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Jüdische Rundschau · 1934-03-23 · Heft 24 (23.3.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 24 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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RUNDSCHAU J ODISC Kr. 24 23 Hl. 1934 Pi! UIC Sil•),( i) r. ' «de -*■111־. '1 <׳in- 1( mul r»r 11.1t, ־ Arbeit "ווי tcr11 ' in 11er cm. Sei! t bi v er- Kinder 1crf׳;ig. sondern a 11 c n, herausclvt sowachsen Sdmle SaubertHieinl. icrmüd. cUame. bst das n oder Sorge ls eine i "׳ Int :11 Kill- Sehulc -*der in crt. So ■n Kinjedes mi hat 1cn sie *n mul ind fur 1t■ für 1‘ flöge Spielen 111 go listina t wird Solche sonst bilden f i c ח - Jclfacli!laben roden mehr [«•r ge- •dieser ■ selzt S Klub jiescin ir viel de die ui der tilgen I leim t Alb- 1c die t'i'ri'i!iiote *UllgS• Leiter liehen 1e im Hellen riifen.!lagen i die Mär?• U m » rmitt״ t i 11 Inhi״, lieder citer• )n»• 1 der •״11) der beit*• listen •mitt• leben jnith rief :hlapr then• *rtei- WIIW•• HlllllllM Selbstbesinnung tut not! Dr. Wci/inaim hat in der Rede, die er vor den Umwände* rfr11 ans I>111(schlaml in Iel-A»viw hielt, mit eindringlichen \torlc11 an( die üet,■ihren liingewjesen, die darin liegen, dal! die inneren Anseinamlersrf/tmgcn im Zionismus umI insbesondorc in Ibdäslina das elementare Gcli'ihl des Zusammenhaltens ן" uhrrtuiu'ii beginnen, mul dal! Strömungen in der /ionistiselien Bewegung vorhanden sind, die die echten Güter inneres Vnll!es mul der zionistischen Bewegung zu zerstören drohe״• |)irse Worte verdienen die Aufmerksamkeit aller verant- #0׳rtn11gshew11($le11 Gruppen im Zionismus. Es ist in unserer Grpanbalion ויי der Nachkriegszeit eine Entwicklung vor sich gegangen, die nicht nur unter rein organisatorischen Gesichts- (mriklcn gefährlich ist, sondern an die Grundlagen der zionistischm Auffassung rührt und diese von innen her zu zerstören droht- Die revisionistische Ideologie und Organisation, die im Zionismus entstanden ist, droht einen gefährlichen Zwiespalt in die zionistischen Reihen und in den Jisclmw lirez. Israel hinein/,iitrngeu, da ihre thcorelisehen Anschauungen in der Art, in der sie eine Bctätigung in der Praxis suchen, aus dein Raumen dessen himiusführen, was von alle 11 Anfang an Vorausset/unß und Inhalt zionistischer Arbeit war. Es geht heute nicht darum, die politischen Anschauungen d« Rerisionisiiius aller Schattierungen einer Analyse und Kritik zu niitcr/ichcn. Seihst wenn man annehmen wollte, tl,11) mamhes ..!1 der ursprünglichen Kritik, die der Revisioniseins an der Ciriiiulliiiie der zionistischen Arbeit übte, zu Recht bestanden habe, steht doch vor uns als warnendes Zeichen der Auswirkung dieser Kritik und der ihr zugrunde liegenden politischen und weltanschaulichen Elemente die Tatsache, dal! eine ganze Reihe für den weiteren Fortgang unser er Bewegung höchst bedrohlicher Handlungen von der revisionistischen Gruppe vorgenommeu worden sind. Wir glaulH'ii, dal! es unter allen Umstünden notwendig ist, in der Praxis den Biiek für das Schicksal der Gesamtheit zu bewahren, mul dal! es nicht aiigeht, in einem Augenblick um |1Mic '111 cori en zu diskutieren, in rldm bereits erwiesen ist, dal! die Umsetzung dieser Theorien in die 1'a t für 11» jüdische Volk, für den Aufbau Palästinas und nicht zuletzt lut ilas innerste Wesen der jungen zionistischen Generation u'rh.iiignisvoll werden mul!. Gefährdung der organisatorischen Einheit Wir sind gewiß nicht der Ansicht, dal! Organisation alles ist; alicr wir wissen zumindest, seitdem Theodor ller/l seine Parole in das