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Jüdische Rundschau · 1934-03-23 · Heft 24 (23.3.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 24 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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9:14 Ku 1(1י [irnlf,,. '1111/1!. n <11(. K-11111׳n ן')1)'1י■; : lllul €י1ג% Wni(»| וחיו,'? יגיח ־'Kt ' J'vtr 11 % 23. m. 1934 jüdische Rundschau Seite ל 0' Derjenige •סה{שתנו, סליך סך, •*״״■/>.!״ienl »e!rag -der sich »us dieser Erlebnis- und Aufgaben {ragen lernen: ״,K ab .in(011,1 fl ansscltlieRt *md spricht: ״Dieser Dienst, der :1‘"י c Vorfahren vielleicht einmal Sinn gehabt hat, was »!Jm cr denn I nch! buch? Ihm niclitl“ Dem Qinclutm an- :f1 ״.(!< dessen Frage von Verständnis und Interesse zeugt, 1''״, wen״ er bescheiden — in einem ganz, anderen Sinne als oa;cha — «׳eh noch nicht als volles Mitglied der Oe- I :!'״gell,1it fühlt-ביה ליהדות אעד *ך ה' א ל 5 כי אתכם - wird j. difl er nach dem Pell,ach sich nicht detn Rausche ן;* den (■riechen nacligeahmten Nachfeier liingeben soll, i'id.rft gerade er den geistigen Sinn der Freiheit und die י: י" . . . _ •li״ i.lr;Ue fr.t.v* nsf. 1..״t Vcrp• iiclifung, die aus ihr folgt, erfassen soll. n Jleir nnlc I wir ( IC. Rer-;־ ge. Wird. F'in- ,er- 1״ i t Auf. ton- II >1 g ■ M. -bnis * ihr «laß Aus. '•md- Aater י c n, s in ZUT risti- Tr»- >11111l.r- ח len I als l>e- ,den he- Film Iber ren. 1 e n nid! der 'ater für litte als der aus hm, •lien ein- :ntu acdes tnja amt nkt der nen ern rerries ries rias rier ich er Frlos am ter nri ird >cter nc •ht flr ,״ an rn er er er ((׳einer durfte glauben, daß er reif genug wäre und es ״•.« mehr nötig hätte zu fragen; ist daher kein Kind da, Sfa11׳ einer der I iscligcscllschnft. Deswegen erzählt die 11,,".ו'la uns auch von den großen G c 1 c 11 r t c n, die '״Miuc Nacht zusammcnsafleu und sich von dem Auscrzaldten. Die T railition durfte niemals erstarren, jeder, "ji der größte (ielehrte, srdlte immer neu das Ereignis des (4;m:es und der Volkswerdung in seiner Ursprünglichkeit (,jri.rn. [toi der Antwort, die dem Kinde gegeben wird, wird vjn()t, daß es sich lud der Befreiung nicht tim einen Akt 1ז'ן sei bs 1 h i I f e, sondern um eine von außen her ',luncmle F r 1 ö s 11 n g gebandelt hat. ״Mit starker Hand L! mit ausgestreekfem Arm“ mußte das Volk herausüfijihri ivci den, siclierlirli nicht mir wegen der großen Macht /•r AciP'l'tcr, sondern wegen des inneren Widerstrebens, der nifichgiiltiiU'C'it und des Kleinmuls der Juden selber, die ,nmer wie!irr, als Widerstände sich in den Weg stellten, .fleil waren, in der Knechtschaft zu bleiben und selbst noch ,der Wüste sich nach ihr ziiriickselintcn. Wären sie nicht :,;ן (irwalt lierausgeführt worden, daun wären sic — so ,:iirt die Ilaggaila weiter — ewig dort geblichen und hätten .1( ein Sklavenvolk in der (ieschichtc weiter gelebt. Eine ..,fite vvriler aushoicude Antwort auf die Frage des Kindes griihrt den tieferen Sinn der Knechtschaft, indem uns beiflilct wird, wie unsere^ Vorväter ursprünglich wie die jmlcren Volker in dem Götzendienst verstrickt waren und!s erst dieser inneren Läuterung bedurfte, um die Voraus- (rtniügen für eine Hingabe des Volkes an die göttliche Aufgabe zu schaffen. Später, hei Erwähnung der 10 I'lagcn, pflegt man in!im Becher ein/utnudieM und jedesmal etwas abzutropfen. Pic;f svmhnlBche llnndlung mag darauf Hinweisen, daß durch!