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Jüdische Rundschau · 1925-06-19 · Heft 48 (19.6.1925) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 48 (19.6.1925)
Date
1925-06-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 428 JUEDISCHL' RUNDSCHAU Nr. 48 Was die allgemeine Tätigkeit de» Sold Boitch anlangt, so begann er seine Arbeit am l. Mal 1921 und erh ell während der ersten zwölf Monate seines Bestehens, d. h. bis zum 1. Mai 1925, Auftrage zum »au von Wegen und Häusern im Betrage von £, 2*20,103, von denen bereits für £ 129.8I0 ausgeführt sind, also etwas mehr als £ 10,000 pro Monat. Zu diesem Betrag müssen etwa £ 2000 pro Monat für Arbeiten hinzugerechnet werden, die für Rechnung des früheren Misrad Lnawodoth Zibuilolh beendet wurden. V/ahrciid der abgelaufenen Periode wurden durchschnittlich 1500 Arbeiter monatlich beschäftigt. Iiin weiteres Darlehen im Zusammenhang mit der neuen Stclnbrcchinduslrie wurde vom K.H. durch das Arbeits- Departement gewährt und während der letzten Monate zur Auszahlung gebracht. Iis betrug £ 300 und wurde der Genossenschaft „Olim Uonim" gewährt, die von der Mlsraelil-Organisation geschaffen wurde. Der Steinbruch. In dem diese Leute arbeiten wollen, liegt bei dem neuen Misrachl- Viertel Newe Jakob, einige Kilometer nördlich von Jerusalem. Einwanderung. In den Monaten März und April fand die bisher stärkste Einwanderung nach Palästina statt. Gemäß den offiziellen Regierungsziffern kamen im März 3154 Einwanderer, von denen 1363 bcmlHelle Leute waren, und 1178 gelernte und ungelernte Arbeiter mit ihren AufchOrlgcn an. Aullerdeni zahlte man im März noch 8000 ouristcu und 1757 zurückkehrende Bewohner des Landes. Im April sind schätzungsweise 2500 Leute eingetroffen. Unter diesen Umständen ist es nicht zu verwundern, daß die Ausf-aben das Immigrationsbudget des K. H. wieder überstiegen, m März betrugen die Ausgaben für Einwanderung £ 4,090, im April £ 3,522. Es ist klar, daß die Bedürfnisse dieser neuen Einwanderung erhöhte Einnahmen fordern, die zur Verfügung des K.H. gestellt werden müssen. Angesichts dessen, was hier bereit» geschaffen wurde, dürfte sich niemand diesem Kulc verschließen können. l ür die Universität New York. (J.T.A.) Dr. J. L, Magncs, der nach zweicinhalbjährlgcm Aufenthalt in Palästina am 3. Mai in New York eingetroffen war, kehrte am 15. Mai wieder nach Palästina zurück, nachdem er in den Vereinigten Staaten eine erfolgversprechende Aktion zugunsten des Stiftungsfonds der hebräischen Universität eingeleitet hatte. In wenigen Tagen gelang es Dr. Magncs, 800000 Dollar zu sammeln und einen jährlichen Beitrag von 140 000 Dollar zu sichern. Mr. Felix M. Warburg stiftete 500000 Dollar, Mr. Sot. Rosenbloom 250 000 Dollar. Unter dem Vorsitz Felix M. Warburgs wurde ein Komitee für die hebräische Universität gebildet, dem auch Louis Marschall angehört. Dr. Magncs sagte in seiner Abschiedsansprache: Wir erwarten von den Juden Amerikas einen Baufonds von 5 Millionen Dollar, ich weiß, wir werden diese Summe bekommen. V«m lodalstiieben Institut Berlin (J.T.A.) In das Zentralkomitee des Judaistisehen Institut* der Universität Jerusalem wurden aus Deutschland die folgenden