Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 58 (19.7.1935)
- Date
- 1935-07-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 JIDDISCHE RUNDSCHAU NR. 58, 19. VII. 1935 Neues Kolonisationsgebiet itart die Sorge für die Heranwachsende Generation auch auf andere Ualulhlämler ausdelmen müsse. Mit Recht ist verscliiedentüch in den letzten Jahren gefragt worden, warum die Kinder der polnischen Juden, die zum Teil in einem unvorstellbaren Flend aufwachsen, nicht dieselben Vorteile genießen sollen wie die aus Deutschland kommenden. Bei Beginn der Arbeit erschien die Idee, die Jugendalijah zu einer Dauereinrich\ung zu machen und sie auch auf andere Länder außerhalb Deutschlands auszudehnen, als sehr gewagt. Man sah weder den organisatorischen Rahmen, noch die Mittel für ein solches Unternehmen, dessen Wichtigkeit und Bedeutung von niemandem abgestritten wurde. Heute beginnt man bereits anders zu denken, und es ist zu hoffen, daß sich der Gedanke einer a 11 g e rn einen Jugendein- Wanderung, zuerst in bescheidenem Rahmen, später in größerem Maßstabe, durchsetzen wird. Der Galuth würde durch eine solche Aktion neue Hoffnung gegeben; für Palästina liefert sie bildungsfähiges Material, das bei sorgfähiger und richtiger Behandlung glänzende Resultate liefern kann. Ausdehnung aut Mosehawim Sobald man an eine Vergrößerung der Jugendalijah denkt, erwächst die Notwendigkeit, für sie Platz zu schaffen. Und hier stoßt man auf eine Frage, die nicht nur allein vom Nützlichkcitsstandpunkt, sondern auch allgemein angeschnitten zu werden verdient. Bisher haben nur Kwu/oth und Kibbu- /im, also Kollektivgruppen, jugendalijah ausgenommen. Die Kleinbauernsiedlungen (Mosehwe Owdim) haben bisher keinen Anteil an dieser Aktion gehabt. Die Grunde dafür sind mehrfache. In den Kwuzoth und Kibbuzim war es möglich, die Kinder unter der Obhut von Führern in Gruppen unterzubringen, sie gammi-mm zu erziehen und zu überwachen. Das schien ein großer organisatorischer Vorteil, es ergab sich die Möglichkeit! hier Zentralisation. Außerdem kam dazu, daß in den vcr.-i hiedeii! n J!!:.:endhunde!!, aus denen sich viele der Kimh 1׳ rekrutieren, ohnedies - eine Folge einer spezifischen Fr/ii hu;!:; die Idee der Oru p p c n c rzi eh 11 n g und < 1 r u p p e 11 s i 1׳ d! 11 11 g populär war. Schließlich waren die Kibbu/ini beweglicher, sie konnten eher heute für organisatorische und t r/iehungs/wecke zur Vertilgung stellen, sie hatten mehr Menschen tni für VeiHandlungen und Reisen, während die Mitglieder der .Moscliawint starker an ihre Wirtschaft geiev-c;: waren und si Inver Kräfte entbehren konnten. Daß dennoch gerade du* Moschawnn glänzende Er/ichungs- und I inclisciiarah-Zentrcn a!)geben, liahen die beiden letzten Jahre hcwii sen. wo dort eine große Anzahl von Einwanderern aus 1 )eu! .׳.-!!;and ihre I;mdw'irt--el1at'tiielH• und nala-.tinensi.che Vorbercitnng erhielt. |s wird hei einer Verbreiterung der Jugendalijah nötig sein, eine Form zu finden, auch die M o s e h a w i rn als Er- •ziehuiu.'