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Jüdische Rundschau · 1925-06-05 · Heft 44 (5.6.1925) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 44 (5.6.1925)
Date
1925-06-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ffr. 44 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 3ü5 i 'I Zun romänlscheo Schulgesetz Von unserem Korrcspondctcn. Bukarest, Ende Mal. in Ergänzung einer früheren Korrespondenz sei liier auch btr die nachträglich bekannt gewordenen Schritte der jü- Jüclicn Bevölkerung zur Abwehr der bedrückenden Bcstim- ^nRcn dieses Gesetzes berichtet. Spät zwar — das Gesetz fction im Senat angenommen worden und hat nur noch itC Kammer zu passieren — haben si;h sämtliche jüdischen Organisationen und Körperschaften Oroßrumänlens zu einer Protestaktion gegen das projektierte Schulgesetz crvben. Es w!ri' namentlich beanstandet, daß die hebräische brache nur als Lchrgegcnstand für jüdische Religion und Ocschichte zugelassen, im übrigen aber als eine tote Sprache behandelt wird, ferner, daß laut diesem Gesetz- Projekt sämtliche höhere Lehranstalten nur durch den Staat gründet und ins Leben gerufen werden können, was den [lidischcn Gemeinden die Möglichkeit nimmt, Lehranstalten rJr Ausbildung eines eignen Lchrcrpcrsonala usw. zu errichi(fl. Ocgcn diese Bestimmungen, die in Zukunft sehr schwere Folgen für das nationale Dildungswcsen der Juden in diesem Undc haben können, ist mm eine große Protestaktion im Ginge. Die SJcbcnbürgischcn und Dukowinaer jüdischen führcr und Körperschaften haben durch Wort und Schrift «jjgcgcn Stellung genommen, einzelne jüdische Deputierte, ^runter auch der greise Dr. Adolphe Stern haben eine k'impagiir Im Parlament dagegen begonnen, der bcOarabischc OtoOrabbincr, Herr Zirclsohn, hat in einem interview an eine f jl.ircslcr Zeitung seinen energischen Widerspruch gegen den Geist des neuen Gesetzes Vundgctan, und auch einzelne zionistische Gruppen haben an der Protestaktion teilgenommen. Min hofft, daß die Regierung, die genug mit der Opposition aber viele grundsätzliche politische Fragen zu tun tut, sich;i zwölfter Stunde noch die Sache überlegen und diejenigen Paragraphen des Gesetzes, welche von der jüdischen Bevölkerung so einmütig beanstandet und bekämpft werden, abithaffen oder befriedigend abändern wird. — A. M. Die März-Einwanderung Die überhaupt größte Ziffer der Einwanderung nach Palästina wurde im Monat Marz erreicht, wo nach den ollizicllcn Daten 31S4 Personen nach Palästina einwanderten. 1363 Personen — 507 Männer, 407 Frauen, 380 Kinder — gehörten zur Kategorie der „Einwaudcrcr mit unbeschränkten Mitteln", die zum dauernden Aufenthalt nach Palästina kommen. 660 Personen — 115 Männer, 3S2 Frauen und 163 Kinder — gehörten zur Kategorie „D", d. h. kamen als Verwandte und Angehörige von bereits in Palästina Ansässigen. Unter der Kategorie „E", Personen mit fester Anstellung, kamen SOo Einwanderer — 590 Männer und 216 Frauen —•, dazu kommen noch 378 andere Personen — 3 Männer, 167 Frauen und 203 Kinder. 1178 Einwanderer kirnen unter der Verantwortung der Zionistischen Orgnniution. Bemerkenswert ist, daß sich unter der großen Einwamlcrerzahl nur 11 Emigranten befanden, die von der Landung 'ausgeschlossen werden mußten, weil ihre Papiere nicht In Ordnung waren. Die Auswatidcrungsziffcr im Monat März erreicht die Zahl von 267 Personen, darunter 40 jüdische Bewohner Palästinas, die auswanderten, und 45 jüdische Einwanderer, die rückwanderten; dazu kommen 60 christliche Auswanderer, 23 christliche Rückwanderer sowie 73 moslemische Auswanderer und 8 moslemische Rückwandernde. * Der März war nicht nur ein Rckordmonat für die Einwanderung nach Palästina, sondern auch für den Touristenverkehr. Nach den offiziellen