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Jüdische Rundschau · 1925-06-26 · Heft 50 (26.6.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 50 (26.6.1925)
Date
1925-06-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 440 JUEDISCHB RUNDSCHAU Nr. 50 preaececbau a!■■ Im „Berliner Tageblatt" vom 23. Juni setzt Dr. Felix PI n n t r, wie bisher an leitender Stelle, seine Artikelreihe über Palältina fort, Indem er den dritten Aufsatz „Die Eroberung der Arbeit. Die Kwurah" nubllrJer*. Der Artikel beweist von neuem, daß Pinncr ein unbestechlicher Wirtschaftskenner, ein warmherziger Jude und ein erst» rangiger Darsteller ist. Seine Betrachtungen «Jei Kwurah- Problems vom technischen, ökonomischen und ideologischen Oeslchtspunkt aus gehört zum Wertvollsten, was die bisherige Literatur Ober die Kwurah enthalt. Wir geben einige Proben: .Freilich wird- '!i"-",'s von denjenigen, die den reinen KwuMh-Gcdanken für ein zu großes Wagnis hielten (weil sie der Ansicht waren, daß eine Gemeinschaft Junger, :um Teil landwirtschaftlich unerfahrener Menschen, auch wenn sie kommunistisch leben und wirtschaften konnte, zum mindesten einer technischen Führung bedurfte), durchgesetzt, doß das Experiment zum mindesten auf zwei Deine gestellt werden sollte. Neben das .Modell Dagauiah« wurde ,das Modell Merchawiah' gesetzt. Den Genossen, die gemeinsam wirtschalteten und die Erträge ihrer Arbeit gleichmäßig ver. teilten, wurde In Merchawiah. ein Administrator beigegeben, der den Betrieb in allen technischen Dingen leiten sollte. Wenn das Experiment Merchawiah, das übrigens auf einer theoretischen Konstruktion Franz Oppenheimcrs beruhte, nach kurzer Zeit scheiterte, während das reine Kwuzah-Experiincnt (ohne freilich bereits als endgültig geglückt betrachtet werden zu können) sich noch immer behauptet, so Ist das vielleicht nicht darauf zurückzuführen, daß die Verbindung zwischen Ertragsgenossenschaft und technischer Führung Innerlich eine Fehlkonstruktion war. Moralisch und sozial lagen die Dinge damals, als die moralische» und soilalen KraJte die positiven Faktoren des Sledlungswcrkes waren und durch die Zentripetalkraft Ihres Idealismus, durch ihren gewaltigen menschlichen Opfer- und Entsagungsmur, ökonomisch Schwierigstes zusammenhielten, einfach so, daß sich Qcnosscn und Administrator nicht vertrugen. Jetzt, nachdem die moralische Führung den Karren, wenn auch nicht über den Berg, so doch ein gutes Stück den Berg hinaufgezogen und damit ihre Träger reifer und in gutem Sinne selbstbewußter gemacht hat, — fähiger zu erkennen, was ihnen fehlt und was ihnen auch der Idealismus nicht oder nur unter übermäßigem Kraftverlost leisten kann Jetzt wird vielleicht bald der Zeitpunkt kommen, wo die Führer der Kwuzoth die technische Leitung aus Empfindlichkeit und Abneigung gegen kapitalistische Beeinflussung nicht mehr ablehnen, sondern unter Umständen selbst herbeirufen werden. Zweifellos sind manche der moralischen Föhrer durch Erfahrung inzwischen auch zu technischen Führern geworden. Aber dies ist nicht fiberall der Fall, und manche ökonomische Mangel, manche technische Belastungen und Ueberanspruchungen erklären sich daraus, daß Gcmelnsehaft und Oemclnjchaftsrat nur einen