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Jüdische Rundschau · 1934-03-23 · Heft 24 (23.3.1934) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 24 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAtl Als Tourist nach Palästina Von Pr. E. F. Ascher Eine Reise nneh Palästina ist zwar heule nicht mehr wie noch vor wenigen Jaltrei« ein kostspieliges und vor- )lültiiismnltig komplbk'itcs Unternehmen, doiuiadi erlichen sich für di'iiioiiPrii, der als Tourist eine zeitlich begrenzte Reise nach Palästina untcrnelnncu will, eine Reihe voll praktischen und technischen Fnigon, die naehstchcml, soweit sic von allgemeinen! Interesse sind, behandelt werden sollen. Natürlich ist die Friihjahrssaison die geeignetste' Zeit für eine PaLästina-Rcise. Pa Purim und mit ihm die Festlichkeiten in Td-Awivv, die einen immer volksverbutulcneren, künstlerischen und repräsentativen Charakter gewonnen lialicn, in diesem Jahr sehr früh fallen, hat auch die Reise- Saison früh eingesetzt. Trotzdem beginnt die schönste Zeit für die Palästina-Reise eigentlich erst jetzt, nämlich in den Monaten März und April, in denen das Wetter beständiger ist, die Sonne warm, aber nicht zu heilt, die Wege wieder alle befahrbar, und das Meer in Tcl-Awiw und Haifa eine Temperatur aufweist, die es uns Mitteieuropiiern bereits erlaubt, ohne Furcht vor Erkältungen zu baden. In dieser Zeit bat Palästina ungefähr das Klima eines milden deutschen Vorsommers, jedoch ohne Regen und noch ohne Staub. Die Stadt Tel-Awiw und ihre Bewohner bähen in diesem lalir den Versuch gemacht, die Friihjahrssaison zu verlängern, indem der Beginn der I. e v a n t e - Messe, die ja eine große Anzahl von Touristen und (ieschäftslouten veranlassen wird, nach Palästina zu reisen, auf den 26. April verlegt und die Dauer bis zum Ende Mai ausgedehnt wurde. In diesen Wochen, die zweifellos Höhepunkte des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lehens in ganz Palästina darstellen werden, findet der Palästina-Reisende ein normales, warmes Sommer־ Klima vor, und die furcht vor den heilten Föhntagen braucht ihn am Slramle von Tel-Awiw oder auf dem Karmel mul in den modernen Hotels und Pensionen nicht mehr zu schrecken. Pie Bestiimiiimg des Zeitpunktes, wann die Paläs!i!1a-Reise angetrefeii werden soll, richtet sich daher im wesentlichen nach dem Zweck, dem die Reise dienen soll: Das Land, seine Schönheit und seine Natur offenbart sich am charakteristischsten im März! und April; in diesen Moraten, also nach den Purimtagen, wird auch am meisten Zeit und Ruhe für ernsthafte Information und Mcintingsaustausch mit Freunden bestehen. Pie wirtschaftliche Lc* bemlipkeit des Landes und festliche und gesellschaftliche Höhepunkte bietet in diesem Jahre die Messezcit, also von Ende April bis Ende Mai. Fine der Grundfragen, die sich jeder Palästiuatourist bei der Vorbereitung seiner Reise stellt, ist die Frage, ob die Reise besser allein, vielleicht mit Familie und Frcimden angelreteu wird, oder im Rahmen einer Gesell* se 11 a I t s r e i s e. Pie Gesellsehaflsreisen!iahen sieh In den letzten Jahren aullerordeiillieh eingebürgert, jedoch sind sic nicht jedermanns Sache. Sie empfehlen sieh besonders für diejenigen, deren Zeit genau begrenzt ist, die im wesentliehen einen allgemeinen Einblick in die palästinensischen Vorliältiiisse haben wollen, und die vielleicht im Lande nicht genügend Verwandte und Freunde besitzen, um alles Sehenswerte richtig und geschickt zu besuchen. Diese genießen durch eine Gesellschaftsreise, die dann natürlich auch einen organisierten Aufenthalt im Lande entschließen muß, die grölten Vorteile von