Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 58 (19.7.1935)
- Date
- 1935-07-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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י Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 58, 19. VII. 1935 Die Wahlbewegfung zum XIX. ZionisfenkongreB Warschau, 10. Juli. (JTA.) Von den Wahlen zum XIX. ZioiiKtenkongreß in Ostgalizicn, ■die am Sonntag, dem 14. Juli, statttamleri, liegen die Ergebnisse aus 120 Ortschaften vor. Danach erhielt der Weltverband der Allgemeinen Zionisten 31 '201 Stimmen, die Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten 3103, die Liga für das arbeitende Palästina 30 890 Stimmen, der Misraclti 10 723 und die Judenstaatspartei 4530 Stimmen. Die Ergebnisse von ISO kleineren Orten stehen noch aus. Es wird angenommen, daß der Weltverbnnd der Allgemeinen Zionisten und die Liga für das arbeitende Paln st in a je 19 Mandate erhalten werden, der Misraclti 5, die Judenstaatspartei 2 und die Weltvercinigung der Allgemeinen Zionisten 1 Mandat. Budapest, 16. Juli. (JTA.) Wie der Ungarische Zionistenverband mitteilt, hat «las l.andes-Schckelkomitee auf (iriiiid der bis 1. Juli erzielten Srhekelarbcit festgestellt, daß zurrt XIX. Zionisten-Weltkongreß die ungarischen Juden 3 Delegierte entsenden werden. Zum XV1II. Kongreß stellte Ungarn nur 2 Delegierte. Amsterdam. 17. Juli, (JTA.) Die Wahlen zum XIX. Zionistenkongrefi hatten in Holland folgendes Ergebnis: Arbeiterljstc 215 Stimmen, Allgemeine Zionisten 212, Misraclti 118 Stimmen. Kopenhagen, 17. Juli. (JTA.) Die dänische Zionistisehe Organisation, die sieh überwiegend aus Allgemeinen Zionisten zusaiumen-et/t, hat beschlossen, sieh der Weltvercinigltng der Allgemeinen Zionisten an/useliließen. Ein kleinercr Teil der dänischen Zionisten gehört dem Misraclti an. Kairo, 13. Juli. {j I A.) AK Delegierter der ägvptischeu /.!;misten wird atu! uzeruer Kongreß der Vi/evorsitzende der Zionistischen Organisation in Aegypten, Leon B a s o n, teüneinnen. Die Kongreß wählen in der Tschechoslowakei Von unserem Korrespondenten h. I. Prag, 16. Juli 1933 Die Wahlen zum XIX. Zionisfenkoni; roll finden in der Tschvehoslowakei in der /eit vom 21. bis 21. Juli statt. Die VorkongrelKtimnumg ist ruhiger als je zuvor. Das mag wohl einerseits aut das Ausscheiden der Revisionisten, andererseits aber auch aut den Umstand zitnick/ufuhren sein, daß mitten im Hochsommer in einer allgemeinen Urlaubsatniosphärc des Interesse für politische A1iscinanderset/ungen auch im zionistischen l.agcr schwächer als sonst ist. Die Sehe k c 1-Kain pa״ ih1 hat mit einem ei f reu liehen Resultat geendet: bis zum Stichtag wurden über 23 500 Schekalim abgerechnet, eine Zahl, die hierzu) a 11 de noch niem als erreicht wurde. Nach den Rekordeinnahmen der beiden Fonds hat also auch diese Schekelnkthm deutlich eien Beweis erbracht, daß die Versuche Jabotinskys, die Zionistisehe Organisation zu schädigen, auch in der Tschechoslowakei kläglich gescheitert sind. Infolge des starken Anwachsens der Zahl der organisierten Zionisten entsendet die Tschccho- Slowakei zum Luzern er Kongreß 11 Delegierte gegen 9 z u m letzten Kongreß. Um diese Mandate bewerben sich die Allgemeinen Zionisten, die der neuen Welt- Vereinigung angeschlos»cn sind, Arbeitendes fcrez Israel, Misraclii und Judenstaatspartei. An dem Council der Jewish Agency wird eine starke Delejgation der propalästinensischen ״N'icht/iomXten“ teilnchmen, was vor allem auf die kürzliche