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Jüdische Rundschau · 1935-07-19 · Heft 58 (19.7.1935) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 58 (19.7.1935)
Date
1935-07-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Wr 58, 19. VIL 1935 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 7 Bialik- Anekdoten ^,ן«! \T#!#*1 צ) lifAt1 71ntli6fH11C lik besaß nicht bloß das dichterische, zuweilen nro- M w Bialik besaß nicht bloß das dichterische, zuweilen prophetische Pathos, er hatte auch Humor, Witz und bisweilen eine fast knabenhafte Lustigkeit und Ausgelassenheit. In sei־ ner Gegenwart las einmal einer seiner Freunde eins von den großen Poemen aus der Zeit von Kishinew; Bialik, der den erschütterten Ernst seines Lesers nicht mehr ertragen konnte, schlug ihm plötzlich aut die Schulter, und als der Freund sich erschrocken _ umdrehte, war er noch mehr erschüttert, den Dichter so liebenswürdig schweigen und schmunzeln zu sehen. v Scholem Alejehem hatte in seinem Testament gebeten, seine Jahrzeit nicht mit Trauern und Wehklagen, sondern mit Humor zu begehen. Also versammelten sich Jahr um Jahr die Freunde beim Schwiegersohn des Dichters in Tel-Awiw und veranstalteten einen überaus humoristischen Abend, dessen Vorleser, Conförencier und ״Spaßmacher“ par excellence Bialik war. * Wenig bekannt sind Bialiks Brandreden gegen Mißstände im Lande, gegen die Mißachtung dem Geistigen gegenüber usw. Einmal begann er eine Bemerkung über die Unart, ihn, und nicht nur ihn, in alle möglichen Komitees zu wählen, mit den Worten: Ich bin für euch wie der Geineinde-Lulaw, den jeder schütteln kommen kann... Er selbst erzählte, daß diese seine Art sich schon sehr früh gezeigt hätte. Er war kaum acht Jahre alt, als er die Feder als Waffe zu führen begann. Obwohl alles andre als ein Stubenhocker, ja in aller, Knabenstreichen der erste und wildeste, begnügte er sich nicht mit solchen Taten. Wenn er mit anderen Knaben etwas auszukämpfen hatte, schlug er nicht nur, er schrieb auch und häufte die tollsten Anwürfe im wilden ״Indianer“-Stil aufeinander. * Nach dem Krieg, als Denikin die Bolschewiki aus Odessa vertrieben hatte und seine Weißgardisten sich gegen die Juden wandten, gingen ihre Trupps von Haus zu Haus und kamen auch in Bialiks Wohnung. Er wurde von Bewaffneten mitgeschleppt, obwohl er krank zu Bett lag. Für Geld erkaufte er sich die Gnade, in einem Wagen ins Gefängnis zu fahren. Seine Frau, die ihn begleitete, konnte ihre Tränen nicht zurückhalten, denn cs war sicher, daß er erschossen werden würde. Er aber erklärte ihr: das Weinen wäre zwecklos, gescheiter wäre es, wenn sie zu Bekannten ginge, vor allem Dr. Penn um Hilfe bäte. Sie kennen Herrn Penn? fragten die Soldaten, die nicht den Arzt Dr. Penn, sondern den gleichnamigen weiRgardistischen Kommandanten der Stadt meinten. Natürlich kenne ich ihn, erklärte Bialik, und dank seiner Geistesgegenwart war er gerettet. Die Soldaten ließen ihn frei, und noch in der gleichen Woche war er im Ausland. h. Ephraim Moses Lilien Zum 10. Todestag Am 17. Juli ist der zehnjährige Todestag von E. M. Lilien. Anläßlich seines 60. Geburtstages am 23. Mai 1931 ist der Mensch und Künstler Lilien an dieser Steile eingehend gewürdigt worden. Für Lilien war Herzl der Idealtyp eines Juden und den Zügen dieses Verehrten begegnen wir immer wieder in den Werken des Künstlers. Bewußt gab er seinen Mosesgestalten Herzls Züge, z. B. in den Glasfenstern der Hamburger Loge. Anknüpfend an die biblische Vergangenheit wollte er damit der nach Palästina strebenden Judenheit ihren Mosesmythos erneuern. Bei aller Verehrung für Herz) setzte^ Lilien, als er 1901 die demokratische Fraktion des