Ersparnissen an Zeit und Geld, _ au Nerven und Aiifiiahinckraft, die ihnen durch eine geschickt disponierte, sorgfältig vorbereitete und planmäßig durehgeführte Gesellschaftsreise geboten werden, Fiir viele andere vvira sich ein teilweiser Anschluß an eine Gesellschaftsreise durchaus empfehlen, etwa in der Leute ja sehr üblichen Form, daß nur die Balm- und Sch iffsreise gemeinsam an ׳etretcu werden, so daß der Heisende zwar gewisse. Vorteile der Preisermäßigung und der Rabatte genießt, die hei einer Gesellschaftsreise zu erzielen sind, im Laude selbst aber völlig frei disponieren kann. Natürlich sind solche Gesellsiliafisreisen an bestimmte feste Termine gebunden, und es ist nicht jedermanns Sache, sich mit seinen individuellen Wünschen und Dispositionen den notwendigen Einteilungen einer Gruppe unteivuordncu. Hier wird also der Einzelne so disponieren müssen, wie es seinen eigenen zeitlichen und sachlichen — häufig auch finanziellen — Notwendigkeiten entspricht. Dann erhebt sielt die entscheidende Frage, welche Route der Palästina-Reisende cinschlngeii, welche Schiffslitt io er bevorzugen soll. Die allgemeine Kenntnis der Schiffsverbindungen nach Palästina hat ja im laufe insbesondere des letzten Jahres außerordentlich zugcnoniinen um! damit auch die Erfahrung, daß ein wirklich eindeutiges Urteil über diese oder jene Linie nicht möglich ist. Zufälle des Wetters und der Gesellschaft, Veränderungen in der Zusammensetzung der Leitung und dos Personals, große Unterschiede in Gewohnheiten und Ansprüchen ergehen ווו den Berichten die widersprechendsten Urteile, und ehrlich pemeiiile Lobsprüchc stellen häufig hinsichtlich derselben l inic oder gar desselben Schiffes harten und abfälligen Kritikeu gegenüber. Im allgemeinen ist zu sagen, daß auch heute noch im Mittolmerrverkchr die oberen Klassen den mittleren und unteren Klassen gegenüber an Schiffsraum, Bequemlichkeit und I laltung zu sehr bevorzugt werden, lind erst langsam wird auch auf den Schiffen der am meisten benutzten italienischen und französischen Linie die III, bzw. Spczi.dklnsse mehr als sauber mul ordentlich, nämlich auch 1111 Sinne einer ״bürgerlichen1' Beförderuugsform geführt. Line Neuerscheinung im Schiffsverkehr nach Palästina stellen die sogenannten Amerika-Dampfer dar, d. h, Schiffe, die sonst im Nord- oder Südamerikaverkehr der großen curnpäisehen Reedereien stehen und anläßlich der üblichen MittelnieciTeiseit iin Frühjahr, von Amerika kommend, europäische Passagiere auf den Zwisclicnstreckcii mitnehmcii. Diese Schiffe •erfreuen sieh meist eines sehr grollen Interesses, denn sie sind groß, modern und rasch, andererseits ist ihre Benutzung aber problematisch, denn die Disposition der Knhincnnliitze, die Organisation einer sorgfältigen und planmäßigen unterbringimg ist auf ihnen schwieriger, weil das Schiff ja in der Hauptsache mit amerikanischen Passagieren besetzt ist und besetzt sein soll, und die Platzzuwrisuug an die europäischen Passagiere von dem Fortgang der Buchungen in Amerika abhängig ist und jn vielen Fällen erst im letzten Augenblick erloigt. 1111 allgemeinen hat sich einher der Rat, welches Schiff zu bemilzen sei, nach der Zeiteinteilung des Reisenden, seiner Reiseerfaliruiig, seinem Charakter, seinem Wohnort xiud — last not least -- seinem Geldbeutel zu richten. Nach den Kosten einer Palästina-Reise gefragt, ist mau beinahe versucht zu antworten: eine Palästina-Rcisc kostet soviel, wie man ausgeben will oder kann. Naturgemäß gibt cs einen Minimumbetrag, der bei bescheidenen Ansprüchen lind ■einer etwa _ vierwöchigen Reise um RM. 50t) herum liegt. Im allgemeinen wird man von