Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-06-12 · Heft 46 (12.6.1925) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 46 (12.6.1925)
Date
1925-06-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652734--17465-3518335
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

i<l\ y, Kr.« JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 400 Die neue Opposition Die neue Oppositionsgruppc ist eine Vereinigung der Vertreter der demokratischen Fraktion des XIII. Kon- ,,c!;Scs mit Repräsentanten der von Jabotlnsky geehrten Ciruppe der Revisionisten. jm Namen prangt das Wort „radikal", dessen Deutung auch sonst im Leben politischer Parteien immer .{wissen Schwierigkeiten begegnet. Die Gruppe will inijiial sein in ihrer Forderung der „Führung einer zielbewußten nationalen Politik". Ist sie für die radikale Lcgionspolilik Jabotinskys oder ist sie mit Klatskin und Gold mann mit aller Radikalität gegen jeden Versuch einer Gewaltpolitik gegenüber den Arabern? In einem Punkte handelt es sich zwcilcllos um öitc mit aller Kraft erstrebte radikale Forderung: in der Beseitigung Dr. Wc i z in a n n s als Führer der Zionistischen Organisation. Von diesem Punkt ist allerdings, wie cs sich für ein gut demagogisches Programm gehört, rjcht die Rede. Auch in dem Kampf gegen die Agcncy »ird die Gruppe geschlossen und 'einheitlich auftreten, «■enn auch die Taktik ihrer führenden, Vertreter bisher tinc recht verschiedene war. Die einen lehnen den Gedanken der Kooperation mit Nichtzionistcn überhaupt ab, andere halten cs für ausreichend, den Nichtzionistcn solche Bedingungen zu stellen, die ihre Mitarbeit aller Wahrscheinlichkeit unmöglich machen, andere verlangen unentwegt die Einberufung des Weltkongresses. In der Auffasung, daß dem XIV. Kongreß eine entscheidende Bedeutung zukommt und daß er daher einen änderen Verlauf nehmen muß als die beiden letzten Kongresse, ist die Konfcrcnzgciiicinschaft mit allen anderen zionistischen Gruppen einig. Dieser Aufgabe für die Gestaltung des Kongresses wird die Konfcrcnzgcmcinschaft, wie schon heute völlig klar ist, in der Form gerecht werden, daß sie den Versuch machen wird, auf dem XIV. Kongreß durch die gleichen Auseinandersetzungen und durch das nämliche Auftreten die Debatten des XIII. Kongresses wörtlich zu wiederholen, die nach allgemeiner Meinung von so verhängnisvoller Wirkung für das Schicksal der Zionistischen Organisation geworden sind. Vielleicht ist das die Taktik. Man könnte sich vorstellen, daß allen ehrlichen Palästina- Freunden, die mit der Zionistischen Organisation gemeinsam am Aufbau Palästinas teilnehmen wollen, die Lust hier/u durch das Auftreten der Konfcrcnzgcmcinschaft auf dem nächsten Kongreß endgültig vergehen soll. In diesem Fall wird allerdings die Zionistische Organisation allein als Trägerin des Aufbauwerkes übrig bleiben. Es entsteht aber die Frage, ob dann die in der Konfcrcnzgcmcinschaft so überaus zahlreichen führenden Persönlichkeiten, hinter denen bisher nur einige geborstene Organisationen und Organisationssplitter gesunden haben, beiden Aufgaben gerecht werden können: die Zionistische Organisation mit Kraft, Schwung und neuem Leben zu erfüllen und das Kolonisationswerk nicht nur zu führen, sondern auch zu finanzieren. Das muß bezweifelt werden. Es ist bemerkenswert, daß die Führer der Konfcrcnzgcmcinschaft gerade die Männer sind, denen cs nie gelang, in ihren Ländern eine starke zionistische Organisation zu schaffen. Sdton che es den Oedanken der Erweiterung der Agcncy gab, hielt Grün bäum uns die Rede über den Verfall der Zionistischen Organisation in Polen, und er stellte darv daß die überall marschierende Reaktion der zionistischen Bewegung Abbruch tue, daß cs sich hier um Zcitströinttngen handele, gegen die er keine Mittel wüßte. In Litauen, wo Dr. Solo weitschik jahrlang der unbestrittene Führer war, Ist die Organisation der allgemeinen