Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 24 (23.3.1934)
- Date
- 1934-03-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite! 6 J 0 Dl SCH E RUNDSCHAU Fü konnte הnf die I»isiteri^c Weise nirlit gefunden werden, weil die Sp!1are des allgemeinen Lebens 11ml des jiiiiisclien Lebens sich nicht schnitt. Tradition kann nicht Eigentum e.ncs Lcbc1!.»r«׳scrvates sein. Das Kriterium muß ein zentraler _wert «ein, der alle Bezirke des I rhens, des Denkens, des Hililrns riiili'inaiider verbindet, ein Wert, der nicht in das subjektive Belieben gestellt ist, soiulcrii objektiv, real dasteht. Dieses Kriterium ist heute die Wiedergeburt des Volkes, der Aufbau des I;indes, selber ein Wunder, selber riet׳ zentrale tm<! obiektive Erlebiiiswert. Was an religiöser Ucbrrlteienmg, an religiöser Geslalliitigskrafl dein dienen kamt, ist lebendig. Die subjektive Wald ist nicht ansgesclinHct, aber eiligeschränkt. Im Wesen des Volkes liegt die Einheit über die Zeit hinweg, die beständige Gegenwart, die in Brauch, und Sitte sich aiisdnidd. Ein Volk ohne T 1־ a d i t i :1 11 i s t kein Volk. Das ist unsere Erkenntnis. Wir müssen sie verbinden mit dein starken Ziikiniftsgeliilil des neuen Oe* schlechtes. Hier zeichnen sich die (iriimlrlsse einer neuen jiidlsehen Theologie ah, die 1n Wiedergeburt und Aufbau die zentralen Werte sieht, Von denen her unsere Religion wieder zu einer lebendigwirkliehen wird. Aufbau ist eine konkrete Wirklichkeit; hedeutet Aufbau des Hodens, Aufbau einer gesunden so/ialcii Struktur, Aufbau eines menschlichen ’I ypus, in dein Körper und ('״•ist im reell len Einklangs stehen. Die Traditionen, die sieh dem einfügen können, werden neu belebt werden. Alle Ueberliefenrngcu, die mit Palästina als Land verbunden sind, die der Jugend die l.aml- und Hodenverlnimlenlieit gehen, werden zu einer neuen Bedeutung kommen. Das wird zu der Wiederbelebung einer Reihe jener Gebote führen, die am l ande hängen. Das wird bei unseren Festen stärker als bisher den hodenverbundenen Charakter herausheben. Aber Form und Brauch und Fest werden auch in ihrer neuen Gegenwärtigkeit religiös erfüllt sein. Denn In die Wiedergeburt von Volk und Land Ist cinjjcsclilosseii die Wiedergeburt des Einzelnen. Sie ist Voraussetzung lind Folge zugleich, sie ist ein Prozeß, der tief in die religiöse Welt liiiieinreiclit. Der Aufbaugedauke als Kriterium umfallt nicht nur den allgemeinen Bereich der Religion, somlern auch ihren persönlichen und individuellen. Es geht dabei nicht um die Verweltlichung der Religion, sondern um ihre Lehendigmadumg, oder, um es noch besser zu sagen, um das Erkennen der religiösen Wurzeln in dem neuen Lehen dort. Ich glaube, daß eine am Aufbau orientierte Theologie auf die unbewußten entfalliingstnöglielien Keime, die in diesem Aufbau beschlossen sind, zuhickgehcn kann. Der Zionismus und damit der Aufbau Palästinas ist eine Bewegung, die aus religiösen Quellen skunmt. Wer nur einigermaßen den Lauf der jüdischen Geschichte überblickt, derweil!, daß im Palästinaatifbau die jahrtaiisendaltc messi,mische Sehnsucht cingcmündet