folgenden Zahlen ausgehen: die direkten Reisekosten betragen in der III. Klasse beispiciswchc von Berlin bis Berlin zwischen RM. 30t) bis 375, in d״ II. Klasse zwischen RM. 50h bis 750, und in der 1. Klasse von ca. RM. 800 an. Außer diesen Kosten fiir die Hin* und Rückfahrt sind die Aufenthaltskosten in Pa* läniuta zu berücksichtigen, die in den kommenden Monaten rmt RM. 7 bis 8 bei bescheidenen Ansprüchen, RM. 12 bis 15 bei gutbürgerlichen Ansprüche« und RM. 25 und weht bei Ansprüchen nn erstklassiger Unterbringung wohl nicht zu hoch gegriffen sind. Das Hotel- und Pensionswesen in Palästina 11 at sieh in den letzten Jahren außerordentlich entwickelt: *Sic meisten älteren Hotels sind renoviert und verbessert worden, eine grolle Anzahl von kleineren und iniUlcrcii Pensionen wurde eröffnet, und die meisten Hotels und Pensionen haben im Laufe der Zeit auch sorgfältige 11ml sachkundige I eittiug, häufig deutsches und österreichisches Persona! erhalten. Natürlich muß man sich hierbei im ganzen darüber klar sein, daß, an Internationalen oder .gar an großstädtischen Mnßstiiben gemessen, die palästinensischen Hotels und Pensinnen verhältnismäßig Idem und bescheiden sind, und daß in einem Land, das noch vor wenigen Jahren seine Besucher in den zwar romantischen, aller keineswegs hygienischen Hotels des alten Orients tiiiicrziibringen pflegte, die Begriffe von erstklassig und guthtirgcrlieh nicht dieselben sind, wie in einem Lande von so besonders hoher Wohn- und Hotelkultur wie gerade Deutschland. Aber der Fortschritt ist ein nullerordenflich großer, und die palästinensischen Hotels und Pensionen haben es in der letzten Zeit bereits verstanden, durch sorgfältige Bedienung, Sauberkeit und aufmerksame Organisation ihren Gästen den Aufenthalt angenehm und erholsam zu gestalten. Vielleicht darf an dieser Stelle einmal eine allgemeine Bemerkung über den Standard von Palästina-Rei* sen gemacht werden: Es ergibt sich nämlich folgende eigenartige Frsrheinimg: derjenige, der für eine Reise innerhalb Deutschlands oder auch in den angrenzenden!.ändern einen Betrag von vielleicht RM. 800 fiir sich allein oder gar von RM. 1600 für zwei Personen nusgab, konnte hiermit eine Reise machen, die absolut nls erstklassig zu bezeichnen war und die seinem sonstigen Lebensstandard zumindest entsprach, wenn sie ihn nicht iihertrnf. L'ür eine Palästina-Reise ist dieser Betrag viel weniger, denn che man, und nicht einmal I. Klasse, an dis Ziel seiner Reise gekommen ist, hat man bereits für Hin- und Rückfahrt den größten Teil der oben angeführten Stimme *?eines Reisegeldes nusgegeben. Von diesen ökonomischen Gesichtspunkten darf eine Palästina- Reise eben nicht allein beurteilt wenden. Es sind andere Schönheiten, die man dort entdeckt, und andere Werte, die mau erwirbt. Zur technischen Vorbereitung der Palästina-Reise gehören noch ehe Fragen der Vis a* F rt 0 i I u n g, der GeldslisPosition usw. Nach den heutigen Bestimmungen kann ein Visum zum vorübergehenden Besuch Palästinas jeder Besit/cr eines gültigen nationalen Passes erhalten, der nachweisen kann, daß er bestimmt nach Deutschland zurückkommen wird, und daß er finanziell In der I.age ist, eine solche Reise sich erlauben zu können. Ein solcher Nachweis ist naturgemäß in jedem Fall nach den persönlichen Vorhältnissrn des l'in/olnen zu erbringen. Narb den neuesten Bestimmungen wird auch eine Baukslcherhelt verlangt werden, deren Höhe und genaue Formulierung noch Gegenstand <1 er Erwägung der zuständigen Stellen!ist. Auch wenn das Visum zum vorübergehenden Aufenthalt von den zuständigen englischen Konsulaten oder Paßstellen in Deutschland