Anwesenheit Dr. Werner Senators in der Tschechoslowakei zuriiek/uführen ist, der mit allen in Betracht kommenden Faktoren eingehende Verhandlangen über die Neuorganisation der Jewish Agency führte. Um die Beteiligung an den polnischen Parlamentswahlen War sei! au, 15. Juli. (JTA.) Der polnische Staats- Präsident hat als Termin für die Waiden zuin Sejm den S. September und für die Wahlen zum Senat den 13. S c p t e m h c r festgesetzt. An;:c-ichts des nunmehr feststehenden Zeitpunktes der Wahlen werden in jüdischen Kreisen verschiedentlich Wahl- Vorbereitungen getrofi.n. Auf einer in Warschau {׳tattgefundenen Tagung «!er Vorsitzenden der l.amlessektionen des zentralen polnisch-jüdischen kaufmännischen Vereins ist beschlossen worden, ab Kandidat zu den Wahlen zum Sejm den Vorsitzenden des Verbandes, den ehemaligen Abgeordneten W i s c h i i t /. k i, auf/ustcllen. Zusammenschluß der rumänischen Rechtsparteien Bukarest, 15. Juli. (JTA.) Die antisemitische Liga für nationale Verteidigung des Professors Cu za und die nationale Agrarpartei Octavio Gogas haben sich unter der Be- Zeichnung ״Nationalchristliche Partei“ zusammengeschlossen. In dem Programm der neuen Partei heißt es, daß der rumänische Staat gegenüber dem jüdischen Element, dis durch seine zersetzende Kraft seine Konsolidierung hindere, die Pflicht habe, seine Organisation und die rumänische Arbeit zu schützen. Lehrerfortbildungskurse. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden und die Reichsvertretung der deutschen Juden veranstalten während des Herbstes und Winters in Berlin Fortbildungskurse für Lehrer und Lehrerinnen. Die Kurse sind in zwei Sektionen gegliedert: in der ersten wird eine Fortbildung auf dem Gebiet des jüdischen Wissens vermittelt, die Kurse der zweiten Sektion behandeln pädagogische und methodische Fragen unter besonderer Berücksichtigung des Volksschulunterrichte. Die Kurse beginnen am 12. August. Anmeldungen werden an den Preußischen Landesverband jtklischer Gemeinden, Berlin-Charlottcnburg 2, Kantstr. 158, erbeten, von wo auch Programme und Stundenpläne eingefordert werden können. Zürich HOTEL BELLERIVE Mod. Haus, direkt am Sea / Zimmer ran 6,50 Frs. an ״Keine greifbaren Resultate“ Tagung: des Verwaltinigsrates des Auswandererhilfswerkes London, 17. Juli. (JTA.) Unter dem Vorsitz von Viscount Ce eil ot C 11 e 1 w ס o d trat in den Räumen der Royal Society in London am 17. Juli der Verwaltungsrat beim O b e r k 0 m in i s s a r i a t für Auswandererfürsorge zusammen. Völkerbundskommissar James ü. Mac Donald erstattete einen ausführlichen Bericht über die bisherigen Arbeiten des Oberkonirnissariats und erörterte den gegenwärtigen Stand des Auswandererproblems. Oberkommissar MacDonald betonte, das Oberkornmissariat sei als eine autonome Körperschaft unabhängig vom Völkerbund eingesetzt worden. Er sehe keinen anderen Ausweg, als daß diese Aufgabe unter der Leitung einer vom Völkerbund zu schaffenden Organisation als ein integrierender Bestandteil des Völkerbundsystems selbst übernommen wird. Die neue Organisation wird sich der Auswanderer aus allen Ländern anzunehmen haben. Oberkommissar MacDonald gab sodann einen Ucberblick über den Stand der Verhandlungen, die mit den einzelnen Ländern über eine Eröffnung von E i n w a n d e r 11 n g s ־ m ö g! i c h k e i t e 11 gepflogen worden sind. Dr. Sainucl Guy Inmari, der besondere Sachkenntnis und Erfahrung über die Verhältnisse in Latein-Amerika habe, habe vier Monate in Süd- und Mittelamerika