Teil ihrer Aufgaben zu meistern verstehen." Weiterhin schreibt Pinnen „Man hat ausgerechnet, daß eine SicdJerfamilie zur vollständigen Installierung etwa einen Betrag von 700 Pfund Sterling oder 14 000 M. brauche, einen Betrag, der, gemessen an den Kolonisationen reicher Kolonialvölker, ziemlich gering, gemessen an den Mitteln der zionistischen Organisation aber außerordentlich hoch ist. Die meisten Kwuzoth haben Ihr „Soll" bisher noch nicht in vollem Umfange, viele haben es nur zu einem geringen Bruchteil — etwa zur HSIftc oder zu einem Drittel — erhalten. Sic haben es, soweit sie es erhielten, nicht zu den Zeiten erhalten, in denen sie es nach einem rationellen Investierung-solan gebraucht lütten. Die Zionistische Organisation und das später verbreiterte Flnauzliistrument des Aufbaus, der „Keren Hajessod" konnten Ja nicht wie die Rotluchildsche Verwaltung aus der vollen Tasche kolonisieren, sondern sie lebten von der Hand in den Mund. Sie konnten nur nach Maßgabe Ihrer Eingänge aus dem Spendenwerk Mittel zur Verfügung stellen, und diese Einginge flössen unregelmäßig und fast nie in der veranschlagten Höhe. Die Folge war ein finanzielles und ökonomisches System, das man sehr zutreffend als die .verschwenderische Wirtschaft des armen Mannes bezeichnet hat'. Hüuscr, Stille, Geräte und andere Produktionsmittel mußten aus Mangel an Mitteln meist provisorisch und darum mehrere Male hergestellt werden, da man genötigt war, mit der landwirtschaftlichen Arbeit, die ja die Chalutim von vornherein ernähren mußte, möglichst bald nach dtr Niederlassung zu beginnen, Urbarmachung des Bodens, Entsumpfung, Drainage, Gebäude und andere vorbereitende Maßnahmen (tonnten nicht fertiggestellt werden, che man an die Produktion heranging, sondern sie gingen neben der Irühzelllg einsetzenden Erzeugung her, und beide störten einander In vielen Fällen. Diese Art der Wirtschaft hat die Entwick- 'ung außerordentlich erschwert und zugleich die Feststellbaren Ihrer ökonomischen Resultate verdunkelt. Will man nämlich feststellen, ob die Betriebe sich heute schon selbst tragen oder In Zukunft werden tragen können (nur bei einigen besonders günstig arbeitenden Wirtschaften Ist das gegenwärtig der Fall), so wird man die Kosten jener unproduktlven Arbeiten, die faux frais Inzwischen erkannter E<- perimcntlcrfchler, die Folgen unzureichender oder nicht rechtzeitiger Investierungen, nicht dem Anlagekapital zuschreiben dürfen, dessen Verzinsbarkeit sich erweisen soll. Vorerst allerdings handelt ei sich noch gar nicht um die Verzinsung dieses von der Zionistischen Organisation vorgest reckten Anlagekapitals. Die meisten Siedlungen zahlen vorläufig weder Pacht an den Jüdischen Nationalfonds, auf dessen Boden sie arbeiten, noch zahlen sie Zinsen an den Keren Hajessod, der Ihnen die fnvestltlonsmlttel vorstreckte. Auch ohnedies arbeiten sie mit mehr oder weniger großem Defliit, aber dieses .Defizit erklärt »Ich zum Teil daraus, daß sie die ihnen zugesagten Invcstillonsbudgcts fist durchweg noch nicht voll erhallen haben und daher noch nicht In der Lage waren, die Gesamtheit der Krifte, die zur Produkt!« vlerung. theoretisch für erforderlich gehalten wurden, In ihre Wirtschaft einzuleiten." .....i % . '■ Der „Goldene Mittelweg" i*t das neue Schlagwort des C.