Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 46 (12.6.1925)
- Date
- 1925-06-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seile 408 JUEDISCHE RUNDSCHAU Verantwortung handelt und das Budget, das man be« kommt, als Darlehen für Investltionmvcckc betrachtet. Man kann wohl sagen, daß der Ucbcrgang in den bestellenden Siedlungen sich restlos \ollzogcn hat und die Arbeiterschaft hier bereit ist, die Konsequenzen dain"<* zu ziehen. Aber die zionistische Ocftcnllichkeit muß wissen, was das bedeutet, besonders da seit Jahren die Anklagen über die Dcfmtwirtschaft der Kwuzollt usw. nicht verstummen und besonders In letzter Zeit ein „neues System" empfohlen wird, das es in der Tat leichter haben könnte, wenn es nicht all das wird durchmachen müssen, was die. Bahnbrecher Im Emck durchgemacht haben. Wenn es gilt, die Wirtschaften endgültig zu konsolidieren und die Siedler vertragsmäßig für die von den nationalen Fonds vorgestreckten Investitionen zu verpflichten, wird unvermeidlich die Frage auftauchen müssen, was mit den Kosten der Okkupation geschehen soll. Die unwirtschaftlichen Ausgaben wurden, abgesehen natürlich von einer ganzen Reihe von geringeren Umstanden und Imponderabilien, vor allem durch zwei Faktoren veranlaßt: durch Krankheiten und durch den enronischen Ocldmangcl der zionistischen Leitung. Das erste sind Krankheiten. Man hat die Menschen auf einen Boden gesetzt, der selbst von den akklimatisierten Arabern wegen seiner Gefährlichkeit gemieden wurde. In den ersten Jahren fieberte alles. Win kann eine Wirtschaft rentabel sein, bei der die Hälft«, der Genossen dauernd krank Ist? Der Ausfall an Arbeitstagen, verbunden mit der Fürsorge für die Kranken, ergibt noch nicht den ganzen Schaden. Man muß auch die kolossale dauernde Schwächung der Arbeiter bedenken, und den ewigen Wechsel bei Durchführung derselben Arbeit. Wenn der Ocmüscgärfncr fiebert und ein anderer seinen Platz vertreten muß, so ist der Verlust nicht nur der ausfallende Arbeitstag des Kranken, sondern auch die Minderleistung des ungeübten Stellvertreters. Dazu kommt die Absorption von Arbeitskraft und Geld durch alle möglichen provisorischen Arbeiten. Wenn z. B. die Kinder einer Kwuza im Sommer von Bcth Alfa nach einem klimatisch und sanitär günstigeren nahegelegenen Punkte transportiert werden müssen, wenn dort Baracken aufgestellt werden, die in einigen Monaten wieder abgerissen werden müssen, so ist dies ein durch die Tatsachen erzwungenes unökonomisches Vorgehen ersten Ranges; dazu kommt noch als ein auch zu bewertendes Impondcrnbüc die Minderung der Stimmung durch diese Trennung, durch das damit verbundene Bewußtsein der Unstabilität, der Kraftvergeudung usw. Dies alles ist nötig, weil es hier bis heute keine menschenwürdigen Wohnstätten und nicht die geringsten vernünftigen Erleichterungen im Kampfe mit dem Klima gibt, ganz abgesehen von der noch nicht beendeten Entsumpfung des Gebietes. Wir hatten dieser Tage einen Chamsin-Tag, mit 48°C im Schatten; wer niemals die höllischen Stunden dieses feuerspeienden, glühenden Wüstenwindes erlebt hat, kann nicht begreifen, wie die Arbeitskraft der ungenügend geschützten Menschen leiden muß. Sogar das hier glücklicherweise reichlich vorhanden: Wasser findet nicht seine rechte Verwertung, weil die meisten Wasserleitungen aus Ersparungsgründcn nicht in der Erde, sondern auf der Erdoberfläche verlaufen, so daß das Wasser von der Sonne ganz heiß wird. Das Fieber der Kranken kann nicht gemessen werden, weil alle