V. Zionistenkongresses mitbegründete, und damit für eine stärkere Betonung der kulturellen Momente im Zionismus eintrat, sich in Gegensatz zu ihm. Aus dieser Zeit stammt Herzls Wortspiel von ״Lilien auf dem Felde“. Die jüdische Kulturtat Liliens ist die Neuschaffung• des schönen jüdischen Buches, bei der die Einheit von Satz* Spiegel, Illustration, Titelblatt, Vorsatzpapier, ja sogar des Einbandes angestrebt wurde. Eine alte jüdische Tradition, an wertvolle hebräische Handschriften und alte Drucke anknüpfend, wurde zum ersten Male von Lilien wieder aufgenommen. Aus diesem Geiste wurde der Buchschmuck zu ״Juda“ von Börries von Münchhausen und zu den ״Liedern des Ghetto“ von Morris Rosenfeld geschaffen. Bei dem engen Zusammenhang des Künstlers mit dem Buch ist es nicht verwunderlich, daß er auch 1'm Ex Iibris durch feinsinniges Sicheitifühlen in das Wesen des Eigentümers Bedeutsames geschaffen hat. Mehrere Studienreisen führten ihn nach Palästina, die erste 1906, wo er in Jerusalem die Kunstgewerbeschule Bezalel mitbegrün-dete. Die Vertrautheit mit der biblisehen Landschaft und sein inniges Verwachsensein mit der Welt der Bibel und der jüdischen Symbolik machten Lilien zu einem idealen Bibeli'lnstrator. Zehn Bände waren geplant, drei liegen uns vor. Trotz der positiv-jüdischen Kunst, die Lilien schuf, konnte er sich wie die jüdischen Künstler aller Zeiten nicht von dem Geschmack seiner Zeit freimachen: So ist er einer der typischsten Vertreter des ״Jugendstils“, eine Stilbezcichnung, die für Lilien, einen Mitarbeiter an der Münchner ,,Jugend“, doppelte Berechtigung hat. Wir mögen heute dem Stil Liliens fremd gegenüberstehen, aber das jüdische Empfinden, das ans seinen Werken spricht, wird uns immer zu treffen wissen, Dr. Irmgard Schüler Mordechai Immanuel Noah Zn ■einem 150. Geburtstage Am 19. Juli werden es 150 Jahre, daß Mordechai Immanuel Noah in Philadelphia das Licht der Welt erblickte. Obwohl ihm in der Entwicklung des präherzlschen Zionismus eine nicht unbedeutende Rolle zukommt, ist heute sein Name der breiteren jüdischen Oeffentlichkeit so gut wie unbekannt Noah hat es verdient, daß ihm anläßlich der Wiederkehr seines 150. Geburtstages einige Worte des Gedenkens gewidmet werden. War er doch der Erste in der Galuthgesehichte, der den Versuch machte, den Judenstaatsgedanken zu realisieren, nachdem er mehrere Jahre hindurch die Lage der Judenheit studierte und am eigenen Leibe das Juden- Schicksal zu spüren bekam. Er mußte es selbst erleben, daß sogar im Lande der Freiheit — in Amerika — zwischen Juden und Nichtjuden ein wesentlicher Unterschied gemacht wurde, als ihm zur Zeit seiner Betätigung als amerikanischer Konsul in Tunis vom damaligen Außenminister Monroe seine Entlassung mit der Begründung mitgeteilt wurde, ״daß wir nicht wissen konnten, daß Ihre Religion Sie hindern wird, die Anordnungen Ihrer Regierung auszuführen“. Diese eigentümliche Stellungnähme führte die ganze Tragik des Judenschicksals vor seine Augen und diente ihm als Beweis, daß trotz der Gleichberechtigung die Lage der Juden eine unsichere und ungesunde sei. Bereits im Jahre 1818 brachte er in einer öffentlichen Rede zum Ausdruck, daß das jüdische Siebenmillionenvolk (in jener Zeit) in Asien eine große Mission zu erfüllen habe, da ״der Tag nicht mehr ferne sei־ an dem unsere Augen die Renaissance Erez Israels auf freien fortschrittlichen Grundlagen und die Erneuerung der Herrschaft der Gerechtigkeit und Enre erblicken werden“. Nach seiner damaligen Ansicht ist es in der Hand der Juden gelegen, nach Erez Israel heimzukcliren und dort einen selbständigen Staat zu gründen. Er war auch überzeugt, daß die damaligen politischen