiuviert. Die Arbeit ist im g!1 iehen Jahr in der Zeitn-hrift für Philosophie und philo.(du u־he Kritik (102. Band der von Immanuel Ilerman Eichte 1847 begründeten Folge) er ehieiien. Der Voll- - 1:.8 gkei! halber sei nicht verschw leg! n, daß der Verfasser db-er Einzels!!ritt eines jüdisehen Autor■; über dc!1 Philoeophon Sabinen Maimon mit dom Selireiher die-er Zeilen iücn’i-ch ist. Mit voizcgl. Ilerlii litnng! Ualib. Dr. K 0■ e n 1 h a I lerding, an einer Stelle, wo alle diejenigen begrahu! wurden, die si■ •h durch ihr Lcbm außerhalb der 111־ ] i oben Gel! 1ei nscliad gesied! hatten, ln dem hand- .-ohn'it!:o'׳!en Gr.!! 1er-Verzeichnis wie! .-cim• Graß-.Sitte folgendermaß׳■!! gekerui/.ei׳!ir.et: נטמן ne ״! איב־ מאטין Anpiioknig auf seitarn Namen.!! . k.iehtung-vnl! Dt.!״!.י!. I I. ewin, Berlin Snlomon Maimon Aus dem Reich Von unsiran B 0 r i c h t e r 8 ta tr n Asclicrslcben. Herr!,iv-ligvr ('olm wurde einstiimiii[; zu!n Prediger der Gemeinde verpflirhiet und hat sein Amt im Mai angotroten. Am 10. Mai i.md die Rinhihrung s!a!t. — Mcinhart Maar rc/.iiiortc am 13. Mai auf X’eranla-an^ des Prcußisrhen I.andc^vcrbamUs in der — I!! einer Vcran>!nhun£ im Rahmen der Schrkt iaklion sj>rneh Walter Ih incmann, Magdeburg. — Die Srhekelak! ian nahm einen ״kiim-nden W^rlaur. Da י Kontingent konnte um 200 Prozent ui;(1 ־ •t hri!:m Waden, -־■- Ks finden ailvvüeiient lieh am Freitag im An^ehin ß an den ( Da? e:;dienst. ()neg.Sei!a01 >at - Veranstalt ungen und Arbeit n1ei:1t'<1!׳aiten der zionis!isrhen J'iigend statt. —^ Auch die Got tadiensto am Srhabßat, die eine lange Zeit, iiielit mclir stattfanden, sind jetzt wieder sehr gilt, bemrht. Frankfurt am Main. Jn den Vorhand der JiidiMjhen Gcmcimle wurden aß Nachfolger für zwei ausge>eliiedeue Mitglieder neu gewählt Herr Sali Kuuimaim und Frl. Aeime Pomeran/.. Göppingen. In einer Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe am 17. Juni sprach Dr. Srhloßberg über das Thema: ״״riiendor Herz! heute — zum 75. Geburtstag des großen Baumeisters der jüdischen Zukunft Hamborn. Im Rahmen der Generalversammlung di r ׳/I. mis! Ischen Ortsgruppe :•prach Dr. Captdl, Düsseldorf, über das Thema: ,.I kr XIX. Zboni-ih-nkoiigrcß — Aufgaben und Probleme“. Die Führung <k׳r Or1sgru|)!>e übernahm Robert Weilner, dem ein vierköptiges Greminru zur Seite sieht. Jever (Oldenburg). Am 22. Juli begeht der Fdirenvardeher der Jüdisehen Gemeinde, Joai David Josephs, seinen 100. Geburtstag. Dor Jubilar war über iünf/.ig Jahre 1. Vorsteher der Gemeinde« Landau (Pfalz). AD Nachfolger des Bcziiksrabbinen Dr. B. Einstein wurde Kurt Metzger aus Nürnberg gewählt, deaen Einführung am 0. Juli im Rahmen <1!י Sehabbat-Morgcngottesdienstes in der fc.4li(!1 gat-hmücktcn I latijitsynagoge stattfand. Der V;or.-itze*Kle ries Sytuigogenvau•-, Arhir Sdiwarz, gedachte des verstorbenen Bezirksrahliiiier-, Dr. Fkatein. und defrüheren Vorsitzenden der Gemeinde, Mis.11. Ihunna־. Fr dankte sodann Kantor Steinern für dir hervorragende Audibung meines Amtes wahrem{ seiner 45j;ihrigen Wirksamken, >owic Rdigion.slrbrer und Kantor Zeilberger für die reiche Alben, die a in da Stellvertretung des Rabbinats und in der Betreuung da־ Jugend geleistet hat. Er begrüßte dann Herrn Metzger als dai neuen Inhaber de־! Rabbinaisdtze* und verpflichtete ilm durch IfaiuDcIihig zu den von ihm zu ühanrliinrndrn Pfhhlitcn. Sodann ergriff Kommer/i׳!