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Jüdische Rundschau · 1925-06-19 · Heft 48 (19.6.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 48 (19.6.1925)
Date
1925-06-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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T Seite 424 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 48 Zum ersten Verbanflsteo des preußischen Landesverbandes O'e'mu drei Jahre nach seiner Gründung (25. Junt 1922) tritt der preußische Landesverband am Sonntag, den 2t. d. M-, nachmittags 3»/i Uhr, zu »einer ersten Tagung im Plenarsaal das ehemaligen preußischen Herrenhauses zusammen. Die Tatsache, daß ein derartiges „Parlament der Juden" gcschaden worden Ist, ist an sich von Bedeutung: und kann, falls sich die Hoffmingen der Oründcr •erfüllen, vorbildlich für die Organisation der Judcnhcit in der Gallith werden. Alles wird schließlich davon abhängen, von wem und In welchem Geiste der Landesverband geführt werden wird, ob «eine Leitung nichts weiter als eine Neuauflage der überalterten Gemeinde« Wirtschaft mit ihrer großspurigen Betriebsamkeit nach außen und ihrer Hohlheit nach innen darstellen, oder ob sie, die Zeichen der Zeit verstehend, als Olicd In der Kette der Gesamtjudcnliclt an deren Aufgaben mitarbeiten wird. Wir wollen uns heute nicht In Voraussngnngen verlieren, sondern zunächst die Leser über das Programm der bevorstehenden Tagung kurz Informieren, wobei wir uns hauptsächlich mit den Fragen befassen, denen eine grundsätzliche Bedeutung zukommt. Das erste Problem, das die Versammlung nach Erledigung der voriunehmcnden Wahlen, der Genehmigung einer Geschäftsordnung und der Aussprache Über den Tätigkeitsbericht beschäftigen soll, wird die Fcstsctzungdes Etats und im Zusammenhang damit die Umlage auf die Gemeinden sein. Hier wird 6ich bereits zeigen, ob es den Ocmcindcn Ernst um den Landesverband ist, ob sie gewillt und fähig sind, dem Verband die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Es hciOt, dali der Etat mit der Ocwährung von Zuschüssen seitens des Staates, also mit einer jedenfalls nicht absolut feststellenden Voraussetzung, rechnet. Wie dem nuch sei, die Bedürfnisse des Verbandes können zti überwiegendem Teile nur aus Gciiuliidcbeilriigcii gedeckt werden. Denn dal) die Staatsbcltrüge keine konttante Einnahmequelle bilden, ergibt sich schon aus dem Umstände, daß die im Jahre 1023 vorschußweise au jüdische Ocmcindcn staatlicherscits gewährten Gchältcrbcihllfcn vielleicht zurückgezahlt werden müssen, worüber augenblicklich noch Verhandlungen fm Oangc 6ind. Die Bedürfnisse des Landesverbandes werden jedenfalls angesichts der schlechten Finanzlage zahlreicher kleinen und mittleren Gemeinden groß sein. Das Elend der Beamten dieser Gemeinden ist eine bekannte Tatsache. Und wenn die ebenfalls nicht gerade auf Rosen gebetteten, aber doch immerhin über Hilfsquellen verfügenden Großgemeinden nicht tief in den Säckel greifen werden, so werden die Hoffnungen, welche von den Lehrern, Kultus- und Vcrwallungsbcamtcn im Lande cehegt werden, bitter enttäuscht werden. Der Landesverband aber würde dann von vornherein alle Autorität einbüßen. In organisatorischer Hinsicht wird dem Verbandstag eine bedeutungsvolle Aufgabe hei der Bildung der Organe rufallen, denen die Hauptarbeit anvertraut werden soll, des Rates und der Ausschüssi. Der Rat, das geschöftr,* führende Organ des Verbandes, welches nach den bisherigen Bestimmungen 33 Mitglieder umfaßt, wird teils durch Delegation der