geweilt. Von den Län* deru Latein-Amerikas bieten Argentinien lind Brasilicn die größten wirtschaftlichen Möglichkeiten. Aber es steht fest, daß in diesen Ländern gegenwärtig die blindernissc für eine allgemeine Einwanderung außerordentlich groß sind. Insbesondere können nicht-landwirtschaftliche Arbeiter nur in ganz besonderen Ausnahmcfällen /!!gelassen werden. In Argentinien und in Brasilien waren die Regierungsstellen durchaus bereit, das Einwantlerungsproblem zu studieren. In keinem Lande jedoch sind greifbare Resultate erzielt worden. In den westlichen Ländern Südamerikas oder in den Staaten Mittelamerikas liegen die Verhältnisse hinsichtlich der Arbeit, die wir zu tun haben, ungünstig. Zweifellos kann jedoch eine beträchtliche Zahl von Ein- Wanderern als Einzelne Beschäftigung finden; auch gibt es Möglichkeiten für die Niederlassung von Gruppen in mehreren dieser Länder. Die in dieser Hinsicht sich bietenden Möglichkeiten sind mit «len entsprechenden privaten Organisationen erörtert worden. Die Aussichten für Professoren und besondere Sachverständige in Latein-Amerika werden auch weiterhin einer Betrachtung zu unterziehen sein. Oberkommissar MacDonald erörterte sodann Umfang und Verteilung der Auswanderung aus Deutschland seit Januar 1933. Er bezifferte ihre Zahl auf nicht weniger als 80 000. In den überseeischen Ländern haben sich niedergelassen: fn Palästina 27 000, in den Vereinigten Staaten 6000, in den Ländern Südamerikas 3000, in Südafrika 300, in den übrigen Ländern 500; zusammen also 36 800. Auf die Länder Mittel- und Osteuropas entfallen IS 000 Rückwanderer. In Frankreich leben lÜOQO, in den Niederlanden 4000, in der Tschechoslowakei 1000, in Großbritannien 2500, in Oesterreich 900, in Italien 1100, in Spanien 2000, in Belgien 600, in den skandinavischen Ländern 100!), in der Schweiz 500, im sonstigen Europa 1500 Auswanderer. Palästina hat danach den größten Teil der Aus- Wanderer aufgenommen. Das ist ein Rekord, auf den die beteiligten Organisationen stolz sein können. Aber Palästina hätte nicht diese Zehntausende aufnehmen können, wenn die entsprechenden Voraussetzungen nicht viele Jahre hindurch durch die Selbstaufopferung und die Ergebenheit derjenigen geschaffen worden wären, die unaufhörlich für das Ideal eines jüdischen Nationalheitns eingetreten sind. Zur Lage der intellektuellen übergehend, bemerkte Oberkommissar MacDonald, daß weniger als für eine andere Gruppe für sie eine Generallöstiug möglich sei. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage in der Welt, die den Ausbau der entsprechenden Lehranstalten sehr erschwere, könne gesagt werden, daß der Prozeß ihrer Unterbringung■ Jahre in Anspruch nehmen werde. Aus einem Bericht, den das Büro des Oberkommissars im März 1935 veröffentlicht habe, gehe hervor, daß zu dieser Zeit 366 ausgewanderte Gelehrte zeitweilig untergebracht worden seien. 218 hätten ständige Arbeitsplätze gefunden. Seit dieser Zeit habe sich die Zahl der ständig untergebrachten Gelehrten auf 272 erhöht. * fn einem Briefe an die ״Times“ nimmt der Völkerbundskormnissar, James G. MacDonald, zum gegenwärtigen Stande des Auswandererproblems Stellung, ln ilun schreibt er u. a., daß angesichts der Wirtschaftskrise es immer mehr und mehr klar werde, daß das Problem der Unterbringung von tausenden Menschen nur durch ein intcrnationales Organ gelöst werden könne. MacDonald glaubt, es bestehe die Hoffnung, daß die nächste Völkerbundsvcrsammlung sich mit einem Vorschlag