erteilt wurde, hat die Einwamlermigslieliördc in Palästina das Recht, bei der Landung die Angaben und Unterlagen des Einreisen* den einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Für den Reiseverkehr nach Palästina bestehen hinsichtlich der Gcldniit* nähme keine besonderen Vertrüge. Fs können daher die Schiffs- und Balmkarten In Deutschland bezahlt werden und außerdem 1111 Monat RM. 200,—־ ■im Rubinen der Freigrenze inilgofiüirt werden. Die Mitnahme von weiteren Geldmitteln unterliegt wie üblich den Bestimmungen der Dcviseiigesct/.- gebung und der Genehmigung der Finanzämter. Per Touristenverkehr nach Palästina hat sieb in den letzten Jahren stark entwickelt. Palästina ist an ihm außer* ordentlich interessiert•, nicht mir wegen des materiellen Gewinnes, den die Touristik in das Land bringt, sondern mich wegen des immer stärker und lebendiger werdenden Zusammenhanges, der aus Her wachsenden Zahl seiner Be* sucher Palästina mit der Welt verbindet. Wie stark das Interesse der deutschen Juden an Palästina ist, lut erst wieder der über Erwarten slarke Besuch der Palästina* Ausstellung in Berlin erwiesen. Alle diejenigen, die in diesem Frühjahr gut vorbereitet und sachverständig bc* raten zu kürzerem 011er längerem Aufenthalt nach Palästina kommen, weiden für ihre eigenen Pläne entscheidende An* . regungen erfahren, Freunde und Verwandte vorfinden, die siel! ein neues gesundes Leben allen Schwierigkeiten und Problemen zum Trotz aufbnuen, und werden erfrischt, hc< reichert und in ihrem jüdischen Bewußtsein gestärkt zurück* kehren. Die StacUratswahl in Jerusalem, Jerusalem, 2t. März. 0־T. A.J Vertreter de« Waat! Leuini, der Jcwish Agency mul des Wand llnir haben eine Sitzung ahgclialten, in der Richtlinien für ein einheitliches Vorgehen hei der bevorstehenden Neuwahl des Stadtrat es von Jerusalem besprochen ■wurden, in der Sitzung wurde mitgeteilt, dafl nach zuverlässigen informatio* nen dem künftigen Stadtrat sechs Juden, vier Mohammc* dancr und zwei christliche Araber angeboren sollen. Nr. 24, 23. HI. 1934 Arabische Liieraiur und europätiche Orlental||(en Wie ist die Leistling europäischer Orientalisten ״w״״, der arabischen I ilmtnr ei 11z11seh,1t/en? Diese Fns׳e ki T zeitig und mit völlig entgegengesetzten Resultat,•י1,1'1״1, ״• Jaffacr I ages/nbmg ״A 1 - I a m i a a I -1 s 1 a m j ,״ " III dl I . lieliMisdieiy Wochenschrift ״I 11 r i m“ hch;m,|,׳lf ״ den. Pie arabische rages/eituiig wirft den e11r0|>äk׳l1״u 00°'״!allsten krasse Unwissenheit und böswillige l:nUt<־U״no?' Lehren des Islaju vor. Sie schrieben dem Islam Lehrז'“ ,״ welche cs nicht gäbe. Die arabische Sprache sei rin! *״' Ausdrücken, Wendlingen, Umschreibungen mul Biidcrn ä" reiche Sprache, daß es seihst den Ambern nicht leicht wJ° sic wirklich zw beherrschen, Die 0uro|R1ischen Orient■*!■!c* aber seien kurzsichtige Menschen mit engen Horizont™ 'i•״ weder der arabischen Sprache noch der islamischen Rp!U■ gerecht Werden können. Das Blatt bringt sodann Kuriosa der Uebcrsct/img, wie sic sich angeblich in L,!!sehen und fran/osj;dien Uebcrsclziingeii des Koran finr1 *•' wie z. B. das arabische Wort für Vesper (Asr, eiitsnrorh׳*!'״ dem nchr.iischcn Minchn) 111 einer französischen Uebcrscfot mit 3״ Uhr nachmittag׳‘ wiedergegebon sei (die ■Quell«, 5 denen das Blatt schöpft, sind allerdings nicht inee-ch«! Per Artikel schließt: ״Pie Verantwortung für dicsMwJ, trifft aber nicht nur die Orientalisten, sondern die gelehrt™ Moslems, welche die europäischen Sprachen beherrschen p, wäre Pflicht, dieser Moslems, kurze Kommentare des Koran in den fremden Sprachen hcraiisziigehen, Kommentare, die *;־!, getreu an den 1 evt halten. Wurden die europäischen talisten solche Kommentare zur Hand haben, dann würde« auch ihre Ansichten über den Koran und das Volk des Km״, andere sein.