Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 58 (19.7.1935)
- Date
- 1935-07-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 58, 19. VII. 1935 Wr. 58, Trauerwoche ־™™•־•ס"() / Ein Gedicht aus Bialiks letzten Jahren*) Uebertragen von Bertha Badt-Strauss ...Da fiel Dunkel ins l[;1us und nistet lief im Gebälk(! l?erL׳hne!1 türmt sich die Trauer und finster schweiget die Schwermut. Nieder warf es die Mnt ler —• und ihre xerschücliterlen Kindlein Flattern wie N ötielelirü ün״-llich . .. Sturm hat sie jählings befallen Ducken im dunkelsten Winkel —־ eins schmiet׳! Geh eng an das andre — Schuhlos sitzt jedes an! Boden, ein einziges Bündel des Jaminers. Zun ge klebet am (iaiim, Angst sebülbdl gebrechliche Leiber. Wie ward die Stühe so öd! wie finster ists plötzlich (׳('worden! Wüst jetzt starren die \Winde — sie tragen die Farbe des Leidens —■ Tische schweigen und Stuhle, sie drücken sieh hang in die Kekcn. Noch eine kleine Weile Aers|ummen und Weinen im stillen — Aber nicht lange, s«> bricht sie hervor, die unendliche Klage Und dann hallt von den Wimde!1 das Weinen — es zittern die Mauern. Jetzt Ist das Ung! tick geschrlm —■ jetzt folget ihm Schleiehend das E l e n <l. Denn «las Net I-t /«a-lort, das Zelt der Zuflucht vernichtet (ianz, wich der Sein rnnier vom II,aus — die Krone vom Haupt ist enlsehw unden, l nd selion Geh! da schleicht sie heran. ״t-pcii-ilKcIi, — die Armut I.ugl selion!unter der Erke - ■ die grause, unheimliche Spinne jet/l —. |etzt bohrt sie du• Nägel, die scharfen, in wankend« Wände Frißt sieh ein wie Aii's.atz und wie verderbliche Krankheit. Dort die blanken (•!•rille, die kupfernen, oben am Schreine, Sahen ihr .-ele'iibdii h<יי \ntiilz und wurden trübe vor Trauer I׳arbe11 des ,,Mi-r.irbs“ erblieben -- spukbaft ein Schatten webt drüber Welkten die bunlni Blviinen, erblindeten goldene Lettern. Seihst du: Löwen crsebrakeii und wendeten rückwärts die Mahnen Grad als wellten sie lliehn vor unnennbarem Lnbeil. Stumm büch der Zeiger der I hr — die Zeit selbst stand still vor Entsetzen. Mitleidig kamen die Frauen der Naehharschafl. leidenserfalircii Mit verweinten Gesichtern und mit geröteten Augen Täglich weilen sie draußen am Friedhof und suchen die Gräber Klopfen am Tore der Gruft und sind vertraut mit den Toten Immer bereit zu trösten — so drängten sie sieh an der Schwelle — Aber sie weichen zurück und schwinden wie sie gekommen. Wieder schweiget das Haus — und trüber noch wird seine Trauer. Auf dem Fensterbrett schwankt und kämpf! umsonst mit dem Dunkel Flackernd das Seelcnliclit wie Blick ans verdunkeltem Auge. Neben dem schwelenden Docht und neben der zitternden Flamme Stellt — ein trauriger Nachbar — das Glas mit dem klaren Wasser Reinlich ein Handtuch daneben — hereil für die Seele des Toten. Täglich, morgens und abends, die sieben Tage der Trauer, Sammeln sieh hier die Zehn-Männer und beten die Bitten der Trübsal — Einfache Leute von draußen. für wenig Groschen gemietet —■ Und wann immer der Raal-Tcfillah die Stimme erhebet im Beten, Beim ״Erweckcr der Toten!