Zionistcn ganz schwach. Die Jugend steht außerhalb der Organisation. Wenn cs ein Leben gibt, so zeigt cs sich in den Fraktionen. In Wien hat die Agcncy-Politik die zionistische Arbeit wahrlich nicht-beeinflußt. Unseren Wiener Freunden sei gesagt: wo cs ernste und systematische Arbeit gibt, gibt es auch heute eine zionistische Bewegung, die sich ihrer Kräitc bewußt ist und die, weil sie neue Menschen zu gewinnen und eine neue Ocneration zionistisch zu erziehen vermag, auch für ihre Zukunft nichts zu fürchten braucht. Der Versuch, die eigene Unzulänglichkeit durch eine allgemeine Politik der Zionistischen Organisation *u erklären und zu entschuldigen, wird nur dort Erfolg haben, wo man cs unterlassen hat, einen Kreis wirklich über alle Fragen der Bewegung und des Aufbaus informierter und zionistisch durcligcbildetcr Menschen zu schalten. Was aber den Aufbau betrifft, so haben die Führer der Konferenzgemeinschaft diesem Gegenstand bisher äUReuscUcinlich geringere Aufmerksamkeit zugewendet. Wie hervorragende Repräsentanten der Konfcrcnzgcmcinschaft lange Jahre die Entwicklung des Kcrcn Hajessod weh passive Resistenz und durch Bagatcllisicrung des Maassergedankens aufs Schwerste beeinträchtigt haben, *f> machen sie sich auch heute keine Gedanken über die Schwierigkeiten der für den Aufbau nötigen Finanzaktion. Uie angeblich einseitige Konzentration unserer Kräfte J"f die Aufgabe der Geldaufbringung wird gerügt. Wie 'bei'der Aufbau unseres Landes finanziert werden soll, trüber schweigt das Programm sich aus. Das Programm verlangt, die zielbewußte Leitung w Immigration, die organische Gestaltung der jüdischen «bensfonnen, Es macht sich hier, wie auch in anderen 'c»cn, Forderungen zu eigen, die vom Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung, für Deutschland aufgestellt wordcn sind. Ein kleiner Trick ist die Behauptung, daß die Schwätisch8 d"f 0r2an'8atJon-m cJner Sdwächung der polijemanden, der im Ernst glaubt, daß die Ernennung! des neuen High Commisioncr hätte beeinflußt werden können, wenn die Jahreskonfcrciiz rechtzeitig einberufen worden wäre, wenn das A.-C. häufiger getagt hätte, wenn die Zionistische Organisation in den zentralen Stellen und sogar in Litauen, Polen und Wien besser funktioniert hätte? Drei Forderungen werden aufgestellt. Die erste bedeutet Ablehnung der Agcncy-Politik. Die zweite bedeutet in der vieldeutigen Forderung „Führung einer nationalen Politik" eindeutig die Ablehnung Wcizmanns. Die Durchsetzung der dritten Forderung, Sicherung der nationalen Prinzipien im Palästinaaufbau und Förderung des hebräischen Schulwcrks, hängt von der Größe der uns zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel ab, die bisher durch die von der Konfcrcnzgcmcinschaft bekämpfte:' Repräsentanten der Zionistischen Organisation, in erster Linie von Dr. Wcizmann, beschafft wurden. Die Koiifcrciizgcincinschaft ist eine aus hctcgorcncn Elementen zusammengesetzte Gruppe. Einheitlich i.st sie nur in ihrer Ablehnung der gegenwärtigen politischen Führung und des Versuchs, das Tempo unserer Arbeit durch die Kooperation mit anderen Gruppen zu beschleunigen. Die zionistische Welt wird darüber urteilen, ob sie von den Herren Grünbau in und Solo weitschik, die bisher, wenn sie in leitenden Positionen waren, trotz besten Willens politisch überall unterlegen sind und nicht in der Lage waren, die Verhältnisse zu meistern, eine Verstärkung unserer politischen Position erwartet, ob sie Herrn Stricker die Erneuerung der Zionistischen Organisation zutraut und ob sie irgend einem anderen Repräsentanten der Konfcrcnzgcmcinschaft die Leitung des Kolonisationswerks in Palästina anvertrauen möchte. Die Erneuerung und Belebung der Organisation, die wir mit ganzer Kraft erstreben, wird nur durch diejenigen Kreise herbeigeführt werden, die am nächsten Kongreß zu einer klaren Mchrhcitsbiklung in dein Sinn kommen, daß gleichzeitig mit