Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 24 (23.3.1934)
- Date
- 1934-03-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr• H 23, Hi, 1934 Der Rückgang der jüdischen Studenten Das ״I) e 111 s c h e A e r /, t c b l a 11“ vom 17. 3. vcroffenl• lichte einen Aufsatz von OlwrrcgienmRsrat Dr. Karl Keller über: ,,IStudium der Medizin und der Zabnhcilktimlc an den deutschen I luchsclmlc*1 im Sommerlialbjahr l't ii“. Der Aufsatz, der sich mit dem II. Hand der ,,Deutschen Hochschulst,itistik" befaßt, «eilt 11. a. auch auf die Frage des Anteils der iiiehtarischen Studierenden in diesen l ächern ein mul sagt hierzu folgendes: ״liesondere Aufmerksamkeit dürfte voranssicldiicli in der Ocffcnllichkrit die mme S1,11 i s t i k d c r Abstammung erregen. Ausgf/ählt wurde die Zugehörigkeit ׳/.ur ,Deutschen Studentenschaft'. Die Zahl der Studenten, welche dieser nicht angeboren, umfalU ander wenigen Studenten, welche wegen poliliselier thizuverläsMgkcit nicht aufgcnomiucti wur* den', im wesentlichen Personen niehlarischcr Abstammung. Anteil der Nichtmitglicdcr der Studentenschalt an der (i cs amt za hl der reichsdeutsehen Studenten in H u n d c r 11 c i I c n. mannt. weibl, XU». Alijjcmeinf: Medizin: iillo Semester . . 9 9 0 4.0 8,6 5,0 1. Semester . . 9 9 t 9 1.9 2,6 3,0 ZoHnhoilknnde: ulic Semester . , 9 9 9 « 2,9 6,9 3,8 1. Semester . . . 9 9 1.1 2,4 1,5 •He Studienfächer: ulte Semester « 9 0 « 9 2.4 5,6 2,9 1. Semester . . . 1,4 2,5 1,6 Vorstehende Uchcrsicbt, welche den prozentualen Anteil der Nichtmitgiicdcr der Studentenschaft wiedergibt, läßt erkennen daß der Prozentsatz der Nichtarier im Studienfach ,Allgemeine Medizin' immer noch erheblich hoher war als bei der (iesamtheit der Studienfächer; auch die Zahnheilkunde stand über dem Durchschnitt, wenn auch um weniger Punkte. Der Anteil der Nichtnrier war überall bei den Frauen er* lieblich größer als bei den Männern. Wie der Vergleich des ersten Semesters mit der Gesamtheit der Seinester erkennen läßt, ist aber der Prozentsatz der Nichtaricr in starkem Rückgänge begriffen. Lehrreich ist auch die Feststellung, wie hoch der An* teil der Nichtaricr an der Gesamtzahl der Studenten sich gestaltet, wenn man die Studenten nach dem Beruf des Vaters auszählt, ln folgender Ucbcrsicht seien die Berufe mit den höchsten Prozcntzahlen aufgeführt: Anteil der Nichtarier ״״!־׳״■.—....- ״״־.-.. SimUiche S«me«t«r erste• Ho dudnilienMtw B*n!f de• Viten Alldem. Zstm* »llc Allffern* Medizin Z.W >n• htiU heil׳״ Studier»• Medizin künde lecher kund• lecher 1 7 3 4 s 6 ד Rcch »ganwalte .... 15,85 5,26 10,56 12,50 _ 7,30 Ärzte.. , , 11,0t 13,06 10,78 3.60 8,70 4,93 Fabrikbesitzer .... Inhaber von Großlian- 10,71 6,36 6,11 4,30 2,34 <lrls und Bankgcadiiiftcn. 21,00 28,36 12,63 2,82 Inhaber von Detailgeschäften .... 16,38 15,23 9,13 2,58 4,62 2,40 Selbständige Agenten, Vertreter mehrerer Firmen usw. . . . 