“ — d,1 zuckt die Flamme am Dochte W ie ein goldenes Zünglein dann züngelt sie jäh in die Höhe Aber plötzlich... prallt sie zurück mul schwankt wie hetrunken ... Dort — der Vorhang am Fenster — ein leiser W indhauch heweg׳l ihn — W er es sieht, der erzittert und fröstelt in plötzlichem Schauer Ist es die Seele des Toten? und kam sie heimlich durchs Fenster? Netzte sieh im Wasser und trocknete sich an dem Tuche Nur ein winziges Weilchen — dann hob sie sich wieder nach oben Kehrt, rein wieder und klar, zur Hube, von wo sie gekommen. Oh du Seele, du Beine! wenn’s AVahrheil. ist, was wir vernommen Und wenn wirklich du kamst, das verlassene Nest zu besuchen 011 so verweile ein wenig — nur bis das Gehet man beendet Daß du siehst, wie ein jeder erzittert im Herzen vor Kummer Wenn der ״Waisen-Katldisch“ ertönt, unterbrochen von Schluchzen Aus dein Munde des Knäblelns, des blassen, der ungeschickt slaiiinielt Sieh, der Lehrer stellt auf die Bank ihn, ganz vorn vor den Leuten — Und er stottert und bebt —- und kann niclit sprechen vor Weinen. Ach — es ist ja dein Kind! Erkennst du’s nidil? Barmt dich niclit seiner? Stumm sitzt die .Mutter vcrsleint, in diesen unseligen Tagen Unbeweglich ihr Antlitz — das Herz liegt wie Blei ihr irn linsen Grau vergilbte ihr Haar — wie klein ist sie plötzlich geworden! Wie nur soll sie ertragen die langen Tage und Nächte! Wie soll sie schaffen ihr Teil — drei Kinder am Halse ihr hängen! Wie soll sic Brot ihnen bringen? die micklcn Gliederchen kleiden? Wer fülirl den W'eg sie der Lehre? wer leitet sie Pfade des Beeilt!uns? Wer entfacht ihnen himmlisches Lieht nachts ans den Ileiligen Büchern? AVer erhellt ihren Morgen durch Stimmen der Lehre, des Liedes? AVer ruft am Schabbnl-Ahcnd die Engel des Friedens zu Gaste? Und wer feiert die Feste für sie in lieblichen Liedern? Leer stellt der Becher des Vaters — der Glanz ist vom Hause gewichen. llingeworfcn der Tallith — zerknüllt der heilige Beutel Vaters Suhlur—verschlossen —auf ewig schweigen die Blätter. Einsam sein Schrank voller Bücher — verwaist die Iäändo dort drinnen Niemand schlägt sie mehr auf — kein Finger wendet 'dio Seiten... So verstreichet die Sch iw ah — und Gram überflutet die Mutter. Aber am achten Tag reißt sie sieh hoch — und stellt sich dein Schicksal. •) Erschienen in der!Monatsschrift ״Mosnajim“, Tiseliri תרציג 1 Bialil phetische eine fast ner Oege großen F erschütter schlug ih sich ersc den Dich sehen. Schol seine Jah: Humor 7, die Freu! und verar Vorleser, Bialik wa Weni im Lande usvv. Eini und nich! mit den den jeder Er s< früh gez< Feder als Stubcnhoi wildeste, mit ande nicht nur im wilder Nach vertrieber Juden vvs kamen ai mitgeschl! erkaufte zu fahren nicht zur werden vs los, gescl allem Dr fragten d den gle Stadt me dank sei! ließen iln Ausland. I erste hebräische Sprachgestalter sein, der ein solches Wörter־ buch erhält1׳). Gehören die soeben wiedergegebenen Hauptgedanken des Aufsatzes über ״Geburtswehcn der Sprache“ (1908) nur teilweise der allgemeinen Sprachphilosophie an, während sie andererseits auf das spezielle Problem des Hebräischen bczogen sind, so fährt ein sieben Jahre später gehaltener Vortrag in die (irmultragen des Sprachwerdens als solchen. IJm ״OtDnbanmg mul Verhüllung in der Sprache" geht cs dein Denker min, also um jenen geheimnisvollen Prozeß, de'r am ,,Steinen und Sinken•• der Wörter zunächst augenfällig wird, der ihm aber seinen Ausgang in dem großen Augenblick nahm, da das erschütterte N.iliirkiiul der Angst vor dem Donner in seiner Nachahmung durch den rrr . . .-baut Herr ward und so das onomatopoetische Kern-tiiek schuf, das vielen Sprachen in ihren Bc/eichmmgen für ״Donner“ gemeinsam ist. Bialik hat damit absciu vom Dange und den Ergebnissen der großen .sj.rai kphilosophisdnn 'I lieoi ien - die magische Gewalt und Funktion der Sprache fnr sieh wieder entdeckt. Sie dient, wie er es formuliert, zur Bedeckung des Abgrundes, jenes cliautisah«, n Schcegtmg-a!!gründe-., dem der Mens h nicht nackt und w«. 