Ocmcindcn, teils durch Wahl von Vertretern der Rahbincr und Lehrer, teils durch Ergänzung seitens des Verbandstages gebildet. Der Versammlung bleibt diesmal die Wahl von 4 Mitgliedern des Rates Überlassen. Sic soll ferner die Gesamtzahl der Ratsmitgiieder von 35 auf 37 erhöhen, da es akh herausgestellt hat, daß sonst eine Partei gar nicht, die Volkspartei nur ungenügend vertreten wäre. >ie Kronjuristcu der Berliner Gemeinde sollen dem Vernehmen nach,.herausgefunden haben, daß dje Nciijicwjhltcn erst von der nächsten Legislaturperiode wirken können. Man wird nicht umhin können, derartige juristische Zwirnsfäden zu zerreißen. Nicht minder wichtig als die Ratswahlcn ist die Bildung der Ausschüsse für Kultus, Unterricht. Wohlfahrtspflege und Rechtssachen. Diese Fachkommissionen werden zweifellos maßgebenden Einfluß auf die Gcschiftc des Verbandes üben. Die Bildung, Zusammensetzung, Wirksamkeit und Geschäftsordnung der Ausschüsse sind bisher noch nicht festgelegt. Alle im Vorstehenden angedeuteten Fragen treten hinter dem Problem der „Revision des preußischen tudenrechts" (Punkt 11 der Tagesordnung) weit zurück, lese, die vitalsten Interessen der preußischen Gemeindeorganlsailcu berührende Frage wird voraussichtlich einen sehr großen Raum auf der Tagung In Anspruch nehmen. Seit langem wird in der jüdischen Öffentlichkeit der Ruf nach Beseitigung des Jtidengesetzcs vom 23. Juli 1847, das für Altprcußen gilt, nach Vereinheitlichung der Gesetzgebung für die Gemeinden in ganz Preußen erhoben. Ueber die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Forderung auf Vereinheitlichung braucht nicht viel gesagt zu werden, sie versteht sich von selbst. Wichtiger (st die Frage der Erhaltung oder Beseitigung des Oesctzes von 1817. In der letzten Zeit ist von autoritativer Seite die bisher an dem Judengesetz geübte Kritik auf das Entschiedenste bekämpft und erklärt worden, daß dieses Gesetz eines der fortgeschrittensten, modernsten und brauchbarsten Judenrechte sei. Dieses Urteil, welches wesentliche, heute nicht mehr tragbare, Be schräiikiingcn des Qesctzes, z.B. des Wahlrechtes als unbc deutend hinstellen möchte und den Geist des ganzen Gesetzes offenbar absichtlich als harmlos ansieht, ist nur erklärlich, wenn man weiß, daß heute Bestrebungen Im Gange sind, die gegenüber dem geltenden Rechtszustand eher eine Vcr schlcchterung als einen Fortschritt herbeizuführen drohen. Jede Neuregelung des Judcnrcchtcs muß davon aus gehen, die Autonomie der Gemeinden soweit ats möglich zu ziehen und das staatliche Aufsichtsree Ii t auf das Nötigste zu begrenzen. Die Ocmcindcn müssen, um einige Beispiele anzuführen, selbst bestimmen können, welche Organe sie haben wollen, wie groß die Zahl der Mitglieder von Vorstand und Rcpräscntantcnvcrsammlung sein soll, wie das Wahlrecht zu gestalten ist, ob die Gemeindevorsteher unentgeltlich ihr Amt ausz^übtn haben, vfelchc Amlidaucr die Verwaltungsorgane haben. Die Ociichmlf'ungspfliclit für Vorstandswahlcn, die Disziplinargewalt der Regierung gegenüber den Vorstandsmitgliedern, die Bestimmung, nach welcher vor Amtsantritt von Kultusbcamtcn die Regierung erklären muß, daß sie dagegen nichts zu erinnern habe, die Festsetzung: der Beitragspflicht, der vom Zentrum des Syuagogcnbczirku wLci$, ttn{<lT,n* Wohnenden durch die Regierung und viele ähnlich« Einschränkungen der Autonomie müssen unbedingt fallen.. Ein wichtiges Kapitel ist dl« Stellung de r Auslän - der In den OerneInden. Es ist «clhstvcrsUndllehe Forderung, daß eine Jüdische Gemeinde, die auf diesen Namen Anspruch erhebt, In- und Ausländen die gleiche Behandlung inccdelhcn lassen muß. Nun soll angeregt worden sein, daß bei einer Neuregelung für die Anstellung von Ausländern nicht nur als Rabbiner und Kultusbcamtcn. «ondern inC.