beschäftigen werde, der die Schaffung einer Zentralorganisation für Auswandererfragen zum Gegenstand habe. Diese neue Organisation soll unter oder «loch im Zusammenhänge mit dem Völkerbunde arbeiten. Ihre Aufgabe wird es sein, Konsulatsdienste für alle Gruppen von Auswanderern zu leisten, denen Hilfe 7u gewähren vom Völkerbund für notwendig gehalten worden ist oder für erforderlich gehalten werde. Außerdem soll diese neue Organisation «len philanthropischen Institutionen behilflich sein, eine Lösung des ganzen Problems zu finden. Antisemitismus in Mandschukuo Von unserem Berichterstatter Tokio, Ende Juni 1935 Ich machte mit dem Antisemitismus in Mandschukuo so zeitig Bekanntschaft, wie man überhaupt mit irgendeiner Einrichtung eines Landes bekannt werden kann, das man zum ersten Male betritt. Es war bei der Paßrevision in Harbin. Auch für Reisende, für die die Frage des Antisemitismus von untergeordneter Bedeutung ist, mag die Inquisition in dem kleinen Amtszimmer der Bahnhofspolizci keine aufmunternde Annehmlichkeit sein. Aber wenn man glücklich das Kreuzverhör chinesischer, russischer und japanischer Beamten Überstunden hat, darf man sich, ohne weitere Unaunehmlichkeiton zu befürchten, zwanzig Tage lang der polizeilich gestempelten und gesiegelten Aufenthaltsgenehmigung erfreuen. Dieses Krcuz.vcrhör geht nach einem streng geregelten System vor sich, das in einem Fragebogen kompiliert' ist, der schätzungsweise ein halbes Hundert Fragen enthält. U, a. gibt es die Frage ״Nationality?“ ״You are Jew?' fragte ein Russe aus dem Inquisitiouskomitce. Ich bejahte und schrieb es auf seine Forderung bin. Meine Mitreisenden waren alle abgefertigt, aber mein Paß lag immer noch ungestempelt auf dem Aktentisch. Das Zimmer leerte sich. Ich war mit dem Russen allein. Er blinzelte mich lange unter seiner Pelzkappe, die tief ins Gesicht gezogen war, art. Nach langem Hin und Her durfte ich den Inhalt meines Reisegepäcks wieder einpacken, eine Autodroschke besteigen und immer in Begleitung meines pelzbemiitztcn Polizeibeamten meine Harbincr Freunde besuchen. Sogar die Taxe wurde für mich bezahlt. Die antisemitische Bewegung in Mandschukuo ist ständig im Wachsen begriffen. Zwar wird durch die zunehmende Ersetzung russischer Beamten durch japanische und mantlschurische der Antisemitismus der offiziellen Sanktionierung allmählich entzogen, aber auf der anderen Seite ist hierdurch eine Gruppe entstanden, deren antisemitische Haltung zu einer «ioppelten Gefahr für die Judcnlieit i!1 Mandschukuo geworden ist. Die japanischen Verwaltungsstellen standen zunächst all dem ziemlich teilnahmslos gegenüber, bis im Februar 1934 das Auswärtige Amt in Tokio zur Initiative schritt und dem Polizeichef von Harbin, Yoshisuki Matsuda, Anweisung gab, die vorgekommenen antisemitischen Ausschreitungen zu unterdrücken. Der Erfolg dieser Maßnahme scheint aber gering gewesen zu sein. Die Ausschreitungen nahmen nicht ab, sondern zu, und sogar einige japanische Beamte begannen, sich die antisemitische Ideologie der Weißrussen zu eigen zu machen. Japans Konsul Marishima drückte den Wunsch aus, die Nöte •der jüdischen Gemeinschaft zu studieren. Als Vertreter Japans, das den Juden freundlich gesinnt sei, werde cs seine Obliegenheit sein, ihnen sein Augenmerk zuzuwenden. Konsul Marishima versicherte, daß er Schritte unternehmen würde, die antisemitische Propaganda bestimmter weißrussischer Gruppen zu unterdrücken. —d. Die Volksbank Iwria, die auf Grund des Beschlusses einer außerordentlichen Generalversammlung jetzt ״Iwria- Bank e. G. m. b. H.