17,03 15,00 8,92 3,70 2,51 Vorstehende Zahlen lassen einerseits den ungewöhnlich hohen Prozentsatz der Nichtaricr in den höheren Semestern, andererseits den Rückgang heim Ncuzugaugc deutlich erkennen. Vor allzu weitgehenden Schlüssen aus den Zahlen wird man sich jedoch hüten müssen, weil bei manchen Berufen die Grundlage für die Berechnung der Prozentzahlen ziemlich schmal ist. es sich aiso unter Umständen um Zufallsergebnisse handeln kann.“ Der Gruf) der Juden Auf einer im Berliner Sportpalast statigefundenen Feierahendkundgebung führte der Treubänder der Arbeit, J'ohannes Engel, zu 11er!־Vage, wie Juden in den Betrieben zu grüßen haben, lt. ״Osram-Nachrichten“, u, a. folgendes aus: ״Anschließend nn die Vertilgung des Rclehsinncmninistrrs, der diese Crutlpflirhl, für die verschiedenen Instanzen, tiir die Roichv, Slnnls- und (■emeindeliehöi'den und auch für die llcirk'lie geregelt hat, werde ich in meinem Uczirk ü.ilieli dar Kllx! als Treuhänder ein« Regelung hcmijsgebc״, wie die Juden m grüßen haben. 1'י־ Krht »ielit: man kann einem N.Uiomdsozialiarn nieht •;.tttmiU'ii, mit Hiiruliüren, wenn irgendein Jude hrreinkommt und unseren Kampfgrtiß ״Heil!" «der ,,Heil llillert“ anwomlet. leb inüelUc sagen, daß sieh (bis mit einem na!iomilsozinlisiisrhen (.«wissen nie und nimmer vcrc.nigen hißt. Es muß hier vielmehr eine Regelung dahingehend gesell»Ken werden: Die Deutschen unter sich wenden den deutschen Gruß an: die Juden rechnen «her nicht zu den deutschen Volksgenossen, folglich »ollen sie auch den deutschen Gruß nieht an wenden. Iss bleibt ihnen libeilassen, wie sie grüßen. Sie kühnen ntrimdwegen den ahhütgrt lieben Gruß von hübet auweiulen, ״Gult'1! Tilg“ oder ״Guten Moigenl“ Was der andere Volksgenosse darauf erwidert, das bMht ihm selbst überlassen, ich glaube! «hß wir damit!!irr eine Klarheit bekommen werden. Wenn ein jüdischer Arbeitnehmer in ein Hiiro oder einen Kalmlc-aal kommt und seinen ״Guten Tag!" oder ״(.ulen Morgen!“ sagt, daun können Sie genau m> antworten, Sie können aber auch mit ״Heil!״ antworten, das ist ganz gleich. Alvr, wie gesagt, «ins ist unvereinbar: tlaß die Juden hereinkmmnen und ״Heil!“ sagen, feit bitte, auch im Osratn-llelriolt — es siml ja nicht mehr viel Juden darin — sieh nach dieser Anweisung m Jtrhtcn: drt.n wir legen Wert darauf, ditß im Betrieb Frieden herrscht, Dieser kann alter dadurch gestört werden, wenn die Nationnbozinlisien, die jahrelang unter dem Kampfruf ״Heil Hitler“ standen, diesen Gruß nunmehr auch von ihren früheren Feinden, von den Feinden der Völker überhaupt, von den Juden, angewandt sehen,“ Aut der Jahreshauptversammlung, die die Zwangsinnt tur das M c t z ff erge w erbe in N iirn b erg: dieser T; Bbhielt, erklärte, einem Bericht der ״Bayerischen Vol zcitung“, Nürnberg, zufolge der Pfleger des Vieht ocmachtliofcs, Siadtrat I laberkern, daß er den Antra# #cst habe, vom 1. April ah den Vidi markt in zwei Abteiluiifj m eine acutsclic umi eine jiidische, 'cinzuteilcn. werde dann Icidit sein, die Metzger festzustellen, die imi ... ,f11'1 Krischen Händler kaufen, denn es sei leider c betrubMjie 1 atsachc, daß heute noch 63 %'o des Marktauftri aus jüdischen Anlieferungen stammen. Es habe alsdann ai der nationale Viehliandel Gelegenheit zu beweisen, daß .de.r BLaKc sel׳ seine Aufgabe im neuen Staat zu erfüll mia daß es auch ohne Juden gehe. ד׳/ 'Sr—'Jf * ץ*•"**} ן*■־•"־/ ו יי, ץ- •י*? ■י׳■׳^ ^«•if אי"* #0• um ך׳־•» י׳/ד׳ך,. .w״ ־, ך*׳־ r״״ r־— - Cm. «f״$ ßh^sclla ßssacitoiilcjiät הו*נ1!