ist. Das soll nicht im Sinne einer Vcrfiarhung der incssianischen Idee gesagt sein, das soll auch nicht den Zionismus hl f'W(/1i/111mg unserer in Nr. IS vom 2. Miirz ih.J4 hi'f’nnticticn Einführung in den Gehalt der jüdischen Fes!laue veröl/entliehen wir heule einen Aufsatz über das pvssneh-Eest. (Heil.) Itt jedem Jahre kehrt eine Nacht —die Pc ß a c 1111 acht — im Leben der Jude» wieder, da der Vater die Aufgabe bat, seinem Kinde verständlich zu machen, was es heißt, Jude zu sei n. Denn der Pcßach bedeutet uns das Fest unserer eigentlichen Volkwerdung, das Fest, das uns aber zugleich auch den eigentümlichen Charakter dieses Volkes zeigt. Nicht wie hei anderen Völkern bildet sieh hier ein Volk all* mählich ans dem Zusammenschluß mehrerer (irtippen auf einem Boden, sondern um einer Aufgabe willen wird nach unserer Ueberliefenmg ein Mensch, Abraham, erwählt, der sieh willens mul fällig erweist, sie zu erfüllen. Aus seinen Nachkommen soll, bei immer weiterer Auslese, ein Volk entstehen, das sich ganz in den Dienst der Verwirklichung des Gnttcsstaatcs stellt. Gerade aber auf der entscheidciutcn Stufe, da, wo aus der Familie allmählich eine größere Gemeinschaft wird, wird eleu Nachkommen Abrahams eins Schicksal zuteil, eine viele Jahre währende Knechtschaft zu erleiden, Diese Knechtschaft, als das erste entscheidende Erlebnis des werdenden Volkes, konnte nicht ohne tiefe Wirkuug auf seine gesamte spätere Geschichte werden. Denn die Gemeinschaft, die das Land nur erhielt, um ihr ganzes Leben der Idee Gottes und der Gerechtigkeit zu weihen, durfte nicht den natürlichen Entwicklungsprozeß der andern Völker diirchm,־!eilen. Sie mußte in der Lreiude weilen, um durch die erlittenen Leiden zu einer Scliicksnlsgeuiciiiscliaft zusammeugesehmiedet zu werden. Dadurch, daß sie erst von außen, gleichsam aus dem Nichts, durch die gewaltsame Befreiung aus der Knechtschaft in das Land g 1׳ f ii h r t wurde, sollte sic dieses Land von Anfang au nicht als ein durch das Wohnen im Lande selbstverständlich erworbenes Eigentum, sondern als eine Aufgabe betrachten. So hatte das jüdische Volk mehrere Jahrhunderte in einem der größte« Staaten der Weltgeschichte geweilt, wo alle Macht sich in einer zu einem Gott erhobenen Person konzentrierte. Die Leiden, die dieses Volk an sieh selber in seiner langen Knechtschaft erfahren hatte, sollten nie aus der Fr- Imienttig Seilwinden. Sie sollten ein immerwährender seelischer Ansporn sein, als lebendigen Protest dagegen einen Gottes- Staat aufzunehieii, der getragen war von der Idee der Heiligkeit und Gleichheit eines jeden im Oottesbilde erschaffenen Menschenlebens. F.in tief aufwühlendes Erlebnis, nämlich seihst die Leiden der geknechteten Menschenseeie verspürt zu haben, sollte die seelischen Voraussetzungen für diese Aufgabe schaffen. Peliach wird das Fest unserer Freiheit genannt, nicht in dein Sinne, als oh nun das Volk, aller ’!