jüdische Volk hineiiigeworfeti hat, welche licikiiümg es hat, wenn sich alle Gruppen um ein großes Werk, nie es der Aufbau Palästinas ist, scharen, mögen sic im 1 in/iTsien auch über den Weg der Verwirklichung verschictitner Ansicht sein. Es war daher die schwerste Stunde in den Aniai'gvn der Zionistischen Organisation, als unter dem Eindruck der in Afrika gebotenen Chance ein Teil der einmaligen Zionisten die. Organisation verließ und einen eigenen Weg suchte. Der Revisionismus hat eine solche klare Entscheidung bisher jedenfalls noch vermieden. Dafür hat er einen um so folührlielieren, weil zweideutigen Ausweg gesucht, und hat sich als besondere Organisation neben der zionistischen konsiitnirrt, wobei cs die Möglichkeit gibt, dal! ein Teil der Revisinnisten in der zionistischen Gcsauitnrganisatioii verbleibt. So ist es dazu gekommen, daß auf wichtigen Gebieten der zionistischen Arbeit an Mitglieder der Organisation Wcijungen von aullen her erteilt werden, und dal! dadurch eine gefährliche Desorganisation in den zionistischen Reihen fingerissen ist. Untcrgrolmnö der politischen Disziplin 111 erster Linie ist diese Erscheinung auf politischem Gebiet aktuell geworden. Der Revisionismus versuchte von jdu'r, eigene politische Aktionen der Umwelt gegenüber und insbesondere im Verhältnis zur Mamlatarmadit England durch- Zufuhren, da er glaubt, daß die politische Grundlinie der Zionistischen Organisation und der Jewislt Agency zu bekämpfen sei. Während aber alle anderen zionistischen Gruppen ihre Kritik von innen durch/iiset/cn versuchten, ist der Revisioniswus jetzt dazu tibergegangcu, in seiner P e t i t i ס n s b c w e- Ru ד g direkt an die Umwelt zu appellieren. Gewiß ist die Wirkung'dieser politischen Aktion auf die in Frage kommen* <kn Regierungen nicht zu überschätzen. Viel wichtiger ist die Tatsache, daß Juden — Revisionisten und solche, die mit Palästina verbunden sind, aber die Tragweite derartiger Aktionen gar nicht übersehen können — für diese mißbraucht werden, und daß in ihnen das Bewußtsein entsteht, daß die Zionistische Organisation als die berufene Vertreterin des jüdischeu Volkes in den Fragen des Palästina-Aufhaus mehr oder *tniger ausgcschaltet ist. Damit aber wird das große Akti- VUm> das die Zionistische Organisation seit dem ersten Konin Basel im Volke erworben hat, um parteitaktischcr 2Me willen aufs Spiel gesetzt. Sabotage der Finanzinsütutc Audi die w i r 18 c 11 a f 11 i c h c ü r u n d I a g c der zionisti* •dien Arbeit wird von revisionistischer Seite in der letzten Zeit aufs heftigste bekämpft. Mau begnügt sich nicht etwa ®it der im Zionismus ja auch sonst sehr reichlichen Kritik M den Methoden unserer ökonomischen Aufbauarbeit, sondern ®a(1 ist dazu übergegangen, diese an einem entscheidenden '*unkte zu sabotieren. Gewiß ist heute der Sektor in der jüdi* *then Wirtschaft Palästinas, der durch private Mittel und initiative geschaffen worden ist, sehr groß und in rascher Entwicklung begriffen. Jeder, der die Entstehung des jüdi* **hen Werkes in Palästina nur einigermaßen kennt, weiß aber *«eh, daß das von Privaten Geschaffene nicht möglich wäre, *״»> nicht die Mittel der jüdischen Gesamtheit, die ״«'ionalen Fonds Keren ITajessod und Keren Kajc-!