>!at jo eoh, der V! ׳■?׳‘/!'!!de de< Verbandes pfabi-cher Banein׳len, <!, W.12 ,:!׳r I־):'01ד;!׳ Denn Metzger im Namen des Verbanden lb:r Mt׳־ga־ d e!k:e :׳!r die Ir!■; z!iri!on Begrüßung-svoilf. ('ij;׳-!־ >!g. an So'■) von l־h־.!u Tony Maler, sowie tut Geaug dt.’.ל Kindeid. י1י umr.ilim* en de12 ־ ia־. Magdeburg. Am 12. J1;־,i .-prach Po -I!.׳, •r G Tn, A.sc!1crsle!׳en, im Rahmen da׳ ST n bei,12׳ an ui׳a: ,, D, uי-.׳ in יי Judaaum — gestern und heule“. Mühlhausen (Thüringen). Gnvr -,.!־k! r Atit'-ih-alam: da f Gemeindemi'gliakr fatal in 11! r in. ■g• :! Sv::!g •g am H. Jua <lie Verführung ilc^PakiainaTIna .,D!;.e R! i e d ־re'i'; 'd.a!ndm he l\d,-Taa*• Matt. Ileiniicli 11 ־ o! i! . •m ׳.׳,■!,!;■an!, ge.!■'; 1::1 A n ■-!■!. aiß u:!er .־>e:nc Eindi nt kc von riet r 2.2! Münster. Am 21. Jm i vt!m. ׳ ׳''־.׳c d.e Z<n;. ena Onag-Schabbatl'eier, bei der Adoli J’.dnik -׳;ne pei-• ׳::i 1Tam FilTmoeo nur flu-üdor Iler/l c-rzähhe. Am 22. Juni -;u.nu Ad;11 P-־ll.tk in einer öffentlichen VeranMahung übtr: ,,Tarn l’a 4׳ n kt i\eu «!e:! i’ala-una-Auibaus‘*, Am Nachmittag bereitete er da ()!und.mg einer Wnogruppe vor. Oberhausen. Vor etwa 60 Mitgliedern der Ort-gruppe Oberhausen ,sprach Dr. Capdl über: .,Pioblane um den XIX. Zionistenkongrcß״« Ankündigungen KSInt Am 22, Juli, 20.30 Uhr, .spiirht im David-Wolfs.ihn-IIeim, Cäcilieiistr. 18-22, im Kahimti des Seminar״: Sehaul Weinberg über: ״Geschichte und Ideologie der Chalur-Bcwcgung“. Familien-Nachrichten Herr Philipp Schwarz, llre-Iau 5, licgchl am 20. Juli den 60. Geburt ״lug, Emu I'.mny Gähn, geh. Wi, ikt, A-chcrslchen, begeht am 22. Juli den 70. G1 bull -lag. Frau Julie Vß eg lein, X, 11-ladt |S.1.1!e), zur /. i! \V< i־!en (Oberpfaiz), Sedaiv-tr. 2, begeht am 3. Au;,:'!0 de:! 00. Geburt 1;ויy. VV flCSTFR^ Hotel Silvretta u.Kurhaus XluillJ JL uHm 2')0 Hctt-n, bietet jeden Komfort. Strandbad Schweiz.!250 m eVktrSc־! «elu-irL Pcnsionapreis fra.!4.50 Gasthof Hirschen Kirdach und £ut. Pensionspreis fra. fÜeÖc ndrs Wasser in allen Zimmern. II.- lnuKio äii: anscliivicn. Sic blieli. Sic dniTlc Ansfliigo niarlrcn. Sie fuhr zum M annscc. Sic sprang ins \\ asst*r. sic lag iu der Sonne, sie sog des I.(■!ten ein. I’.s war ein neues Leben. He11d;t w ollle nichl als Prahl il.anlin im l.alioralorittm arbeileil. .Als Schwerer bfattfltlt: sie für lassen 1111(1 Sohin fen nicht zu sorgen, Xailian v,: I! ■ r -1 >!• ael 1, er drang nielil diireh. Sie wurde als Le!n>clme>ler in eitiem Krankenhaus angenoiiiinen. Sie arbeilele von 110111 bis sjiiil. Sie arbeilele schwer. Sie wttljle manchmal kaum, wo sic die Kriil'le liorlmlcn sollie. Sie daclile an die /.ehti Auges!(!Ulen ihres Vaters hinter den Glaswänden: sie war eingeofdtiel. An einem freien Naehmillog srldenderlc lledda durch den Tiergarten. Sie «;ilille ahseilige, «lille Woge. Ks war köstlirh, die. frische Ilerlt-Ilii fl ein/.iialincti. Hie Soun!