Berichten kamen in diesem Monat 6003 Besucher, Durchreisende und Pilger nach Palistlna. Außerdem kehrten 1757 palästinensische Einwohner in diesem Monat in ihr Land zurück. Diese großen Ziffern lind natürlich auf die Eröffnung der Universität und die Pcssachfcicrtagc zurückzuführen. Waid leuml und zionistisch •agndlstlsche Konferenz Jerusalem (J.T.A.). Waad leumi hat nach Entgegennahme einer Erklärung der Zionistischen Exekutive über die zionistisch-agudistisciicn Verhandlungen betreffend die Ociicindcordnung iti Palästina beschlossen, zu der in Wien ibzuhaltcncn Konferenz von Vertretern der Agudas Jisroel <;ncn Vertreter zu entsenden. Der frühere Beschluß, sich in dieser Konferenz nicht zu beteiligen, wurde umgestoßen. Der Vertreter de«» Waad Icutiii wird aber nur zu Infomationswecken der Konferenz beiwohnen; b:« zu seiner Rückkehr wiid lieh der Wand lcuml jeden Beschlusses enthalten. Die PalJinliiiriisi'srh'Ar.iltiichc Excl.uilvc vcrüffcut'h'lilc am *). Mai eine Protesterklärung gegen die geplante jüdische Ocmeindcordnung in Palästina und bezeichnet dieselbe als °c «letzte Handlung des zionistischen Oberkommissars Sir Herbert Samuel" und als ein „sehr gefährliches Dokument", weiter wird gesagt, daß vermittels der Ocmcindcordnung ft Jüdische Nationalrat zu einer machtvollen Körperschaft, *c in die Funktion der Palästina-Regierung eingreift, si-h Zwickeln w|r<! i'rolest gegen den Steuerdruck Jerusalem. (J.T.A.) Am 27, Mal fand in Jerusalem pne Massenversammlung jüdischer moslemischer und Christ- ^chcr Kaullcute statt, in welcher in schärfster Form gegen «e hohen Steuern protestiert wurde. Die Redner hoben hervor, daß die in diesem Jahre erhobenen Steuern drei bis *1er mal höher als im vergangenen Jahre sind. Die Ver- '"nmlung beschloß, die Handelskammer, für den Fall, daß Regierung die Stcucrschutzverordnung nicht verlängert, «Jjm Rücktritt aufzulordern, was ein Signal für die Schließung *««r Läden in Jerusalem sein wird. Unaesverwetsung palästinensischer Kommunisten . Jerusalem. (J.T.A.) Die am 1. Mal gelegentlich der NH-Dcmrnistrutloii in Haifa verhafteten Kommunisten standen »in 27, Mai vor dem Halfacr Distriktsgericht. Vier Juden und {•» Araber wurden zu je fünf Wochen, ein Jude zu zwei Junten Gefängnis verurteilt. Nach VcrbDßung der Strafe «erden die Verurteilten laut Gerichtsbeschluß des Landes '«rwicsen werden. Wir haben uns schon einmal mit dieser Frage beschafft und dagegen protestiert, daß Juden aus Palästina!"* welchen Gründen auch immer ausgewiesen werden. ">eser Standpunkt wird von allen Kreisen des Jischuw Aufruf Ab die Freunde des Arbeltenden Pallsllia! Die jüdische Arbeiterschaft in Palästina vollzieht eine große Pionierarbeit für den nationalen und sozialen Aufbau des Landes. Das grolle Ziel der Errichtung eines nationalen Arbeitszentrums für das jüdische Volk hat eine ungeheure Energie und Aufopferung bei der jüdischen Arbeiterschaft ausgelöst. Alles, was in Europa geistig und kulturell erworben wurde, soll dem verödeten Lande für seine Oencstuig geopfert werden. 20000 jüdische Arbeiter sind heute In der Allgemeinen Jüdischen Arbeiter-Föderation (Histadruth lfaklalitis) organisiert, die voller Hingebung im Dienste der Sache tätig sind. Um Ihre Portion im Lande zu festigen, d. h. ihre dauernde Einbürgerung herbeizuführen, schul die Arbeiter- Föderation verschiedene Institutionen sozial-ökonomischer und kultureller Alt Zur Unterstützung der kulturellen Institutionen der palästinensischen Arbeiterschaft hat sich unlängst in Berlin ein intcrpartcilichcs Komitee gebildet Als erste Aufgabe des Komitees wurde bestimmt, eine Büchersammlung für die Zentrale Bibliothek der Arbeiter In Palästina vorzunehmen. Diese Bibliothek mit ihren 120 Wnndcrabtcllungcn soll die