./i nt; eu ,־tii-ziuntt/cn. Die Frage der Ueberwachuitg ist keim•.weg. iin'äNb.tr, und c. wird vielfach nachweisbar sein, daß eine l 'nu rb! mgliiu; in ein/einen Familien ebenso fruchtbar und sic her ist wie in den Gruppen. Die Benutzung der Moschawiin für die Jugendalijah ist aber nicht einfach eine ״Piat/frage“, tl. 1t. es handelt sich nicht darum, sie zu benutzen, nachdem die Kibbuzim bereits stark in Anspruch geitommen sind. Es handelt sich noch um etwas anderes. Wir haben in den letzten Jahren den kuriosen Prozeß beobachten können, daß unter den Jugendlichen im Auslande — auch zu einem Teil im Inlande — die Begriffe von Palästina, zionisfischer Verwirklichung, landwirtschaftlicher Ansiedlung und Kibbuz kurzerhand miteinander identifiziert wurden. Nach Palästina bzw. zur Ansiedlung gehen, hieß sich einem Kibbuz arischließen. Nun ist es jedoch ohne weiteres klar, daß diese Form des kollektivistischen Lebens nicht allen entspricht, daß es Typen gibt, die für Arrsiedlung, für Palästina und für die Gesellschaft wertvoll sind, ohne daß sie sich in einer Gruppe wohlfühlen oder ihr besondere Dienste leisten könnten. Wo jedoch, wie heute vielfach, zionistische Verwirklichung und kollektive Ansiedlung ohne weiteres in einen Topf geworfen werden, ergibt sich die Situation, daß die Jugend — und vielleicht auch manchmal die leitenden Stellen — nur in der Richtung der Kibbuzim denkt und dadurch andere bestehende Möglichkeiten nicht entsprechend ausgenutzt werden, andererseits für Typen, die sich mehr für eine andere Lebensform eignen, große psychologische Schwierigkeiten entstehen. In letzter Zeit haben die Moschawim sich zu regen begönnen und machen Pläne, um sich für die Aufnahme von Jugendlichen vor/ubereiten. Auch die leitenden Stellen beginnen sich inten.iver mit diesem Problem zu befassen. Dieses ist um so wichtiger, als wir, wie oben angedeutet, nicht nur mit! >t litsdikam! inid nicht mir mit den bestehenden Verhält• tiissen zu rechnen haben, sondern im Ernst daran denken müssen, die Jugendalijah auch auf andere Länder auszu• dehnen. Die Möglichkeiten, die sich bei der Ueberführung junger bildsamer Elemente bieten, sind so groß, die Not draußen so überwältigend, daß wir gezwungen sind, alle palästinen-isciien Möglichkeiten aiis/tisch p und zugleich für die Jugend aller Kreise mit ihren verschiedenen Neigungen Aufnahmemöglichkeiten 7u schaffen. Das Befinden von Rabbi Kuk Jerusalem, 15. Juli. (JTA.) F.in von den behandelnden Aer/ten heran..׳c,;ebenes Bulletin über das Befinden des erkrankten C)herrai-,1 mu-rs von Palästina, Rabbi K u k, teilt mit, daß der Zustand des Patienten immer noch ernst sei, ohgleich das subjektive Befinden sich gebessert habe. Art den Konsultationen hat der inzwischen aus Paris eingetroffene Professor Dr. Desatti teilgenommen. Die Kongreßwahlen in Palästina Die Arbeiterliste zum Kongreß trägt an erster Stelle die Namen von Ben Guri-on, Bcrl Kaznelson, Sprinzak, Schertok, Kaplan, Ben Zw!. Tabenkin und Kaplansky. Der Wahlvorschlag schließt die Kandidaten des Haschomer Hazair ein. Die Progressiven Allgemeinen Zionisten haben eine Liste unter Führung von Weizmann, Glücksohn, Zuchovitzki und Schocken eingereicht. Die Allgemeinen Zionisten der Gruppe B werden von Ussischkm, Mossinson, Suprasky