“ ¥ 1 Anders urteilt über die Frage der Verdienste der ewor>;.!schon Orientalisten um die arabische Literatur der bckanrti• ägyptische Schriftsteller Ta Hussein, von dem ein ArtiU•] über .die Wiederbelebung der arabischen Literatur in <]״ hebräischen literarischen Wochenschrift ״Turin!“ abgedrutk1 ist. Fa Hussein erzählt die G1־schk1!׳tc der Wieilcrbclcbusder arabischen Literatur, deren Ursachen er in der physischen ökonomischen und politischen Erstarkung der Araber sieht, fte Lethargie der arabischen Literatur war eine Folge der Schul, ehung der Araber, und mit deren Gesundung gesundete auch die Literatur. Pas erste, was man lat, als die Pruckerpresie in die arabischen Lander cingcliihrt wurde, war, daß nun alte arabische Teste neu druckte. Aber es sei der Fehler der Araber bis zum lieuiigen Tage, daß sie diese klassischen Schriften in schlechten Ausgrbcit drucken, ohne dem Texte die notwendige kritische Aufmerksamkeit zu schenken. Hierin bestehe das große Verdienst der europäischen Orientalisten, Pas philologische Gefühl und die philologische Technik der Europäer sei an den griechischen und lateinischen Schrift• Stellern gereift 11ml habe sich mm aurh den arabischen Bücimti gegenüber bewährt, Ta I liuscin erhofft eine Besserung <|e$ Zustandes von der neu (gegründeten Akademie fiir die arj. bische Sprache, zu deren Mitgliedern auch der ägyptische Oberrabhincr Haim Nachum gehört, der als großer ״Kenner des Arabischen gilt. Symptome im Parteienkampf Josef Trtimpchlors Grab in Tel Oiaj, über dem erst vor Wenigen Wochen ein Denkmal enthüllt wurde, ist alljährlich «m II. Ada 1־ der Zielpunkt von Wallfahrten der palastineusischcn Jugend. Diese Wallfahrten sind in den letzten Jahren mit politischen Oeinonstratiouen verbunden gewesen, da sowohl die Arbeiterpartei wie die Revisionisten Josef Triimpeklor Inr sich reklamieren. Infolge der Spannung, die zwischen den beiden Parteien herrscht, bedeutet der gleichzeitige Aufmarsch der Parteien am Grabe eine nicht unerhebliche Gefahr, die in diesem Jahre nur durch das Emgreifvn des Wand Leuini — l'is auf unbedeutende Zwischenfälle — gebannt wurde. Nim• mehr tritt im ״Doar liajmn“ A. Rcubeni dafür ein, daß diese Wallfahrten künftig gänzlich 11111 <* r b I e i b e n. Sie seien mir ein Zeichen dafür, daß unsere Parteien in Wahrheit religiüse Sekten geworden sind, die ihre Weltanschauung wicht auf den Verstand und die logische Ucberlcgung aufbaoen, sondern auf das Gefühl allein, das sich keiner Kritik mehr beugt. Unsere Parteienkämpfe sind in Wahrheit schon m Religionskriegen nusgeartet mit all dem Eifer lind dem Zelolciilum, das Roligionsktiego aus/oichuct. Per Kampf um eia Grab sei ein weiteres deutliches Zeichen. Fr erinnert an die Kämpfe der islamischen Sekten in Mekka 11ml an die erbitterten Streitigkeiten der verschiedenen christlichen Sekten am hriligeu Grab i!1 Jerusalem. ״Josef Triimpeklor war ein einfacher Mann, fern von allem Gezänk der Parteien. Was er. tat, tat er mit ganzem Herzen, das keine Parteiung kannte. Sein Lebm war ein 1 leldenleben 11m! sein Tod war ein Heldentod. Bit Erinnerung an seine und seiner Freunde Taten kann au« der jüdischen Geschichte nicht verschwinden und nicht aiisgelAscnt werden. Aber es heißt das Andenken des Mannes entehren und die durch seinen Heldentod geheiligte Erde entweihen, wenn man dort den Massenkultus eines heiligen Grabes treibt, u« Partcilcidcnschaften zu entflammen. Dieser Kultus ei;1cs מח• Eigen Grabes und die jährlichen Zeremonien, die mit ihm '׳er• bunden sind, müssen aufhören.