^.ALVir,wf <unß,b,can)tcP,'> ,0**.r' ,ür d«.Wahl von Ausländem zu Vorstandsmitgliedern und Repräsentanten eine aenebmlgunf» des Ministers zu fordern wire. Eine solche >f?£Äw«!dCi J?r d,5>Jdcn. (??radc2u ein Ausnahmerecht paffen. Dann für die katholische und protestantische Kirche besteht keine derariific Beschränkung und ein Vcr- Ä'Ju di°i2 «torcl"«««!««». J»« geschelfert, ßlshcr haben sogar die liberal extremsten Kreise unter den Juden diese Zumutung entschieden ablehnt. Nicht nur, well eine solch« , nQC Yf f 1/ {„ JA„ p,!An,vj,vrtllA„ a».i ,. Vorschrift besonderes Recht für die Juden schaffen würde, UO.S 11. J. V. III UCf ZlOHlStlSCllCn ftTljß 1 sondern noch mehr, weil auf diese Weise es den Gemeinden «« unmöglich wäre, ohne die nicht Immer sichere ministeriell« Genehmigung, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Funktionare zu beschaffen. Die Revision des Judcnrccht* wird RChlleflllch auch die wichtlge Frage des Aua tritt« umfassen müssen. Die blrlterlge Austrittsgesetzgebung, Insbesondere das Gesetz vom 30. November 1020. bedeutete bereits eine starke Lockerung der Onmdlagcn der Gemeinden, die praktisch glücklicherweise nicht allzusehr ausgenützt wurde. Gewiß, die Möglichkeit des Austritts aus einer Oeinelndc muß Immer, nnmentllrh für dlo Minderheiten, als ein Sicherheitsventil bestehen Weihen. Abcreg besieht nicht der geringste Omml, der Atomlslerting* der Gemeinden durch all/ugroße Erleichterung des Austritts Vorschub zu leisten. Ob dabei nuch die Wiederherstellung der früheren gesetzlichen BcNtlmtnung, daß für den Austritt mu der Gemeinde eine Erklärung ..Tdifjlötcr Bedenken" notwendig Ist, gefordert werden soll, ob den Ausgetretenen die Mög. lichkeit eines Zusammenschlusses zu Gemeinden mit ölfenl. Ilch-rechtlichcm Charakter zuzugestehen wäre, bleibe hier unerörtert. Jedenfalls sollte die Neuregelung der Austflttsfragc In einem Sinne erfolgen, daß dadurch nicht einer leichtfertigen Bildung neuer Gemeinden oder gar neuer Verbinde Vorsclmb Be' päi H I kc,1 •l«< A«1 Zi' Ii iftl' •rrrryyf^yrrmsm ■->»■) -' I J An die zMsJisclicn Ortsgruppen und dte ScEicücfivcrfrauenslcute! Die Zionistische Exekutive bat auf unseren drin, genden Antrag hin den Schlußtermin für dlo Scheitel. Sammlung verlängert! Wir bitten dahor dringend darum, dlo Scheitel. Sammlung, lür die an den meisten Orten noch lang« nicht alle in Betracht kommenden Penonen eriaQt sind, fortzusetzen. Daa Endergebnis dor SatntoJund muß die zahlen, mäßige StKrke der Z. V. f. D. «rwoh.nl Sammelt und zahlt den Schckcl I Zionistische Verengung lür DeuiselilQüü Benin W15. Mclneucstr. 10. fc^^S^S^oü^ geleistet wird. Denn sonst würde alles, was der Landcsverband für die Einigung der Judcnhcit bedeuten soll, In Frage gestellt. Der Verbandstag wird, scwelt sich voraussSgcn läßt, in dieser Kardinalfrage zu einer Einigung gelangen. Es gibt keine Partei, die nicht den Wunsch hegen müßte, den Gemeinden eine möglichst umfassende Autonomie zu sichern und Jegliche Zersplitterung der Gcinr-Iiidcn zu vermelden. Gegenüber einem solchen einmütigen Villen wird keine AVicht sich unterfangen, den Juden eine Regelung aufzudringen, die sie selbst in Rücksicht auf die elementaren Lebensnotwendig, keiten ihrer Gemeinden verwerfen müßte. Es Hegt an dem