Verhältnisse im Orient die Wiederherstellung eines jüdischen Staates in Erez Israel befürworteten. Doch gab er keine Aufschlüsse, wie und mit welchen Mitteln dieser Plan zu verwirklichen wäre. Einige Zeit später gab Noah diesen Plan auf und schlug die Gründung einer jüdischen Republik in Nordamerika aut der Insel Grand-Island vor1). In seinem Aufruf2), den er gemeinsam mit dem englischen Präzionisten Lotus Way, der dem Aachener Kongreß (1818) den Vorschlag unterbreitete, den Juden die Möglichkeit zur Rückkehr zu einem normalen Staatsleben zu geben — erlassen hatte, betonte er ausdrücklich, daß Erez Israel «Sexuelle unseres nationalen Seins sei, leider lasse es die politische Lage nicht zu, dorthin auszuwandern und die nationale Freiheit wiederzuerlangen. Aus diesem Grunde bleibe nur der einzige Ausweg, in Amerika unter dem Schutze der Republik, die bereit sei, den Juden einen Erez Israel gleich großen Landstrich zur Verfügung zu stellen, einen jüdischen Staat zu begründen. Trotz seines energischen Eintretens für diese Konzeption mußte er doch einsehen, daß sein Versuch in ״Ararat“ nur eine traurige Episode geblieben ist. Seinem Kufe, nach Grand-Island zu kommen, folgten die Juden nicht, denn sie zogen diesem Erez Israel als Heimstätte, wenn auch nur im Geiste, vor und sie blieben trotz Verfolgungen und Druckes in den Ländern der Go'ah. Scheinbar ließ das historische Gesvissen es nicht zu, durch ein etwaiges Fait-accompli einer jüdischen Republik in Grand-Island auf die historische Heimstätte zu verzichten und etwaige historische Ansprüche ein für allemal zunichte zu machen. Foto: Jüdische» Lexikon Die jüdische Volkspsyche lehnte das amerikanische Ge« schenk ab und zog die Galuth für noch einige Zeit vor. Verbittert und enttäuscht wartete Noah in Ararat auf jüdische Immigranten — jedoch umsonst, denn sein Aufruf fand in den Ländern jüdischer Massensiedlungen gar keinen Widerhall. Jahre vergingen, Noah zog sich vom öffentlichen Leben völlig zurück. in der Abgeschiedenheit träumte er weiter seinen Juden• staatstraum, doch in seinem Seelenleben vollzog sich eine große Wandlung. Langsam begann er einzusehenj daß eine wirkliche Lösung der Judenfrage nur Erez Israel bieten kann. Bereits im Jahre 1837 versucht Noah nochmals, seine Propaganda zu erneuern, diesmal auf rein palästinensischer Grundläge. Seiner Ansicht nach wäre es mit Hilfe Frankreichs und Englands möglich. Erez Israel in seinen historischen Grenzen zu erlangen. Er ist überzeugt, daß im Wege einer geordneten Kolonisationstätigkeit das Land fruchtbar und ertragreich ge» macht werden könnte, da ins Land die besten Elemente heimkehren würden. Es sei nur notwendig, ״die Fahne Judas auf dem Zion-Berg zu entfalten und den Weg zur Wiederbelebung des jüdischen Volkes zu ebnen“. Viel klarer kamen seine üedankengänge über die Rückkehr nach Zion im Jahre 1844 in seinen zwei Reden zum Ausdruck, die er vor christlichen Amerikanern gehalten hat. In seinen beiden Vorträgen voin 28. Oktober und 2. Dezember beschäftigte sich Noah vorwiegend mit der Lösung der Judenfrage aut der Grundlage einer Judenstaatsgründung in Erez Israel. Diese Reden3) zählen noch heute zu den besten literatischen Dokumenten zionistischer Literatur vor dem Herzlsehen Zionismus. In diesen beiden Reden erscheint Noah oft als ein Seher, der die historische Entwicklung der politischen Ereignisse, die nach ihm kamen, klar voraussah. Er hatte schon damals die Rolle Englands vorausgeahnt, das seinen Verbindungsweg mit Indien über Erez Israel werde cinschlagen und daher mit seinem Einflüsse zur Grundsteinlegung eines jüdischen Zentrums in Erez Israel sowie zur Förderung der Heimkehr der Juden werde beitragen