-V., um sein haltloses Schwanken zwischen Deutsch' lum und Judentum oder zwischen Naumann und dem Zionismus «?. teWnlKn. W,r «mn"h>™ <J«n Herren, elnma "i der Bibel Ellas fted« an das Volk auf dem Karmel nachwiesen «^«Ä^!rt cin P*»"**«"» «W (ar.Uirv.Steiluagnahfflt finden. „Wie lange wollt Ihr noch nich zwei Selten hinken?" KoagreObesQcber aas Deutschland Bestellungen auf Oas (karten müssen bis eplt e s t e n s 28. J u n I bei uns eintreffen. Die in Deutschland lebenden Inhaber von russischen Pässen oder von Personalausweisen für Staatenlose, die In Irgendeiner Funktion oder «Ii Oiiste am XIV. Zionlstenkongreß teilnehmen wollen, werden hierdurch gebeten, sich unverzüglich unter genauer Angabe Ihrer Adresse mit uns In Verbindung zu setzen. Zionistische Vereinigung für Deutschend. Die „Kölnische Zeitung" setzt die Artikelreihc ihres Korrespondenten Richard von Mach über Palästina fort. Die beiden Aufsätze in Nr. 418 und 429 sind überschrieben „Besuche bei zionistischen Siedlern" und schildern nacheinander Athllr, Tire bei Haifa, Nahalal, Markenhof (was versehentlich mit DJindiar verwechselt wird), En Charod und Bellt alfa. Die Artikel sind sehr Interessant geschrieben und geben ein Hild von der Arbeit und den sozialen Auffassungen besonders In den kollektivistischen Siedlungen. Der Verfasser steht diesen Eindrücken mit einem Oemisch von Bewunderung und Skepsis gegenüber. * Die demokratische „Neue Badische Laitdcftzeltun g" in Mannhelm veröffentlicht einen Leitartikel über „Das neue Pal.1r.tina", worin auch das deutsche Interesse an dem wicdcrcrwachciidcn Palästina geschildert wird. Die „Sunday Times" vom 21. Juni enthalt einen sehr ausführlichen*, mehr nls drei Spalten langen Artikel von Sir Hall Calnc „Palästina, fünf Jahre britischer Verwaltiing, Britannien und der Vatikan". Der Artikel, den wir leider aus Raumgründen nicht In extenso wiedergeben können, geht von dem Ilcricht Herbert Samuels an Amery aus, von dem der Verfasser erklirr, daß er da» hervorragendste Ihm bekannte politische Dokument seit dem berühmten Bericht Lord Cromcrs über seine ägyptische Verwaltung sei. Die Entwicklung, die Palästina In der fünfjährige.! Vcrw.ihung!.r>crlodc Samuels genommen habe, mute wie ein neues Märchen aus Tausend und eine Nacht an. Der Verfasser schildert die Bevölkerungszunahme, die grundsätzliche Aendcrung der ökonomischen Situation, die Wiederkehr von Ruhe, Sicherheit und Ordnung nach den Jahren der Mißwirtschaft, die großen wissenschaftlichen Ergebnisse der arcliJo'ogischen Arbeil In Palästina. Nach diesen Leistungen nehme es wunder, daß es gegen dieses Regime überhaupt eine Opposition geben könne. Der Verfasser behandelt nunmehr die arabische Argumentation, hinter der er den Einfluß des Vatikan rrb'i.kt und widerlegt in ausführlichen Darlegungen diese Argumentation. Wir zitieren hieraus einen Passus: „ZunJfchst, was den jüdischen Anspruch auf Palästina als nationales Helm anbetrifft, so Ist die Behauptung, daß die Verknüpfung des jüdisches Volkes mit Palästina weniger stark sei als die einer Rasse, die vor 1100 Jahren in das Land gekommen Ist und nichts geian hat, als die Wilder abzuschlagen und es