‘ brach!lureh das Gewirr der Jede und lila!!er und zeichnete seltsame 1'iguren auf die üelgi'imeji' lia-('uIlaeben 11!ווו auf die Möge, Es war köstlich, nach den Tagen erdriirkciuler Arbeit diese Slunden zu haben. Es war eilt kleiner Ha tisch, es war fnsl ein Traum, und sicherlich war es kein Zufall, daß ihr(' Gedanken zu Feh- ]ingor glilten, dessen M eseti (lii'ser traumhaft hellen, wachen AhnuspliTsve glich, und sichevlidi war es kein Zufall, daß der Mann, der dort driihett auf der llank saß und durch die Batituw i|>l’el in das Illen des llerhslfagt's hlickfe, niemand anders als Feldim,!!•!■ sein koitit(.(1. Sie nähorlo sieh ihm. Sie liülle Miniliergehcn kömten. olmo gesehen zu werden. Sie setzte sieh auf eine Hank, die der :ו ne Irren gegemiherslatul. lledda fühlte, wie Iramnluifl seltsam und wie restlos in Spannung sie war. Was moelile Felilinger (lenken, während er die Minuten so au sieh \orl>t'!gdoiton ließ? I'lölzlich z.weifello M׳e, ob üherlumpt Felilinger es war, den sie vor sich s.111, oder 111ו0'י er es war, oh er 110*11 uiivcräiiderl sein konnb'. Sie wollte nicht ither sieh selbst ltaclidenkcn, sagte sie sieh, alter wio in einem Zwange (riehen dtp Gedanken, Hefhxionen, Eriimerimgen, Heftirchltmgen toriibcr. M’ir wollen nicht zerschellen, halte Weiter geschrieben. Er würde nicht zersrhellen, er ging seinen Weg. End sie? Nathan hatte gesagt: Wir könnten uns nach einer mullirnialischei! Formel berechnen, wenn wir die Formel hüllen. Das Gesetz liegt fest — Es war merkwürdig, wie ihr in den Minuten all diese Worte kamen. Wo ist meine Formel? Felilinger sah endlich zu der Bank hinüber, auf der lledda saß, und blickte in Augen, die auf ihn gerichtet waren. Er sprang anf. Er eille zu lledda. Er konnte kaum Worte findm. ..Ich hin so froh, ich hin so froh“, wiederholte er endlich, er mußte sieh helfen. ״An diesem goldenen Tage — die Herrlichkeit steigt bis in die Himmel,'wir können si(־ nielil fassen, imd dr! finde ich Sie. Fräulein lledda, hergewellt, ich glaube, ans dem Himmel seihst. Mein Gott, wie die Wege sich kretizr 11, sich (rennen, sich zusammen fügen.“ ״Mein Colt •—“, unterbrach ihn lledda mit einer Leidenschaftlichkeit, die fast ebenso dringend, ja. flehend wie unwirsch wirken konnte, ״warum sagen Sie: Mein Galt?“ ״Ich niöfblc Ihnen ein Erlebnis erzählen“, begann Fehli'iiger fast unvermilteH ans seinen Gedanken heraus zu sprechen. ״Trh halte zum ersten Male gebetet —- nicht, was 1!1;m gemeinhin Helen nenn!, nein, wirklich Beten: die Sechs spfieltI. das Herz hehl. Dian tritt ans seinem Lehen heraus und ist nur noch Geisel. Seil diesem Erlelsen katsti ich ,Gott‘ sagen. Seiidrm weiß ich, daß wir nllo einen Irrlutn begehen; wir suchen außerhalb von uns, was in uns ist, und wollen begreifeil, wo man nur erleben kann. Man muß es leben und es nicht nur denken, Fräulein lledda.“ Die Wolle wurden etwas rasch gesprochen, als liäUen sie sclmn lange darauf gewarlcl, gesprochen zu wer«len, und sprangen geradezu gegen lledda an, die verw irrt wurde. ״Ich kann Ihnen nielil folgen. Sit' müssen es mit* später wiederholen.“ Iledila erhob sich. Sie gingen durch den Hart. Felilinger erzählte von seiner Tätigkeit, von seinen Tagen, lledda war schweigsam. ״Was ist mit Ihnen?