müssen. Noah gibt auch seiner Meinung Ausdruck, daß die Juden an Palästina glauben und daher dorthin gerne heimkehren werden, — denn die beinahe zweitausendjährige Vcrfolgungswclle vermochte nicht, ihren Glauben an Erez Israel zu zerstören. In diesen Reden propagierte Noah den ״Schivvath-Zion“- Gedanken aus einer rein nationalen Einstellung heraus und nicht irgendwelchen philanthropischen Ideen zuliebe. Es war ihm klar, daß die politischen Vorgänge im Orient seine Annahmen nur bestätigen und die Juden verpflichten, die gegebenen politischen Gelegenheiten auszuwerten. Jene, die in Noah bloß den Initiator eines territorialistisehen Versuches in Ararat sehen, verkennen wohl, daß in seiner zionistischen Gedankenwelt seit 1818 Palästina die entscheidende Rolle spielt. Der ״Ararat“-Versuch war bloß eine vereinzelte Episode gewesen. Seine Weltanschauung fußt auf jüdisch-nationaler Grundlage und Erez Israel sollte nach ihm kein Staat bloß in formaler Hinsicht, sondern das wirkliche nationale Zentrum für die Juden werden. Noah war der erste Jude des XIX. Jahrhunderts, der im Judenstaat nicht allein die Möglichkeit zur Lösung der Tein ökonomischen Judenfrage sah, sondern des Gesamtkomplexes des jüdischen Problems in allen seinen Auswirkungen. In der zionistischen Welt wird Noah noch immer als der territorialistische Präzionist gewertet. Es ist höchste Zeit, dieses Werturteil auf Grund eines gründlicheren Studiums seiner Schriften zu revidieren. Noah war ein palästinozentrischer Zionist im vollsten Sinne dieses Wortes und als solcher ist er ein klassischer Vorläufer des synthetischen Zionismus. Dr. N. M. Gelber, Jerusalem 1j Siehe meine Vorgeschichte des Zionismus, Bd. I, S. 62 bis 84, und meine Artikelserie im ״Haolam“, Jg. 1927, Nr. 51 bis 53. s) Siche meinen Artikel ,,Ein unbekannter Aufruf Mordechai Immanuel Noahs“ in der ״Jüd. Rundschau“ 1928, Nr. 22. 3) Discourse on the Restoration of the Jews, N. V. IS 15. ZeitschriStenschau Nordische and wüstenländische Frömmigkeit Unter diesem Titel setzt sich Pater Anton Koch in der katholischen Zeitschrift ״Stimmen der Zeit“ (Juli 1935) mit der Günthcrschen Schrift ״Frömmigkeit nordischer Artung“ und dem neuesten Werke von Wilhelm Hauer ״Deutsehe Gottschau“ auseinander. Er beleuchtet Wider- Sprüche, die sich in diesen beiden Werken finden und die sich aus der zu wenig detaillierten Betrachtung der Autoren ergeben. Koch verweist gegenüber diesen von seinem Die erste Sammlung hebräischer Volkslieder aus Paßstina, die im Aufträge des ״Makkabi“ und des ״Hechaluz“ von _ Dr. Jakob Schön berg zusammerigesteilt wurde, erscheint Anfang August im Jüdischen Verlag, Berlin W 50. Das Liederbuch enthält über 230 ausschließlich hebräische Lieder und hat einen Umfang von 208 Seiten. Außer den punktierten Texten zu den in Notenstich wiedergegebenen Liedern bringt das Liederbuch auch rin umfangreiches hebräisch-deutsches Vokabular zu den einzelnen Stücken. Das neue Liederbuch ist damit gleich-?eitig ein hervorragender Behelf zur Erlernung ier hebräischen Sprache geworden. Das Buch wird 111 sehr hoher Auflage gedruckt und kann infolgedessen Weh zu einem ungewöhnlich niedrigen Preis abgegeben wer- ^n. Die allgemeine Ausgabe des Liederbuches trägt den Titel ״Schirej Erez Israel“; daneben erscheint für rie Mitglieder der Makkabiverbände eine Ausgabe unter dem Titel ״Neues Makkabi -Liederbuch“ Eine weitere Sonderausgabe wurde für die Mitglieder des ״H e c 1! a 1 u z“ hergestellt. Das Buch enthält neben vielen bekannten Liedern, die bereits in Palästina und unter den Juden der Diaspora ständig gesungen werden, zahlreiche neue Lieder, Nigfumm und Horra-Tänze, die in sieben Abteilungen zusammengefaßt sind, nämlich: 1. Hymnen, 2. Lieder der Arbeit und des Aufbaues. 