einer Konzentration aller auf dem Boden der Balfourdeklaration stehenden Teile des jüdischen Volkes eine einheitliche, starke zionistische Organisation geschaffen wird. Mit ihr werden wir endlich einmal an die zentrale Beeinflussung einer radikal-nationalen, zionistischen Bewegung denken können, die als führender Partner allen anderen Teilen der Judenheit gcgcuiibcrtritt, und das heute schwer bedrohte von uns vertretene Programm des nationalen Aufbr.us zusammen mit den besten Vertretern des arbeitenden Palästinas durchsetzen wird. K u r t B1 u m c n f c I d. Die von <lcr„Konfcrciizgcmcinsehaft radikaler Zionistcn" i in n Situation des Zionismus geführt hat Gibt es ihren Berliner Beratungen beschlossene Erklärung hat nachstehenden Wortlaut: „Die verhängnisvolle Entwicklung der zionistischen Bewegung seit dem 13. Kongreß und die gegenwärtige Situation .im Vorabend des M, Kongresse* zwingt uns, mit folgendem Appell au die zionistische Oeffciilllchkelt heranzutreten: Eine irrige Auffassung vom Wesen des Zynismus, geboten aus dem Mangel an Glauben, an die Kraft der zionistischen Idee und des jüdischen Volkswillcns, ist iit den Ict/.teit Jahren innerhalb der Bewegung herrschend geworden und bedroht in immer steigendem Atatlc den Bestand der Zionistischen Organisation und den Aufbau eines nationalen Heims in Palästina. Folgenschwere Auswirkungen dieser Tendenz sind bereits auf verschiedenen Gebieten der zionistischen Arbeit sichtbar geworden. Infolge der einseitigen Betonung der ökonomischen Seite des Aufbauwerke« und der dadurch bedingten einseitigen Konzentration der Kräfte auf die Aufgabe der Ocldaufbringmtg wurde das Bewußtsein von der Notwendigkeit der Organisation als Trägerin des Aulhaus gelähmt und jode organisatorische Arbeit vernachlässigt. Schon sind ernsthafte Verfallserscheinungen innerhalb der zionistischen Hewcgung zu kuit- 6tatieren. Der Indiffcrcntismus großer Teile der Zionistcn gegenüber dem Schicksal der Organisation greift um sich; die Geltung der zionistischen Organe wird immer geringer; die Exekutive hat ihre Bedeutung als leitendes Zentrum der Bewegung fast ganz eingehüllt. Der Zustand des letzten Jahres, in dem die jahreskonfcrciiz abgesagt wurde, und keine einzige Sitzung des Aktionskomitees stattgefunden hat, ist ein weiteres deutliches Symptom dieses Verfalls. Diese Schwächung der Organisation hatte notwendigerweise, eine Schwächung der politischen Position d c s Z1 o n i s m ti s zur Folge. In den Ict/.lci» Jahren hat sich die politische Lage des Zionismus dauernd verschlechtert; wichtigste politische Entscheidungen — so beispielsweise die Lineiuiiiiig den neuen | Ilgli-CommlssloiierK — wurden getroffen ohne Jede Fühlungnahme mit der Zionistischen Organisation als der Jcwish Agcncy. Immer mehr macht sich eine Tendenz bemerkbar, die in ihrer letzten Konsequenz den nbat der Balfour-Deklaratiou bis zur Bedeutungslosigkeit herabdrücken müßte. Ihren stärksten Ausdruck fand jene verhängnisvolle Einstellung in den Formen und Methoden, durch die die Heranziehung der nichtzionislischcn Judenheit zum Aufbau Palastinas erfolgen soll. Die ausschließliche Leitung des Palästina* erkes soll einer Jcwish Agcncy übergeben werden, die in der Form ihrer Zusammensetzung und in dem Mangel an Verantwortlichkeit eines große» Teiles ihrer Mitglieder vor einem demokratischen Forum keine Ckwiihr bittet für den Aufbau des nationalen Heims- In Palästina im Sinuc des zionistischen Renaissance-Ideals, Die Konstituierung d.