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Jüdische Rundschau · 1934-03-20 · Heft 23 (20.3.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 23 (20.3.1934)
Date
1934-03-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 jodische Rundschau BERICHTE AUS DEM REICH (V• 091 Utxssrn Berich ttrs tattern) Bielefeld Am <1. Mürz fand eine gut besuchte Tagung der Zionisten des Bielefelder Bezirks statt. R.-A. I>r. Sc bloß borg (Her* litt) hielt ein umfassendes Referat über ״Der Zionismus im Kampf tun das jüdische Volk“. Ferner sprachen Pr, Cap oll (Düsseldorf) über ״Zionistische Aufgaben im Bielefelder Bezirk“ und Hans Seid eit herg (Düsseldorf) über ״Pie nationale und soziale Bedeutung des Keren Kajenieth l.ejis* rael“. An die Referate sehioli sieh eine lebhafte Aussprache an. Am Abend veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe einen jüdi selten A 11 e 11 d in der Synagoge, Orgclspiel und Clmrgesang utnrahinten einen Vortrag von Pr. Sclibßbcrg ״An der Wende zweier Epochen“, der bei dar Zuhörern einen nachhaltigen Findruck liinferliell, Breslau Per Wohltätigkciisveiein Gesellschaft ״Brüder und Freunde“ 1;'. V. ״Aha bat Achim“ kann in den nächsten Tagen auf sein 100 jähriges Bestehen ruirüekblicken. Aus einer kleinen Anzahl Männer der jüdischen üemeinde Breslau hat sich der Verein bis zum lieutigen Tage zu einer ansehnlichen Gemeinschaft 'חסי Frauen und Männern entwickelt. Aus diesem Anlaß findet am 18. März im Restaurant wickelt. Dessau Am I. März feierten die hiesige jüdische Schuljugend und der I labonim Purim im Oemeindcsaalc. Knttlen Pr. Möller sprach in einer Gemeindeversammlung über das Thema ״Zurück zum Judentum“. Eine lebhafte Diskussion schloß sich an. Erfurt Nach dem ausgezeichneten Fieder- und Arienabend von Hanna Brand vom Kulturbund Berlin, im Februar, folgte im Rahmen eines Gcmcindcabcnds das zweite Konzert des Meudclsohn-Trio aus Leipzig mit Hella Chitzik (Klavier), Leo S c 11 \v atz (Violine), Professor Afrem K i n k li I k i n (Violoncello). Die Künstler spielten meisterhaft Werke von Schubert, Bruch, Kinkulkin, Zeitlin, Moussorgsky-Stutschevvsky und Tschaikowsky. C. S. Forst Am 4. März veranstaltete der jüdische Jugendbund eine Purimfeier, bei der Rabb. Dr. Bieler die Festansprache hielt. Ein Purimspiel und Lieder der Kinder und der Chaluz.itn beschlossen die Feier. Gclscnkirdicn Im Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr sprach Landgerichtsrat a. 1). Dr. Wilhelm Salingcr über das Thema ״Erlebtes Hebräisch". Der am 9. März veröffentlichte Bericht über Geilenkirchen betrifft Uclscnkirchcn. Gleivvitz Die Aufführungen der ״Hochzeit des Figaro" durch die Oper des ״Kulturbundes Deutscher Juden" in Glciwitz und Bctitlien fanden großen Beifall. Hilde.slicim Die Hillel-Logc U. O. B. B. beging am 4. Atärz die Feier des 25jährigen Bestehens. Der Präsident Willi Moses hielt die Festansprache. Hindenburg (O.