״Gh Pionicrdienste für sie geleistet hätten. Und ebenso klar p daß der Fortschritt des Aufbauwerkes in allen seinen reikm nicht zuletzt davon abhängt, ob cs gelingen wird, diese °uds weiter so stark zu machen, dal! sie auf neuen Ge- ,den Pionierarbeit übernehmen können. Diese Erkenntnis «and bereits am Anfang der zionistischen Arbeit, als die Vcr- *״*dichung noch in weiter Ferne lag. Was aber tut der Re■ visionisnnis? Offen oder versteckt fordert er dazu auf, die Arbeit der Fonds zu untergraben, sich nicht an ihnen zu beteiligen. Und er gibt damit nicht nur den eigenen Anhängern eine Parole, sondern auch den EE'mcitteu, die aus ganz ainlercn Gründen heraus sielt nicht an der Arbeit dieser I'oikIs beteiligen wollen, die Möglichkeit einer bequemen Aus• flucht. Gefährliches Spiel in der Einwanderungsfrage Zu diesen beiden Grundhaltungen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete ist in der letzten Zeit ein drittes hin/ngokimitm'n, ztigleidi politischer und wirtschaftlicher Natur um! wiederum geeignet, nicht mir die Kompetenz des organisierten Zionismus zu schwächen, Sandern auch poli* tische Gefall reu herauf/iibcselnvörcn. Es ist der Versuch gemacht worden, die an revisionistische Gruppen gegebenen Zertifikate a b z 111 e h 11 c n und au Stelle der Zerli• fikatsausmit/img zu einem System der Anforderung v o n Revisionisten 1111 r c h p a I ä s t i n c ת s i s c!1 c Arbeitgeber übcrzugclicn. Hier soll gewiß nicht darüber diskutiert werden, ob und inwieweit das System der Zertifikate und der Einwamlcnmgsrcgnlicrung überhaupt nützlich oder bekämpfenswert ist; alle zionistischen Gruppen sind sich darin einig, dal! auf diesem Gebiete ein hei weitem nicht befriedigender Zustand herrscht, und der Kampf um die Erweiterung der Einwiinderungsmögliclikeitcn wird von der Zionistischen Organ!;alion tagtäglich geführt. Wenn man von seiten der Revisionisten nunmehr dazu ühergegangen ist, den Boden des Reddes zu verlassen und Methoden an/uwenden, die man nur bei sehr gutem Willen mit dem Worte ״Umgehung" bezeichnen kann, so muß die Zionistische Organisation dadurch politisch in eine sehr schwierige Lage geraten. Auch hier wieder zeigt es sich, daß die revisionistisclic Politik nicht durch Rücksichten auf die Gcsamt heit bestimmt wird, sondern «fall sic allein darauf ahziclt, ihre Position in Palästina zu verstärken und tak* tische Vorteile zu erlangen, Vergiftung der Atmosphäre All diese Maßnahmen und die mit ihnen verbundenen Spannungen haben dazu geführt, dal! in weiten Teilen der Zionistischen Organisation, insbesondere auch in Palästina eine A t m <1 s p bare des M I I! t r a u c n s entstn nden ist, die in krassem Gegensatz zu den Idealen steht, die Im Zio* nisimis das brüderliche Zusammenwirken von Menschen vor* «usset/cn. Besonders in der Jugend ist es zu einem Zu- Stande der Verhetzung gekommen, dessen Steigerung kaum noch möglich erscheint. Daß Ahwchrmaßnalimcn von anderen Gruppen der Zionistischen Organisation dagegen getroffen worden sind, die geeignet sind, diesen seelischen Zustand noch zu verschlimmern, liegt auf der Hand. So ist es in Palästina immer wieder zu schweren Arbeitskon* flikten gekommen, hei denen im Elin/elfallc die Rechts• läge nicht immer eindeutig geklärt sein mag, die »her mir aus der Atmosphäre des Mißtrauens, ja des Hasses erklärt werden können, die durch das revisionistische Gcsnmtvcr• halten in weiten Kreisen des Jisclmw und der Zionistischen Organisation entstanden ist. Wenn diese Konflikte ihre Wellen bis in die Länder der (iahitli hinein geworfen haben, wenn cs auch in Polen zu tätlichen Auseinandersetzungen zwi* sehen zionistischen Jugendgruppcn gekommen ist, so bc• weisen diese Erscheinungen, daß nu unserem Orgaiilsations• knrpcr eine schwere Krankheit zehrt »md daß die Seele unserer Bewegung von ihr in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Der (ieist der Spaltung und des gegenseitigen Kampfes