Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 23 (20.3.1934)
- Date
- 1934-03-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus dem Erkennen des Gemeinschaftlichen müssen nir uns zu einer neuen richtigeren Wertordnung durcharbeiten. Lind als Wcstjude spreche ich es aus, mag das heute noch manchen wehe tun; Nicht wir Westjuden, sondern die Ostjudcn tragen den Glanz der geheimen Krone. Unsere Aufpbe ist es, das zu verstehen, mehr als das, cs tief zu erleben. Gewiß stellt es uns nicht an, uns über die geheimsten und schamhaftesten Gefühle des Westjudcn zu erheben. Wie vide hunderte ״Gründe“ gibt es nicht, seine Angst, seine Verlegenheit, seine verkrochene Scham, sein wirkliches Leiden nt erklären, womit er dem Ostjudcn gegenühertrat. I s ist zu verstehen, wenn ihm angst und bange wurde bei dem Oedanken, mit diesen Kaft.ingcst,ilten verwechselt zu werden. Ertappt zu werden, erinnert zu werden, daß diese Figuren seine Großväter waren. Daß nichts als ein winziger Sprung durch Zilt und Kaum ihn von ihnen trennte. Und wer wollte hc/wciteln, dal! seine Angst, rein Schuldgefühl und infolgedessen auch sein Widerwille echt war und ist. Wer das nicht begreift, wird dem Problem in keiner Weise gerecht. Auch hier sind Tränen! Aber einmal hat dieses ״alles Begreifen“ und ״alles Verzeihen" ein Ende. Es gibt einen Augenblick, in dem die Stimme der Wahrheit von niemand mehr überhört werden kann. Jeder hat dann die Pflicht, die Wahrheit zu suchen, die vor unserer Türe lagert, und die wir aufnehmen müssen. Dieser Augenblick ist heute da und von nun an kann es keine Entschuldigung mehr geben, wenn sieh deutsche Juden, und Westjudcn überhaupt, über den Osten erhaben dünken. Und doch wäre sehr wenig getan, wenn wir die Wahrheit nur begreifen, nicht aber mit unserer ganzen Existenz erleben Unnten. Alle begriffene Wahrheit ist abstrakt und stets bereit, vor einer scheinbar stärkeren zu fliehen. Der Dietrich zu der verschlossenen Pforte unserer eigenen Vergangenheit ist uns gegeben. Ich meine durch das Ruch ״Kindheit im Exil“ von Schmarja Lev in. Wer dieses Huch gelesen hat, muß dem Ostjudcn gegenüber ein anderer Mensch werden. Auch dann, wenn er das Buch ohne jede VorhctciUmg, ohne jede Tendenz, am besten ganz absichtslos in die llaml nimmt. Es ist wie ein unsagbar schönes Kindermärclicn. Man kehrt in sein eigenes Leben, lange vor seiner eigenen Geburt, zurück. Also das sind wir, das waren unsere Väter, GroB-, Urgroßväter. Das ist die Weit, in der Millionen unseres Volkes jahrhundertelang gelebt haben. Wie schön ist sie! Da ist also ein Volk, in wenigen Flugzeugstunden von dien Ecken Europas zu erreichen — und auf einmal zeigt cs sich, daß es das unbekannteste der Erde ist. Welche Welt- Sensation, wenn ein englischer oder amerikanischer Gelehrter irgendwo in Ozeanien einen Volksstamm entdeckt hätte, der so lebte, wie Schmarja L e v i n das Leben seiner Kindheit vor Ml Jahren in Swislowitz an der Swisla erzählt. Es ist ein Tninmlascin zwischen Leben und Gott. Aber ist nun dieses Leben tief in Gott, wie im Muttcrschoß unseres Volk«?, stecken geblieben oder ist es schon in die Schöpfung hineingnvachsen, die auch eine Offenbarung der Gottheit ist? Da riebt wie ein Lehensstrom der Rhythmus der Feste *Uirclt das lahreslebcn der Gemeinde. Und zum erstenmal erlebe ich, Westjiide, was diese Feste sind, was sic dem Volke bedeuten, Welchen Schatz hat die Nation durch ihre Zerstreuung in die Assimilation allein durch den Verlust der Feste verloren! Jetzt begreife ich