¥!•׳י•׳ ־ > 1 uliit« Von l>r. Oskar Wolfsbcrg, Jerusalem (Siehe ״Jüd. Rtittdscltau" Nr. 1.6 vom 23. 2. und Nr. 21 vom 13. 3. 1034) III. Die Kulltirarbeil Ist seit Jahren von der Zionistischen Orgatilsatioii stark vernachlässigt worden. Weder hat sic im eigenen I nger gebührende Berücksichtigung gefunden, noch ist ihre werbende und über den eigenen Kreis hmansgchemle ’aufbauendc Bedeutung erkannt worden. Es gibt eigentlich keine zentrale Stelle bei uns, die sich diesen Dinge» widmet, und man erwägt gar nicht die Rolle kultureller Bemühungen im System unserer Gesamttätigkeit. Dabei sollte gerade heute der Wert geistiger Bemühungen einlcu-chteil. Je armer unser Voll« wird, um so mehr!miß das Wertbeständige, unser geistiger Besitz, in den Vordergrund treten. Das Gefühl der Ohnmaclrt, der Armut würde nicht in unserer Mitte aufkommen, und so könnte mich die Ueberwimlung׳ unserer Not in der Diaspora von hier aus geschehen. Die enge Vor- Bindung von reichem geistigen Lehen mit unseren nationalen Hoffnungen darzutun, ist so recht die Aufgabe unserer poli* tischen Bewegung. Zionismus bedeutet die großartige Anstrengung, dem Geist eine Stätte, Volk und Land und eine Zukunft zu bereiten. Hr fügt eine große überzeitliche Aufgabe in den Rahmen von Zeit, Ort und Gemeinschaft und rettet jene dadurch vor DnU’rgang oder uferloser Ausbreitung. 14er Zionismus selbst aber empfängt durch die Einfügung geistiger Ziele und Wege in sein Ringen eine Steigerung seiner Bedeutung, sein Ziel wird geadelt, sein Kämpfen geheiligt. Die besten Tendenzen großer religiöser Zionskätnpfer, Aeltad Ha,■uns Bestrebungen finden so Hingang bei uns, und mehr noch als die Bergung dieser großen Traditionen der jüdischen Renaissance ist uns aufgegeben, die Funktion des Geistes als einer wirkenden Kraft, als Garanten künftigen Schaffens und als zuverlässigen Bewahrers ethischer Haltung vor allen Entartungserschcinuiigen revisionistischer Art wachzuhalten. Die erste schwere Frage, die angesichts dieses erneuten Versuchs kulturpolitischer und kultureller Aktivität sich erhebt, zumal, wenn man dabei an ihre Ausdehnung über unsere organisaiorischen Grenzen, an ein das ganze Volk umfassendes Bemühen denkt, gilt dein Fundament, auf dem cs errichtet wird. Schon im innerziotiistischen Kampfe hat die verschiedene Beziehung zur religiösen Ucberliefcrttng die Gruppen entzweit und, was noch bedenklicher ist, die verheißungsvollen Ansätze neuen Schaffens nicht hinreichend Gewinn aus dem großen Erbe schöpfen lassen. Befreiung und Erneuerung — diese Losungen wurden kritiklos ttnd sc Immingslos vielfach auch gegenüber der traditionellen Kultur angewandt. Dieses Erbe der llnskalalt in der Einseitigkeit ihrer späteren Periode brachte Kampf gegen hohe Güter