droht alle Gebiete unserer Arbeit zu überwuchern; seihst im Sport leben Palästinas haben sich die Rcvlsionisten nicht enthalten können, eine eigene Gruppe zu bilden. Rings um den Jatiaer Mordprozefj Ihren I löhepunkt hat diese Entwicklung in den Erelgnissen seil der Ermordung Chain» Arlosoroffs und bei der Untersuchung, die siel» daran knüpfte, gefunden. Gewiß ist das Urteil noch nicht gesprochen. Die Tatsache jedoch, daß auf Grund der polizeilichen Voruntersuchung nunmehr das 11 a u p l v c r f n h r en gegen die drei revisionistischen Beschuldigten eröffnet werden wird, zeigt, daß zumindest der Verdacht gegen sie fundiert erscheint. Wir wissen nicht, wie der Prozeß seihst ausgehen wird. All das jedoch, was in Palästina selbst im Verlauf der Untersuchung gcschchen ist, was wir über die Tätigkeit radikaler revisionisti- Zum Schabhnllt Ikisndol um 2 4, MSri (8. Nluan), Acgyplischcr Boden Die Städte sieh, den Sinn tu auf den Gauen, die Israel empfing zu Weideauen, Und Ehre zoll Aegypten, setz den Fufi auf fein sacht und schreite nicht in Selbstvertrauen. Die Straften hier - die Gottheit zog drauf, spähend nach Pfosten, die vom Blut des Bundes tauen, Die Feuersäule und die Wolkensäulen, und aller Augen hoffen drauf und schauen. Hier sind gebrochen Gottesbundes Träger, des ewgen Volkes Quadern hier behauenI Anmerkung von Franz Ros!uwetu: Aber dauernder Ostwind drflnet dm Schiff von seinem Kurs ab und zwlv>jjl es zur l.niuHm!! In (üypllsdicm Hofen . . . Wenn er dnnn dos Lnnd, übeinll Gast |ddl«her Großer, überall fiefelerl, überall liebevoll zum (!leihen <:en IIißt, durchzieht, kann er sich doch vor sich selber weilen der Vern'lccninu rechUcrüqen, daß au* hier historischer Bode.1 Ul und daß die Ehre, die er Aegypten zollt, dem Schauplatz der |fld»s*e״ Ur«es*id1!e gilt. So *ehr Ist dies Ged!*! auf den Ton der SelbsJrorhlforllüiiu« uedfmmf, dnh man Bar vermute! hnl, hier nicht die Stimme des Dldilcr» selbst zu ver• nehmen, sondern eben die Mahnung eines d׳-r «fiyplivheit Freunde, der Ihn aufforderl. vor» dem *tmderbnren Eigensinn des Pllijerlums nhzulnsscn und In Ihr. r Mille zu Weih:״ Eine solche Verleitung der Stimmen au! verschiedene Personen Ist iloih kmim nötig; das folgende Gedicht, das durch den NJduft iür Jchuda P.nltvl gesl*ert Ist, zeig(, wie er selber von dem Zauber des historisdien Bodens ergriffen war; in Ihm se.lisl spredieu Jetzt die Silin reu, die Ihn warnen möchten, ob er nl*l ״allzu gerecht" holle sein wollen und ob nt*t, was andern genug, au* Ihm genügen müsse. Aus Jchuda Halcvi: Zinnsllcder, verdeutscht von Franz Rasemwetq, Schocken-Verlag, Berlin 19.3 3, scher Gruppen gehört haben, die Flut von Beschuldigungen gegenseitiger Art, die in dem Prozeß m!Igel;nicht sind — sie zeigen uns ein gefährliches Bild. Mögen mm die jiigeud* liehen Angeklagten die Tat he;äugen bähen oder nieht —• die Atmosphäre, aus der heraus dieser Prozeß allein zu ver* stehen ist, ruft nach Reinigung. Es bestellt die Gefahr — «ml gerade Wci/inann hat .sie mit aller Deutlichkeit gesehen und geschildert —, daß die Kräfte, die In der zionisfisdiei! Bewegung enthalten sind, nach verschiedenen Richtungen divergieren, und daß dadurch das große Werk, das der einheitlichen Zusammenfassung aller bedarf, ver* ■lichtet wird. — Darum ist cs an der /׳eit, die konkreten Gefahren der revisionistischen Praxis uns klar vor Augen zu führen. Es geht nicht darum, eine gesunde Kritik und die innere Diskussioii im Zionismus zu unterbinden. Worauf es ankomrnt, das ist! Zu erkennen, daß cs in einer Periode, In der das Leben des jüdischen Volkes