erst, warum uns das Leben in der Zerstreuung' überall dort, wo keine Massensicdlung besteht, von der Möglichkeit eines solchen Fcstlebcns ausschließt. Diese Feste sind so tief mit der Natur, mit dem tag• liehe» Leben, mit Kindheit und Legenden, mit Alter und Weisheit, mit Singen und Glauben, mit Arbeit und Hoffnung verwachsen, daß sie im emanzipierten Europa ihren Sinn, ihren Zauber, ihre Magic verlieren mußten. Und so ist es beinahe mit allem, Das Leben, das Schmarja Lcvin vor unseren Wcstlcraugcn enthüllt, ist wahrhaft unübertragbar. Es mußte in Westeuropa verloren gehen und cs konnte sich nur im slawischen Osten, in der Millionenansicdlnng, erhalten. Es ist Leben des Volkes als Ganzen und niemals nur Leben des Einzelnen. Und deswegen wird es mir im neuen Palästina seine natürliche Fortsetzung finden. Es ist nicht die Aufgabe dieser Zeilen, Levins Buch als literarische Leistung zu würdigen, Das ist hier vor mehreren Jahren bei seinem Erscheinen im Rowohlt-Verlag bereits gcschchen. Und so wollen wir auch nicht daran erinnern, was diese Jugend für l.cvin seihst bedeutet hat, der nur durch sie ein I iilircr seines Volkes werden konnte. Aber das märchenhaft Schone an seinem Lebensbuche ist ja gerade, daß cs nicht die Erzählung seines eigenen Lebens ״ist, sondern die Legende eines ganzen Volkes, die lautere Wahrheit über das Leben der Millionen, denen hier ein unsterbliches Denkmal gesetzt ist. Und voller Scheu, ja voller Beschämung sehen wir, daß gerade hinter diesem vcraclitetstcu Teil unseres Volkes sich die Herrlichkeit des Glaubens, die Kräfte der Offenbarung verborgen gehalten haben, verborgen vor unserem Blick, wcii er nicht wert war, sie zu schauen, Wer könnte von diesen Kindern, Frauen, Männern, Greisen lesen, ohne vor Ehrfurcht zu erschauern, daß so viel Volksgrößc möglich ist! Daß in unserer Zeit der Aufklärung, des Fortschritts, der Rationalisierung noch immer Nacht für Nacht die Tränen der Frommen über die Sünde der Welt fließen, zu Pcßach die Kinder und Frauen noch immer mit angchaltenem Atem warten, oh Elias unerkannt aus dem Weinpokal trinken wird, der für ihn auf dem Tische bereit steht. Und doch — auch das eine große Ucbcrraseliung —: Es ist ja nicht nur eine Welt des Betens, des Lernens, der Not, der kleinen oder großen Geschäfte, und der Feste, an denen Gäste ohne Unterlaß kommen und gehen. Es ist auch eine Welt scheuer und dann wieder stürmischer Liebe zur Natur. Es ist eine wahre Hochzeit der Menschen mit den Bäumen des Waldes, eine Verliebtheit in alle Gräser, Vcrspielthcit mit den Pfützen und Steinen der Dorfstraße, und wenn cs Frühling wird, stürzen sich die Jungen wie durstige Tiere in ihren Fluß. Und noch etwas ist ganz anders, als man cs sieh denkt. Die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden. Hier hat allerdings die Geschichte einen Strich mitten durch die Dorier gezogen. In der Zeit vor den Pogromen des Zarismus wußte der Ostjude kaum mehr, was cs heißt, einen Nichtjuden zu fürchten. Aber nachher! Die Angst jedes Dorfes, wann es nunmehr bei ihnen losgeht! Die Orkane des Weinens und Bctcns, die durch tausende Synagogen zu Gott das Bekenntnis der eigenen Verschuldung heulen. Und, die magische Waffe, die das Volk benutzt; jedes Pogrom gcnictzel bcantwortet es mit verschärftem, verlängertem Fasten. — Die Kinder, die Kranken, die Frauen! Ein wahrer Wetteifer entsteht, den göttlichen Zorn durch Demut und Schuldbekenntnis zu bannen, besser zu werden, damit auch der andere, der Gegner, besser werde! Mögen doch viele