Herren gewählt: Dr. Martin Bub er, Rabbiner Dr. Baeck und Legationsrat Prof. Dr. Sobernheim als Mitglieder, Direktor der Staatsbibliothek Dr. Weil, Prof. Dr. Elbogen und Prof, Horowltz als Stellvertreter. Die Herren Prof. Sobernheim, Dr. Weil und Prof. Horowitz begeben sich dieser Tage nach London, um der am 22. und 23. Juni stattfindenden Tagung des Zentralkomitees beizuwohnen. Gegenstand dieser Tagung ist bekanntlich die Besetzung der Lehrstühle und die Schaffung neuer Lehrstühle des Instituts. Ein Geschenk des Preislichen IJitexTlebtsmialsterianu Berlin. (J.T.A.) Das Preußisch« Unterrichtsministerium hat beschlossen, der hebräischen Universität in Jerusalem eine große Bücherschenkung zu übermitteln. Die Büchersammlung, die demnächst nach Jerusalem abgehen wird, enthält u. a. Handschriften-Kataloge der Preußischen Staatsbibliothek, Titeldruckc, Universität»- und Schulschriftcn, femer Bibliotheksdoublctten und Dissertationen der preußischen Universitäten. Ea»SÜ* i*MMlVi«iuv>W » ».J*.^ «.*<<► «mW**»**» ,»W U * Den schwersten Punkt für Juden bilden jedoch dl, Iniiuiigsbcstimniungcn. Einer Gruppe von 50 Handwerker; erolsf /Uu IJa^UI *nf nun fiti.n,1M___ Kl t i » ,!'*''"• steht das Recht auf eine Innung zu. blcZugchöripkcii BSäQ.r-.P.y©^a0araä^^ I et Int IHllriM «niir/l« /""V« «• a 4 «■ «t m >___!n . I __1' I -m Die Zionistische Vereinigung für Deutschland und der Kcren Kajcmcth haben auch in diesem Sommer wieder die Absicht, eine intensive Biidcr-Propag-anda zu entfalten. Geplant werden insbesondere Vorhrungcit des P a la st i n os - Fl I in s sowie Öffentliche und interne Vortrüge von bekannten Rednern. Wir richten auch an dieser Stelle die dringende Bitte an alle diejenigen OeslnnungRßCiiosscn, die in den nächsten Monaten Ihren Aufenthalt In Kurorten und Badem nehmen werden, uns von Ihrem Reiseziel zu verständigen. — Wir wollen ihre Hille mit Rücksicht auf die von ihnen gewünschte Erholung nur In geringem Maße In Anspruch nehmen. Wir machen gleichzeitig auch darauf aufmerksam, daß wir die „Jüdische Rund ine hau" allen Kurdircktloncn zum Auslegen in den Lese hallen zuschicken und bitten unsere Freunde überall dorl, wo die die „Jüdische Rundschau" nicht ausließt, uns sofort zu verständigen. Wir senden die „Jüdische Rundschau" auch an alle uns bekannten jüdischen Hotels In Kur- und Uadcortcn und bitten auch hier unsere Gesinnungsgenossen, uns sofort zu benachrichtigen, wenn sie das Blatt irgendwo vermissen. Zionistische Verolnigtinu für Deutschland Berlin W15, McinckcstraBc 10. Die Jüdisch-polsilscben VeruandlBuflea Warschau. (J.T.A.) Im Zusammenhang mit den gegenwärtig im Oang befindlichen Unterhandlungen zwischen der Regierung und den jüdischen parlamentarische» Vertretern haben Dr. Leon Reich und Dr. Thon am 15. Juni der Regierung ein Memorandum überreicht, In welchem die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen: Forderungen der judenheit Polens formuliert sind. Von den wirtschaftlichen Forderungen sind hervorzuheben: Milderung des Zwangssonntagsruhegesetzes fn der Weise, dafl den Juden, die den Sabbath beobachten, gestattet werde, nn den Sonntagen einige Stunden lang ihren Geschäften nachzugehen und Ihrer