•Vssein ledig, die Freiheit zu einem ungehemmten Ausleben erhalten hätte, sondern der Freiheit wurde es teilhaftig, weil es eine V e r p f I je ii t u 11 g auf sieh genommen hatte; einem als göttlich empfundenen Gesetz, zu dienen. Wir wurden frei, um unserer eigenen Bestimmung, um dcrctwillen wir ja ein Volk wurden, Folge leisten zu können. Daher der Peliach auch äußerlich die Periode der ״Sfira“, der Zählung, cinleiiet, die zu dem Fest der Gesetzgebung, ״Scluwuotli“, hinführt. Durch die Uebernaluue der Verpflichtung wurde eins Volk auch innerlich zur Nation und fähig, das den Vätern vorlicißcnc Land in Besitz zu nehmen. Die Erringung der Freiheit sollte aber nicht bloß als ein einmal stnttgefundencs historisches Ereignis begriffen werden, sondern als eine 1 mmc rwä 11 r c« d e Forderung an jeden Einzelnen, sich bewußt in den Zusammenhang der Geschlechter einnircihcn und das dem ganzen Volke gestellte Gesetz als eine persönliche Aufgabe zu begreifen. Die Treue zu der beim Auszug aus Aegypten übernommenen Aufgabe ließ uns fortbestehen und erhielt das innere seelische Gleichgewicht des Volkes. ־ Daher sollten wir das Pcßachfcst auch nicht als bloße Erinnerung a« ein vergangenes — wenn auch noch so zu einer psemlomcssianisehen Bewegung stempeln. Aber es ist Irot/dem so, daß die Sehnsucht mul innere Spannung des messianischen Fühlens sieh in den Palästina-Aufbau verlegt hat, daß daraus,'— ob man es weilt oder nicht —, der Schwimp und «Ire Glut de» Atifbnuwillens lierstainmt. Diese Wurzel kenntlich zu machen, heißt auf den religiösen Grund des Aufbau» selber zurliekgreifeu. Nur daß Iller das passive Warten in ein;\U1ives Formen!ungebildet ist, «laß jeder Einzelne in eine persönliche Beziehung nun Kommen des Messias im allen jüdischen Sinuc gebracht wird, als einer, der seinen Weg bereitet. Wenn die liberale Theologie den Messias zu einer blassen Idee gemacht hat, so will diese vom Aufbau ausgehende Theologie der messianischen Idee ihre Wükiiclikeitsfni'hc wiedergeben. Der Einzelne und die Gemeinschaft werden im Wieder* erwecken des L,indes in Beziehung zu Gott gebracht; sic müssen ihr Leben und das Leben ihrer Epoche als eine Gnade erkennen 111141 als ein Wunder milfasseu, Aus dieser riitstolhmg kamt wieder das Gebet lebendig werden. Neben die VicKalligkeit der Beziehungen, <lie im tlebet zum Ausdruck kommen, und noch stärker als sic werden jene treten, die die Menschen in ihrem Kampf um den Aufbau empfinden. Wieder um Regen bitten können und um Tau, für den Schulz des Fehles wieder danken können und für den Segen des Landes, macht das Gebet zu einer lebensnahen Wirklichkeit. Wenn so aus dem Gedanken des Aufbaus heraus sieh ein neues religiöses Gefühl entfalten kann, dann wird von der traditionellen Lebenspraxis aus dieses Gefüllt verstärkt werden, und umgekehrt wird es die traditionelle Ueberliefenmg in ihrem religiösen Wert verstehen lind anerkennen. Was hier gegeben wird, sind Umrisse eines neuen theologischen Denkens. Es soll nicht das Volk vergöttlicht werden, es soll nicht Gott gesagt und Volk gemeint werden. Aber wir dürfen hier ein Wort des Sifre, des alten halarhischcn Midrasch zum 5. Buch Moses nnführen: ״Die Besiedlung Palästinas ist das wichtigste Gebot der Thora“, weil