noch nicht fundiert ist, in der cs sich selbst erst die Grundlagen für chic allseitig gesicherte Zukunft schafft, notwendig Ist, gegenüber aller Kritik das Gemeinsame im Handeln voran?,״stellen. Darüber hinaus haben wir immer wieder zu erkennet», daß der Zionismus sich von Methoden frei hallen muß, die letzten Endes ans Welten stammen, die ihm völlig fremd sind. Wir werden Erez-Isracl nicht mit Gewalt aufbauen, weder nach Innen noch nach außen, und wir werden eine 7.u persönlichem Einsal?, bereite Jugend nicht mit großen Worten und mit leeren Gebärden erziehen, die in der Welt draußen nur ein Lächeln hcrvorrtifen, da hinter ihnen nichts Reales steckt; nur dann, wenn die jüdi• sehe Jugend die Grundlagen ihres Daseins in äußerer Hinsicht und ihres geschichtlich getonnten Wesens erkennt, und wenn sic getreu der Tradition unserer Bewegung in stiller Arbeit an sich selbst dieses Wesen neu zu formen sucht, wird unser Werk gedeihen. K. L, Unsere Zeitung erscheint m dm (mdm nackdm W6cUm we/jm ckk feiettagz huaeinmal in erweitertem Umfang Nr. 25/2ö an Mittwoch. ient 28. mrz 1934 Anzeigenschluß am Monlo«, 26. Mörz, 17 Uhr ttlr Eamltlenanzelgen am Dienstag. 27, März, 10 Uhr Kedaktionsschtub am Dienstag, 27 März, 10 Uhr Nr. 27/28 ait Donnerslad• dem 5. April 1934 Anzeigenschluß cm Dlemlag, 3. April, 17 Uhr für Famßlenanzelgen am Mlllwoch, 4, April, 10 Uhr Redokllormchluft am Mittwoch, 4, April, 10 Uhr JÜDISCHE RUNDSCHAU Schriftleitung und Anzeigen - Verwaltung Ein Tel - Awiwer Film T el-Awiw, Anfang März 1034. Vor einem kleinen Kreis von Regieriingsvertretern und geladenen Gästen wurde das erste Erzeugnis der ״Eilma“• Produktion, die unter Leitung von S. Alexander steht, vorgcfiihrt. Der Bildstreifen umfaßt noch nicht eine halbe Stunde Vorführungszeit und bedeutet nur den Anfang zu einer Arbeit, die in den kommenden Wochen weiter fortschreiten wird. Daß heute noch kein abgeschlossenes Ganzes vor uns liegt,.ist schon im I lauptthema des Filmes begründet; die kommende Leva ntc*M esse. Der Eilm beginnt mit Aufnahmen vom Stadtbild Tcl-Awiws. Man sieht die I lauptverkchrsstratk'11 mit ihren» ungewöhnlich großen Ver* kehr, mit ihrem Hasten und Jagen, mit den großen Autobussen, die einander überholen. Alan sieht den Rothschild- Boulevard, dessen Grünanlagen bald die ganze Stadt umziehen werden. Man sieht selbstverständlich den Tel-Awiwer Strand mit den Tausenden von Menschen, die am Schahhath dort Erholung suchen. Man sieht den Jarkonfluß, auf dem man in mondhellen Sommernächten rudert, und man sieht Kamele, beladen mit ihren Sandkästen, unermüdlich, in Karawanen von Jaffa oder noch weiter herkotntnend, als Ziel jenes Stück Erde ganz, am nordöstlichen Ende der Stadt gelegen, wo mit amerikanischer Geschwindigkeit zwischen jarkonfluß und Mittclmecr die Gebäude der Levantc-Mcsse im Entstehen begriffen sind. Das Beherrschende im Film ist Bautätigkeit und Arbeit. Von den Koustruktionstischcu der Zeichner springt die Ka* mera auf die Gerippe jener Häuser über, die von der Grund* stcinlegung bis zur Bc/iclibnrkcit nur eine Frist von wenigen Monaten brauchen. Wer am 16. August dein feierlichen Moment beiwohnte, als der High Commissioncr mit dem Hainincrschlng auf den ersten Stein de!» Bau der Levante- Messe für begonnen erklärte, sicht heute mit Erstaunen eine kurz vor der Fertigstellung stellende kleine Stadt. Aber nicht nur das Tenip 0 der Arbeit »viril uns gezeigt; wir sehen auch ganz, ausgezeichnete Porträts, so eine oe« sonder» gelungene Aufnahme Ducngoffs. * Manfred Qeis.

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