-r Jcwish Agcncy im Sinuc der Beschlüsse des letzten Aktionskomitees — die in Widerspruch stehen zu den Beschlüssen des 13. Kongresses —, insbesondere aber, wenn diese Konstituierung den Charakter des Dcfinitlvums tragen' sollte, wird eine Verstärkung der bereits kmvstatiertcu Verfallserscheinungen zur Folge haben müssen. Die Zionistische Organisation als leitende und vor dem ludischen Volk verantwortliche Instanz wird noch mehr au Bedeutung verlieren: es besteht die Gefahr, daß dieser 14. Kongreß vielleicht der letzte Zionistcnkongrcß sein wird. Von cntschcidenndcr Bedeutung für die Stellungnahme zum Problem der Jcwish Agcncy in der jetzt geplanten Form sind die Gesichtspunkte der Gest altungdcsHi diachen Palästina. Die starke Immigration, die In den letzten Jahren eingesetzt hat — ein machtvoller Beweisfür die Kräfte des Paläsllnawillens der breiten jüdischen Volksmassen — gibt dem Problem der Prinzipien des Aufbau« eine erhöhte Aktualität So sehr darauf gedrungen werden muH, daß dieser Immigration;ström nach Palästina nicht von auflen her gehemmt und behindert wird, so 9ehr müssen wir auf die bewußte Leitung dieser Immigration und die organische Gestaltung der jüdischen Lebensform in Palästina bedieltt sein. Zionismus bedeutet nicht die Ucbcrführung jüdischer Emigranten nach Palästina und ihre Anslcdhing in irgendwelcher Form; vielmehr hat der Zionismus eine seiner stärksten Wurzeln in dein Willen zur fundamentalen Umgestaltung des jüdischen Lebens, eben »;o sehr in seinen national-kulturelle» wie auch in seinen wirtschaftlich-sozialen Formen. LXes bedingt eine berufliche Umschichtung des jüdischen Volkes, seine Verpflanzung in den Ifodcn und die Produktion Palästinas durch werktätige jüdische Menschen und eine gesunde Verteilung der jüdischen Bevölkerung Palästinas zwischen Luid und Stadt. Unerläßliche Voraussetzung des nationalen Aulbaiis ist das Selbstbcstiinmiiugsrccht des jüdischen Palästina und die Verhinderung eines jeden Versuchs der administrativen Bevormundung. Die Ucbcrgabc der Leitung des Aufbauwerkes an die Jcwish Agcncy in der jetzt geplanten Form wird Kreisen einen entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung Palästinas geben, denen diese Grundsätze fremd sind, und bedroht dadurch den nationalen Charakter des Palästina« Werkes. Angesichts dieser Lage glauben wir, daß alles getan werden muH, um durch die Entscheidungen des 14. Kongresse* folgende Forderungen durchzusetzen: 1. Stärkung der Organisation und Aushau ihrer Organe aus der Erkenntnis, daß der Zionismus nach wie vor Träger des I'aläsliiiaaufhaiis ist und bleibt; Wahrung der Souveränität des Kongresses als Ausdruck des organisierte» jüdischen Volkswillens. 2. Führung einer zielbewußten nationalen Politik und en*. schicdctic Zurückweisung aller Versuche zu einer Ab- Schwächung der Balfour-Dcklaration. 3. Sicherung der nationalen Prinzipien des Paläslinaaulbaus und Bekämpfung aller Vereitelte der Einführung eines philatitropiscltcn Kolonisationssystems', Sicherung der Hcntäisicrting des palästinensische» Judentums durch de» Ausbau und die rördcnitu* des hebräischen Rchulwcrkes, Die Heranziehung aller zur Mitarbeit am Palästinaaufbau auf dem Hoden der Balfour-Dcklaration 'bereiten Teile des jüdischen Volkes darf nur unter Wahrung dieser Oesichtiptmkto erfolgen. Wir glauben, daß die Durchsetzung dieser Forderungen auf dem Kongreß von sehicksalshcstiminctidcr Bedeutung für die Zukunft des Zionismus und des nationalen Heims sein wird. Wir haben uns daher auf dem Bode-» dieses Programms als .Koiifcrciizgcincinschaft radikaler Zionistcn' vereinigt und sind entschlossen, mit allen Mitteln den Kampf für die Verwirklichung dieser Forderungen aufzunehmen. Wir fordern die zionistische OcffenUichkcrt auf, die Bedeutung der erwähnten Fragen in ihrer ganzen Tragweite zu erkennen und dafür zu sorgen, daß diese Grundsätze auf dem Kongreß durchgesetzt werden. Um eine Verständigung zwischen allen, die im wesentlichen auf dem Boden dieser Anschauungen Riehen, zu ermöglichen, fordern wir gleich, gesinnte Oerinnungsgenossen auf, mit uns in Verbindung zu treten, damit der Zusammenschluß aller Gleichgesinnten für den Kongreß angebahnt werden kamt. Unser Glaube an dee Lebenswillen der zionistische» Bewegung ist stark genug, um uns die Hoffnung zu geben, daß