“ firmiert, versendet in diesen Tagen ihren gedruckten Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1934. Der Bericht weist durchweg aufsteigende Zahlen auf. Die Zahl der Genossen ist von 341 auf 395, die Zahl der Anteile von 488 auf 549 und demzufolge die Summe der Ge- Schäfteguthaben von rund 100 000 RM. auf rund 122(100 RM. gestiegen. Die Bilanzsumme weist irn Vergleich zum Vorjahre eine Steigerung von 1 018 000 RM. auf 1 454 000 RM. auf und durch den Gewinn des Berichtsjahres ist der Verlustvortrag von 19 900 RM. aut 2600 RM. zurückgegangen, während die Rückstellungen mit einem um mehr als 15 000 Reichsmark erhöhten Betrag ausgewiesen werden. IN ALLER KURZE E)em ״Völkischen Beobachter“, München, vom 13. Juli zufolge wird auf der Großen Deutschen Funk aus- Stellung 1935 in Berlin die Möglichkeit bestehen, Schallplatten, zum Zweck späterer Rundfunksendung, durch Be- Sucher der Ausstellung besprechen oder bespielen zu lassen. Voraussetzung dafür ist, daß die Gruppen und Einzelnen, die sich dafür melden, den Nachweis arischer Abstammung rechtzeitig erbringen. Am Samstag wurden, wie von der ״Westfälischen Landes- Zeitung“ gemeldet wird, zwei Juden in Stralsund in Schutzhaft genommen, weil die Bevölkerung darüber empört gewesen sei, daß sie in diesen Tagen arische Mädchen geheiratet hätten. Außerdem habe die Schwiegermutter, eine Hausbesitzerin, die Wohnung eines arischen Mieters für die Neuvermählten in Anspruch genommen. Aut dem Hohen zollernplatz in Berlin-Wilmersdorf ist ein Plakat angebracht, auf «lern steht: ״Juden sind hier unerwünscht!“ In dem Berliner Ausflugsort Ciatow sind Schilder folgenden Inhalts angebracht: ״Hunden und Juden ist das Baden verboten.“ — ״An den Pranger mit den Judenfreunden!“ Im Seebad Rüdersdorf bei Berlin sind Juden uner• wünscht. Der Breslauer Oberbürgermeister hat lt. Meldung des ״Angriff“ v. 18. 7. den Juden nahegelegt,« das Coseler Waldbad, das Stadionbad, das Strandbad Norden und das Strandbad Carlowitz nicht mehr zu benutzen; entsprechende Schilder werden an den Eingängen der Bäder angebracht werden, ln den übrigen städtischen Bädern werden den Juden besondere Teile der Liegefläche zugewiesen. In den Bädern in Crailsheim (an der Jagst) sind Juden nicht erwünscht. In dem Luftkurort Hain L Rsgeb, sind Juden unerwünscht. In einem großen Theater in Cremen a wurde die Kantate eines 12jährigen jüdischen Komponisten, Giorgio Levi, aufgeführt. Die Kritik in der Presse spricht sich loben«! über die Qualitäten des jungen Komponisten aus. Die chaluzische Jugend in der Schweiz veranstaltet vom 16. 7. bis 6. 8. ein Ferienzeltlager in Conn bei Flims, an dem sich etwa 150 jugendliche beteiligen. Der Verband der zionistischen Jugend in Genf hat ein Projekt der Schaffung einer jüdisch-schweizerischen Kolonie in Palästina unter dem Namen ״K f a r S w i z a r i a“ ausgearbeitet. Das Buch von Prof. Dr. Guido Kisch ״Die Prager Universität und die Juden“, das in Nr. 56 vom 12. Juli besprochen worden ist, ist im Verlage von Julius Kittls Nachfig., Mährisch-Ostrau, erschienen. DR. MICHAEL TRAUB Durch Planung zur Verwirklichung Aufgaben u. Probleme d.XIX. Zionistenkongresses Preis der Broschüre nur 25 Rpf. Zu beziehen durch alle Buch* handlungen oder gegen Vorein- Sendung zuzügl. 8 Rpf. Porto vom Verlag ״Jüdische Rundschau“ G.m.b.H. Berlin W18, Meinekestr.10 / J1 (Bism.) 7165, 7240 Sammeln. Postscheckkonto: Berlin 17392