verkommen zu lassen, die aus einem Oartcn eine Wüste, nus einem Lcbcnszentrum der alten Welt ein leeres Land gemacht hat, eine Arroganz, Ober die man nirhts wrjler saeru kann, wenn man seine Worte, nicht verschwenden will. Dir Juden haben In Palästina mehr als zweitausend Jahre gelebt, dort ein großes Reich geschaffen, eine große Literatur hervorgebracht, eine lange Reihe großer Männer gezeugt, deren Reihe für jeden Christen In dem von einer OaliUerin geborenen Höchsten Wesen gipfelt." Caine geht dann dam fthsr, die Beziehungen der modernen /iottisllfclun Bewegung, zum Messiasglauben auseinanderzusetzen, betont, daß, wenn die Juden einmal Im Lande zur Mehrheit kommen würden, Ihnen iweilellos Jeder Ocdanke an Rache für das Ihnen zugefügte Unrecht fernliegen würde «wd wendet sich dann einer Geschichte der zlonisllsehen Bewegung zu, wobei er sich Insbesondere mit Mose» Heß. „dem neuen Moses", und mit Herzl, „dem neuen Josua" beschäftigt. Die Artikelreihc wird fortgesetzt. * Der „Jewlsh Chronlcle" veröffentlicht am 10. Juni 1025 einen vierspailenlangcn Artikel Jabotlnskys, der die Wichtigkeit einer starken Politik für die kolonisatorische Arbeit betont und «Ii: Forderung aufetcH», daß die Zionistische Organisation ihre Auflassung vom Mandat feierlich der Oclltnllichkeit verkünde. Der „Jewlsh Chronlcle" nimm» von der Redaktion ans im allgemeinen zustimmend Stellung zu diesem Artikel. * V Im offiziellen Organ der amerikanischen Zlonisten „The New Palest ine" wird scharf gegen die Konferenzgcmelnsehaft radikaler ZIonisten Stellung genommen. Der Artikel hrscli.'illlgt sich besonders mit dero Problem der Agcncy. Wir zitieren folgenden Passus: „Jetzt mit dem Vorfchhgc zu kommen, die Zionistische Organisation »olle naew zweijährigen Bemühungen und nach einer der Anknüpfung freundschaftlicher Arbcitshczlchuugcn mit nichtzionistischen an Palästina interessierten Gruppen gewidmetco Periode alles diese.« aui den Kopf stelcn, heißt die Natur der Bewegung mißverstehen. Es handelt sich schließlich nicht um cin KinderspielI Um was es geht, dn» Ist eine außerordentliche Verantwortlichkeit für den Aufbau des jüdischen Nationalhelms. Um was es geht, das ist das Geschick vieler tauseuder von luden und die ZukuuU des rUmkUscucn Ideals, Nur leichtsinnige Menschen können eine so ernste Unternehmung beiseite lassen wollen und erwarten, ohne die Konsequenzen zu bedenken, die Entwicklung mlttm In ihrem Lauf umändern zu kennen.' Dai kann und wird nicht geschehen. Kein Akt unsererseits, r «dem nur mangelnde Verantwortlichkeit seitens der ntchfzionlstlschcn Oruppcn kann noch zu einer f unda incn tale ti Aendcrung unserer Politik führe n." (Ocspcrrt v.w „New Palcsllnt".) ^^@^M^@i0^n^^m^i3!@0M W m »aociistsiiia dos Heren Kalomeih! g frndat die Ergebnis«« der IltJehseot M toerangen Umgshead an dla ZsotrsU. ' 2Sf rat "ereilet die fsromluoyen sallssllrh ' M u lierzis Toßesiag am 12. Juli I M tor. - Dar nkehsto „AUFBAU" sriebslst Aafsng Jall. (MQfiQE3@MMIiMlintl»S®H@£||| „The Near East" bringt am 18. Juni einen mir, essanten Artikel seines lerusalenter Korrespondenten, der 7 in Palästina herrschende Autfossung über die Ernennunl'Jumera charakterisiert. Aut der einen Seite bemerkt V Enttäuschung über