-Seblcs.) Am 5. März kon/citicrlcn Joseph und Boris Schwarz. I. Schwarz brachte Bachs Orgelkonzert D-moll und Chopins Nocturne und Scherzo B-moli zu Gehör. Boris Schwarz brachte die F'ollio von Corelli. Brahms Sonate op. 108, int herrlichen Zusammcnspicl, war der Höhepunkt des Abends. Sid־y Wohl gern nt h. Kiel Am 4. Marz fand ein (ieinciitdeabend, ״Der Jude in der deutschen Dichtung ׳— Der Jude in der deutschen Musik“, statt. Miivvirkcnde waren Herr Salberg (Rezitationen) und Frau L a nt m N n t a 1 חt s c 11 (Klavier), vorgetragen wurden Werke von Mendelssohn, ürtinau, Stephan Zweig, Heine u. a. Stuttgart Die Werkleute, Hund jüdischer Jugend, hatten Fltern und Freunde eiitgeladen, um sie einen Blick in ihre Arbeit tun zu lassen. Die lebendige Beziehung zum jüdischen Schrifttum tat sieh in einem ergreifenden und vorzüglich gestalteten Sprechchor aus Jesnin 2!׳ in der nuherilhersetzung kiintl; der Linst und die Inbrunst des Wolleus dieser jungen Menschen wurde spürbar. J11 einer selbstverfcrllglcn Revue ,,Was ist «leim der Kibbuz?“, die teils ernsten, teils helleren Charakter halle und einen Lebenst,1׳g der Siedler vor den Augen der Geladenen vorüber/iohen ließ, enthüllte sieh der Geis] dieser Jugcndgriippe. ... ״liier muß ein Volk wieder wachsen, erst dann ist unsere Aufgabe erfüllt." Das war der Kehrreim eines der dem jungen l'.ljährigcii Konipmiisien überraschend gut gelungenen Songs, Der unbedingte Glaube an ihre Aufg.-tbr, der aus eien Stimmen dieser 12■--1 IJiiltngen herausleuchtete, war Lrseliültenmg und Trost zugleich. Man bekam an diesem Abend eine Ahnung von dem starken Willen zur Gemeinschaft, von der Bereitschaft zum Dienst für das Judentum. Und es war, als müßte man diese jungen Menscheu, die der Schwere der Aufbauarbeit froh entgegensehen, segnen um der Flamme willen, die in ihnen brennt. Am 25. l ehr, fand die Gründung des l.andcsnussdiusses Württemberg der jüdischen Jtigendvcrbändc durch Dr. Friedlich Brodnitz (Berlin) in Anwesenheit der Vertreter der Jugendorganisationen stalt. Dr, Brodnitz referierte über die Wege der jüdischen Jugendarbeit und die künftige organisatorische Ausgestaltung. Anschließend wurde der Ausscluiii konstituiert. Pen Vorsitz iührt 1 )r. Walter Einstein (Stuttgart). —- Der Sing- und Instrumentalkreis veranst,altete eine gutgehingene Purimfeier. 1111 Mittelpunkt des Abends stand ein Kasperltheater. Frau Adler, Herr und Frau 1• c c h c 11 b a e 11, Herr Eberhard, Frau Dr. Mainzer um! Herr und I'rau Dr, S »enger verdienen in erster Linie den Dank für das Zustandekommen der Aufführung. Wcsermiinde-Bremcrhavcn Anfang Februar sprach Siegfried Lcvy (Osnabrück) über seine Pnl.istinareise. Ant 17. Fcbr. referierte Dr. Kurt Zacharias (Bremen) in einer Gemeindeversammlung über ״Pie Juden frage“. Ein hebräischer Sprachkursus unter Leitung von Lehrer Adler sowie ein Geschichtskursus von Dr. Rothschild finden lebhaften Zuspruch. Wuppertal-Barmen Der Hebräisch-Kttrsus veranstaltete unter Leitung von Lehrer Jonas eine wohlgelttugettc Purimfeier. Die Damen Frau Höxter, Frl. Lion und Annl und Irma Zlrker gaben durch eine stimmungsvolle Tlschdckoration der Feier den Rahmen. Außer dem Kursusleitcr beteiligten sich aktiv an der Veranstaltung noch Herr Rudi Stein mann und Fri. Resi Lion. Auch der Frauenbund und der