<ie Leiden, die andere Menschen betroffen haben, auch wenn 8 sich «in unsere Gegner handelt, unsere Freude verringert uiro, ebenso wie wir am I'eßach vom dritten Tage ab ז8ז die Hälfte des Hattet, der besonderen Lohespsalmcn iar die Feiertage, sagen. Denn ״als die Aegyptcr im Meer vtmnketi, wollten Gottes Engel Triumphgesänge anstimmen. Ds sprich Gott: Die Geschöpfe meiner Hände versinken im Meer nncl dir wollt Lieder singen vor mir?“ (Midr. Merill. 10.) Infolgedessen zeugt das zunächst merkwürdig an- ■nutende Bemühen einiger Weisen, die Zahl der Blagen zu imiclfaclien, sicherlich nicht von einer Genugtuung und Freude daran, sondern dient einfach dazu, uns die reale Bedtuttmg und die weitreichenden Folgen einer jeden Plage zu iflseeciisfiii!(!liehen. Im Hinblick auf die vier verschiedenen Mwlnicke der Erlösung (11. 15. M. K. (>, V. 7 .א) trinken wir 'ist Becher Wein an den Pcßachabenden; den fünften Becher, der auf den Vers ״ וקבא^י אתכם קאדיןich werde rodi in das Fand bringen“ (a. a. O. V. 8) Bezug nimmt, trinken wir nicht, weil dieser Vers für uns gegenstandslos «worden war. Wir weihen diesen Becher vielmehr dem Propheten Flijahu, der als der Wegbereiter der zukünftigen Erlösung gilt, Ganz ähnlich wie der Sehabbath durch die Erneuerung des Menschen, schafft der Pcßach durch die Erneuerung unseres nationalen Seins die Voraussetzungen für das Mcssimische, wie dies symbolisch in dem Ocffncn der Tür, die den Elijahu hineinlassen soll, zum Ausdruck kommt. Daher steht die Gestalt Elijalius — für einen Augenblick gewissermaßen te Ziel vorwegnehmend — in den Liedern, die am Schabbith-Ausgsng gesungen werden, ebenso wie am Ende des Seiler!:, im Vordergründe, ln diesem Zusammenhang — an Sie universale Aufgabe Flijnhtis anknüpfend — geschieht eine Zurechtweisung der anderen Völker (0ןןתך ijistp)! weil sie ikw menschheitlichen Bestimmung untreu geworden waren ®d in deren Folge Israel unterdrückt haben. Doch wird herbei die Gefahr einer nationalen Ucberlieblichkcit gcuhen imri daher gleich betont, daß nicht tun Israels willen fae Zurechtweisung geschehen soll, sondern rier göttlichen Idee wegen (לא לני••?י לשמף)• Das Ocffncn der Tiir zeigt «gleich das Sicherheitsbewußtsein des Volkes in dieser »•ל,,״,,״״)»־,». Erich Rostnb,a1h. Dem im 19. Jahrhundert verwurzelten Menschen wird es gar nicht in Gen Sinn kommen, zwischen 'Religion und ldenlis- :ums einen Iliilcrscliiril zu machen. ״I>. r Idealist, das ist der religiöse Mensch.“ Dal! diese Rehnbililieriing der Religion in Wirklichkeit ihre Verleugnung ist, kann aber sehr schnell an einem l'unkle gezeigt werden: F.s ist das Gehet, das In der Welt des Idealismus'keinen Platz hat, 1111 Idealismus wird dem ״hölicren Menschen“ alles ziigeimitet: Opfer, Tat und aske- Fische Verleugnung niederer EcbcnsrcRungen. Aber das ist alles nicht Religion, wie sic von der Bibel aus sichtbar wird. Denn der Idealist opfert und arbeitet für seine Idee, Er kommt über sein fei! nicht hinaus, mag cr sieh noch so lcidenschaftlieh hoch über die Frile erheben. Das Ideal Ist Offenbarung seines Ichs, also nicht Offenbarung im Sinne der Bibel. Der ,,höhere’‘ Mensch, über den die idealistische Philosophie den Menschen in seiner wirklichen Existenz, den mit Vor- und Zunamci! benannten einmaligen Menschen, der sich freut und leidet, der sterben muß und Hoffnung hat, vergißt, ist. nicht der Mensch der Wirklichkeit. In der Bibel aber begegnen wir der Wirklichkeit, so wie wir in ihr existieren müssen. Dem jüdischen Idealismus, dem Judentum des 19. Jahrlnimlcrts, ist in Franz Rosenzweig die gewaltige Persönliehkcit