Im ganzen Lande zerstreuten Arbeiter mit Büchern versorgen. Obwohl sie jetzt schon 42000 Bücher umfaßt, sind diese für die kulturell hochstehende Arbeiterschaft viel zu wenig. Der Mangel an Büchern in Palästina ist unbeschreiblich großl In diesem Lande, in dem einerseits große ökonomische und soziale Wandlungen stattfinden und andererseits das Buch die einzige Quelle für Bildung und Wissenschaft darstellt, muß die Bücherversorgung bis zum äußersten gefördert werden. Wir brauchen Bücher! Bücher aus dem Gebiete der Landwirtschaft, Naturwissenschaft, Technik und des Handwerks (besonders Hoch- und Tiefbau, sowie Stclnindustrie), Bücher über soziale Wissenschaften (speziell Wirtschaft und Arbeiterbewegung), Pädagogik, Geschichte, Belletristik u, a. In verschiedenen Sprachen. Wir wenden uns an alle Freunde des arbeitenden Palästinas mit dem Rufe: Gebt und sammelt Bücher für das arbeitende Palästina! Die Bücher werden vom Komitee für die Büchcrsammlung p. Adr. Hcchaluz, Berlin C2, Heiligcgclststr. 52/1, entgegengenommen. Bücher können gleichfalls im Hause der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Meinckcstr. 10, parterre, abgeliefert werden. Berlin, im Mal 1925. Komitee für Büchcrsanimlung für die zentrale Arbeiterbibliothek in Palästina. Btau-Weiß. I. A.: Dr. Werner Dloch. J. J. Wandcrbund. 1„ A.: Hans Bcyth, Fritz Lichtenstein. flapoöl- Hazair. I. A.: Dr. Q. Landauer. Hcchaluz. I„ A.i E, Oold. K.J.V. I. A.: Dr.. J'oerdcr, Dr. Kanowitr, Ost- Jüdische Studcntcugrtippc. I. A.i Sndowskl. Ponte Zion. I. A.: M. Neustadt. Z. S. Zcirc Zlon. f. A.i J. Idclsohn. Jüdisches Volkshclm. I. A.: Franz Llchtcnstciu. tiMg<JaJ!.*^X»lfc3£JKgAa£IKaiJMCStT.la"WHEBKa! Ein Vorlrag von Prot Rappard Herr Prof. Rappard, der fünt Jahre lang Chef der Mandatsscklion des Völkcrbundsckrctarlat war und jetzt Mitglied der permanenten Mandatskommission ist, hielt am 25. Mal In Ocnf auf Einladung der „Gesellschaft ehemaliger I lochschülcr In Genf" einen Vortrag über seine Reise nach Palästina. Prof. Rappnrd hat der Univcrsltütsclnwciliung bei- Ecwohnt und seine Reise durch das Land zusammen mit ord Baifour und Dr. Wcizmann unternommen. Prof. Rappard äußerte sich In Worten höchster Begeisterung und größter Anerkennung über den Forlschritt, der in Palästina gemacht worden sei und schrieb diese erfreuliche Entwicklung ebenso der jüdischen aufbauenden Arbeit wie der verständnisvollen Administration der Mandatsregicrung zu. Er schilderte die begeisterten Ovationen, die Tcl-Awiw Lord Baifour brachte und erklärte, eine so einmütige Kundgebung noch nie erlebt zu haben. Den größten Eindruck machte auf ihn die neue jüdische landwirtschaftliche Kolonisation der Chaluzim im Emck. er würdigte aber auch mit Worten großer Anerkennung die alten Rothschildschen Kolonien, die brreils wirtschaftlich rentierten. Er rr/ilhltc von einem Gespräche mit llalfour auf dem Schiff, wo er llalfour gefragt habe, welches er für die wichlinste politische Tat seinen Lebens linlle. llalfour habe erwidert: „Wenn Sic meine Ziil^cntMsiii tragen, wcrtliu Sie wohl die Konlcrenz von Washington nennen (wo die Abmachungen über die Flottenstärke und die relative Sccabrüstung getroffen wurden. Anm. d. Red.), aber glauben Sic mir, in fünfzig Jahren wird man bei der Nennung meines Namens, vor allein an die nach mir genannte Deklaration denken." Auf das Verhältnis der Juden zu den Arabern übergehend, betonte Rnnpard, dnß er zwar die Haltung der Arnber begreifen könne, daß aber die wesentliche Besserung Ihrer ökonomischen Situation durch die Jüdlr.chc FJuwaiideruiifr unverkennbar sei. Es sei das Verdienst der Jüdischen sanitären Institutionen, dnß die arabische Stcrblichkcltsziflcr tn ständigem Sinken bcgrllteii sei. Bei dieser Gelegenheit gedachte der Redner mit warmer Anerkennung der Leistung Herbert Samuels, der eine Situation von ungewöhnlicher Schwierigkeit mit Delikatesse und Sicherheit behandelt habe. 15 Millionen Dollar•Katapanse des Joint New'York. (J.T.A.) Der Präsident des Joint Distribution Committce, Mr. Felix M. Warburg, teilte dem J. T. A.