“ Nene Belrlebe der McJallindnsfrle Scltülcr als freiwilllfle Erntehelfer Tcl-Awiw, 21. März, (J. T. A.) Dem Aufruf der Hfstn* ilmlli ilaowdim, angesichts des durch die unzureichende Einwanderung verursachten A r b e i t c r m a 11 g c 1 s freiwillige Erntehelfer zur Einbringung der restlichen Ernte in den OrangeupflflimtnjjsUoIonien bci/.ustcllcn, haben 400 Schüler und Studenten der Hebräischen Universität, des Haifacr Technikums und anderer höherer Schulen Folge geleistet. Man erwartet, daß diese Zahl mit dem Beginn der Pcflach* ferien auf 1000 Anwachsen wird. Das neue Heft des ״Mori'cii". Das Märzheft des ״Morgen" ist u. a. einem Rückblick auf die vergangenen 10 Jahre des Erscheinens dieser Zeitschrift gewidmet, Ein Artikel von Ludwig Feuelitwniiger beschäftigt sieh hiermit. Ucbcr das Wesen des völkischen Staatsgedanken« schreibt Kurt Wiik au I fand der wichtigsten Literatur der letzten Zeit. 1 Ter Leitnrlikcl des Heftes von A. 11. beschäftigt sieh mit Vorgängen im jüdischen Leben Deutschlands, insbesondere mit der Ar* heit der Reichsvcrtretimg. Uehcr ״Wirtschaftsschicksale und Lebenswille" schreibt Einst G. Löwenthal und behandelt darin wichtige Fragen der beruflichen und sozialen Neiistruktnricrung des deutschen Judentums. Leo Hirsch behandelt Disraeli undLnssnllc und versucht, die Frage des politischen Typs. zu klären. Weitere Beiträge von Max Dienemaim über ״Purim", Gedichte von Karl Wolfskchl, die Fortsetzung der ״Legende v»11 den Juden" von Max Snmter und eine Bc* spreehung von jüdischen Liedern durch Erlist Reich mit dein Thema ״Pas gute jüdische Herz" schließen «ich an, Aus den kleineren Beiträgen erwähnen wir 11. a. eine Notiz über die Rückkehr von K&räcrn nach Palästina, In der Haifa-Bay auf Boden, den der Keren Kajeiadli zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt hat, wird dem• nächst eine Fabrik eröffnet werden, die Schlösser unn alle Arten Haubeschlügc 110rstellcn wird. Die neue Firai», die ihre ersten Erzeugnisse Mitte Mai auf den Markt bring« wird, stellt als erste Schlösser in Erez Israel her. Im Emek Sebuiun, dem vom Jüdischen Nationalfonds erworbenen Gebiet an der Haifa-Bucht, wird auf rin™ 12 Acres großen Grundstück durch einen aus Deutschland e1"j gewanderten Unternehmer eine große M et a 11 gi e ״eT* errichtet. Mit den Planiert!ngsnrhcitcn wurde soeben neff®; non. Pie Baunrbcitcu werden Anfang April aufgenommen u etwa 100 Arbeitern fiir ein Jahr Beschäftigung hictcn. wird erwartet, «laß die Fabrik innerhalb eines Jahres Betrieb gesetzt werden wird. Hebräisch-Deutsches Taschenwörterbuch von E. Bräudo, V«• lag Kcdcm, Berlin-Cliarlottcnhiirg. Schon die iiußcrc Ausstattung dieses Buches fällt auf• * bisher erschienenen hehr,-deutschen Wörterbücher hatle» ja in dieser Beziehung nicht immer sehr verwohnt. > ף lobenswerter ist cs, daß der Verlag keine Muhe s<-״t > um ein klar gedrucktes Lexikon auf sehr gutem Pap*״ . 711stcllcn. Aber auch in bezug auf die innere Gestaltung Fortschritte und Neuerungen zu verzeichnen. So ist es in pädagogischer Hinsicht durchaus zu begrüßen, dau auf Synonyme fast durch,gehend liingcwicsen wird, 5° j dem Lernenden die Möglichkeit gegeben ist, sich von! ׳ der Häufigkeit eines Wortes ein Bikl zu machen. Ai 111 dir als 20 Druckbogen werden LI 000 ■Wueter una Wendungen gebracht, die das Wesentliche aus allen y0() toi der hebräischen Sprache enthalten. Eine Anzan Prägungen aus der neuesten Zeit leiten zum lebendig brätsch, 80 auch zum Lesen von Zeitungen, über, *• r

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