“ Hcdda wich ans. ״Heute sprechen wir von Ihnen, ein andermal von mir. Wie ist es mit Ihrem Zionismus?“ ״Zionismus? Je stärker irh Jude wurde, ורוח so stärker hin ich Zionist. Ich glaube, so muß es sein. W*s ist niein Zionis- 111 us? l.itbe für das jüdische Volk, für seine Zukunfl, für scinet Erlmliung. Seine Erhaltung. Fräulein Hcdda.“ Hedda und Felilinger trafen sieh alle vierzehn Tage, und bald mochte keiner von beiden die Slunden der Aussprachen, der gemeinsamen Spaziergänge, der Erholung missen. Hedda empfing Briefe von Weiter. Sie waren voller Herzlichkeit und voller Sorge. Hedda hatte Arbeit. IJnd Hedda hatte Zeit. Sie hatte Zeit, zu sich zu kommen, sic hatte Zeit, ihre Jahre zu überdenken, und sie halle Zeit, den Worten Fchlingers nachzugehen. Sie war stark genug für neue Worte, neue Gedanken. Ich will alles hören. i'A wird -ich klären, i iiltcrkain Hedda ein beglückendes lli-s1!!: Ich wcr.lc mich Inidrn! Eines Tilires ließ Nollinn lledda an den Fernsprecher rufen. ״Sam i-l liier.“ Sam? ״ \clt. der klidhc Saut“, rief lledda. .,Nein, der croße." lledda halle ihren f'ndi-11 Nachmillae, ihren Feh!!m;er-Tae. ,,(int, neliinl Saut in eure Mitte. Mir Indien!ms abend-;." .Man mttlälc heim GmlGladherkel.r sehr auf Sani aufpassen. Man fuhr hinaus. Sam war IS ,labre all, Jure 11 attfgeschossen, die \rmc waren /11 lane, di*׳ \ erhä111 lies!* stimmten nielil, sie nmßlen sich noch ordnen, aber Sani halle wie früher runde, rote Backen und die Freude in seinen Augen. Man war ausgelassen. Sam krähle wie ein Halm, gackerte wie ein fl1111 וו. brlllc, hnillle. slellle eine ״sinze Menagerie dar. ״Weiß! du, Sam. daß du mir die Ehe versprochen liasl? Ich besiehe auf meinem Schein.“ Sani bekam einen rolun Kopf, dann begann er zu lachen. Felilinger halle, im f<ins gelegen. Er richlelc sieh .׳ml. lledda lenkte das Gespräch ah. ״Blsi du noch orthodox, Sam?“ ״Ich lrhi׳ das Erben eines .luden. Es ist schwer.“ ״Ja, Glauben ist schwer“, mein!(- lledda. ,.(Ilaulirji? Glauben ist Beglückung. Weißt du. was unser Lehrer sagt? Glauheu l’sl der dlanle!, er hüllt uns ein. Aber Erfüllung, das ist die Aulgaln>.“ lledda fühlte, wie alles unerwarlet in ihre Betrachtung trat. Es gab Menschen, für die Glauben nielil 11111 0 ו ו r neu zu erwerben war. lledda fühlle, nur tler Niel,|o|a11!)e11 ist ichgebunden. Felilinger halle in Hedda die Kameradin und Freundin gesehen — bis zu diesem Vu«flug. hei dem scherzhaft das Mort von der versprochenen Ehe fiel, das nichl mehr aus seinen Ohren weichen wollle. Er trug es mit sieh, und es geschah, daß lledda mm .Hitlers vor ihm sland, daß — eines Tages iiberrannle ihn die Gewißheit — lledda mehr für ihn war, mehr für ilm gewesen war. Er halle es sieh nie t>»)gestanden, heute wußte er es, heule brach es aus ihm hervor und füllte seinen Tag und tim jubelte ihn. Es rief in ihm: lledda! Er dachte, fühlte, atmete, er lebte nur noch dies eine — Hedda. Es war, als ob plüt/Jich ein Damm gesprengt war und nun alles überflutet würde, alles ertränkt würde von dem einen Empfinden. (Ihmscuung folgt)

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