Kursus von Rabb. Dr. Lubasch veranstalteten giitbesuchtc Purimfeiern. Rabb. Dr. Philipp hielt in der Synagoge einen Vortrag über ״Die Propheten“. Ilrcüau 1 Breslauer Zlnimli.die Vereinigung. I, Abend der Schulung•- kurae am 2t. MHrr, abend• 8.20 Ubr, im PalltattnabUro, Garten- »traSc 25, ״Die Geschickte der Juden Im Zeitalter der Emanzlpition“ (t. Teil). Referent! Dr. Willy Cohn, Brcdau. — Emdeni Jü1liM־her Jiigeiidlminl. Am?1. Mürz, Bandriß 11 dner l)r, Blum: ״llcr/l.s Altneulmid, allgemeine Beurteilung und nlis! hließi'iulo Hetraolilung“. — ZionklPrlM! Ortsgruppe. Am 22, Mär* Mitgliederver.-nmitiltn>g. RelVml! Per jüdische AtU’iler zur Zeit der Mi«h11ah. — Eninkturt am Malm Jüdischer I׳‘r1m1׳td>1md, Die für den 20. Müu anliemmiue. ArlH-ilssilzung tiillt;ms. — MannheimI X.O.G. Am 25. Mütr, niielmi, 4.15 tHir und abends 8.30 Uür, Casino-Snal, Jugend-Abend dir ein Bcth-t-'linliir. F amilicn-Nachrichton llrrv GtiUav PoinHrower und Ermi (‘liirc, geh. Kaufmann, Hrrd.iu 13, Murilistr. 11, II, feiern um 22. Mürz die Silberhochzeit. Kr.itl Soliii״ lt r i e g 1׳ r, geh. llmiumn (früher 111 odati), Finnkfurt .1. d. Oder, ()licnveg 20, lirgeht um 4. April den 00. (ielmrtstag. 20 500 Siedler 2111 dem Boden des KKL Jerusalem, 16. März. (J. T. A.) Laut Bericht des Keren Kajemclli lebten im September 1933 auf Nation,ilfonds- Boden 20 560 Personen, davon waren 8900 in den Orangenliainen, 5500 in der Getreidewirtschaft, 4000 in vorstäiilisehen Siedlungen und 1300 in Arbciterlagcrn beschäftigt. Bis zum erwähnten Termin pflanzte der Nationalfonds 1.341317 Bäume. Der neue Etat der Stadt Tel - Awiw Tcl-Awiw, 13. März (J. T. A.). Der Etat der Tel- Avviwer Stadtverwaltung wurde für das Jahr 1934/35 mit 278 000 Pfund festgesetzt, 1932/33־ betrug der Etat 185000, 1933/34 10(10!Kl Pfund. Pie starke Bevölkcruttgsniuahme hat es mit sich gebracht, daß die auf den Einzelnen entfallende Steuerlast wesentlich gesunken ist. Während vor drei Jahren die Steuern pro Kopf 4 Pfund ausmachten, sind sie 1m abgclaulencn Jahre bereits auf P » Pfund gesunken und dürften im kommenden Verwaltungsjahr nur noch l Pfund betragen. Dr. Victor Jacobson in Italien Rom, 14. Mürz. (J. T. A.) Dr. Victor Jacobson hat in Rotn und einer Reihe anderer Städte Italiens Besprechungen mit führenden׳ Persönlichkeiten des italienischen Judentums betreffend die Beteiligung der Juden Italiens am jüdischen Aufbauwerk in Palästina abgchalten. Das Jaffa er Kreisgericlit hat die von Richter Bodilly im Januar über 14 Personen, die an den r c v i s i o n i s t i s c 11 c 11 Kundgebungen in Tcl-Awiw im Anschluß an eine am 9. Dezember ahgehaltcnc protcstvcrsammlung gegen die Einwanderungspolitik der Regierung tcilgenoinnien haben, verhängten Gefängnisstrafen im allgemeinen bestätigt, Nur die Höchststrafe von sechs Monaten wurde auf drei Monate Gefängnis herabgesetzt Die Gauleitung der NSBO und der Deutschen Arbeitsfront verkündet lt. ״Voss. Zeitung“ vom 17. 