und Elijahu Berlin geführt. Der Hantis• rachi Havatik beschloß die Aufstellung einer eigenen Liste unter Führung von Hermann Struck. Die Wahlen finden am 24. Juli statt. _ Die Pflanzung*- und Siedlungsgesellschaft ״Hanotaiah“ teilt uns m'it Bezug auf den Artikel ״Zur Wirtschaftslage“ in Nr. 51 der ״Jüdischen Rundschau“ mit, daß die Aufnahme der Anlage von gemischtwirtschaftlichen Siedlungen in das Arbeitsprogramm der Gesellschaft keineswegs als eine ״Abkehr von Orangen“ zu betrachten ist. ״Der Hanotaiah-Plan für gemischte Landwirtschaft“, mit dem Hanotaiah demnächst vor die Oeffentlichkeit treten wird, bedeutet nichts als eine Erweiterung des Siedlungsprogramms der Gesellschaff, entsprechend den netten Bedürfnissen und Möglichkeifen der palästinensischen Wirtschaft. Hanotaiah hat aber nicht die Absicht, die Anlage von Orangenpflanzungen zu vernachlässigen, die säe nach wie vor als das Rückgrat der palästinensischen Landwirtschaft ansieht und deren Entwichlung sie alles andere als pessimistisch gegenüber steht. Die Umgebung von Beisan Jerusalem. (Palcor.) Wie bereits gemeldet, ist es dem Keren Kajemeth Lejisrael gelungen, eine geschlossene große Bodenfläche in der Umgegend von Beisan in seiner Hand zu konzentrieren, und bereits in Kürze werden die ersten Vorhereitungsarbeiten für die Kokmisation dieser Boden fläche beginnen. In der letzten Zeit gelang es dem Keren Kajemeth nach schweren Mühen, den Umfang seines Besitzes aut ca. 20000 Duitam zu erhöhen. Es bot sich auch die Gelegenheit, die verschiedenen einzelnen, auseinandergerissenen Parzellen durch verschiedene Tausch-Transaktionen in eine große Bodenfläche zusammenzufassen. Der ganze Keren Kajcmeth-Boden in Beisan wird in drei zentrale Siedl 11 ngsp unkte gefeilt werden. Auf einem dieser Siedlungspunktc, der eine Fläche von 10 000 bis 12000 Dunam umfaßt, beginnen bereits in Kürze die ersten Vorbereitungen für die Kolonisierung. Das Kolonisations- Departement der Jewish Agency arbeitet augenblicklich ge- Von der Woche Nach Berichten aus London verhandelt Menn, der Leiter der neuen Zementfabrik, mit der imperial Chemical Industrie zwecks Koordinierung der Tätigkeit seines Werkes mit der Palest ine Chemical Industrie. Es wurde eine neue Gesellschaft mit einem Kapital von 250 000 £ gegründet Die ausfahrenden Organe beider Gesellschaften stehen unter der Leitung von Dr. Weizmann. Die ICI zeichnete 25 000 £ für das neue Zementwerk, weitere 10 000 £ zeichnete Sieff. Sir Arthur Wauchope wohnte der Grundsteinlegung einer technischen Schule der Histadruth bei, zu welcher die Regierung den Betrag von 750 £ beigesteuert hat. Der Oberkommissar hob sein Interesse an der technischen Erziehung hervor, besonders an den Kursen für Einwanderer aus Deutschland. Die Handwerkerschule der Alliance Israelite in Jerus a 1 e m, die jahrelang geschlossen war, wird \Vieder innerhalb des Schulwerkes des Waad Lettmi eröffnet werden. Sie wird 120 Schüler zählen, und zwar fit) in der Abteilung für Wolzwirtschaft und 60 in der Abteilung für Elektrotechnik und Metallhandwerk. In den nächsten Tagen beginnt man bei Petach Tikwah mit dem Bau eines neuen großen