3. Lieder der Landschaft, 4. festliche und freudige Lieder, 5. ernste und lyrische Lieder, 6. Kinder- und Wiegenlieder, 7. Niggunim, Horras. LUZERN Schiller Hotel Garn! Alle Zimmer mit Telefon und fließ. Wester od. Bad Zimmer ▼.Fr 4,50 an, Pension ab Fr ,11,50. Autoboxen Standpunkt aus unbefriedigenden Büchern auf das neue Buch von Prof. Titius ״Die Anfänge der Religion bei Ariern und Semiten“, in dem auf Grund sorgfältiger Forschungen weitgehende religiöse Ueb: -instimmungen zwischen Ariern und Israeliten festgestellt werden, wobei die Verschiedenheiten keinesfalls geleugnet werden. Koch steht auf dem Standpunkt, daß das Rassische für die religiöse Entwicklung nicht ausschlaggebend sei und daß ״es etwas gibt, was die Kraft und Bedingtheit jeder Rasse übersteigt und darum auch jeder Rasse Letztes und Entscheidendes zu sagen hat: die Offenbarung des persönlichen Gottes, die über allen Rassenunterschieden steht“. * Das Schicksal der jüdischen Reügioa in Amerika In dem ״American Journal of Sociology“ (July 1935) veröffentlicht Uriah Zevi En ge Im an eine soziographische Studie unter dem Titel ״Die Synagoge in den Vereinigten Staaten“, wobei er zu folgenden Resultaten gelangt: Zwei Untersuch ungen über die Juden der Vereinigten Staaten int Jahre 1929 ergaben, daß die Jüdische Religion als soziale Institution ihren Einfluß auf die Fortdauer der jüdischen Gruppe in Artierika ständig verliert. Eine große Zahl von jüdischen Siedlungen existiert ohne Gemeinden; die kleinstädtische und ländliche Bevölkerung ist fast gänzlich religionslos, wenigstens in bezug auf die Ausübung des Kultus, Neuere demographische Untersuciningen zeigen eine weite und sehr dünne Ausbreitung der Juden über das Land, d. h. sie entfernen sich von den Zentren mit organisiertem jüdischen Lehen. Die Zahl der Kinder, die eine jüdische Erziehung erhalten, ist proportional kleiner als die bei anderen Konfessionen. Der Verfasser ist der Ansicht, daß diese assimilatorischen Bewegungen, wenn sie sich ungehindert weiter entwickeln können, den totalen Untergang der jüdischen Religion in den Vereinigten Staaten zur Folge haben können. Budapester Brie! Von unserem Berichterstatter Budapest, den 15. Juli Wiewohl das ״offizielle“ Organ der ungarischen Judenheit in seiner letzten Nummer einen heftigen Angriff gegen jenö vier bis fünf Vertreter des Zionismus richtete, die im Genieindeparlament immer wieder die Palästinafrage behandeln, ״deren wir schon müde sind", kann die zionistische Leitung von einer namhaften Zunahme des öffentlichen Interesses berichten. Die Einnahmen des Keren Kajemcth haben sich im verflossenen Jahre um 110 ׳״<> erhöht und haben bisher ca. 65 000 Pengö ergeben. Auch die Schekclzahler sind zahlenmäßig angewachsen, so daß die ungarische Landes- Organisation statt der bisherigen zwei diesmal drei Delegierte zum XIX. Kongreß entsenden wird. Die Wahlbewegung selbst war — wohl infolge des plötzlichen Ablebens Er. joset Schönfelds, des Schriftleiters des zionistischen Zentralorgans, weniger lebhaft als sonst. Wie verlautet, sollen die drei vorhandenen Parteien ein Abkommen getroffen haben, laut der jede derselben einen Vertreter nach Luzern schickt. ________ Dr. A. F. Eine Sammelschrift des Habonim. ln diesen Tagen wird im Verlag Kedem eine neue Sammclschrift des Habonim noar chaluzi der Gegenwartsfragen der Palästinapolitik erscheinen. Die Schrift trägt den Titel ״Um die Verwirklichung“. SEIT f ö JAHREN , S A YHMT A HD D W . Liei*e1*t»urger Sir. 33 ,N GLEICHE» REGIE UP JC/ JcCmÄ-/ Ecke Sächsische Str״ •m Postamt W15

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