Arbeit zu obliegen; Wochenmärkte und kaufmännische Messen dürlen nicht, wie es gegenwärtig systematisch geübt wird, auf Sabbath- und Jüdische Festtage verlegt werden, da es den jüdischen Kaüfleutcn unter der bisherigen Praxis unmöglich Ist, »Ich an den Märkten und Messen zu beteiligen; die Besteuerung «oll für Juden und Nichtjudcn gleich sein, die gegenwärtige Steuerpraxis belaste das jddische Element In einer unerträglichen Welse; der ll'idiKclicn Bevölkerung sollen Heltens der staatlichen Kreditinstitutionen ebenso wie der christlichen Darlehen gewährt werden. — Auf kulturellem Ocbiete wird die staatliche Anerkennung de» Schulwesens mit hebräischer und jüdischer Unterrichtssprache und Erweiterung des Judaktischcn Unterrichts für Jüdische Schulkinder an den Staatsschulen, ferner 'Annulicrung des faktischen Numerus clausus, -durch den, bhne daß dies gesetzlich normiert wäre, die jüdiscltcn Studierenden von den polnischen Universitäten und Hochschulen ferngehalten werden, endlich Vorlage eines Gesetzes, welches in für die Juden zufrledcnstellcnderwelse die Organisation der jüdischen Gemeinden regelt,1 gefordert. -i Auf politischem Ocbiete wird die Verwirklichung der .Oleichberechtigung der jüdischen Bevölkerung, die bis jetzt mir auf dem Paptcre steht, gefordert. — Am 16. Juni fand eine Beratung zwischen den jüdischen Vertretern Dr. Reich und Dr. Thon einerseits, dem Außenminister Skrzynski und Unlcrrkhtimlnlster Orabskl andererseits statt. Die Judcniratje in Polen Warschau (J.T.A.). In der letzten Sitzung des polnischen Senats hielt der jüdische Senator Dr. M, Ringel eine Rede über die Beziehungen der polnischen Regierung zu den Juden. Er sagte u. a.: Die jüdische Bevölkerung In den Städten wird unter der Last der Stenern erdrückt, die Revision der Keij/csslonsvcrhandhingen schafft neue Verarmung unter den breiten Jüdischen Massen, Arnicellcferungcn werden an Juden nicht vergeben, der Gebrauch der jiddischen Sprache in Versammlungen ist verboten, StanKmstcllungcn werden an Juden grundsätzlich nicht vergehen. Es werden gegenüber den Juden die Methoden der Iiiihcrcn Okkupatii lumächte, wie z. B, Wohnbcschränkutigcn in den Ostgebieten, angewendet. Die Vorschriften der Friedensverträge bleiben unausgeführt. /Die Verarmung der jüdischen Masse schafft ein radikales Element, das doch der Regierung nicht erwünscht sein kann. — Senator Ringel fuhr fort: Gegenwärtig ist eine bessere Stimmung bei Regierung und Presse gegenüber den Juden nicht zu ver« kennen. Man steht vor Verhandlungen. Es fehlt aber der Mut, offen zu sagen, was man will; Versprechungen hinter den Kulissen können aber nicht für voll genommen werden werdea Die Jüdische Bevölkerung ist gegenüber dem Staate sehr loyal. Das jüdische Element ist schöpferisch und arbeitsam und könnte Polen viel Nutzen bringen. Die Regierung schädigt den Staat, wenn sie dies Element von der Mitarbeit fernhält. So lange wir keine Taten sehen, glauben wir nicht an eine wirklidic Aendcrung der Oesinnung der Regierungskrise und entziehen dieser Regierung unser Vertrauen. * Warschau (J.T.A.) Der soeben In Warschau geschlossene dritte Kongreß, der Gewerkschaften Polens hat auf Antrag des