Arbeiterviertels, das den Namen ״Kfar Sirkin“ tragen wird. Die Siedlung wird aut KKL-Boden errichtet und wird aus 105 Häusern für die Arbeiter von Petach Tikwah bestehen. In Dagania wird der Bau für ein Museum für Land- Wirtschaft errichtet. Es soll dem Andenken A. D. Gordons gewidmet sein. Die erste Reismühl« Palästinas wurde von englischen Juden mit einem Kapital von 35 000 £ gegründet. Der Betrieb ist bereits aufgenommen worden. Der Industriellenverband in Palästina teilt mit, daß in der Generalversammlung der Industrie bank der Jahresberieht über die Tätigkeit der Bank erstattet worden ist. Aus ihm geht hervor, daß das Kapital der Bank verdoppelt worden ist und jetzt mehr als 9000 Pfund beträgt. Der Reingewinn des Jahres 1934 belief sich auf 1190 Pfund. Unter dem Vorsitz von Mosche Smilanski hat die Bank Haikaritn (Bauernbank) beschlossen, ihr Kapital auf 50 (WO Pfund zu erhöhen. Die jüdischen Bauunternehmer und Hauseigentümer protestierten gegen die Bauvorschriften in Jerusalem, die nach ihrer Ansicht zu strenge Anforderungen stellen. Die Bauunternehmer drohen, für den Fall, daß ihr Protest nicht berücksicht werden würde, jede Bauarbeit in Jerusalem einzustellen. Die Hebräische Universität in Jerusalem wird Gedenkfeiern anläßlich der 50. Wiederkehr des Todes des französischen Dichters Victor Hugo und zum 50. Jahrestage der großen bakteriologischen Entdeckungen von Professor Pasteur veranstalten. Der Stadtrat von Tel-Awiw hat beschlossen, eine Straße nach Alfreo Dreytus zu benennen. Die Palästina-Regierung hat die Registrierung der Judenstaatspartei verweigert, es sei denn, daß die Partei aus ihren Statuten die Ausdrücke ״Jüdische Majorität“ und ״innerhalb der historischen Grenzen Palästinas“ streiche. Ein ethnologisches Museum für Jerusalem Der in Jerusalem auf Besuch weilende bekannte jüdischenglische Historiker Dr. Cecil Roth veröffentlicht in der ״Palestine Post“ einen Aufruf, in welchem er auf die Not- Wendigkeit der Schaffung eines ethnologischen Museums für Jerusalem hinweist. Jerusalem sei ein Paradies für den Ethnologen. Die alte Stadt mit ihrer bunten Bevölkerung sei ein lebendiges Museum. Aber dieser Zustand werde nicht lange dauern; europäische Kleider verdrängen infolge ihrer Billigkeit die orientalische Kleidung mehr und mehr, und es steht zu befürchten, daß es in wenigen Jahren schwierig sein wird, das Material zu sammeln, das heute leicht zu haben ist. Es wäre notwendig, die verschiedenen Typen der Kleidung der Moslems, Christen und Juden in Modellen fcstzuhaiten, sowohl die tägliche Kleidung wie die Festkleidung, die Brautgewänder usw. In jedem Fall müßte die Kleidung genau beschrieben und mit Photographien ergänzt werden. Miniatur-Figuren wären herzustellen. Dr. Roth glaubt, daß die Einrichtung eines solchen Museums nicht teuer wäre, und irn Anfang mit £ 100 zu bewerkstelligen wäre. Englisch-Unterricht in Palästina-Schulen London, 14. Juli. (JTA.) Im Unterhaus fragte Colonel Wedgwood den Kolonienministcr, ob Maßnahmen getroffen wurden, um den Kindern in den Elementarschulen Palästinas Englisch beizubringen. Kolonienministcr Mac Donald erwiderte: Seit Beginn