als Gegner geschenkt, die zu wirklichem Judentum zuiiii'klitbrl. Wann ist Tat jüdische Tat und nicht die lat des bomo faber, den nur ein Handwerk ausübenden Menschen, dessen Werke — nützlich oder schön, die Werke des ackerbauenden Urmenschen, die Napoleons und Beethovens — immer Tage-Werke sind? Die Werke aber, die dem Gebot der Nächstenliebe gemäß sind, sind vor Gott wohlgefällig und werden nicht vergessen werden, mag sic der;mcli rii'11 großen Aktionen ausschaucndc Berichterstatter, der idealistische Historiker, gar nicht bemerken. Franz Rosenzweig lehrt wieder begreifen, was jüdische Tat ist. Flr lehrt uns Juden, zum Logos des ewigen Griechentums wieder so zu stellen wie unsere Viiter. Für sie hieß dieses Griechentum in aller Anerkennung der aus dem griechischen Geist und immer nur aus ihm stammenden Kultur und Zivilisation — Heidentum. Franz Rnscnzwcigs Hauptwerk ist der ״Stern der Erlösung“. Else Freund gibt in ihrem Buch: ״Die Existenzph ilosophie Franz Rosenzweigs. Ein Beitrag zur Analyse seines Werkes: ,Der Stern der Erlösung“‘ (1953. VIII, F>2 S. Gr. 8°, Felix Meiner, Leipzig, M. 5.50) denen, die sich in dieses große Werk unserer Generation hinrinarbeiten wollen, ein wertvolles lliltsmlttel an die Hand, In diesem Sinne sei das Buch liier begrüßt. Daß dem Buche auch eine selbständige wissenschaftliche Bedeutung zukommt, darf nicht unausgesprochen bleiben. Es zeigt z. 15., wie sehr auch Franz, Rosenzweig mit der Welt des Idealismus, von der er uns loslöst, in seinem Entwicklungsgänge, den Else Freund sehr anschaulich dnrstcllt, verbunden war. Schöllings Spiitpliilosophie, die vom deutschen Idealismus zum Christentum führt, wurde für Rosenzweigs System wichtig. Else Freund zeigt hier eine Verwandtschaft, die auch den überrasclit, der um Rosenz.wcigs Mitteilung, daß Schöllings Spätwerke für ihn bedeutsam waren, schon wußte. Nur dieses Wenige sei hier über die wissenschaftliche Bedeutung des Buches von Else Freund gesagt. Was hier vor allem und nachdrücklich betont sei, ist dies, daß durch das Buch von Else Freund eine glückliche Möglichkeit gegeben ist, der Franz-Rosenzwcig-Ocmcinde neue Menschen zuzuführen, dlg über Franz Kosenzweig zum Judentum zurückfinden können. Ignaz Maybaum. Von der ״Schule der jüd. Jugend״ in Köln Wir erhalten folgende Zuschrift: Mit diesen Zeilen wenden wir uns an die Kölner Leser der ״Jüd. Rundschau". Wir fragen Sie, kennen Sie die ״Sdrule der Jüdischen Jugend?“ Wissen Sie, daß diese Schule sich nicht allein an die Jugend wendet? Sie fühlen sich doch gewiß noch jung genug, die Verbindung mit jüdischem Leben von heute zu suchen. Wir richten daher an Sie den Aufruf: Lernen Sie hebräisch! Finden Sie den Weg zur Schule der Jüdischen Jugend! Nach Pcßach beginnen dort neue hebräische Kurse sowie Kurse über folgende Themen: 1. Einführung In die jüdische Philosophie. 2. Talinudlsche Literatur, 3, Bibclkursus. 4. Die moderne hebräische Dichtung. 5. Palästinakunde. 6. Arabische Ktiüur. Alle Kurse werden von erstklassigen Lehrern geleitet, 500 Schüler umfaßt die Schule heute; wir hoffen, daß sich die Zahl bald verdoppeln wird. Wenn die Beteiligung genügend groß ist, finden auch Kurse in den Vororten statt, sonst im allgemeinen ini Jugendheim, Mauritiussteinweg 11. Richten Sie Ihre Anmeldungen und Anfragen an: Werner Pagcncr, Köln- Bayenthal, Gollstcinstr. 