Thermometer über 42» zeigen . .. An einem solchen Tage versteht man, welche unökonomische, kraftvcrgctulendc Arbeitsweise es bedeutet, einen solchen Platz in Besiedlung zu nehmen, ohne vorher die notwendigen Erleichterungen für ein menschenwürdiges Dasein zu schaffen. Hier — auch in der völlig unzureichenden Ernährung — sind die geheimen Quellen der Defizite, die auch durch größten Heroismus nicht abzuwehren sind. Diese Defizite haben aber mit guter oder schlechter Wirtschaft ebensowenig zu schaffen wie mit dieser oder jener sozialen Lebensform. Der andere defiziterzeugende Faktor ist der Geldmangel der Monistischen Exekutive, der die Ursache war, warum niemals planmäßig gewirtschaftet werden konnte. Wenn ein Voranschlag 10 Pfund vorsieht, wovon 7 für den Ausbau der Wirtschaft und 3 für den Lebensunterhalt des Siedlers bestimmt sind, und dann nur 5 Pfund ausgezahlt werden, so hat das zur Folge, daß die ganzen 5 Pfund aufgegessen werden müssen, und die zweiten 5 Pfund, wenn sie schließlich verspätet kommen, gleichfalls nur noch verzehrt werden können, so dalt dis Resultat gleich Null ist, und ein neues Budget für Investition und Ernährung nötig wird. Wenn in der Landwirtschalt die für die Aussaat nötigen Gelder nicht zur Zeit kommen, sondern zu einer Jahreszeit, wo nicht mehr gesät werden kann, dann kann man natürlich auch nich'« ern'.cn. Wenn man, statt Häuser und Ställe zu bauen, erst Zelte, dann minderwertige Baracken, dann wieder andere Baracken aufstellt, schadet man nicht nur der Ocsundheit von Mensch u:id Vieh, opfert man nicht nur sinnlose Arbeit, die auf Kosten der Felder geht, sondern man wirft auch Geld hinaus; denn bis man schließlich aus den Provisorien herauskommt, bleibt der Passivposten der Kosten all der provisorischen * Anlagen bestehen. Die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Es sei nur noch erwähnt, welche Verluste durch die wiederholten Reisen der Delegierten der Siedlungen nach Jerusalem entstanden sind, da man wußte, daß ohne persönliche Intervention kein Oeid zu haben ist. Die Siedlungen sind heute bereits in einem Stadium, wo sie bei voller Ausstattung mit Inventar existieren könnten; ohne Inventar (z. B. Vieh) fehlen natürlich "auch die Einkünfte. All diese Dinge sind nur zu einem geringen Prozentsatz der unzureichenden Kolonisation^- Verwaltung der letzten'Jahre zuzuschreiben, in der Hauptsache ober der Inkongruenz zwischen dem beschlossenen Budget und den tatsächlichen Eingängen des Kcrcn Hajcssod. Nun mufi, wenn das Programm der Konsolidierung überhaupt einen Sinn haben' soll, diesem Zustand ein Ende gemacht werden. Zunächst aber muß, wie Ich schon letztes Mal hier ausführte, eine grundsätzliche Entscheidung bezüglich dieser Okkupation»kosten getroffen werden. Der Siedler kann die nicht von Ihm .verschuldeten, sondern teilweise In «1cm allgemeinen nationalen Tatbestand, teilweise in der Arbeitsweise der nationalen Institutionen begründeten Verluste nicht selbst tragen. Es wäre ungerecht, ihn damit zu belasten. Unter diesen Umständen könnte auch eine Rentabilität der Wirtschaft schwer errechnet werden. Man muß den Siedlungen eine fair chance geben, indem man ihnen endlich das notwendige Eqiiipincnt gibt und dann die Schulden für alle Provisorien, Kraiikhcitsvcrlustc usw. EBfct»hlBi&^ial^ E3äC3©£' - PB'®&2>3£)QGac9& Die Zionistische Vereinigung: für Deutschland und der Kcrcn Kajctncth haben auch Iii diesem Sommer wieder die Absicht, eine intensive IWider-Propaganda zu entfalten. Geplant werden