und später — mul das' ist noch schmerzlicher — in manchen Kreisen auch völlige Gleichgültigkeit. Man schuf, ohne von Vorhandenem Notiz zu nehmen. Männer, die jeglicher Orthodoxie ferne stehen, klagen gelegentlich darüber, wie weit und radikal in manchen Kreisen die Kenntnis der religiösen Literat ur — selbst in den Schulen — ignoriert wird. Von IXtgmatischen» will ich in diesem Zusammenhänge nicht reden; aber vom rein geschichtlichen Standpunkt ist die Haltung unmöglich. Sie führt zu einem gefährlichen Defizit, zu völlig falscher Bewertung unseres Gcwordenscins, unseres Seins und unserer künftigen Bestimmung. Sie gefährdet nicht nur eine bestimmte nationale Auffassung, sondern jegliche. Denn die Vernachlässigung so wichtiger jüdischer Kulturgebiete führt automatisch zur Einführung lind zu hoher Be- Wertung anderer kultureller und sozialer Ideale, denen, seihst wenn man ihrem Inhalt weitgehend zusammen könnte, das Kolorit jüdischer Mentalität und ihr geschichtliches Fundament fehlen. Wenn jetzt von der zionistischen Gesamtheit erneut eine große Anstrengung zugunsten kultureller Arbeit, und dazu noch bis in das Lager der übrigen Judcnheit, gemacht werden soll, so erfordert der Moment und die Aufgabe ganze Arbeit, Soll ein Zusammenschluß aller aktiven Menschen auf diesem Gebiete erfolgen, soll die Arbeit weithin ein Echo Buden und willige Aufnahme, soll sie mehr als ein parfeipolitischer Akt engen Ausmaßes sein, so in u ß sic in i 11 r e r grundsätzlichen Orientierung Ja sagen zu unserer historischen Eigenart und ihrem kulturellen Ausdruck. Wir werden weder zu weiten Kreisen den Zugang finden, noch erreichet», was wir erstreben, wenn wir uns unserer Basis berauben. Unsere Situation In der Welt erheischt Rückkehr zu uns und unserem Besitz, in unserer Seele und in unserer Literatur werden wir Kräfte Und e ,; finden, die uns geistig (JetUMitig gewähren. 4'1ל Ls hat nicht viel Sinn, m .•hr ins Detail zu gehe»! noch nicht lesMeht, oh und in weichem Umfang« sich geforderte Arbeit verwirklichen wir!!. Fs war mir ״u, '׳j Wichtigkeit, aus grundsätzlicher Einstellung und (!s?u *'־! aus aktuellen Beweggründen das ganze Gebiet der Gc'^i ■ gcseltichte als Aufgabengebiet zu umspannen und et (!¥** j eigneten Fundament für die Wiedererweckung und Aiirc-׳,!.' originärer Geistigkeit zu bezeichnen, — ’ l'ine zweite ernste Frage: Wie weit ermöglich« dfe wärtige Arbeitsweise der Zionistischen (>rgnnk1tir,n ti״, fruchtbare Arbeit auf dem Getriebe, das uns hier besclubÜ-i Die vielen Hufe nach Reform der Organisationsforntm yi! der Technik im Gebiete unserer Körperschaften erfahr« vt : unserem Thema ans eine Bekräftigung, Alle Gebiete p! zionistischen Arbeit stehen in enger Verbindung. Das חס,? I s,•dorische Versagen hat Mängel auch der kulturellen Atbi'i I im Gefolge, und der Erfolg oder Mißerfolg dieser gtistbii 1 Bemühungen wirkt auf die Gesundheit der Organisation ntr.V I An einer Gesundung sind wir also alle interessiert, ty*.