211; Tel.: 9 35 00 in der Zeit von 13>73—14 V2 Uhr. Zwa Tode von Maurice Lewin , Mit dem Ableben von Maurice Lewin, der am 10. Män in Antwerpen im M. Lebensjahr verschieden ist, hat Frcz Israel einen alten Kampfer verloren. Mit ihm ist einer der Überzeugtesten und begeistertsten Zionisten dahlugegangen. Set den Tagen llcr/ls bekannte er sich zu der Idee des palästinensischen Aufbaues, dem er seine ganze Kraft gc« widmet hat. . *!,י unbemittelter Junge kam er aus Litauen nach Bel- יזזיא• Sem Vater war ein So [er, und mit besonderem Stolz, zeigte Maurice Lewin eine kleine von ihm mit außerordenta i .*c,'ncn Buchstaben geschriebene Mcgilla. Seine zähe. Arbeitskraft, seine F.nerpic und sein Fleiß brachten ihm große geschäftliche Erfolge, und er begann bald eine wichtige Rolle im ucschäMsIcbcn Antwerpens zu spielen. Man übertrug ihm das Ehrenamt des Vorsitzenden der Diamantenbörse, und er bekleidete diesen schweren Und verantwortungsvollen Posten durch viele Jahre. Audi im jüdischen Leben der Stadt wurde er der anerkannte Führer. Mit unerhörter Friergie k.impftc cr, cler_ Zionist, gegen die liberale mul völlig assimiiierte Mehrheit. Er erfreute sich hohen Ansehens, sorgte *יי, aufopfernder Weise fiir die Armen, bedachte atle Institutc mit stets offenen Händen und war vieien Berater, Freund und Helfer. Stadt und Land erkannten seine Vcrdtenste an. Lewin war ein Tatenmensch. Ihm galt die äußere Form mir wenig, die Tat alle«, Lewin war einer der ersten, der in Palästina Boden kaufte, der datiir sorgte, daß junge Menschen ins Land kamen, der mit I rcudrri diejenigen reichlieh ausstattete, die sich zur Arbeit auf dem palästincnsischen Boden a!!schickten. Das Wachstum Tel-Awiws lag ihm besonders am Herzen. Dieser rein jüdischen Stadt gehörte seine ganze l.icbc. Immer wieder kehrte cr hierher zurück, war bereits vor dem Kriege, kurz nach Gründung der Stadt, hier. Und cr gehörte mit zu den wenigen, die weitblickend erkannt hatten, daß dieser Aufbau nicht nur durch der Hände Arbeit möglich und dauerhaft sei. Er war einer der euergischstcn Vorkämpfer des kultureller* .Aufbaus. Lewin, der ein kiusimiigcr Kunstliebhaber und Sammler war, der mit den _ bedeutendsten Künstlern Belgiens b<*• freundet war und in seinem Hause eine gewählte Sammhing von Gemälden besaß, wollte äuch in Tcl-Awiw der Kunst ein würdiges Heim schaffen. Das Museum war sein LicblmgskiruJ, das cr hegte, das er heranwachsen und gedeihen sehen wollte. Zur Begründung des Museums stiftete cr seinerzeit drei der wertvollsten Bilder, suchte überall Freunde für das Museum zu werben und ließ erst vor kurzem, da er die Absicht hatte, nunmehr endgültig hierher überzusicdcln, zunächst seine Bilder vorausgehen und im Museum auistcllcn, Ebenso eifrig war er um die ״Habimah“ bemüht■, da er in dem Theater den Vorkämpfer und Wegbereiter für die hebräische Sprache sah. Vor wenigen Wochen erst war er bei uns, um die fetzten Vorbereitungen für seine Ucbcrslcdlting zu treffen. Nun ist er für immer von uns gegangen. Dr. Karl Schwarz, Tef-Awiw. W1W» ו—*Bjigwigwuwsa-zwm»! ׳w«»׳ w if EAU DE COLOGNE — PAQEOM W* Gcorydie, Das interessanteste, pißante Modeparföm WäAWTW IH* *AOISC44* mm IN« «•AlHOMtidlfiN fl ti H LlN ■Tu M eiten etn*,chlä<?lq4*rs üfimn Postscheckkonto: Berlin Nr. 104SSt Bsnkkonto: Orssdnar Bank, Dsposltsnkatss KurlDrstondamm 181 Seil 15Mtrcn in gleicher Rm׳a,’ •IGJ* '^uy/£fiburgerSlr.33 j ld.c Üd1s!:c?1cS1r.amft)c53mlW.t5 &an<* ®otffar 1זי]1וו11י dalral a. C. Dr. iur. gratis £<&<rmann SÖlrffdjöffßv u. $inat13fcrafut10 St(tnti<ätmftn(4a!t mH attdsatiifTuut 1»tt. 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