3., ״daß im Bereich des Gaues Mitt cl fr anken Juden als Betriebsführer nicht in Frage kommen. Jüdische Geschäftsinhaber haben einen arischen Vertreter xß lenatnen". Werkdorf am Wlcrinßcr Meer. 111 Holland steht in den nächsten Wochen die Eröffnung eines größeren Bertifsinn- KdücliUmgsunteriu'hniens bevor, Unter der Leitung von Dr. Hans l.uBinski werden auf einem von der holländischen Regierung zur Verfügung gestellten (65 ha grollen) Gebietsteil des trockengelegt1־n Zuidorsces, unweit der Stadl Alkntar, etwa HO junge Menschen im Alter von 16 '26 Jahren eine teils 1,'imlvvirlsdiaftlich-giirtnerische, teils handwerkliche Ausbiklimg erfahren können. Die Ausbildung ist auf 2 Jahre, für Mädchen im Haushalt auf 1—11/3 Jahre berechnet und soll die jungen Leute befähigen, sei cs in Palästina, sei es in anderen Debcrsecläitdern, sieb eine neue Existenz zu sehaffen. Pie laiulwirlsclinftlicli-gärtncrischc Gruppe (35 in der Landwirtschaft, 25 in der Gärtnerei) soll zugleich im wesentlichen der LchensiniUcIvorsorgung der ganzen darfartigen Anlage dienen, die handwerkliche Gruppe (haubetrieb mit etwa 25, I lolzhenrhcittitigsbcUieb mit etwa 12, Metallbearbeitungsbdric!) mit etwa 18 Jugendlichen) soll die zunächst zur Unterbringung und Ausbildung bestimmten Baracken durch weitere Bauten, insbesondere für den Lehrbetrieb und das Gemeinschaftsleben ergänzen und ersetzen, der Heinibetrieb (12 Mädchen) wird der Versorgung der Gesamtheit durch Kiiclte, Wäscherei, Plätterei, Schneiderei usw. dienen und seinen Angehörigen eine gute Ausbildung in diesen Zweigen sowie in der Geflügelzucht, Milch-, Butter- und Käscwirtschnft vermitteln. Pie Ausbildung erfolgt im wesentlichen durch holländische Lehrkräfte. Die praktische Unterweisung wird durch theoretischen Fachunterricht für die einzelnen Gruppen ergänzt werden. Als Sprachunterricht ist nach Wahl des Einzelnen Englisch oder Hebräisch oder Spanisch vorgesehen. Für Körperpflege und Leibesübungen wird ausreichend Sorge getragen werden, Geistig wird das Unternehmen, allen jüdischen Richtungen offen, jüdisches Gepräge tragen. Die Feiertage werden beobachtet werden, Die Verpflegung ist rituell. Die Leitung wird hestreht sein, sich nach Abschluß der Ausbildung tun das Fortkommen der Teilnehmer int •Zusammenwirken mit den zuständigen jüdischeu Stellen des In- und Auslandes (Hechaluz usw.) zu bemühen. Die Aufnahme kostet für den landwirtschaftlichen, gärtnerischen und Haushalts betrieb monatlich 45 RM., für die handwerklichen Gruppen monatlich 60 RM., dafür wird Vcrpfiegung, Ausbildung, Wäschewaschen, Instandhaltung von Kleidung und Wäsche geliefert. Der Beginn der Ausbildung ist Anfang März; von da an werden die Teilnehmer nach Maßgabe des Fortgangs der Arbeiten in den nächsten Wochen einbcrtth'n werden Nr. 23, 23.111.1g34 Nochmals! ״Schabbofh der roien Kuh” Bad ki*. singen, den 16, März lög Sehr geehrte Redaktion! In die Diskussion Über die אדמה ma möchte »״ri, •u mich enisdialteu. w» Zur Finleiluiig stelle ich zwei Verse aus des Odyssee in ״׳. voran, die midi meine eigene Meinung über das Problem u ״Roten Kuh“ bilden ließen. Sie lauten: ™י d6 0f,i rx׳j -,״>ץ gga׳־<■,>$ ״ (viv z(v •et Vn u!t׳< “>j0)־v igcr'sv äv/p. In deutscher Uehersetzung: ״Dir ( Athene) aber wmfr 4־ eine einjährige breilstiriugi* Kuh weihen, eine iiinelr״,;; , die noch nie ein Mann unter dem Joche führte.