der englischen Okkupation wird ln allen Elementarschulen in den Städten Englisch gelehrt. In den arabischen Dorfschulen wird Englisch nur dann gelehrt, wenn der Umfang der Schulen oder andere Umstände es rechPerilgen, In den von der jüdischen Gemeinschaft kontrollieren städtischen Schulen wird Englisch unterrichtet, dagegen wird der Eiiglisch-Untcrricht in den Scltitlen der jüdischen Kolonien mit wenigen Ausnahmen nicht erteilt meiiisara mit dem Boden-Departement des Keren Kajemeth einer» detaillierten Kokmisationsplan für diese Bodenfläche aus. Nach diesem Plane wird jede Siedlung eine Fläche von 25 Dunam umfassen, so daß man an dem ersten zentralen Siedlimgspmikte ca. 400 Familien wird ansiedeln können. Die Durchführung des Kolonisationsplanes wird im Gebiete von Beisan, besonders in den ersten Jahren, mit Schwierigkeiten verbunden sein, die mit dem dortigen Klima, der Botlcncpinlifät und der Bewässerung in Zusammenhang stellen. Infolgedessen werden für die Kolonisierung dieses Gebietes attsgewählfc Pioruerelementc mit einem holten Maße von Idealismus und Ausdauer erforderlich sein. Bisher wurde seitens der Exekutive der Jewish Agency und der Leitung des Keren Kajemeth auf dem Boden von Beisan die Ansiedlung folgender drei Gruppen genehmigt: der Gruppe der allgemein-zionistischen Jugend ״A k i b alt“ mit 50 Familien, der ״H a s c 11 o in e r - H a 1 a i r - Gruppe ״Tel Arnal“ mit 60 Familien sowie einer Gruppe griechischer Juden mit 50 Familien. Diese drei Gruppen werden bereits in den nächsten Monaten den Boden besetzen und mit seiner Bearbeitung beginnen. Olim aus Deutschland im Hapoel Hamisrachi > Uns wird geschrieben: Am 29. 6. 1935 wurde im Haus des Hapoel Hamisrachi in Tel-Awiw die erste Landeskonferenz der Olim aus Deutsch* land eröffnet. Alle Teile des Landes waren vertreten, auch eine Reihe von Gästen waren erschienen. Im Namen des vorbereitenden Ausschusses eröffnen: Mosche Redner (Haifa) die Konferenz lind wies auf die Bedeutung der Tagung hin, die die Aktivierung der Alijah aus Deutschland im Hapoel Hantisrachi bezwecken solle. Sehapiro begrüßte im Namen des Waail Hapoel die Erschienenen. Dr. Wolfsberg sprach über ideologische und reiigiöse Fragen, die den JLschuw beschäftigen, über die geistigen und religiösen Schwierigkeiten, auf die der religiöse Oleh aus Deufscltland stößt, und forderte am Schluß seines Referates, das aus Zeitmangel des Redners mir sehr kurz war, die jungen Chawerim des Hapoel Hamisrachi auf, Thora zu lernen. Schragai (Waad Hapoel) sprach über Organisationsfragen und wies auf die Möglichkeiten der Lösung wirtschaftliclier und organisatorischer Fragen in der Idee von Thora w’Awoda hin. Die Diskussion, die sich bis Gl Uhr morgens hinzog, bewegte sich auf der Basis, daß die Olim aus Deutschland sich am Leben der Bewegung beteiligen müssen, damit sie Menschen finden, mit denen sie sich verständigen können. In der Sitzung vorn Sonntag morgen sprach Kestenbäum über Ansiedlung und keimet über_ Arbeitsfragen. Die Redner wiesen auf die Schwierigkeiten hin, denen man früher gegenüber stand und der Kämpfe, derer cs bedürfte, um die Lage zu verbessern. Der