Westjuden durch das Begreifen dieses einzigartigen Wetteifers der Kasteiung selten, was Größe ist, w o Größe ist. Wenn sich der Spalt der Fremde und der Hybris zwischen West- und Ostjudentum geschlossen haben wird, wird cs der Jude auf der ganzen Welt seclisch leichter hahen. Und auch das wird vom Exil aus zu einer Kraft werden, die Zion wicderherstcllcn wird. X. R. Louis Goldin gs ״Magnoliensirafje* auf deutsch Holdings englisch-jüdischer Roman, der bei seinem Erschrineii im Jahre 1032 die Sensation des englischen Büchermarktes darstcllte, ist soeben in einer Uebcrsctzunff von L Mrt'alman im Verlage des ״Europäischen Merkur“ in Paris in deutscher Sprache erschienen. Auch in der lieber- ,1'•U'iniff hat das Buch nichts von seinem Reiz emgehiißt. Es laßt den jüdischen Leser in Deutschland einen sehr intercss,inten Blick in das Leben englischer Juden tun, in die Kreise, die aus den unteren Schichten und den! Mittelstand heraus den Anschluß an das ״große" Lehen der Umwelt suchen, in di« tausend Verstrickungen der Welt hincingeraten, m ihnen bestellen oder auch untergeben. Wir haben bereits ״ei dem Erscheinen der englischen Ausgabe gesagt, daß wir 1'ic Grundtendenz, des Buches, die auf die Möglichkeit einer engeren Verbindung zwischen den beiden Seiten dieser ״Wnolicnstraße, der jüdischen und der christlichen, hinaus- 1•™It, als nicht tief genug fundiert empfinden. Wir Heutigen, j[lc wir die Erlebnisse der letzten Zeit in uns aufgenommen haben, wissen, daß mit so einfachen Formeln, wie cs Gaiding 'ersucht, dem Leben, das sich zwischen den Menschen- Wuppen abspiclt, nicht beizukommen ist. Trotzdem ist dieses ™ch voller Spannung, und viele seiner Figuren stellen echte Menschen voller Leben dar, die uns einen wahren Genuß verschalicn. u. oc. Eruil Bernhard Cohn: Legenden. S. Scholem, Verlag, Berlin• bdioncherg, 1033. Wir kennen diese Geschichten alle schon — aber wir ״״'״, sie gerne wieder. Die bizarre Phantasie ״Im Affen- 'GM" scheint wirklich von einem Menschen zu stammen, der ׳״c Sprache der Tiere versteht; und die Legende von Rabbi “kiba muß, wenn sic den rechten Vorleser findet, den Zuf ״l>rer zu mitfühlender Erschütterung hinreißen. Am schönsten ׳ mir die merkwürdige Dybuk-Lcgctide ״Die fremden ־ ti s‘e krankt nur daran (wie übrigens auch die ״Wasser üoahs") daß E. B. Cohn ein wenig zu viel ... gelesen hat. ■ a* sollen der Gaon von Wilna und der Rebbc von Mcsritsch k« dem Raw, der an seinem Doppelleben zugrunde Pht? — wir haben wenige geschmackvolle Darstellungen nseres alten Sagengutes, besonders wenige, die der Auf* «<״Rskr.lt .von Kindern entsprechen; auch dies Buch ist T. K,lnder c‘״ wenig schwer und wohl auch nicht für sie I 11 f a ®־ Cohn sollte seine ausgebreiteten Kenntnisse P rt •n ^c^'e*c jüdischer Volkssagen und seine beredte «er in den Dienst eines neuen Sagenbuches für jüdische * n d c r stellen. Wir alle würden es ihm danken. ■—bs-‘־ Zum 60. Geburtstag von Börries von Münchhausen Am 20. März feiert der Dichter Börries Freilicrr von Münchhausen den 60. Geburtstag. Seine Balladen, in denen er der legitime Fortsetzer eines Grafen Stracliwitz und Fontanes ist, sind heute in einer Zeit, die für die stark traditionsgebundene Haltung des Dichters Verständnis gewonnen hat, populärer als nocli vor verhältuismäßig wenigen Jahren. Münchhausen nahm von jeher eine nationale Haltung im deutschen Schrifttum ein und verband mit dieser Einstellung eine positive Beziehung zum Judentum, dem er seine Gedichtsammlung ״Juda“, die im Jahre 1000 erschien, widmete. Er