Verbandstag, hier das entscheidende Wort zu sprechen. E.S. Za Dlsengolls ttttcklrlll Die von uns unter Vorbehalt gebrachte Nachricht Über den Rücktritt Dicsengoff vom Bürgermeisteramt In Tel-Awlw wird aus Palastina bestätigt. Die Riicktrittscrkläritu^ war die Folge der Forderung der Arbeiterschaft — bekanntlich nach den Wahlen die stärkste Fraktion Ii» der Stadtverwaltung ~, den Posten des Sekretärs einem Angehörigen der Fraktion zu überlassen, was Discngnff ablehnte. Es sind Verhandlungen im Gange, die zu einem bcfricdigcrt'Jcn Ergebnis zu führen scheinen. Einen Bericht unseres Korrespondenten Uber die Ursachen des Konflikts veröffentlichen wir aus Platrgrttndcn erst In der nächsten Nummer der Rundschau. Die polizeilichen UebernnDe am Grabe des Sehlmeon llazadik Jerusalem. (J.T.F.) Die Jcrusalcmer Polizei hatte am 31. Mai d. J. mehrere tausend Juden, die der Tradition gemäß zu einer Andacht am Orabc des Schimcon llazadik versammelt waren, brutal auseinander getrieben, weil einige der Andächtigen gerufen halten: „Samuel ist unser Vater, Palästina unser Vaterland!", „Lang lebe Oalfour!" Nunmehr erscheint eine offizielle Mitteilung, in welcher versucht wird, die Haltung der Polizei zu rechtfertigen. Es wird gesagt, gewisse Personen halten sich sehr störend bemerk, bar gemacht, sodaß die Poli/oi sich mit Recht genötigt gcsehen hätte, die ganze Ansammlung aufzulösen und mit Gewalt auseinander zu treibe». Ferner wird mitgeteilt, daß gegen zwei Personen, die damals verhaftet worden sind, gerichtlich eingeschritten werden wird. Diese offizielle polizeiliche Darstellung hat unter der Judcnhcit Jerusalems lebhafte Entrüstung hervorgerufen. Das allgemeine Urteil geht dahin, daß das Verhalten der Polizei gegenüber den Tauicndcn Andächtigen von einer nicht zu verstehenden Brutalität war.. Sic hieb mit Knütteln auf die Menge ein, sodnß mehrere der Andächtigen Verletzungen davon getragen haben. Der Befehl zu diesem Vorgehen erteilten der Distriktskomniandeur der JeruJalcmcr Polizei Major P a r tridge und Mr. Lamoiit, In Jüdischen Kreisen erinnert man an die antljüdlschcn Demonstrationen der Araber wahrend der Ncbl Musa-Tagc, die von der Polizei In keiner Weine gestört wurden. Das Obcrrabbinat von Pulüstina hat beim Obcrkommlssar energischen Protest gegen das Vorgehen der Polizei erhoben, Vor einer aeaei Session der Mandatskommission Genf. (J. T. A.) Am 26. Jun| wird In Ocnf die neue Session der Mandatskommission des Völkerbundes beginuen. In erster Reihe werden Prägen der Mandatsländcr Kamerun, Togo u. a. m. zur Behandlung kommen. Möglich Ist aber, daß auch Palä »t i n a f ra gen zur Dlstcus. slon gelangen werden, wie t. D. die Vorlage des Kolonienministers Amery über die Gewährung einer Kelchs- Begünstigung für Palästina, sowie die Petition der pa. läatln.e.nslschen Araber an den Völkerbund. «essedes Vordere» Orients . In den Monaten Oktober und November wird in Tcl-Awiw eine Messe für den Vorderen Orient abgehalten werden,' Außer der Ausstellung palSsllncnslscher Produkte Ist die Er- .»ichtung eine« ägyptischen, trsnajordauHchen, mesopoUmtschcn und syrischen Pavillons geplant ' ni b> h b \v d v Von Dr. Paul Hirsch,Berlin. Der 6. Kartelllag des K.J.V., welcher kürzlich unt„ großer Beteiligung - es waren etwa 250 K. J. V.cr anwcscnVi — in Dresden stattfand, hatte die Aufgabe, dem K IV welches Im Laufe der fcl/ten Jahre hauptsächlich mit der Zu' «ainmetifassung Seiner Kräfte beschäftigt war, innerhalb der zionistischen Arbeit in Deutschland seinen Platz