Oleh aus Deutschland findet heute fast alles vorbereitet. Es ist natürlich einfacher, in der Stadt zu leben und viel zu verdienen als aut dem Lande zu arbeiten. ( An der Diskussion nahmen die Chawerim Cohn, Meter, Sackbach, Redner (Haifa), Natanson, Baser, Liebermann, Lasovski (Tel-Awiw), S. und L. Zitronenbaum (Petach Tikwah), J. und A. Feuchtwanger, Kaufmann, Waltuch (Emek Chefer), Grüner (Rcchowoth), Schragai, Sehapiro (Waad Hapoel) u. a. m. teil. Als Ergebnis der Diskussion wurden eine Reihe von Be- Schlüssen angenommen, u. a. die Anerkennung des Hapoel Hamisrachi als einzige Organisation des religiösen Oleh aus Deutschland. Gewählt wurden: Mosche Redner und Sägbach (Haifa), Richard Lasowski und Licbermann (Tel-Awiw), Grüner (Rechowoth), Zitronenbaum (Petach-Tikwah) und Kaufmann (Etnek-Chefer). _ Der palästinensische VerwaltungsQberschuß Das bisher nicht veröffentlichte definitive Ergebnis des im März 1935 abgeschlossenen Finanzjahres soll Regierungseinnahmen in Höhe von 2 Millionen Pfund über den Voranschlag hinaus gebracht haben. Der Voranschlag betrug £ 3 482 000. Allein die Zolleinnah men überstiegen den Voranschlag, der £ 1 650 000 betrug, um £ 1 000 000. Die Ausgaben betrugen £ 3 230 000, d. h. £ 550 000 mehr als im Vorjahre, jedoch £ 19 000 weniger als im Voranschlag. Der Jahresüberschuß beträgt £ 2 225 000. Der Gesamtüberschuß der Regierung per Ende März 1935 ist damit auf £ 4 773 000 angewachsen. Man schätzt, daß der Ueberschuß der Regimtngseinnahmen per Ende März, 1935 £ 7000000 betragen wird. (Palcor.) __ Eine neue landwirtschaftliche Hypothekenbank Jerusalem, 15. Juli. (JTA.) Auf Initiative des ״Nationalen Kolonistenverbandes“, an dessen Spitze der Leiter der Kolonie amerikanischer Juden Raa nana, B. Ostrowski, steht, wird demnächst eine neue landwirtschaftliche Hypotliekenbank zu arbeiten beginnen. In der Leitung werden Vertreter der jewish Agency, der Palestine Economic Corporation und des ״Nationalen Kolonisten verband es“ sitz.en. Das Gründimgskapital beträgt 75 000 Pfund. Die gewährten Darlehen sollen im Verlauf von 20 Jahren amortisiert werden. Kolonisten, die jüdische Arbeiter beschäftigen, werden bei Gewährung von Darlehen bevorzugt werden. Neue Firmen Nach Veröffentlichungen im palästinensischen Amtsblatt Aktiengesellschaften. General Building Materials ״Hawak“ Ltd. (Herstellung und Import von Asbest, Zemcnt/iegeln usw.), Kapital £P 38 000; Jordan Investments Ltd. (Bodenervverb), £P 25 000; Hanlware Manufacturing Company (Tooval) Ltd. (Eisengießerei, Stahlproduktion), £P 25 000; Palestine Cinema Cicitit Ltd., £P 20000; Negva Ltd. (Bodenervverb und -entwicklung), CP 12 5(1); Tel-Aviv Building Co. Ltd. (Hattserbau), £P 10 000; ״Sollei Bon eh“ Mercaz Kablani sltel Histadrut Haovditn Ltd. (Unternehmer), CP 10 000; Habinyan Machinery fk Technical Supplics Hans Ambor, Ltd. (Maschinenhattdel, Import und Handel von Metallen), .CP 10 000; ״Ahtizatenu“ Co. Ltd. (Bodenerwerb, Kolonisation), £P 5000; ״Hatnyashev“!.and Development Co. Ltd. (Bodenerwerb, städtische Siedlung), CP 3000; Haifa Chemical Productions Co. Ltd. (Herstellung und Handel von Chemikalien), £P 2500.