insbesondere Vorfühniiigcu des PalSstln as-Fiims sowie öffentliche und interne Vortrüge von bekannten Rednern. Wir richten auch an dieser Stelle die dringende Bitte an alle diejenigen Gesinnungsgenossen, die in den nächsten Monaten ihren Aufenthalt in Kurorten und Bädern nehmen werden, uns von ihrem Reiseziel zu verständigen. — Wir wollen ihre Hilfe mit Rücksieht auf die von Ihnen gewünschte Erholung nur in gcringem Maße in Anspruch nehmen. Wir machen gleichzeitig auch darauf aufmerksam, daß wir die „Jüdische Rundschau" allen Kurdirektionen zum Auslegen in den Lesehallen zuschicken ttnd bitten unsere Freunde überall dort, wo die die „Jüdische Rundschau" nicht ausließt, uns sofort zu verständigen. Wir senden die „Jüdische Rundschau" auch an alle uns bekannten jüdischen Hotels in Kur- und Badeorten und bitten auch hier unsere Gesinnungsgenossen, uns sofort zu benachrichtigen, wenn sie das Blatt irgendwo vermissen. Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W15, Mcinckcstraßc 10. IMHMMMHMMMMWMMMMMHHMMMa«MM.W-W««M«HiM-MMaM«M*«M«MHMH-MWM«MM«« tyy«v «y»» r^^^w^,',»,^WTlyr^/"'l'f. •-;.i-.r,*r,n^l,.'^| Ut.i.l illiUilir . i.».,^»l>.U.-^^l,l ..».I» 11*1.6 ii'*+A~Mm*~i.Mk\*.t <••*■!■. «'■ *.| abschreibt. Immer noch trägt der Siedler genug, denn seine durch sein nationales Piouicrtum geminderte Arbeitsfähigkeit läßt sich nicht in Zahlen ausdrücken. Durch ein solches Entgegenkommen jedoch würde auch der ökonomische Sinn der Arbeiter, der sich immer mehr herausbildet und bewährt, angespornt werden. Die Wirtschaften selbst stehen nicht schlecht, obwohl sie erst im Vcrsuchsstadiuni sind, und viele Kulturen, z. B. die Pilaiizungcn, erst in den nächsten Jahren Früchte tragen werden. Die Kwuza Ejn Charod weist für das vergangene Jahr in ihrer Bilanz ein Betriebsdefizit von nur etwa 160 Pfund aus, bei einer Gcnosscnzahl von 260 gewiß ein außerordentlich geringer Betrag, der durch die Einnahmen eines einzigen Betriebszweige!» Im nächsten Jahr mit Leichtigkeit auszugleichen wäre. Dabei hat die Kwuzah bisher ein weit kleineres Invcstitionsbudget erhalten als etwa Nahalal. Auch der äußere Eindruck der Wirtschaften im Ost-Emck ist ausgezeichnet — ein verblüffender Fortschritt gegen den Zustand vor zwei Jahren, als ich zuletzt hier war. Die bebauten Felder, Pflanzungen, Weinberge, Eukaiyptuswälder erhöhen auch den Reiz dieser ohnedies packenden Landschaft. Voll ausgestattet und entsprechend verwaltet werden die Siedlungen im Emck imstande sein, eine vernünftig berechnete Amortisationsrcntc der für den Aufbau der Wirtschaft unter normalen Umständen nötigen Gelder zu leisten, wohl schon mehrere Jahre nach Ihrer vollen Ausstattung. Die Rentabilität der Landwirtschaft ist freilich vielfach noch ein Problem der richtigen Fruchtwahl und der Absatzerschlicßung. Das vergangene Jahr war z. B. ein außerordentlich gutes Orangenjahr, die Plantagenbauern sind reich geworden, Im Emck aber fehlen noch die für Orangen notwendigen Bewässerungsanlagen. Einige Kolonien haben durch Verkauf von FrühgcmDsc nach Damaskus ganz gut verdient. Die Hauptverkaufsprodukte sind heute Milch und Eier, die an den „Hamaschbir" gehen; dabei muß man allerdings erwähnen, daß der Milchpreis in Palästina heute etwa das Vierfache des Weltmarktpreises beträgt. Im Oanzen und Oroßcn wird die jüdische Landwirtschaft, wenn die Plonicrzcit vorüber ist, ebenso existieren können wie die Landwirtschaft in irgend einem anderen Lande. Aber gerade darum wird noch eine nationale Instanz da sein müssen, die — ebenso wie der Staat In anderen Ländern —, die landwirtschaftliche Produktion fördert und im Notfall auch mit Beihilfen einspringt, die dann allerdings einen anderen Charakter haben werden als der heutige Takziw. Wenn z. B. in diesem Jahre infolge der Trockenheit In einzelnen Teilen des Landes eine Mißernte war, so müßte ein zionistisches Institut mit einem langfristigen Kredit einspringen. Die blühende und sonst durchaus selbständig lebensfähige Kolonie Dagania, die älteste Kwuzah, hat in diesem Jahro einen Schaden von etwa J00O Pfund. Soli sie gezwungen sein, Nr. 48 deswegen an das zionistische „Budget" zu appellieren? j Wer soll in Zukunft, wenn die Institution des Budgets verschwindet, solche Verluste tragen? Oder soll die » Kwuza deswegen Haus und Hof verlassen? liier ergeben sich die Ausblicke für die Umgestaltung unterer gesamten nationalen Koloniuliatioiisvcnvaltuiig. Mit dieser Frage der Umgestaltung wird sich der Kongreß zu befassen haben; wir stehen vor neuen Auf. gaben, nachdem die Pioniertat der ersten Okkupation vorbei, nachdem auch wertvolle Erfahrungen aller Art gewonnen wurden, die hoffentlich fruchtbar weiden. Auch die beginnende Kolonisation von Leuten mit eigenen Mitteln stellt neue Aufgaben. Die Arbeiterschaft j wird bereit sein, die Hand zu den nötigen Reformen des Ucbergangcs zum Rationalen zu bieten, das merkt man im Emck. Man muß aber darüber wachen, daß auch die berechtigten Ansprüche der Chaluzim, die die Ersten waren, nicht verletzt werden. prcöocechau im „llerllncr Tageblatt" setzt Felix PI im er wlcdci tut leitender Stelle seine Artikelserie „l>.»t neue p.il.islinu" In einem zweiten Aufsatz „Die Eroberung des Bodens" fort. I'inncr gibt eine Ucbcrsicht über die älteren jüdischen Kolonien, deren Vorteile und Nachteile er in objektiver WiiulijuiMg darlegt. Er bespricht das Problem des arabischen uml judi- »dien landwirtschaftlichen Lohnarbeiter* uml schlicht dm von Sachkenntnis und tiefem Interesse zeugenden Aufsatz folgendermaßen: So sah es mit der „Eroberung der Arbeit", die det jüdische Arbeiter ah notwendige Ergänzung der „Eroberung des Hodens" proklamiert hatte, zunächst sehr übel am. l.% war fraglich, ob dieses Ziel sich im Kähmen der bisherigen I'IIau/iiiijiskotoninatioii überhaupt verwirklichen lassen wiiillr. Die Arbeiter suchten, um 'überhaupt einmal in Uie Arbei1 hineinzukommen, ihren Lohn- und Lebensstandard so tief wie möglich und noch tiefer als möglich herabzudrücken, sie gründete» Arbeitsgemeinschaften, sogenannte Arbcitsbatail'nne, die gegen Akkordlöhne gewisse Arbeiten In den einzelnen Kolonien zu Übernehmen suchten und deren Durchführung den Kolonisten garantierten. Einzelne dieser Arbeit jbataitlonc oder Chawuroths, so z. Ii. die Boruchows in der Nähe von Jaffa, suchten sich, abgesehen von den Vorteile« der Arbcitsstcigcriing und Koslcnlierabdrückung durch Oruppcnbilduiig, die Voraussetzungen für eine Konkurrenz mit den arabischen Fellachen auch dadurch zu verschaffen, dali sie sich zu einer gemeinsamen Hauswirtschaft mit eigenem Gemüsebau, Milchwirtschaft usw. zusammenschlössen. Noch heute existieren derartige Chawuroth, sie setzen sich besonders aus solchen Arbeitern zusammen, die noch nicht lange Im Lande sind und noch keine feste Aufnahme in eine der I'rodiiktlvgciiosscnscliaftcn (Kwuzoth) finden konnten, zu denen sich die Arbeiter auf Grund eines neuen, von den Kolonislcnsicdclungcn grundsätzlich abweichenden Systems zusammengeschlossen haben. Die jüdischen Arbcitcrbataitlonc haben