anzuweisen Die Tagung, In deren Mittelpunkt folgende Referate standen Dr. Herbert Foerder: Die Aufgaben des K. J. V., Kurt Hfiimrnfrkl: Geistige Schulung und Orientierung tm K.J.V. und K,m Dr. Georg Landauer; Die Entwicklung Palästinas urtd unsere Aufgaben in ihr, hat, wie man objektiv sagen kann, die ihr gestellte Aufgabtdie Richtlinien für die Arbeit des Kartells nach innen und außen festzulegen, voll und ganz erfüllt. Die politische Stellung des K.J.V. wurde hauptsächlich j„ Referate von Dr. Foerder behandelt. Das Kartell gehört seiner Inneren Struktur nach zwei großen Onmpl» rungeh der jüdischen Welt an. Einmal hat es als eine Zti. sammenfassung junger zionistischer Menschen viele Ocmcin. Ramkelten mit der zionistischen Jugendbewegung, erhält aber I nl' seinen besonderen Charakter dadurch, daß seine Mitglieder im wesentlichen derselben sozialen Schicht angehören, Abd». miker sind. So ergeben sich auf Grund dieser Tatsachen iv.ti große Arbcllogcbielc, In denen das Kartell spezifische Aufgabt« zu erfüllen hat. Der akademische Charakter des Umiile?, du für das Kartell niemals Berechtigung, Immer Verpflichtung bedeutete, macht das Kartell als Gruppe besonders prädestiniert lür die Erziehung geistig durchgebildeter Menschen, die heute In der zionistischen Welt, (in Gnfuth und in PaläMini mehr denn Je gebraucht werde». Neben dieser Angabe, pt. eignete Vertreter einer von allen Teilen der zionistischen 1W. wegung erneut geforderten jdcciiproparpnd-'i zu stellen, tritt die weitere, einen neuen Typ für Palästina heranzubilden, der — sei er Kopf, oder Handarbeiter — willens urvl Imstande ist, sich in die aulbaucndcn Kräfte des Landes einzureihen. Diese verpflichtende Auffassung den zionistischen Ak.i!e. mlkers gilt es, innerhalb des Raniticn* der Jüdischen Weltstuden tenschaft durchzusetzen. Diese beschrinkt sich heute in übergroßem Maße auf ein rein demonstratives Auftreten noch außen, ohne am Aufbau Palästinas und an der Rcproduktivicrung des jüdischen Volkes in entsprechendem Maße teilzunehmen. Auf der anderen Seite darf das Kartei! nicht den Anschluß an die jüdische Jugendbewegung verlieren. Es wird und darf nicht darauf vcrzlcutcn, aus seinen Reihen Menschen für den unmittelbaren Aufbau zu stellen. So spie!!« auf dem Kartelltag die Frage der Ghaluzluth eine grollt Rolle. Es fst verständlich, daß die bekannten allgemeinen Schwierigkeiten für eine ßcrufsumschlchtung durch die be. sondere Struktur und Physiognomie des Kartells noch erheblich verstärkt werden. Es wurde jedoch überwiegend betont, daS es Sache des Kartells ist, neben der Mitarbeit auf anderen wichtigen zionistischen Tätigkeitsgebieten mehr als bisher Mcnsclien für die landwirtschaftliche Hachscharah bereitzustellen. In ganz anderem Maße wie früher wirkt sich heute schon die Tatsache Palätllna, die .Verbindung mit den zahlreichen palästinensischen Duiidcsbrfidcrn aus, die zum ersten Male auf diesem KartcIIIag durch eigene Delegierte vertreten waren. Das Erlernen des Hebräischen ist im K.J.V. keine platonische Forderung mehr, sondern jeder aktive Rumlcsbrutl.'r lernt talsächlich intensiv hebräisch. Diese Tatsache wurde formell festgelegt In einem Beschluß, der von Jedem Mundesbnider, welcher aus dem aktiven Leben der Verbindung au«, scheidet und in die Altlierrcnschaft übergeht, die Ahlerru^g eines -hehräischen Examens verlangt, das u. a. vorsieht: Beherrschung der wesentlichsten Texte der Bibel, und die Mo;*. Ilchkclt, hebräische Zeitungen und Zeitschriften zu verfolgen. Eingehend wurde