sic nämlich die Voraussetzung der Erfüllung der Gesamt* heit der Gebote schafft. Die Voraussetzung für «las!.eben der jüdischen Religion ist das Wicderauferstrhrn des Volkes una des Landes; drulurclt werden sie zu eigenen religiösen Formclciiicnten, In der religiösen Spannung stellt auf der einen Seile Gott, auf der anderen der Mensch in seiner Form als lndividmun und in seiner Form als Volk, Atifbau des Individunms, aber auch Aufbau des Volkes sind Arbeit an der Religion umt dadurch selber religiös geweiht. Man mag diijsc ganze Auffassung als zeitbedingt anselmu. Jede Religion, und insbesondere die jüdische, ist ein komplexes Gebilde verschiedenartigster Anschauungen, Ströimmgen und Strebungen. Der Lichtkegel der Zeit wird jeweils, die angemessene Form zur Deutlichkeit bringen. In diesem Sinne 111,1g eine theologische Auffassung, die auf der Wirkliclikeit des Aufbaus beruht, zeitbedingt sein, Aber es ist eine Zeitbedingtheit, die für die nächsten Generationen noch gelten wird, tind die die Keime einer Wirkung für den ganzen Um* fang unserer Geschichte in sich trägt. wesentliches — Ereignis feiern, dessen Sinn an sieb al>- geschlossen ist und nur jedes Jahr neu erweckt zu werden braucht. I >er Bihdvers, der im Mittelpunkt «ler Haggada steht, weist darauf hin: עבור^הן1^!זה'ליבצאתי! deswegen (auf die vor uns Hegcmk Peßachtafel bezogen) — nämlich damit wir Pcßach in jedem Jahre feiern, hat uns der Ewige!unausgeführt. Der Sinn dieses geschichtlichen Ercignisscs wird erst dadurch erfüllt, daß jede jüdische Generation in ji'dein Ja Irre cs gleichsam als eigenes Erlebnis begeht: ן!כל ד(ר מ־ור 5;ב אךם לרא1ת ז«ת ע£ימ1 כאלו הוא יצא ח1,< •?זמצרים jedem Zeitalter ist der Mensch verpflichtet, sich vor/usiclien, als sei er selbst aus Mizrajim gezogen. Nicht unsere Väter allein hat der Heilige erlöst, sondern mit ihnen hat er auch uns erlöst.“ In diesem Sinne hat das Pcßachfcst eine wirklich aktuelle Bedeutung für uns. Unsere Väter verstanden früher immer «las Gciübl vvarli/ulialten, daß sie auf Wanderschaft seien, ln jedem Jahre sollte man Pcßach innerlich so begehen, wie es für die erste Peßachfcier in Aegypten vorgeschrieben war: ,,So sollt ihr «'n essen: eure Lenden gegürtet, die Schulte an «len Füßen, Stäbe in den Händen, esset cs in Eile: es ist ein Peßaclt für den Ewigen.“ <11 IL M. Kap. 12 V. 11). Noch heute ist es vielfach üblich, daß mau sich im Wanderkleid und mit Wamlergeräten an den Peßachtisch setzt und damit auch in der äußeren Form diesen Grundgedanken des Peßaclt zuiit Ausdruck bringt. ln dem letzten Jahrhundert ist «lieses Gefühl verlorengegangen; man hatte nicht mehr «las elementare Bewußtsein, in der Zerstreuung!; zu sein, sondern man betrachtete sich als ganz und gar seßhaft. Peßaclt verflüchtigte sielt daher ztt einem geschichtlichen E r i n n e r ti n gs f cs t. Erst heute ist durch die Erschütterung aller Positionen, tlie wir fiir fest ge- Italien haben, durch die innere Umstellung die seelische Voraussetzung dafür geschaffen, Pcßach wirklich wieder ganz zu erleben. Auch wo -- wie in Erez Israel — man