die arabische Arbeit aus den indischen Kolonien nicht verdrängt, aber sie behaupten sich Immerhin neben Ihnen, um so mehr, als der in den letzten Jahren erstarkte nationale Geht bei den, Kolonisten auch verschiedentlich augenblickliche Wirtschaft-' liehe Einbußen In Kauf nimmt, wenn es sich um Fragen einer gesunden wirtschaftlichen und sozialen Zukunftsentwicklung handelt. Die Arbeiterb.italllonc als solche stellten aber nur einen Nebenweg auf der Linie dar, die zur „Eroberung der Arbeit" führen sollte. Sic sind zwar in ihrer ursprünglich primitiven Form (der kooperativen Lohnarbeit auf fremdem Ikxlen) bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben, sie haben aber aus sich heraus eine organische Weiterentwicklung zur kooperativen Zusammenarbeit auf eigenem oder vielmehr auf dem Ikxlen des Nationalfonds entwickelt. Aus dem ersten Arbcitcrbataillon. das um das Jahr 1903 herum aut einer RoUischildschcn Kolonie den Versuch zur .(Eroberung der Arbeit" machte, ist die erste landwirtschaftliche Produktivgciiosscnschaft, die berühmte Kwuzah von Dagnnlnh, hervorgegangen. Ucbcr diese Phase der Entwicklung soll in einem weiteren Aufsatz gesprochen werden. Iii der Artikelserie „Zionismus" von Richard v. Mach ir der „Kölnischen Zeitung" erschien am 5. Juni ein weitem Artikel, der sich mit der Organisation des Zionismus un.' seiner Palästinaarbeit beschäftigt Es heißt darin: „Ockl ist vorhanden, um den Weiterbau zu fordern und Menschen sind auch vorhanden. Die Organisation stellt skr nun die Aufgabe, möglichst viele nützliche Menschen uacr Palästina zu schaffen. Als nützlich werden solche angesehen die auf keine Beihilfe angewiesen sind, sondern eine produktiv« Tätigkeit ausüben oder sich durch eigenes Kapital erhalten. Die ausgesprochene Absicht ist, den Strom der. jüdischer) Einwanderer Immer zu verstärken und dafür aulchc Ein riehtungen in Paliistina zu schaffen, die jedem Ankömmling, auch den ungeübten Arbeitern, sogleich Einnahmen durch eigene Arbeit sichern. Dieses Ziel ist noch nicht erreicht, die entstandenen und entstehenden Industrien brauchen m>c)i vcrhultiiisinfifllg wenig Arbeiter. Die Orj:.niis.iti„ti kann a'-o noch nicht darauf verzichten, bei den Einwanderern, die nie Ins Land führt, mit einer gewissen Auswahl vorzugehen. Gegenwärtig wird dieser Dienst so gcUandtubt, daß von dem palästinensischen Einwanderungsbüro monatlich eine Lite der erwünschten oder von den. verschiedenen Siedlungen angeforderten Arbeitern aufgestellt und der Exekutive in London ubersandt wird. Von dort geschieht die Verteilung auf die einzelnen Lander. Das hat sieh bewährt. Eine Einwanderung auf Kosten der Organisation soll Im Orundsatz nicht mehr stattfinden. Nach der Ankunft im Lande, meist mit rumänischen oder Trlestcr Dampfern, werden die Einwanderet In besonderen Viertel«» untergebracht, von wo sie dann nach und nach an den Ort ihrer Bestimmung geschickt werden. Ein solches StSdtdien ist bei Haifa an der Landspitze unterhalb des Karmel entstanden. Tcl-Awiw ist im Begriff, Woh*v kasernen für Einwanderer zu bauen. Die Org»nisation will mit mindestens 2000 Einwanderern monatlich rechnen; im letzten Monat ist diese Zahl erheblich überschritten worden." * Im Ocmclndcblatt der Jüdischen Gemeinde Berlin veröffentlicht unser Oesinnungsgenosse Dr. Hermann B ad t einen Aufsatz unter dem Titel „Ist die Freizügigkeit der Juden in Deutschland bedroht?" in dem er sich mit dem Urteil des preußischen OberverwaHungigcrlchtes in der Borkumfrage beschäftigt. * *