־•יי, I sich vom Interesse der Kulturarbeit zur Reorganisation sj״'״,• I Ich will keine umfassenden Vorschläge machen, sondern'’!!. folgendes sagen: * Auch vom Standpunkte der kulturellen Aktivität ]!t ״,-ן Israel, besonders aber in der Golah und hier auch im!)!«ל־ der jüdischen Gesamtheit bedarf der Zionismus und 84 Organisation wieder einer straffen Leitung, die den Na,4 Führung verdient. In der Stunde der Not müssen tj. besten Kräfte mobilisiert werden. Die entscheidenden Arbci'i. gebiete müssen durch geeignete Repräsentanten verirrt« sein. Natürlich halten die Hauptsfrötmtngen Anspruch jg Vertretung, alter das bedeut et nicht unbedingt, daß das statt« 1 Parteisystem beherrschend sein muß. Fine so verantwortungv I beschwerte Behörde wie die Exekutive muß auch durch tf« I vertrauensvolle menschliche Beziehung ihrer Mitglieder uni!״, einander unterhaut sein. Wie in anderen Staaten, ist auch R, lins die Zusammensetzung der Leitung nicht als Dikiü dt: Parteien zulässig, sondern muß vor allem dem Mannt überlassen werden, dein die Mehrheit des Kongresses die PnsidenIschaft anvertraut. Itn Rahmen einer solchen leistungsfähigen, möglichst nicht zu großen Exekutive müßte es einen Ort geben für die Arbeit, der ich hier einige Betrachtungen gewidmet habe: eine mö;• liehst unbürokratische Stelle. Der Mitarbeiterkreis dieses Ressorts ist von hoher Bedeutung. Sollten politische oder andere Gesichtspunkte das Zustandekommen einer mit bestem Nutzeffekt arbeitenden Leitung nicht ermöglichen, oder bis a ihrer Verwirklichung, muß dennoch sachlich die Arbeit durchgeführt werden. Dafür werden sich die Formen unschwer finden lassen, wenn die Bedeutung der Aufgabe allgemeine Anerkennung findet. Es wäre jedenfalls von hohem Werte, wenn die gebührende Berücksichtigung unseres Arbeitsfeld« dazu beitrüge, das Chaos in unserem eigenen Hanse nt etw Risclicin Abschluß zu bringen und an seine Stelle Käwmcr, Ordnung, zu setzen. Die Geringschätzung kulturellen Schaff«! lind ihrer ideenmäßigen Grundlagen sind vielleicht mitscluildij an der Verwilderung, die bei uns eingerissen ist. Eint! vermag kulturelle Arbeit, besonders wenn sie im Gefühlt der Verpflichtung und Verantwortung für die Gesamt• heit und in Sorge um die Fortdauer unserer Nation ge schielt«, gewiß: die Sitten zu verbessern. Politik ohne!strenge geistige Zucht löst viele wertvolle Hemmungen mul Rfkmgl endlich zu einem Seilwinden dessen, was die Politik Vonsfituiert: des Gemeinschaftsgefühls, das die• hohe sittliche Rolle des Kompromisses nicht verkennt, das Opfer d« einen für den anderen, der Gruppe für eine andere. Ocistige Arbeit und ein Ueberblick über einem weiten Raum der Ocistcsgeschichte, nicht zuletzt der eigenen, lassen die Ören• zeit der Parteien und ihrer Ansprüche deutlich hervortretm, zeigen, daß es eine Gesetzmäßigkeit des Geistes sui grämt gibt, die nicht im Dienste und in Abhängigkeit von awl«w Strukturen lind geschichtlichen Gebilden stellt, jedenfalls nicht lediglich als deren Funktion zu begreifen ist. So wird neben alle Kämpfe um politische Doktrinen und neben Interessen• gegensätze wieder der Anspruch des Geistes