sich im Besitz, des vollen nationalen Lebens fühlt, besteht heute tlie Gefahr, in diesem Rausch der neuen Freiheit sieh sogleich wieder an das l.aml zu ketten mul in der Weise ,indem־ Völker die iinfürliehen Kräfte des Bodens als letzte <iegebenlieiten zu verehren. Am Pell,ich erfahren wir cs, «laß «lie jüdische Forderung mit dem Sein im Lande erst beginnt, und «laß gerade dieses Land ein einfaches Hinlchcn nicht verträgt, sondern in jedem Geschlecht die Frage nach «k'r Beri'chtigtmg, dort zu weilen, stellt. Nicht der äußere Anschluß an das Volk, selbst nicht die aktive Teilnahme nur Aufbauwerk, sondern «lie durch die l'111HK׳nmg des Pvßaclicricimissi's gesell;iffem׳ L r s e h ü 11 «־׳ 111 ־ n g «I <׳ s Finzel 11 en verknüpfl ihn mit der Gemeinschaft 11ml bimU't damit «Ii«׳ Gi'sdileehier durch «lie Ewigkeit. Sie macht ilm empfiiuglieh für «lie mit dem Sein im Lande ver- Immleiie geistige Verpflichtung um( schafft ein Gegengewicht gegen die Gefahr eines oberflächlichen Iiinlebeus im Lande und des satten Zufricücnscins mit «ler nationalen Freiheit oder dem fortschreitenden Aufbau des Laiules. Die Seilcmnelit — als die eigentliche Nationalfeier des Judentums -״- bedeutet wie einst die Feier des Peßachopfcrs dm immer sich erneuernden ZusnimiH'nschluß aller zu einer Au fga beugen jciiischaft. Schon die Art «ler ersten P e Ii a e 11 f ei cr in Aegypten charakterisiert das Wesen der dabei zum crstcimul sich konstituierenden jüdischen Gcmeinschait, die sich in einem natürlichen Aufbau aus den Familien zusammensetzt Nach diesen gliederten sich in-, folgcdcsscn die einzelnen Gruppen, die das Peßaehlnmm opferten. Aber die Familie durfte nicht eine abgcscbtoss«mc Insel sein, sie bildete nur den Baustein fiir «lic Gemeinschaft. War sie zu klein, um das Pcßach lamm in dieser Nacht zu bewältigen, so «lurftc sie nicht mehr davon genießen als eine andere, größere Familie; gerade der Ueberfluß — nicht die Not! — führt«! sie mit der andern zusammen. Bei tlcr Konstitution der jüdischen Gemeinschaft wurde bereits das i i P r i 11 z i n der Gl e i c 11 11 e i t aus der Familie durfte nicht als statuiert. Das 11er!ז,., t Welt empfunden werden; vielmehr sollte sie durch '!"ä ziemmg anderer zur Feier sieb bewußt .11* r,1, 1'־’״j größere acmeiuM'halt des Volkes i'iiKirdneii, "׳ י' Daher steht midi heute, «la nicht mehr das |>,1e!, I diesen aiisglneliendi'ii MaIRtah Iiildct am Ein1111■,'׳' . r"! der Satz: ״ 5ל דקסין י:תי ן,:הלJeder Hungrige kom1 ^,״ esse." Das Hau» <h־r Familie sollte nicht etwa* Ver.׳ I sein, vielmehr sollte jedes Haus mir die Pj|,1״/st, in wnjeher der nationale Gesamtgeist und «lie GcsanLm‘fe zur I flegc und Lrlullii 11g kommt. '!'l Jedem Daus sollte aber in 11 er 11 alb dieses Rahmens eine individuelle t ntfaltungsinogiichkeit ״' fc werden. Daher «he Bestimmung; ,^י, ’לא "^יא ״ •9ן 30־ת חוצהbl einem Hause soll das Pellachla’^ ft'"•'111 vvcnlen, ihr dürft es nicht auf «lie Straße gen.“ (1 B M. Kap. 12, 1)1׳). Dem späteren Heiligtי!