11!los -gmd/iiiialteii vermag und dessen t u gew,alten die im (iil.i.iiui! allmählich dünn werdende Decke der Worte immer wi! d׳ r /u durchstoßen drohen. Diese (icfalirenstiimlen sind zu:!« 1 ei! «ln- «ler Geburt neuer Worte oder der Wandlung alter, de.־ aufs nein■ jene I'rfunktion zu erfüllen halten: den Menseht 11 vor drin unmittelbaren Anprall der nackten Wirklichkeit schnt/cml .11׳ trenn« 11. Am stärksten droht solche Gefahr tmiiiim;leneti Begegm ns der kindlichen und elementaren Seele <h s 1 )1 .hier'. I ■lull) i-t auch sein verschließendes Wort am haftbarsten, am ״dr- 11tc-den". Und doch: in vier Vieldeutigkeit dir dielilrri-r heil Worte, im Sprung von einer ihrer Sinnm״;dn. iiD um zur naei "teil, öffnet sielt manchmal für einen Aiineiibii; k dir!(,■.lumde und drohende Spalt in die Tiefen- Welt, dir sie entstiegen -ii •I, in die Leere des Nichts, in die Augst des I m-a:r«u1. in die redselige Furcht des Todes. Sie, und nicht die trohlieltc Gemeinschaft der Menschen, sind die wahren Musagcten von Sprache und I)iei1ttt1!g:)• 6) M. A. Jemmsky (M. A. Jack) hat die ersten Proben seines tiinfassciHle-ii Werkes bereits veröffentlicht. Das Bialik- Wörterbuch von ji/xhak Avinery enthält nur die Neuerungen in engerem Sinne. 7i Die Beziehungen dieser seiner Begriffswelt zum existenziclicn Denken Kierkegaards, Heideggers und Rosenzweigs waren Bialik völlig unbekannt. Hingegen blitzt der Zusammenliang mit kabalistischcm Sprachdenken nicht selten termino- I igisch auf; z. B. ״Gilgul“, Seelenwanderung der Wörter. ZUR REISEZEIT Unsere Freunde bevorzugen die Hotels, Pen» sionen und .Sanatorien, deren Empfehlungen sie in jeder Freitag »Ausgabe unseres Blattes finden n!1d11׳1׳׳M:1n111n1u11־iH1!n111111n11;H:11111׳M!!1111111m11111111m!1111!m1i1iM1im!!11m11111mn11i!1111n1M111M1111i1111ni1m111m1 Znm Todestag von Theodor HerzI »nd Ch. N. Bialik Herzt-Bild.10 Rpf. Bialik-Bild .. 10 Rpf. HerzI u. Bialik, Erzieher des Volke■ 10 Rpf. KEREN KAJEMETH IE31SRAEL (JOD. NATIONALFONDS t.v.) BERLIN W 15, MEINEKESTRASSE 10 POSTSCHECK-KONTO NR. 58347 Bialik der Lehrer und Bewahrer Von Dr. Jakob M e i 11 i s Man ist versucht, in den schöpferischen Gang Bialiks ein künstliches Schema hineiiizutrageti und sein Wirken in. einzelne, mehr oder weniger produktive Abschnitte aufzuteilen, woben man sich die Sache besonders bequem macht und die letzten Dezennien seiner Arbeit als die Epoche des Schweigens hinstellt. In der Tat mochte es zuweilen so aussehen, als ob Bialik seiner dichterisch-prophetischen Bestimmung untreu geworden, als ob er verstummt wäre und seine schöpferischvisionären Kräfte ihn nach und nach verlassen hätten. Allein nichts wäre irriger als eine solche Annahme. Wer hellhörig genug ist und aufmerksam den Werdegang Bialiks, sein Kämpfen und Ringen, mit offenen Augen verfolgt, der erkennt sogleich die innere Gesetzmäßigkeit, die den Werken Bialiks wie in jedem echten künstlerischen Organismus iimewohnt, und die sielt in gerader Kontinuität von Anfang bis zum Ende fortset/t. Von den großen Gedichten, über die Prosawerke bis zu den berühmten Essays und anderen Abhandlungen tritt deutlich die einheitliche Linie hervor: Bialik der Künder und zugleich der Lehrer seines Volkes. Und er ist sich selbst immer treu geblieben, wenn auch zuweilen die Form, das Mittel seines Wirkens gewechselt hat. Die Richtung blieb immer dieselbe. Gerade