treten — 1יז^ : ohne neue Meinungsverschiedenheiten zu gebären, aber d«״ auch voll Kraft, Frieden zu stiften »ind Bcrcichertmg » geben, daun vor allem, wenn er wirklich aus dem Eigenen in seiner Fülle schöpft. Zu der übrigen Welt wird « d* in freundliche Beziehung treten, nicht ohne Distanz, ™ selbstverständlichen Haltung eines freien Wesens, das m! Natürlichkeit gibt und nimmt; denn das ist die Grundlot® allen Verkehrs. Lassen wir cs nicht an großer redlicher Anstrengung fehlen. Es geht um ein hohes Gut: unsere Existenz w Würde und innerem Reichtum. Arier •— nicht Juden Um Liebknechts, Moissis und Lenins Abstammung. ln einem Bericht des ״Völkischen Beobachters“ vom!2<h 3. über die in Kassel cröffnete Ausstellung ״Die Frau •i ju nationalsozialistischen V o I k s s t a a t“ wird die Brileütiuig der Abteilung ״Blut und Rasse“ auf dieser Ausstellung lu'rvorgelioben. i)ie Eindrücke von dieser Abtcilung schildert die Sonderberichterstattern» des ״Völki* scheu Beobachters“ u. a. folgendermaßen: ״Duim wiotler sieben wir vor liildcrn der Rassesrhiinder und 'RaswzetM.'tror, Stehen wir vor den l'ltolognt|1hiet1 der Juden ״Liehkucehl“, ״Moissi“, ״Rml irtmn", ,,Lenin“ und ״Trolzki״ tu«d wie sie simii iinc.li idle heißen mögen, die entthronten Politiker, Künstler und Intellektuellen. Gedanken kommen." Hierzu sei bemerkt, daß von den Genannte!» nur Rathenau und Trotzki jüdischer Herkunft waren, bzw. sind, während es sich bei Liebknecht, Moissi und Lenin um reine Arier im Sinne der heute gebräuchlichen Terminologie handelt. c: ן^יך־גי- StörtltcK 3ldjct1l>ad), 3futtI0!1»Mjm1§ 'Berlin «Ü 15, ft ttrfilrReiitntitim 1U0 1 Irl, 5 t güaitmttf 170:1 'Spezialität: 5BiIk«> «, SÖo^iutwgfiücefieig. Sulnn'letu 0tbtnflu«8»n 4) Arierprinzip 1m Makler -Verband? I Der Rcichsvcrband Deutscher Makler (RP׳''} hielt lt. ״Frankfurter Zeitung“ vom 20. 3. auf BufC j Kreis Ziegenrück in Thüringen, eine von fast hundert v t tretern aus dem Reiche besuchte Lülirertagiuig ah. Nach! , teifnugen des Leiters des Ueberwaeluiitgsslabes Amrcem ( ein für den ganzen Verband verbindliches Aufnahtnc'Cfi1 ן י reu in Vorbereitung, das unter anderen» den Nacltwc; der arischen Abstammung vorsehe. Der ״Ueberblick“, das Organ des Rcicltsvcrbands Groß- und Mittelbetriebe im Einzelhandel, veröffentlicht c Acußcrung von Staatssekretär Feder zur WarcnhaiDJ^j die kürzlich anläßlich eines Vortrages vor der Zentral*■ llausfiaueitvereiiie Groß-Berlins gefallen ist. Danach »J der Staatssekretär aus: ״Nach der Reinigung d*־s, ן*,,^ hauscs werde allerdings der Nationalsozialismus seine > halten müssen über der Organisatioiisforn» des Waren»• ■ “ über die noch nicht das letzte Wort gesprochen seijj Nachteile hatten sieh daraus ergeben, daß der J U d{ zwischen Erzeuger und Verbraucher schlichen und so einen unnatürlichen stand geschaffen habe.“ in Tunis kam es in den letzten Tagen zu scDf|4 a n t i s c m itischcn Ausschreitungen. Eine 11{ antisemitisch verhetzter Arbeitsloser drang in das 1״^ Wohnviertel ein und versuchte, die jüdische# Haus c plündern.