Stadtrats Ehrlich folgende Resolution angenommen: Der Kongreß stellt fest, daß die Rcgierungsinsti. tutionen, ebenso viele kommunale Institutionen einen ständigen Boykott gegen jüdische Arbeiter führen und diese aus Fabriken, Werkstätten und Büros systematisch fernhalten. Jüdische Arbeiter und Angestellte werden hinausgeschmissen. Der Kongreß stellt fest, daß diese antisemitische Ausrot. tungspofitik der Regierung nicht allein der jüdischen, sondern auch der polnischen Arbeiterklasse Schauen bringt. Der Kongreß protestiert gegen diese Politik und fordert das Zentralkomitee auf, chic energische Aktion ziim Schutze der Arbeitsrechte des Jüdischer* Arbeiter« und Angestellten einzuleiten. a In Tel-Awiw fand am 2. Juni die feierliche Qrund. fttelnlcgung des Hebräisch«« Ojruatcrs statt Eine neue Gefabr g.m. Warschau, Im Juni 1925. Kaum hatte der Sejm das berichtigte Konzcsslonsgcsctz uigcnommcn, als ihm schon ein neues antijüdisches Oesetz vorgelegt wurde. Das „Gesetzesprojekt wegen Organisierung von Handel, Industrie und Handwerk" stellt einen weiteren Ring in der Kette der polnischen Wirfschnftsmaßii.'ihmcii dar, die auf die Erdrosselung des jüdischen Handels ujid Gewerbes hinzielen. Im neuen Qescf/e wird das Konr r« h|o na Wesen bis zur Absurdität gclührt. Selbst das Handeln mit alten Sachen wird von einer behördlichen Erlaubnis abhängig gemacht, um die Juden aus diesem Berufszweige zu vcr< rängen. Auch der jüdische Hauslerhandel war ebenfalls dem Clesctzgcbct cm Dorn Im Auge. Daher ist auch hierfür eine Konzession einzuholen. Diese soll vorenthalten werden, wenn der Antragsteller nn einer ansteckenden Krankheit leidet, sich unter rohVel.mfKlcht befindet .oder als Trinker, Schnorrer oder Vagabund bekannt ist. „Ein französischer Beamter" führte zu diesem Gesetzes- Projekt Sclmabgcordnctc P r 11 u c k I aus, „pllegt, wenn man sich an ihn fn Irgend einer Sache wendet, zu antworten! ,Es freut mich, daß Ich Ihre Bitte erfüllen kann.4 Ein pol-, nischer Beamter erwidert dagegen: „Ich habe lange nach einem Motiv gesucht, um Ihr Gesuch abzuschlagen. Leider habe Ich kclns gefunden, Ich muß also Ihrer Bitte stattgeben." Man muß sagen, daß dieses Gleichnis nur rcfntlv richtig Ist. Ist der Antragsteller ein Jude, so werden sich Motive zur Ablehnung übergenug finden. Das Gesetzesprojekt enthält ferner besondere nestimmungen für Organisationen von Handwerkern und Kauflcutcn, deren Tätigkeit im Widerspruch ru den .bezüglichen konstitutionellen Bestimmungen starte eingeengt wird. Besonders scharf werden alxtr die Handwerker angefaßt, auf deren Qualifikation der größte Nachdruck gelegt wird. Die Beschäftigung von Lehrlingen wird nach Ablauf von drei Jahren bloß einem Meister rrestattet sein. Solcher gibt es aber In Warschau unter Zchntiusendnt bloß 5«A>, Wo werden mithin, fragte- Priluckl, die lausenden sich meldenden Lehrlinge Unterricht finden, zumal die Regierung In drei Jahren nicht die nötigen Handwcrkcrschulea errichten kann? Stimmung würde das Oesetz einen mittelalterlichen Zusumd wiederherstellen, wogegen selbst manche polnische Hand, werker große Bedenken haben. „Oegcn dieses CU.ciJr" führte der Jüdische Srjmnbgcordiictc I Inrlnlas aus, „hnt