-Vcrtrctcr am 20. Mai mit. daß seine Organisation im kommenden Herbst eine neue Kampagne zwecks Wiederaufnahme der Hilfstätigkeit für die luden Osteuropas und zwecks Durchführung des jüdischen KolonUntionswcrkea In Rußland einleiten werde. Das Ziel der Kampagne Int die Aulbiliiguug von fünfzehn Millionen Dollar für die genannten Zwecke. Die Kampagne wird Mr. David A. Brown leiten, der schon die vlcrzehncluhalb Millionen Dollar-Kain- Eagne für europäische Hilfe crfoltrreldi durchgeführt hat He neue Summe von fünfzehn Millionen Dollar soll binnen drei Jahren aufgebracht werden. Mr. David A. Brown, der in der Ukraine und der Krim sich auf der Rückreise nach den Vereinigten Staaten befindet, sandte Herrn Warburg ein ausführliches Telegramm, in welchem er das Werk der jüdischen Landsiedlung in Rußland ah sehr aussichtsreich bezeichnet Das antl|Bdladie Scliuluesclz In Litauen Kowno. (I. T. A.) Am 22. Mal Überreichte der jüdische Deputierte Dr. kobinsolin dem Staatspräsidenten und dem Präsidenten des Sejm eine von fast 5000 jüdischen Familienoberhäuptern iiiitersihrieliciie Petition, in welcher gegen das von der Regierung eingebrachte Ocsct/projckt, wonach künftighin nur Schulen mit litauischer Unterrichtssprache vom Staate geschützt werden, protestiert wird. Eine Annahme dieses Gesetzes würde den Ruin des jüdischen Schulwesens in Litauen bedeuten. Wir unterzeichneten Eltern, heißt es in der Petition, halten es liir unsere Pflicht, den Sejm um die Ablehnung dieses Gesetzes zu ersuchen, welches in seinem Wesen unpädagogisch und demoralisierend ist, indem es Kinder ihrer Muttersprache und nationalen Kultur entfremdet, ihre Erziehung zu Staatsbürgern verkrüppelt und die moralischen Familicnbandc lockert. Der Sejm darf es nicht zugeben, daß das mit so viel Aufopleriing geschaffene jüdische iKluilnctz zerstört wild. In einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der „Mischen Stime" gab der Uiitcrrlchtsminister Jokantas seiner Meinung Ausdruck, daß der die Unterrichtssprache regelnde § 11 so abgeändert werden wird, daß die Unterrichtssprache in den Mlndcrheitsschulcii bleibt wie bisher, GrOnbnnm und der Parlamenliklub Warschau. (J.T.A.) Dor DeputierteGrünbaumerklärte dcnij. T. A.-Vcrtrcter, es sei ihm jetzt abiolut unmöglich, mit dem jüdischen l'arlainciitklub zusammenzuarbeiten; alle seine Hoffnungen auf das Zustandekommen eines einheitlichen Gesichtspunktes zwischen den Defilierten aus KonijrcBpoIcn und jenen aus Ostgall/.icu lä'.tcu sich nicht erfüllt. Er wolle keinerlei Verantwortung für die Verhandlungen des Kiubptäsidcntcn Reich mit der Regierung tragen, da er glaube, daß diese Unterhandlungcn nur minderwertige Resultate, wahrscheinlich aber 5ar keine bringen werden. Auch der Besuch des Vertreters er englischen Juden, Luden Wolf, werde keinerlei Ergebnisse zeitigen, weil seitens der Regicrung keinerlei Wille bestchr, sich der jüdischen Forderungen anzunähern. Zum Schluß erklärte Grünbaun», er werde formell Im Parlamcntskhib verbleiben. Jahresversamtnlanfj der Liga der britischen Juden London. (J.T.A.) Am 20. Mai fand üi London die Jahresversammlung der Liga der britischen Juden statt, Der Präsident Lionel de Rothschild führte aus, in England standen die Juden auf der Wacht für ihre Rechte, deshalb waren keine besonders mißlichen Vorkommnisse zu verzeichnen. Wenn in diesem Lande Juden sind, die sich nicht als britische, sondern als jüdische oder