“ 11'י Als ich diese Steile zum ersten Male las, erinnerte ich ׳., sofort des Satzes in במדבר Kap. 19: אליו סרה אדמה S .54ר, אסר אין־בה מום אשר לא־עלה עליה על Die Aehnliehkeit der beiden Zitate ist in der Tat (rn*' rend. Mail muß sieh fast wundern, daß, soweit mir j, ist, bisher noch niemand diese Parallele festgestellt |wt'״J" hat also die junge Kult, die noch nicht als Nutztier zu nmiJk! liehen Zwecken gedient hat, im Kult eines anderen Volk «'•י Opfertier eine ganz besondere Rolle gespielt. Nachdem Parallele entdeckt war, stiegen Zweitel in mir au), oß Won אדמה dann noch mit ״rot“ übersetzt werden kri1m;,s Dazu kommt noch, daß cs naturgeschichtiich eine rote g« überhaupt nicht gibt! Wenn man auf Hebräisch die F״C der Ktilthaare bezeichnen will, so kamt mau mit den! vWs אום dies bestimmt nicht tun; denn das Adjektivtim stjm״i von dem Worte 01 und druckt die I'.•irlu■ nqualit.it hluir״’״׳ )״ Wenn man aber eine Kuli als rot bezeichnen will, im t!(׳nj satz zu einer schwarzen, so konnte mau dies mir mit (|K, Adjektivum חום rotbraun tun. Da sowohl ׳Aprnv a'j, auch אדמה Von einem erklärenden Relativsatz gefolgt'ist de in beiden Fällen fast wörtlich das Gleiche ausd'radt’ % schienen mir diese beide Worte auch etymologisch zusammen, zugehörcii. Den gemeinsamen Stamm sehe ich in ״dam“, Dj; griechische Wort ׳־,׳>:,?;׳<; kommt nur im Femininum v« und heißt hier jungfräulich; es leitet sich ab von . ich bändige, mit Vorgesetztem a privativum und bedeutet die iiiigcbämligtc, die jungfräuliclie Kuh. Es mußte also auch im griechischen Kult eine fiir Zugzwecke noch nicht abgericlttcle Kuh gewählt werden; ein solches Tier war eben auch noch jungfräulich. Vielleicht bat uns das jüdische Schrifttum nur an dieser einzigen Stelle das Wort אדמה im Sinne von jungfraulich, ungcbämligt überliefert. Man möchte fast meinen, daß der auf das Wort אדמה folgende Relativsatz: לא־עלה IS* עלית על verhüten will, daß man אדמה als rot auff.we, gerade wegen des Gleicbklmiges der beiden Work. Nach meinen von der Wissenschaft nllerdings noch nicht anerbnn• ten Forschungen als Amateur-Etymologe findet sich der Stamm von אדמה wieder in dem Worte י־ צמד Gespann. Ich bin mir bewußt, daß ich mit meinen Ausführungen recht gewagte etymologische Hypothesen anfstcllc. Aber ich kann mit einer sehr grollen Zahl von Analoga aufwarten, welche die nahe Verwandtschaft griechischer und hebräisch« Worte darhm. Und die Zahl ist so groß, daß sich sogar eine Gesetzmäßigkeit der Wortbildung hermisscltiilen läßt. Warum sollten auch nicht zwei uralte Kulturvölker wie die Semiten und Jonier durch ihre gegenseitigen Beziehungen gemeinsame Wort• nezeiciiiiimgen haben, die sich im Gebrauche bis zur Unkcnntlichkcit »!