״ ״"״ sollte «tu! Familie .11» geschlossener Organismus >״! ,< werden. (Hirsch, Pomatemöl II B. M. s. 121.) So Ä'1 bered» bei diesem ersten Fest wie bei allen snai״™,'! setzen der Thora einen Ausgleich der Spannung zwis ,״ kl soiilichkeit und Gern einsdiafl, eine Spannum* von (|tr ' samt«' Wcltgoschielih' bis auf «lei» heutigen Tag bediimnt^, > Noch ein amlcrrs Prinzip beherrscht «len Seiler D:f ordmmg in die jüdische Gcmeilisch,11t führt zu einer 1׳ b 11 u den heit mit den Vätern ebenso wie *s den Kindern. Noch vor dem Auszüge, als doch die t1 ‘׳ lucrksamkeit sieh auf die aktuellen Aufgabe» des Ta־.״■׳! zentrieren mußte, galt die I lauptsorge bereits der F r r. der später im lande aufwa« lisenden Kinder (vgl II r 'ii I Kap. 12, Ver« 17, 2t ff. Kap. F), Vers 8, Lt)' l)a* 1 hatte ja mir Sinn, wenn es von jeder neuen Jnpeml V’J eigenes empfunden wurde. Mosche wußte um die (7'זז|ג|י»ו,!| «he im Lande an!wachsende Jugend, wenn sic nicht den'!‘( zug uimüttdbar spürte, ihr Sein im Lande als selbstvm*H 1!!dies Anrecht _belr;u־hten würde. Daher wurde dem Vr״ immer \vieder eiugesehärft, «len 80l1n fragen zu in;,.: ihn trilncliiiH’11 zu lassen an den Erlebnissen des VaG! •. der Golah und damit die Beziehung zum Geiste und *־ Geschichte auch in der neuen Jugend, die nicht die ׳»>. gen Kämpfe «ler Väter gekannt hatte, wacb/nhaitcn. Dic'wl «lifion durfte nie als etwas Starres, Abgeschlossenes emnf.iv! den werden, sondern stets als lebendige Aufgabe, deren b fiillimg in keinem Geschlecht als beendet angesehen werda konnte. Auch in dieser Nacht, da die Juden si«־h zuin erstenmal ä nationale Gemeinschaft konstituierten, glicdi'rtcn sic sielt b vviißt in den mensdilieiflichen Rahmen ein. Man hätte erwartn können, daß nun, da «lie jahrhundertelange KnecMwIiift R■ endet war, «las Ressentiment gegen die Aegvpter sich Bk־ gebrochen hätte oder daß sie in tlieser Nacht, da sic selbe «pst zum Volk wurde«, unter sich allein geblieben «Gut Statt di'sscn wurde bereits hier verkündet, «laß fiir de! Fr eindcn völlig gleiches Recht gelt e, «laft auch. ein Ger _Zedek, ein zum Judentum Ucbcrgetrctener, an de Peßaclifeier teilnehmeu könne, obgleich er und seine Vat׳■ nicht aus Aegypten allsgezogen _waren. ״Eine Lehre sei k «Ion Eingeborenen wie fiir den Fremdling, der in eurer .Mi:;: weilt.“ (II B. M. Kap. 12, Vers •ib.) Die Sonderung k< Nnfi«>n «lurftc nicht zu eiiuT Absonderung von «I« Menschheit fiilirim. ״Was von Abraham bis zur Erlösung .w Aegypten geschehen, ist fiir «lie ganze M«'11sd1j1ci! gesclich!* und jciler kann «liese Vergangenheit zu der *einigen matte und in den Kreis «ler Erlösten cintrden.“ Die Bedeutung des Niniwmteiis der nationalen Geniersehaft, der Erschütterung alles Gewöhnlichen sollte 2«: konkret in der Atmosphäre des Hauses durch die Säube■ rung der Wohnung um! das Wcgscliaffen des Cliainez, th Gesäuerten, des Sinnbildes alles Seßhaften (vgl. Zcphaa:! Kan. 1, V. 12) zum Ausdruck komm«'». Diese Säuberung nimm! mohr«'re WocIhii in Anspruch und findet ihre» Itöliernint; und Abschluß am Vorabend «los PcßachfeTe», «la «ler V3la mit einem Licht und einer Giinsefi'der versehen, mit_*einen Kindern «ach etwaigen Risten «Ies