sjc|! sowohl der Handwerkerrat, wie auch der Verein der pol nlschen Techniker ausgesprochen, die auf dem Standpunkt der professionellen Freiheit stehen. Das Owctzesprojckt stellt Prinzipien auf, die vor 600 Jahren Qcltung hatten. Was wird ans den tausenden Handwerkern, die den geforderten Voraus» Setzungen nicht entsprechen. Da die luden In Innunpen nicht aufgenommen werden, so beschwört das Gesetz foi sie eine große Ocfahr herauf." Hier sei noch bemerkt, daß die wenigen existierenden jüdischen Innungen von der Regierung bekämpft werden Inzwischen bereisen Rcglerungsbcnnitc «las Land, um libcrnli Handwerkerinnungen ins Leben zu rufen. Den christlichen Handwerkern Ist mau bei der Erlangung von Mcistcrdiplomcn behilflich, bloß damit sie für die Gründung der Innungen fn Brtrncht kommen. Dagegen werden jüdische Meister nicht aufgenommen, angeblich, well sie eine solche Aufnahme gai nicht verfangen. Nun sind z. B. In Uyalystok die jüdischen Friseure ausdrücklich um die Aufnahme eingekommen. Hierauf wurden sie zu einer Versammlung gerufen, wo der Rcgierungsbeamte ihnen ihr Vorhaben ausredete. fn Anbetracht solcher Zustände kann man sich vorstellen, wie es erst nach der Annahme des Ocsetzcsprojckles aus. sehen wird. Trotzdem fiel der Antrag? Prilucki-Hartglas, das Oescticsprojckt abzulehnen, durch; der Vorschlag wurde vielmehr dem Ausschuß für Handel und Gewerbe überwiesen, Presseschau Rom. (J. T. A.) Der ehemalige Ministerpräsident Luzzatti veröffentlicht in der Mailänder Zeitung „l 1 Sole" einen begeisterten Artikel über die Tätigkeit der jüdischen landwirtschaftlichen Pioniere in Palästina. Er erinnert an den von ihm im Jahre 1020 an die jüdischen Landarbeiter in Palästina gerichteten Brief, der die jüdische Agrar-Kooperation behandelte. Es macht mir viel Freude, schreibt Luzzatti, daB immer neue blühende Kolonien entstehen, wodurch die Tradition der luden als Bauernvolk wieder auflebt. Senator Luzzatti schließt mit dem Wunsch, daß Eintracht zwischen Arabern und Juden In Palästina mm Nutzen der gesamten Menschheit herrschen möge. « Der „Ucrlincr Lokal-Anzeiger" bringt in seiner Nummer vont IS. Juni d. J. einen bedauerlichen Artikel „IX-r rote Hahn", der im Anschluß an Discngolfs Rücktritt seinem nicht informierten Leserpublikum vormachen will, dal*, die palästinensische Arbeiterschaft aus kommunistischen Elementen bestände, deren Vorstoß für die Entwicklung Tel-Awiws eine Kitastrophe bedeute. Eine Auseinandersetzung mit Herrn Tadon (wer verbirgt sich hinter diesem vorsichtigen Pseudonym? Vielleicht ein Naumann-Anhänger?) lohnt sich nicht, da es sich um offensichtliche Stimmungsmache handelt, * Das „Jidlschc Folk" (New York) beschäftigt sich in der Nummer vom b. Juni mit der KonfcrcnzgccinscTiaft radikaler Zionistcn. Die temperamentvollen Ausführungen schließen mit den Worten: „Auch das Berliner Drama wird ohne Elfckt bleiben. Worte, Worte, nichts als Worte — und überdies bat man diese Worte schon oft genug gehört!" * Kowno. (J.T.A.) In Litauen weilt gegenwärtig dei frühre Ministerpräsident und Jetzige litauische Gesandte in London Herr O a 1 w a n o w s k y. Ein Mitarbeiter der .,Y d d i sehen Stlmc" befragte ihn über