die Ernennung eines Nichtjuden und vi allem über die Tatsache, daß in einer das jüdische Nation,]' heim so sehr bttrcllendcn Angelegenheit die Jcwish ASenr nicht getragt worden sei. Aul der andern Seite g.ib\ jedoch auch zustimmende Auffassungen, die vor allem davo ausgingen, daß Plumcr ein strnllcs Regiment auch getT.n über den Arabern führen werde. * In einer anderen Notiz äußert „Near East" sHne r, denken üebr die Gründung von Alule als einer jüdL^he- Stadt, da stadtische und industrielle Jüdische Zentren in , stlna durchaus genügend vorhanden seien. In Atule freilich zweifellos Platz für ein kleine* Marktzentrum, Dieselbe Nummer bringt einen ausführlichen Bericht ,jc, Economic Board ot Palestine sowie eine mit interessante Bildern geschmückte Schilderung des Palästina-Pavillons , der Ausstellung In Wembley. Uns Hegen zwei Hefte des in Moskau in russische) Sprache erscheinenden Zcntrulorgans der Chaluzorgani satlon in Sowjet-Rußland vor. Die zweimal monatlich erscheinende Zeitschrift wird In der Staatsdruckerei gedruckt und hat eine Auflage von 3000 Exemplaren Einen besonders großen Raum nehmen die Berichte übe die Tarbut-Bewcgung innerhalb des Chaluz und dii Palästina-Chronik ein. Die übrigen Themen bcfasstn sich unter besonderer Berücksichtigung des prolctari. sehen Gesichtspunktes mit allgemeinen, auch in anderen Landern vorhandenen Chaltizfragcn. * Die „Vossischc Zeitung" meldet aus Amman: Angeb gcbllchcr Rückzug Ibn Sauds. Emir Abdulh, der Emir von Transiordanlcn und zweiter Sohn Husseins, telilt mit, er habe von König Ali aus Dschedda eine KalKrldcpc«!* erhalten. In der Ihm gemeldet wird, daß Ibn Saud sieh aut dem Rückzüge befinde und bereits vor Mekka angelangt sei Der frühere englische Obcrkommlsw Herbert Samuel stattet» dem Emir Abdull» aus diesem Grunde in Amilian einen Besuch ab, um Ihn zu dieser Nachricht zu beglückwünschen. * ,,L'Univers IsraiMitc", daa ülalt der liberalen Iranwsischen Juden befaßt sieh im Leitartikel seiner letzten Nur* mer mit rionisU'ichen Problemen und kommt auch aut <tit Zionisten-Revislonislcn zu sprechen, deren „Zitadelle" »ich in Paris befmdet. Es ItelUt darüber: »Wir anerkennen du Energie und die organisatorischen Fähigkeiten Jaholinikyi; aber es |»t uns peinlich, festzustellen, daß diese Encrpie sie» zersplittert in einer vollständig sterilen unu der jüdisrhra Sache in Palästina schädlichen Arbeit. Man ist betroltea, dal» Jabotinsky die Wichtigkeit der geradezu wcltbcdeuU-ndm Kundgebung der Eröffnung der Universität in Jerusalem heraN setzt; er hat keine andern Worte ah Entrüstung und Verartl. hing gelundcii, als er von dieser Kundgebung sprach um hinsichtlich ihrer politischen Bedeutung hat er den Mut, m erklären, da LI sie dem Zionismus Schaden gebracht hat. I lullt ibn die Eröffnung einer jüdischen Kaserne mit BegcLstcrun; erfüllt V" In der „J üd I sc h - Ii be r a le n Zeitung" veröltem lieht Dr. Max Meyer, Berlin, einen Artikel, der sich mit i der Beteiligung der liberalen Juden an dn Jewlsh Agency heschaltigt und zu einem negative» Ergebnis gelangt, da er in der Anerkennung der Balfour- Erklärung im Grunde ein Bekenntnis zum Zionismus crWu-kf« zu müssen glaubt. Dagegen habe das liberale Judentum üi Palästina