־!geschliffen haben? Dr, med. J. Hamberg er. Berlin, den 14. März 1914. Weder die Bemerkungen in Nr. 56, noch die ctlmologi• sehen Ausführungen von Dr. Gerhardt Nciiinann scheinen dtt geschichtlichen Situation Rechnung zu tragen. I'.s handelt -־ich hier nicht danini, Exegese zu treiben, sondern darum, tliM Blütezeit des jüdischen Volkes, die für Neiiinann die!!riitiiti'C Kindheit des jüdischen Volkes darstellt, in ihrer Totalit.1t n begreifen. Ich mochte deshalb nur thosenhaft in Anlehittm; an die Forschungen Oskar Goldbergs, Erich Ungcrs mul Ad™ Caspnrys einiges bemerken: 1. Die Opfer-, Speise- und Sexualgesel/e des IVritateuch sind vorstandesmäßig nur durch die Aufdeckung des ract>• physischen Hintergrundes der Gesetzgebung zu erschließen. Es stellt nicht in Numeri, Kap, 19 2, daß über diese CliuUn״ nicht iinebgedaelit worden soll, vielmehr ist das mir eine lr>w tioiK'lle Erklärung des Wortes ״chukkat“. Die metaphysiKl״ Welt ist bei der Gesetzgebung als so selbstverständlich vor• atisgesctzt, wie in der heutigen nichtmetaphysischen die I«־״ nische Welt. . 2. Die den Gesetzen zugrunde liegenden Keinhcits- 1!w Unreinlu'itshegriffe haben nichts mit der theologischen ־*0י Stellung von ״Sünde“ zu tun. Goldberg weist an Hand vn« vielen Beispielen nach, 11,all ״eh,ata“ die Bedeutung von ״rdwj inacfien“ hat mul auch auf Tiere, die doch nicht ..suiuligc״ können, angewandt wird. 3. Die Auffassung vom ״Tofcinisiuus“ als eines Glauben primitiver Völker, daß die Tiere Träger der Ahiicnseelen «<״ ist nach der oben angeführten wissenschaftlichen ><״!/• falsch. Vielmehr ist es so, daß Volk und Tier einen genu^ samen Ursprungsort haben. Caspary sagt: Die;','״!™'"־ gruppen unterscheiden sieh nicht etwa so, wie cm ־|״״י vom Neger, sondern als Wesen wie der Skorpion vom 1!«1«• “ alle Menschcngiuppeii sind ülierempirisclu'ii Größen zuzuof neu, die sieh voneinander so prinzipiell mul strukturell um » scheiden wie die Tiergnttungeii. . ,ז״ 4. Wenn Dr, Neiim.nin die eigentliciieti Leistungen! : jüdischen Volkes, die soziale Gesetzgebung usw. 1« ־ ■ spätere Zeit verlegt, so irrt er. Es ist eine (jcset/g!־b1|l’R1 “״ Sinai, die sowohl das Gesetz der roten Ktifi. *'s.c, c.1.;||' botc enthält, die heute noch den Grundstock jeglicher ■ ׳ bilden. Man darf die Einheit des Eüufbuches nicht mir weil die moderne Ethnologie nicht die Zusamtn«! » erkennt, und die ״vergleiclietuie“ Methode hier v,cr*'V ״־nrt 5. Das heutige Judentum, das wie alle Weltrcligi ein ״fiktives, abstraktes Verhältnis“ zu Gott hat (..cuh'U ׳ .. beu“) stellt dem ״realen, konkrete!5׳׳>' "׳ damalig!‘" 'jj!sehen Volkes so fern, daß die Auffassung von Neun!.! einer Entwicklung in der Zeit, von der Kindheit Alter, zurückz.invciscn ist, denn ״dieser IXntkcI des » Lt Ktilturbcwtifitseins“ (Unger) verhindert die Jnangrd ׳ einer Forschung, von der Goldberg sagt, daß sic nicht tumsförscliung“, sondern aktuelle ״Rca'itiitsforscming I. Hepner. In einer Plenarsitzung des Z c n t r a 1 a u s sc 11 uA*a< der deutschen Juden für Hilfe ,u«d *u0Sd!• wurde die Neubildung des Generalsekrctariats ocs , t Neben Direktor Friedrich Borchardt, der als ח j־( von Dr. Ludwig Tietz. bereits seit einigen eUtr Gcschäftsrülirung angchört, wurde Dr. י״®? ncze״!! b erg er in das Generalsekrctariat berufen. Da? groö‘ für Presse und Propaganda wird von Dr. Fncdric nrtz verwaltet

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