Chamez in «len Ziramm sucht (Bedikat Chamez), die er dann am nächsten Tag vn• brennt. Wie heim Schahbatb, sollte auch das Erlebnis «I« Pcßach alicin geschaffen wmlcn durch die Umgestaltung dn Ganzen, wo auch nichts — sei es das Geschirr «k'r Köche, d« weggescliafft bzw. ausgeglüht wi'rdcn muß ׳ , zu klein «H« nebensächlich war, um vr«1 «len Dinim (Gesetzen) des Pcto erfaßt za wer«lcu. t׳'rst dies«1> ־ e s c h 1 o s s «• n 1» e i t Atmosphäre erzeugt das Gefühl völliger nationaler & ncucrung zum Unterschied von der kosmischen Friicucriingon einzelnen der Ewigkeit gegenübergestellten Menschen « Roscli Hasch;mal!. In festliche Gewänder gekleidet, in dem (irtiililc <kj neu errungenen Frrihcit nimmt der Hausherr am Sedcracw« mit seiner Familie und seinen Gästen Platz. Die Tafel von den Symbolen der Frcilu'it und «ler K11«־ldschaH ־״_ stimmt. Auf dem Tisch stellt die «Maz/a, die einst die beim Auszug gegessen haben, weil ihnen die Aogypier w-■ Zeit zum Gären des Brotes ließen. Nach Kncditcsart wc״ der Hausherr «lic Maz/n entzwei, uin ihm größeren T«l ״ später autziihewnhrcu. Weiter steht auf dem Tisch ״cr., J das Bitterkraut, das ebenso wie «las Charosetl! Andcnk«1^ die Leiden in Acgvptcn darstcllen, Knochen und lj cr,n"ä" an die früheren Opfer zur Zeit di's Tempels■ *^gen . , diesen Symbolen der Knechtschaft beilcutcn der w«1nי‘ ׳ j Brauet! angeletmt zu sitzen und das Eintauchen Zeichen Vornehmheit und Freiheit. ך Die Fragen, die «In» Kind stellt, gehen ‘,11*1׳T.w vor allem von dem Auffälligen aus, «las in der v 1'.צ'|,ז״•',g dieser Symbole «ler K 11 e c 111 s c 11 n f t lind der 1 '׳ jj״. liegt; ebenso wie der Vater, ohne auf die Fraijcn sein zugehen, den sehciiilwreu Widerspruch erklärt ״urin Tatsache der langen Knechtschaft und «les Auszug > ‘ wir beide uns vergegenwärtigen sollen. Er erzählt sm ■ eigenen Frlelmisseu. Fr selber hat es ,11*־» dem M'!1'1'1 Vaters vermmimen, und Glied auf Glied reiht sic״ן. ־, in die Kette, die «lie Sklaven der Acgvpti'r über y tausende hinaus mit «len Kimleru einer jeden neuen z.« bindet. Nicht als Einzelner, sondern als Vertreter s als Träger ihrer Gesehiclitc und Berufung *priem den Kindern. , 1)1/1 ״ So erfordert es der Sinn des Pcßach, daß ״a(1.״,c1ifl1 im Mitteln u n k t steht, t'ini ge I famllungcn k daher eigens «fazu, um «lie Aufmerksamkeit des KJ״ . seine Fragclust anzuregen, wie das Eiiitaucliefl ״ z: der Sellerie «der Petersilie, otier die Sitte «lpr1,\iarrt Afikoman zu nehmen, eben jenen größeren Ted tie ' i,j91 den man für später reserviert hatte. Weil es ״ar?1, »!מ( das Kind zu erfassen, sollte alles möglichst c1nP• kindlich gestaltet sein. Daher finden wir auch die - der Kinder in vier Typen, die die M ö g 11 <j» “ e v0mspäteren Entwicklung aufzeigen und de״' yrtcr herein ein individuelles Eingehen auf «Hs , «.,;« ä״ Es kam darauf an, im Kinde das nationale -יי»ו1ן)|״ Befreiung aus Mi/rajims Sklaverei zu einem P werden zu lassen. Die Kette der Oescblccntcr w»r {״ן!* wenn der Sohn stumm stehen würde vor der tri־ k ־׳ ,^e»! Vaters. Dct Vater sollte daher de« Kindern nie