die Einzigartigkeit Bialiks, seine Virtuosität und Größe, sein überlegenes Können und die Fülle der Motive kommt uns nicht nur zum Bewußtsein, wenn wir seine Gedichte, die trostwie zornerfüllten Lieder lesen, wir werden ebenso überwältigt von der tiefen Ursprünglichkeit seines Geistes, von der schöpferischen Urkraft seiner Sprache, von der Eigenart des Gedankens, die uns in seinen Prosa-Arbeiten, in den U ebersetz u n g e n und besonders in den Sprach- und sonstigen literarischen Essays entgegenfritt. Bialik war nicht nur der große Dichter, der Künder des Leides, des Unheils und dessen Ueberwindung, er gab nicht nur seinem grimmige״ Zorn und der Sehnsucht nach Erlösung heftigen Ausdruck, er war niclit nur in seinen Gedichten der Strafprediger und ewige Mahner, der Tröster und zarte Lyriker, sondern et offenbart sich uns auch in seiner ganzen seelischen Größe und Tiefe als der Lehrer und Erzieher des Volkes, als Bewahrer seines g e i - stigen Schatzes und als geistiges Haupt der Nation. Es ist geradezu etwas Hinreißendes und Packendes im Wesen Bialiks, das zugleich von der tragischen Größe seiner Persönlichkeit, von unerhörter Kraft und Ueberwindung, von inneren, schweren, oft zermürbenden Kämpfen zeugt, wenn wir ihn in einer Zeit seelischer Nöte und äußeren Zusammenbrnches in sich selbst zurückgezogen und an seiner großen Aufgabe der Sammlung und der Erhaltung mit emsiger Hingäbe arbeiten seiien. Die Wirklichkeit forderte schwere Opfer, harte, strenge und praktische Erziehungsarbeit. Sollte der Dichter des prophetischen Pathos ihr nicht gewachsen sein? Sollte er Müdigkeit, Verzagtheit, körperliche Indisposition vorschützen? Es bedurfte schon eines Unmaßes von Kühnheit und unbeugsamer Entschlossenheit, um den Weg zu gehen, den er für richtig und allein gültig erkannt hatte. Und Bialik wich nicht zurück. Er ging unter die Arbeiter und Erzieher des Volkes und verrichtete mit ihnen in Treue sein Tagewerk. Es war der Weg z 11 in Volke, zu seinen geistigen und ungchobenen Schätzen, die wohl verwahrt und behütet werden sollten, damit sie nicht der Vernichtung und der Vergessenheit preisgegeben werden. Der Prophet tritt vor dem K o d 1 f i k a t o r großen Stils zurück. Niemand hat es besser als Bialik selbst verstanden, diesen Gefühlen einen echten und wahren Ausdruck zu verleihen. Den Murrenden und ewig Unzufriedenen, die ihn als falschen Propheten gescholten haben, ruft er in schlichter, aber zugleich in so ergreifender Form zu: Was wollt ihr, was hin ich? Kein Dichter, kein Prophet — Ein Holzfäller bin ich. Ja, ein Holzfäller, ein Mann der schweren mühseligen Arbeit ist er, der vor keiner noch so großen Aufgabe zurückweichen darf, wenn es um das Letzte geht. Er vollbringt sein Werk wie jeder Tagelöhner und beansprucht dafür keinen höheren Lohn, keinen besonderen!,reis oder Auszeichnung. In der Zeit der Hoffnungslosigkeit und der Not ist sein Blick auf das G anzt gerichtet, es zu erhalten und zu 1) e w a h r e 11 ist sein vornehmstes Ziel. Zu verschiedenen Zeiten, besonders in solchen des Umbruclics und des Ueberganges, entsteht dem Judentum in der Person des Propheten der Sammler und Kodifikator, der Mallner, Künder und Erhalter ist. Auf seinen Schultern ruht die Last der Jahrtausende, das geistige Erbe der Generationen, und hier heißt es ansetzeu, dem heimatlos gewordenen Geist eine sichere Ruhestätte zu schaffen. Aber auch das Einsammeln verlangt die besondere Gabe, mit der nur Propheten ausgestattet