palästinensische Bürger fühlen, so täten diese Juden am besten, wenn sie nach Palästina gingen. (!) Mr. Claude Montcfiorc sagte, solange Antisemitismus existierte, habe die Liga ihre Existenzberechtigung. Die Antisemiten sprechen dem Juden das Recht ab, Bürger seines Landes zu sein, leider gibt es in allen Ländern Juden, welche diese Ansicht unterstützen. Es ist zu bedauern, daß auch in Preußen, wo jüngst Landcsvcrbaudswahlen stattgefunden haben. Jüdisch-autonome Tendenzen bestehen; die Liga der britischen Juden wird es nicht zulassen, daß ein gleicher Versuch in England gemacht wird. Wir kennen nur die englische Nationalität. Wir stehen nicht denjenigen Juden cur. f:cgcn, die wegen Ihrer unglücklichen Verhältnisse cm Nationalleim in Palästina suchen, aber auch hier ist das Wort „Nnlioiiallt.lt" überflüssig; et; gibt eine palästinensische Bürgerschaft, die Araber, Juden und Christen einschließt. Diese Ansicht teilen gemäßigte Zionlstcn wie auch britische Rcgicrungsautoritätcn. Es entspann sich eine Diskussion, ob die Liga die Auswanderung junger jüdischer Handwerker nach Palästina unterstützen soll, um sie vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Die Entscheidung wurde vertagt Von der l T. 0. Der Präsident der Jcvvhh Territorial Organisation (l. T.O.), Israel Zwang will, hat für den 7. Juni eine Konferenz des Komitees der J. T.O. einberufen. Die Sitzung wird Im Hauptbüro der Organisation In London stattfinden. Anlisemiliiche Agitation gegen IBdlschc Kolonisten Gegen die in der Ukraine und in der Krim von der, Sowjet-Regierung angesiedelten Kolonisten macht sich eine heftige antisemitische Agitation geltend, deren Führcr ukrainlschc Kommunisten sind. Trotz der Maßnahmen der Regicrung ist es bis heute nicht gelungen, diese Bewegung zu unterdrücken. Die Bauern verlangen die Entfernung der Juden vom Lande und die Einstellung weiterer Bodenzuweisung an jüdische Siedler. Beschlüsse des amerikanischen Mlsrxclii New York. (I. T. A.) Die elfte Jahrcsversanimtung »ler amerikanischen Misraclil-Orgauisalioii. die soeben in Clcvclnitd KrI:'i;t h.it, ii.iIiiii .im 'iO, Mal eine Ue.'.olutioii an, in welcher die zionistische Exekutive aufgefordert wird, den vom Kongreß zweimal angenommene» Beschluß, jene öffentlichen Institutionen, die die jüdischen Rcligionsvorschriften nicht respektieren, von der Unterstützung durch zionistische Fonds auszuschließen, zu respektieren. Ein Antrag, daß die Mlsrachi-Organisation im Falle der Nichterfüllung dieser Forderung aus der Bewegung austreten soll, wurde abgelehnt. Rabbi Mclr Berlin wurde zum Präsidenten der Amerikanischen Mlsrnchl-Orgaulsation wiedergewählt. Dir Sehrkelaklloi in Aracruu Die amerikanisch-zionistische Förderation führt gegenwärtig eine großzügige Schekclaklion durch, als deren Ziel der Verkauf von 100 000 Schckollm bezeichnet wr.d. Sollte diese Zahl erreicht werden, so dürfte die amerikanische Delegation aut dtm Kongresse die zahlenmäßig stärkste werden. Ein Werk Ober „Palästina des Mandat*" Vor einigen Tagen Ist in London ein Werk des bekannte! Fachmannes In Kolonlsatlonsfragcn B. Worsfold unter den Titel „Palästina des Mandnta" erschienen. Der Vcrfassci kritisiert die Politik der britischen Regierung, die sich stet« bemüht, vor den Führern der arabischen Natlonalpartcl ihre Politik In Pa'ästlna zu entschuldigen. Der Verfasser betrachtet die Besiedlung Palästinas mit Juden als den einzigen Weg, das Land auf eine höhere Stufe der Zivilisation zu bringen. Er weist ferner darauf hin, daß der britische Handel das größte Interesse an der Einwanderung von Juden in Palästina habe. Daa Buch findet in der „Times" vom 27. Mai eine ausführliche und zustimmende Besprechung.

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