seinen Briclwcchscl mit Lucicn Wolf bezüglich der jüdischen Rechte in Litauen, über den ein Bericht des Jcwish Board of Dcpulies Mitteilung gemacht hat. Bekanntlich ist dieser Briefwechsel abgebrochen worden, weil Galwanowsky den englischen Juden das Rccl absprach, sich in litauische Verhältnisse einzumischen. Ocr.cn über dem Mitarbeiter der „Yddischcu Stimc" erklärte (inlwa nowsky: 1, Es gehe wirklich nicht an, daß .sich „fremde Juden" In die inneren litauischen Verhältnisse einmischen; 2. ein diplomatischer Vertreter habe nicht die Möglichkeit, gegen Handlungen seiner Regierung ru protestieren und sie zu beeinflussen; 3. die jüdischen Rechte sind durch die Vertassuug gesichert. — Die „Yddische Stimc" kommentiert di< Argumente Qalwuunwsky« und kommt zu folgenden l'estslrl- Jungen: 1. Herr Galwanowsky und die litauische Regierung haben mehr als einmal mit „fremden Juden" verhandelt und sich vor ihnen zu rechtfertigen versucht (Komitee der jüdischen Delegationen, Journalisten usw.) 2. die jüdischen Recht« stehen nur auf dem Papier, sie kommen im Staatslebcn nicht zum Ausdruck; 3. die Litauer Im Lande bekümmern sich unl die Interessen der Litauer In Wilna und anderen Ländern und sollten es verstehen, daß sich auch Juden um die Rech« ihrer Volksgenossen in anderen Ländern bekümmern. > * Wir bedauern, konstatieren zu miiiscn, daß die „Bodenreform", herausgegeben von Adolf Damaschke, deren Tendenzen wir slcts sympathisch gcgriiiiherstnridrii und die die vom N.Hionnlfonds getragene Bodenpolitik in Palästina immer mit Freuden verfolgt hat, sich dem antisemitischen Geist nicht entziehen zu können scheint. In Nr. 23 druckt die „Boden« reform" aus der „indischen Rundschau" einen Passus ahs in welchem von Maßnahmen gegen dir Bodenspekulation in Tel-Awiw die Rede ist, und fügt den folgenden Kommentar an: „Wir erlebten es mehr als einmal, daß die jüdischen Herren Habcrlaiul und Roscnhatim. die .prominentesten' Vertreter des Berliner Tcrrniiihandeli, dieselben Forderungen, die hier erhöhen werden, als .antisemitische Hetze' hinbestellt haben- Wlc wäre es, wenn sie jetzt In Tel-Awiw den in Berlin I» wohl abgelegten, von Ihnen einst mit so großem Tamtam gegründeten .Schiilzverbind für Grundbc-Mi*' mit seinen .bewährten Führern', dem Türntcn Salm-f fnrstmar, dem Or.ife" Spee, Prof. van dcr.Borght, Dr. Qörnand» usw. zur Verfügung stellen würden? Wir würden ihnen von Herzen glückliche Reise wünschen. Vielleicht allerdings, daß die Juden in ihrem eigenen Lande sich nicht 60 geduldig die Deklamationen vom .heiligen Eigentum' anhören, wie es die gutmütigen Deutschen über sich ergehen lassen 1" Die Üc-denrcformcr. sollten In Zukunft ihren Kampf ohne antisemitische Entgleisungen zu führen suchen I , * Im Reichstag äußerte der demokratische Abgeordnete Dr.Heut): „Es sei notwendig, daß Deutschland seine Minderheitsgesetzgebung verbessere, um dadurch um «0 entschiedener für die deutsche Minderheit im Auslande eintreten zu können." Während des Sclicwuothfcsles fand In Aln«Charod ein« Ausstellung landwirtschaftlicher Produkte der Siedlungen uw> Kwujcoih im Emck Jesrccl und im Jordantal statt (/Iko.)

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