Aufgaben anderer Art. Neben den Orthodoxen und den „rrli»;iAs-nihil!stischen" Juden müssen es auch m Palästina religiöse Juden geben, die aut dein Boden Uei Entwicklungsgcdankens ständen, und ihnen in ihrer reb* giösen Entwicklung beizustehen sei Aufgabe des liberalen Judentums. Die Relorm-Synagoge in Palästina l * Die „B. Z. am Mittag" meldet: Ein Nc and e Malsch idel In Palfistina gefunden. Ausgrabungen der englischen Archäologen haben zu der Entdeckung de» Schädels eines vorzelilichcn Menschen in einer Höhle srrlülwt, die bei Tabgha Im Norden von Tihcrlas liegt. Die Höhe, befindet sich unterhalb der geschichtlich festgelegten Erdschichten und enthält unter einer Schicht von herabgefallenen Steinen eine o Fuß tiefe Erdlage, die reich ist an Feuersteinwerkzeugen, von dem Typ der Mustc*rlen-Kullur. Der Schwei zeigt In seiner ganzen Form, besonders In der außerordentlich starken Entwicklung der Knochen über der Augenhöhle, in der zurückweichenden Stirn und der Stärke der Knochen, nroße Aehnlichkelt mit dem Schädel d« Neandertalers, und Prof. Oarstang, der den Fund näher untersuchte, ist der Ansicht, daß es sich hier um einen Vertreter derselben urgeschichtlichen Menschenrasse handelt. Kulturelle Beschlösse der Arbeitersdia!t Wir veröffentlichen nachstehend die Beschlüsse det Moazath Hatarbuth (Kulturkonferenz) der Arbeiterschaft, die im Frühjahr auf einer Tagung In EJn Charod angenommen wurden: \. Der Zustand der Erziehung der Kinder von 12 fahre« und darüber, die sich in kleiner Zahl In fast allen Ländlichen Siedlungen befinden, sowie die Notwendigkeit einer allgemein fachlichen Vorbildung und einer speziellen tandwir!; schafttlchen Vorbitduiig für arbeitende Jugendliche im Altn von 13—H Jahren, brinßt die Kulturkonfereuz zu der klatc" und definitiven Erkenntnis, daß Im Emck im MlttelpunM der Arbeitersiedlungen eine zentrale Schule lur die arbeitende Jugend Im Alter von 12 Jahren und darüber sowohl für nllrtemrlne Fortbildung wie für fachliche AushiMung gegründet werden muß. Die Tagung beaultr.igt die Kulturkommission zu energischer Tätigkeit zwecks Eröffnung diesei Schule Im Anfang des Jahres 5oS6. 2. Gleichzeitig damit betont die Tagung den unlöslichen Zusammenhang zwischen den Arbeitersiedlungen mit ihrer gesellschaftlichen Prägung und ihren Kinderhäusern und Schulen und hält die Stärkung und Festigung der lokalen Schulen für notwendig, und zwar ilnrch Wr- Srüßcrung der Zahl der Kinder In diesen Institutionen und «rch Sorge für Vergrößerung der Zahl der Arbeiter in diesen Siedlungen. 3. Die Versammlung wiederholt den Beschluß der vorigen .Tagung wegen Gründung eines Institutes zur Heranbildung von Persönlichkeiten, die kulturelle Arbeit unter Arbeitern leisten und die an der Fortbildung der Lehrer an den Erziehungsinstitutionen für Arbeiterkinder sich bctitlgcn.. Auch diese Institution soll im Emek bestehen., möglichst Im Zusammenhang mit der zentralen Schule. 4. Die Versammlung betont die Notwendigkeit neuer Kolonisation durch Gründung eines landwirtschaftlichen Lehrbetriebes Im Zentrum der Siedlungen des Emek und beauftragt die Kulturkommission, die OrhndunT dieser Institutionen zu beschleunigen.

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