zur Frage unserer Jugcndpofltlk in Deutschland Stellung genommen. Allgemein wurde ein aktiveres Eingreifen des K.J.V. gefordert mit dem Ziel, fluni organischeren Aufbau unserer Jugendbewegung herbeizuführen und vor allem Im Interesse einer Intensivst zu betreibenden lugfiKlnropagfliida alle verfügbaren Kräfte zusammenzufassen. Jedes der drei Referate hatte «Ich mit der Eingliederung der zionistischen Jugend, Insbesondere des K.J.V, in die zionistische Welt zu bclasson. Auch die Einreihung in das palästinensische Leben und die Stellungnahme zur Arbcitersclult und deren Fragen wurden in diesem Zusammenhang erörtert Wenn man diesen Teil des Kartclltags aut eine kurze Forme; bringen will, so kann man sagen, daß das Kartell In seiner überwiegenden Mehrheit sich zu den Prinzipien dci Kongreßprogramms der Z.V. f.D. bekannt ha», d. h. es wurde ausgesprochen, daß der nationale Aufbau auf dem Boden der landwirtschaftlichen Kolonisation zu erfolgen hat, und daß der Träger des Aulbauwerks der Chaluz, der Typ des selbst arbeitenden Juden, zu sein hat. Für die praktische Arbeit in der Organisation Ist ein Hc- Schluß von Bedeutung, der besagt, daß die Nichterfüllung der Maasserpflfcht den Ausschluß aus dem Kartell zur Folce hat, und ferner die Tatsache, daß das Kartell In letzter Zeit sich an der Stellung des Nachwuchses lür tm-scre Beamtenschaft recht erfolgreich beteiligt hat. In dem neuen Präsidium wurde für diesen Zweig unserer Tätigkeit ein Sonderdezernat eingerichtet. Von größter Wichtigkeit für die innere Arbeit des Kartell» war das Rclcrat von Kurt Blumenfcld, daß sich vor, nchmlich mit Er/Iehiingslragcn beschäftigte. Mehr als bishei muH einer geistigen Schulung und Orientierung Rechnimß getragen werden, damit die KJVcr, welche zionistische P<> wltlon sie nuch immer einnehmen, den besonderen Anlernterungen, die sowohl die Bewegung als auch das Lehen in Patiistina stellen, gerecht werden können. Es ist nicht möglich, hier des Näheren aut dieses ausführliche Referat einzugehen, welches den ganzen mannigfaltigen Fragenkomplex der pcistlgcn Orientierung des Zionismus und innerhalb des Zionismus beliandelte. Es (and indem Referat ftber Palästina in gewis«" Welse seine Fortsetzung und Ergänzung, in dem mich mit «h»' besonderen Wlrkimgsmöglichkclten gerade von KJVcrn m Palästina eingegangen wurde. Die Frage der Werbearbeit und der Propaganda wurde aut einer besonderen Vorbesprechung behandelt. Es zeigte sich, daß die Wcrbcmögllehkclt des Kartells wieder größer geworden sind, da der Zustrom der Jüdischen Jugend an den Universitäten gestiegen ist, ohne jedoch den Vorkriegsstand wieder erreicht zu haben. Die zahlreich anwesende Jugend des K, I.V. zeugte von der emeuten starken Expan« slonskralt den Bundes. Abschließend ist zu sagen, daß der Karlelltag eine durchaus gelungene zionistische Tagung gewcsicn Ist, die ihre Rückwirkung nicht nur aut' den speziellen Tätigkeitskreis des Kartells, sondern auch aul die gesamten Arbeiten des deutschen Zionismus atisübcn kann, Insbesondere Ist zu hoffen, dan durch die Arbeit de** neuen Präsidiums auch die Al»hcrren<ch.nt wieder mehr als bisher In die zionistische Arbelt hineingezogen werden wird, . , , Rom. <J. T. A.) Am 21. und 25. Juni wird In Floren» die erste n'lgcmelne Konferenz der Italicnischen Zionlsten abgehalten werden. Auf der Tagesordnung stehen Fragen des 14. Zlönlitenkongrciscs. sowie die, Konsolidierung der?ionlstlschcn Bewegung in Italien. i f. f. P s S

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