eine große Zalil von Zionistcn sich mit uns in der Erkenntnis von der Bedeutung diesen Schicksaksttuide des Zionismus vereinigen und bereit sein wird, mit uns für die Erhaltung des Zionismus als der natio, nalcn Kcnaissanccbewcgung des jüdischen Volkes und für dio Sicherung des nationalen und zionistischen Charakters des jüdi« sehen Palästina zu kämpfen. Dr. Otto Abclcs (Wien), Dr. Bcrgcr (Kowno), Dr. J. Brutzkus. (Berlin), Direktor S. Epplcr (Wien), Benzion Fett (Berlin), S, Glücksohn (Berlin), Dr. Ooldhamincr (Wien), Dr. Nnhum Goldmaiiii (Berlin), I/chak Grünbaum (Warschau). I>r. Hoffmann (Wien), A. Idelsoh» (Kowno), Dr, Kindler (Wien), Dr. Klatzkin (Berlin), J. Klinoff (Berlin). Dr. A. KlumcJ (Warschau), Dr. M. Krämer (Czcmowitz), M. Lieber (Chemnitz). Dr. J. Löwenherz (Wien), Dr. E. Margulies (Leitmcritz), D. Ncbcnzalil (Wien), Dr. A. Oischwangcr (Berlin), Dr. Plaschkes (Wien), A. Podlischc\v6ki (Warschau), R. Rubin, steht (Kowno), Dr. J. Schechtmau» (Berlin), Dr. J. Schipper (Warschau), Architekt Sohclsohn (Wien), Dr. M. Solowcitschik (Berlin), Ing. Robert Stricker (Wien), Dr, Israel .Waldmann (Wien)." Zionismus und Religion Eine Debatte in Amerika. (Bearbeitet von Dr. Hugo Herr mann.) II. Die Interessante Debatte über die Frage der rcligiösen Entwicklung in Palästina wurde in der „New Palcstinc" vom 9. Januar 1925 weitergeführt; Dr. Elicser Ricgcr, Lehrer am hebräischen Gymnasium in Tel- Awiw und zurzeit Mitglied einer Delegation des Kercn Kajcmctli in Amerika, schreibt hier in einem Artikel „Ku lo t cch cleth" u. a. folgendes: In Palästina reift letzt eine religiös-symbolische Tcndcu Z|<lic tiefe. Wandlungen Im Leben vieler Individuen hervorzubringen. beginnt. Diese Tendenz dringt tiefer und tiefer In das praktische, geistige und r.o/lale Leben des Jisclnrw ein. im praktischen Leben zum Beispiel werden viele Möglichkeiten, den Sahbalh und die Feste zu mißachten, einfach eliminiert. In Tcl-Awiw zum Beispiel kann man am Sabbath oder am Feiertag nichts kaufen. Zu Pcssach kann man keine gesäuerten Speisen erhalten und man wird auch nicht so unverschämt sein, am Sabbath in die Stadt zu fahren. Wenn man also selbst den Sabbath oder die Feste zu entweihen wünscht, so fcltlt cs an der physischen Möglichkcit, dies zu tun. Auch in der geistigen Schicht des palästinensischen Lebens machen sich religiöse Strömungen stärker und stärker fühlbar. Dies gilt insbesondere von der lugend. Irrcligiosität und absichtliche Verletzungen der Vorschriften, die in der Diaspora das Produkt des rabbinischen Fanatismus eiucrscllfl und des Rationalismus der Haskalah andererseits waren, sind in Palästina in die historische Rumpelkammer verbannt. In Arbritcikreiscn betrachtet man Irreligiosität im allgemeinen als Banalität und Oberflächlichkeit. In den Tänzen der Chaluzim in Palästina mischt sich religiöse Leidenschaft mit der Fröhlichkeit und dem Feuer der Chassidlm. Qmppen von Chassidim finden sich überall unter den Arbeitern und manchmal nennt man sie auch Chassidim. Ich habe einen der Führer einer solchen chassi. dischen Oruppcn kennen gelernt. Sein Name war Uri. Körperlich war er schwach, doch arbeitete er mit großem Eilcr. Als er einmal die Erde rings um einige Bäume in Pclach Tikwah umgrub, kam der Maschgiach (Attischer) dazu und sagter „Uri, wenn du für mich arbeitest, mußt du schneller arbeiten 1" — „Für dich arbeitenI" rief Uri. „Ich arbeite nicht für dich. Ich arbeite für den Baum." <"* De; Satz „Ich arbeite für den Bnum" wurde ein gcllügcltcs Wort, das sich mit der Geschwindigkeit des Lichtstrahls von Metullalt bis Ruchamah verbreitete. Jeder Arbeiter fühlte, daß Uris Worte aus der Tiefe seines Herzens kamen. In dem t, i.,i i ", * ■ ,t i." ■ | < i Ii»! . >•>•< & fr ■■!'>, lV";:'V; r' c j h.. ''!'',' - I i'l; ' ,1 7.«;! ' ■ , ' II . , I r? 7,i. l ' , i .1; ij ■ i.r '\t\ '' .» i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.