behandelt darin biblische Stoffe und findet ergreifende Worte auch für das nationale Judentum unserer Zeit, das er als sich selbst und den Völkern ebenbürtig empfand. Diesem Judentum ruft er zu: ״Und ruft mir zu; Laß Kram und Waage stehen, Sei was du bist, das alte Israel, Noch lebt dein Gott, und seine Säulen gehen Noch heute vor dir, — höre Israeli“ Ein neuer Paläsiinaführcr A. Marmorosch: Alte und neue Stätten in Palästina und Süd- Syrien. Im Selbstverlag des Verfassers. Jerusalem 1934. Preis 1 RM. Dieser neue Führer in deutscher Sprache stammt von einem Verfasser, der seit längerer Zeit allwöchentlich Füllrungen in die verschiedenen Teile des Landes unternimmt und sich dadurch eine besonders gute Kenntnis von all dem, was für Touristen sehenswert ist, erworben hat. Der Führer ist sowohl für jüdische wie auch für christliche Touristen berechnet und stellt demzufolge die verschiedensten Gebiete des Landes dar. Der erste Teil gibt einen kurzen Ucbcrblick über die Geschichte Palästinas, die Bevölkerung, die religiöser! Strömungen und das jüdische Aufbauwerk, lin zweiten Teil werden Jerusalem und seine Umgebung behandelt, in den weiteren Teilen Samaria und Galiläa und schließlich Süd- Syrien mit Damaskus und Beirut. Naturgemäß ist der Raum, der auf den einzelnen Gegenstand entfällt, recht knapp; so muß sich z. B. Tel-Awiw mit zwei Druckseiten und einer Abbildung begnügen, worin natürlich nicht viel gesagt werden kann. Die historisch bedeutsamen Punkte des Landes erfahren überhaupt eine stärkere Betonung im Rahmen der Ocsamtdarstellung als das aktuelle Leben. Trotzdem darf man sagen, daß dieser Führer für denjenigen, der insbesondere kulturelle Interessen besitzt, gute Dienste leisten; kann, und andere Hilfsmittel heim Besuch des Landes, die stärker auf das jüdische Aufbauwerk eijtgehOn, in gewisser Weise ergänzt. Das Bildnis Aus de! neuen Ausgabe des im■ Sehm׳ken*Vertng erscheinenden I!'erbet■ ,.[J c r Born Juda .1", Mar• chen und Geschichten, gesammelt. von Micha 1 o s * f bin (i o r i n n. Dünndruc.kausgaba in einem Band. Preis KM. ך So tn Leinen. Als Mose Israel aus dem Lande Aegypten geführt hatte und die Kunde davon zu den Völkern gedrungen war, erfaßte sic Furcht und Staunen, und sie verwunderten sieh naß über den Mann, der solche Heldentaten vollbracht halte, t:in arabischer König;111er begehrte sehnlich, den Sohn Amrams zu sehen, und sandte einen erlesenen Maler in das Lager der Ebräcr mit dem Aufträge, ihm von dem Führer der Stamme Jakobs ein Bildnis zu verfertigen. Der Künstler ging hin, bildete die Gestalt Moses ab und brachte die lafel seinem Fürsten. Da ließ der König die Weisen kommen und gab ihnen auf, aus dein Bilde das innere Wesen und den Charakter des Dargcstelltcn herauszulescn und das Geheimnis seiner Kraft aus seinen Zügen zu ergründen. Die Weisen beschauten das Bikinis und gaben dem König einstimmig folgende Antwort: Nach dem, was wir sehen, zu urteilen,!null der berühmte Mann, das wollen wir imscrm Herrn gestehen, ein Mensch von böser Veranlagung, voll Hochmut, Habgier und heftiger Triebe sein, einer, in dem man alle lasier, die die menschliche Seele heralnvürdigen, vermuten kann. Da ergrimmte der König und sprach: Ihr verhöhnt mich wohl; von überallher höre ich nichts als Ruhmvolles über den herrlichen Mann. Nun erschraken die Untergebenen, die Gcsicht-dorscher und der Künstler, und suchten sich mit demütiger Stimme zu rechtfertigen. Die Weisen gahen dem Maler die Schuld und sagten, daß die Zeichnung falsch sei; der