sind, und die unsere Alten mit ״Ruach ha-kodesch“, die Kraft der heiligen Inspiration, bezeichnet haben. Nur große Männer, die zugleich Dichter und Propheten von Format sind, vermögen dank dieser besonderen Gabe die schöpferischen Werte einer reichen und vielgestaltigen Vergangenheit auszuwählen und sie in den Dienst der Gegenwart, fiir die Erziehung und Erhaltung des Volkes zu stellen. Und Bialik war einer dieser wenigen. Er war der erste, der die Parole des ״Kinuss“, der Sammlung nicht nur herausgegeben, sondern auch in die Tat unigesetzt hat. Er ruft auf zur Rückkehr zur jüdischen Ursprünglichkeit, zur echten, kernigen, im jüdischen Schrifttum verwurzelten hebräischen Sprache, zur Hebung alter Schätze der Agada sowie der Dichtung vergangener Zeiten, zur Sammlung und planmäßigen FHirch- Forschung der Bräuche und Sitten und der Volksvurstellimgen. Und er macht Ernst mit seinem Programm. Ucberall geht er tatkräftig und mit gutem Beispiel voran. Bialik, der in der alten jüdischen Kultur tief verwurzelt war, hat auch den grollen schöpferischen wie erzieherischen Wert der Agada sowohl für die Literatur wie fiir das Volk erkannt und danach gehandelt. Seine zusammen mit Rawnitzki herausgegebene Sammlung der Agadoth war eine große praktische Leistung. Zugleich aber hat er auch das Volkslied und das Volksmärchen mit einer nahezu peinlichen Pflege umgeben und vieles daraus im Geist der klassischen Sprache ״!!!gedichtet und niedergeschriebet!. Bialik hat aber auch mit dem Problem der hebräischen Sprache Ernst gemacht. Einem seelen- und fundamcntloscn, künstlichen Sprachgefühle hat er den bittersten Kampf angesagt. Er eifert um ihre Reinheit und will sie von all den Schlacken der Jahrhunderte sowie einer übereilten Moderne läutern. Die Neuerweck ung der Sprache soll aber nicht nur auf der Grundlage der Agada und der Lyrik erfolgen, sondern mail muß zurück zur Halacha und zu den von ihr festgeprägten Ausdrncksfortnen des täglichen Lehens. Nur so kann eine reiche, kernige, aber zugleich auch reine und im klassischen Geist erhaltene und neubelebte Sprache entstehen. Das Judentum kann nur von sich aus, nur von innen heraus vertieft und erneuert werden. Dazu ist aber ein gesundes Fundament erforderlich, auf dem sich weiter bauen läßt. Wie soll dieses Fundament geschaffen werden? Bialik gibt darauf eine klare und eindeutige Antwort: Indem man die alten Schätze, das Wichtigste und Wesentliche aus dem mannigfachen Erbe sammelt und reinigt. Nur dann kann die Grundlage für eine schöpferische, vielseitige und lebendige Kultur- und Erziehungsarbeit gegeben sein. Nur auf dem gesäuberten und festgefügten alten Fundament .kann sich dann der Bau des Neuen erlichen. Mit dieser riesengroßen Arbeit, mit der sich noch zukünftige Generationen auscinandcrzusetzen haben werden, hat Bialik begonnen. Das reiche Erbe des großen Lehrers und Bewahrers haben wir fortzuführen. Am Lilien. Ai der Men! g würdig׳ Juden un wieder in Mosesgcs Hamburg wollte ei ihren M Herz) se tion des eine stär nismus e stammt; Die “ zusamme wunderlic ׳, Sicheinfüi peschaffe: lästina, d schule Bi sehen La Welt der zu einem drei lieg ‘ I ilien sei י /eiten ni ist er eit * Stilbezcic 1 Münchnc: heute de dische E: immer zi Die ISstina, d von Dr. scheint A ־ W 50. D; kebräi 208 Seite stich wi« ejn umf einzelnen zeitig ein der h e מ sehr auch zu den. Die Iitel ״S r'i';1־Mi'S Sonderau ncrgestel] die berei ständig j Runim un Befaßt s und des freudige und Wie! SEI IN Q