Künstler wiederum schob die Schuld auf die Beurteiler, die das Bild nicht zu deuten verstünden. Da nun der König die Wahrheit wissen wollte, begab er sich in eigener Person mit seinen Reitern in das Lager Israels. Er kam und sah noch von der Ferne das Angesicht Moses, des Mannes Gottes. Er holte das Bikinis hervor und verglich es mit der lebendigen Erscheinung, und siehe, es stimmte mit dieser überein. Dessen verwunderte sich der Fürst ohne Maßen. Er suchte das Zelt des Propheten auf, bückte sich und fiel vor ihm auf sein Angesicht und erzählte, Mas ihm mit dem Werke des Künstlers widerfahren war. Er sprach: Sei mir gnädig, du Mann Gottes! Ehe ich dein Antlitz geschaut hatte, glaubte ich, daß die Arbeit des Malers mißlungen wäre; mm ich dich von Angesicht schaue, sehe ich, daß die Gcsichtsdcuter, die an meinem Tische speisen, mich betrogen haben, und daß das, was sic treiben, Afterkunst ist. Da erwiderte Mose dem Fürsten und sprach: Nicht so, mein Herr; sowohl deinem Bildner als deinen Weisen ist recht zu geben. Wäre ich nicht von Natur, wie mich dir die Nachdenklichen schilderten, ich gliche einem verdorrten Stück Holz, von dem man gleichfalls sagen kann, daß cs van Untugenden frei ist. Jawohl, mein licrr, ich stehe nicht an, dir zu bekennen, daß all die Fehler, die die Gesichtsdeuter aus meinem Bilde herausgclcscn haben, und noch viele andre in mir vorhanden sind, daß ich aber durch die Kraft meines Willens ihrer Herr geworden bin, so daß das Gegenteil davon nunmehr meine zweite Natur ausmacht. Das ist der Grund dafür, daß ich solchen Namen errungen habe, und daß ich verherrlicht werde im Himmel da oben und auf der Erde da unten. Blidc in die Well Friedrich Slcburg! ״Polen", Legende und Wirklichkeit. Socletäts-Verlag, Frankfurt a. M, 1934. i’reis 1 RM. Wolf von Dcwall: ״Die Insel •der Heiligen", Eindrücke aus Irland. Soeictiits-Vcrlag, Frankfurt a. M. 1931, Preis 1 RM. Alfons Paquct: ״Und Berlin?", Abbruch und Aufbau der Reichs ha uptstadt. Socictäts-Vcrlag, Frankfurt a. M. 1934. Preis 1 RM. Diese drei Broschüren, entstanden i« der Hauptsache aus Artikeln, die in der Frankfurter Zeitung erschienen sind, geben einen interessanten Einblick in Länder und Städte. Die Schrift Sicburgs über Polen ist jetzt besonders aktuell geworden. Leider beschäftigt sich Sic bürg nicht mit den Fragen, die durch die Tatsache der Minoritäten in Polen gegeben sind, und streift die Judenfrage gar nicht. Trotzdem ist für uns die Darstellung dieses scharfsichtigen Beobachters von großem Interesse. — Waif von üewalls Schrift über Irland ist für uns deshalb so besonders interessant, weit das Erwachen der Iren zu einer Nation bei aller Unterschied* lichkcit gewisse Parallelen mit unserer eigenen Situation hat, denken wir nur an die Frage der Sprache, deren Wiederbclcbung auch in dieser Schrift geschildert wird. — Paqucts Broschüre über Berlin schließlich ist mehr als der Eindruck eines mit Künstleraugen Sehenden; es ist ein kleines Buch über die Sorgen und •die Chancen, die eine Weltstadt in sich birgt, wobei wir immer daran denken müssen, daß ein sehr großer Teil nicht nur der deutschen, sondern aller Juden in Weltstädten lebt und mit ihren Tagesproblemen aufs engste verbunden ist. oe. i SOEBEN ERSCHIENEN! I ®er 81t>citc 9t0111at1 ber Sritogie ״SofcbO mtb feine ©rüber״ üon 3#0ma8 SRann 1. bis 10. Auflage ©ebeftet 5.—, föttoniert 6.—, in Seinen 7.60 dtWl £>et etfle Vornan bet Ätilogie: ״*Die ©e־ fdjicItenSaöfobö״, erfriert im$erbft 1933 unb liegt in bet 21. bis 25. Auflage not f