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Jüdische Rundschau · 1925-06-05 · Heft 44 (5.6.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 44 (5.6.1925)
Date
1925-06-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 392 JUEDISCHB RUNDSCHAU Nr 44 Ein« sehr großo Zahl von Berliner Zlontitcr» hat den Scheitel für die Johro 5C84 und 5685 noch nicht besohlt. Der Schekel ist in dem Mitgliedsbeitrag der D.Z. V. nicht einbegriffen! Der Schekel wird durch persönliche Besuche und Nachnahmen eingezogen. Wir erwarten von allen, bei denen die Eintiohang noch nicht erfolgt ist, daQ sie unverzüglich ihrer Pflicht genügen, dn der Abrechnungs- Termin uomltlclbsr vor der Tür steht. Berliner Zionistische Vereinigung RichardLIchthelm. ptSwu-WOT denn er sündigt gegen das Ocbot: „Dein Blinden sollst du keine Falle legen" . .. Es ist wichtig, dies alles zu wissen, denn es wird auf dem kommenden Kongreß «Jeher nicht an Leuten fehlen, die ein „neues System" der Kolonisation befürworten werden, gestützt auf derartige fachmännische Outachten und auf die Eindrücke mancher Touristen. Eine billigere Methode der Kolonisation wird man voraussichtlich nicht finden, man muß daher das Problem von der anderen Seite anpacken, von der Seite der Geldbeschaffung, Darum ist die Rentabilität von so entscheidender ßcdcu hing. Denn wenn sich die relative Rentabilität erweisen läßt, dann 6lnd die Ansledtungskostcu eine sekundäre Frage für die Kreditbeschaffung liier 6clielnt es allerdlngs, daß ein Eingriff notwendig sein wird, der «ich ökonomisch nicht mehr motivieren läßt, sondern nur durch das Interesse an der Errichtung unserer Nationalen Heimstätte auf diesem Boden gerechtfertigt wird. Es gibt Boden, deren Qualität die Rentabilität schlechterdings ausschließt. Was soll nun geschehen? Sollen wir darauf verzichten, sie der jüdischen Siedlung zuzuführen? Wir tun es heute nicht, nur gehen wir m. E. heule einen falschen Weg. Es geht nicht an, eine Gruppe auf 1000 oder 1200 Dunam wasserloscn, unfruchtbaren Hodens zu setzen, aus dem sie praktisch nichts bcrniMwIitschaftet, und Ihr ein „Budget" zu geben, das sie aulißt, d^bcl noch fast menschenunwürdig lebend. Die Leute arbeiten maß los von früh bis in die Nacht, verlieren ihre besten Kräfte, essen völlig ungenügend, wohnen in elenden Baracken, und haben b:I alledem noch das moralisch deprimierende Ocfühl, aus der Kusse des Keren Hajcssod ru leben, ohne Perspektive der Selbcliinrilgkelt. Hier müßte m. E. so vorgegangen werden, daß der Boden est völlig amclioriert wird und ein Ansledlungsplau entworfen wird, der wenigstens eine Chance bietet Dabei dürften die Kosten der Amelloration, Wasserversorgung usw. den Siedler nur soweit belasten, ah nach menschlicher Vorausgeht reine Wirtschaft jemals wird tragen können. Nur auf einer solchen Bnsls, Indem nämlich Investitionen eines nationalen Fonds h fonds perdu gemacht werden, kann man unter den gegebenen Umstanden überhaupt ^____r________________%....._______ vernünftige Rentabilitätsberechnungen anstellen. Nur Zlon Commonweaith),'und'daß es die besten Landwirte I an{fr Verzicht auf diese Amcliorlcrungshypothck kann sind, die die palästinensische Arbeiterschaft aufzuweisen I die Siedlung allmählich krcdTnhlg werden. Da wir den Zufuhr von Steinen und Baumaterial sowie durch Wegführen des Mistes finden und auf diese Welse auch In den Besitz von geringen Summen baren Oeldes kommen, während ihr Budget ihnen nur In Form von Krediten zukommt Auch für die ersten Ansiedler von Äfulc selbst wird dieses Fahren von Fuhren ein erster Verdienst sein, während sie mit dem Aufbau Ihres Hauses beschäftigt sind. Es soll nicht verschwiegen werden, daß trotzdem viele dei Siedler mit gemischten Ocfühlcn und unverhohlene i Mißtrauen auf die „Stiidtcgründung" blicken. Man fürchtet ähnliche Erscheinungen wie In Tel Awlw, das man gerade hier im Emck stets als das „andere" Palästina betrachtet hatte. Nun sieht man auch hier ähnliche Elemente — Juden, die nicht die Idee der Erneuerung des Menschen mit Ihrer Uebersledlung nach Palästina verbinden . . . Das neue Unternehmen — private Ansledlung im Emek — Ist Jedoch von allgergröQtem Interesse gerade vom Ocslchtspunkt der Rentabilität, und zwar nicht etwa für den Bodcnvcrk&ufer, der auf Orund einer Konjunkturstimmung einen Ocvvlnn einstreicht, sondern für den selbständigen Landwirt Das Problem der Rentabilität ist heute das zentrale Problem der zionistischen Arbelt, schon weil nur durch den Nachweis der Rentabilität die notwendige Krcditbaslt geschaffen werden kann, ohne die unsere Kolonisation nicht weiterkommen wird. Denn der enorme Ocldbcdarl einer landwirtschaftlichen Kolonisation, speziell In Palästina, wird auf die Dauer durch Spcndcngeldcr nicht zu decken sein, falls die Kolonisation in einem größeren Maßstab vor sich gehen soll als bisher. Darum Ist auch die Frage der Ansledlungskostcn für eine Familie von so großer Wichtigkeit Die Erfahrungen der letzten Jahre geben immerhin bemerkenswerte Anhaltspunkte in dieser Richtung. In Nahalal, der wirtschaftlich zweifellos an erster Stelle rangierenden Siedlung, hält man an dem Schema 700 Pfund plus Boden, das sind also zusammen zirka 1200 Pfund pro Fnmlllc, mit 100 Dunam fest Allerdings ist In Nahalal selbst etwa ein Drittel des Budgets verloren gegangen, weil es niemals zur Zelt ausgezahlt wurde, die Pläne niemals mit der Wirklichkeit übereinstimmten und den Landwirt stets zu falschen Vorbereitungen veranlaßtcn usw. So kommt es, daß selbst in Nahalal, wo Felder und Pflanzungen herrlich stehen, vorläufig von einer Selbst erhallung keine Rede ist. Wird das Budget im kommen den Jahre zu Ende gezahlt, dann hoffen die Leute von Nahalal zuversichtlich, nach 3—5 Jahren mit der Amor tisatlon des vom Keren Hajcssod vorgestreckten Bc träges beginnen zu können. Dabei wird noch die Frage zu lösen sein, auf wessen Konto die durch die falschen Pläne und nicht eingehaltenen Budgets entstandenen Schäden zu buchen sind. Dabei Ist zu bedenken, daß die Leute In Nahalal nur ziemlich dürftige Baracken haben, keineswegs Häuser wie die Mitglieder des Mo schaws in Bcnjamlna (Pica) oder In Balfouria (American hat Es Ist ihnen gelungen, durch fortwährende Versuche in allen Zweigen der Landwirtschalt erhebliche Verbesserungen zu erreichen. Das gilt nicht nur vom Boden, der planmäßig amclloriert wird, sondern auch von den Tier rassen, deren Ergiebigkeit man durch besondere Zucht und Kreuzungen gesteigert hat So z. B. wurde an Sie!!? des lokalen Huhnes, das zirka 70 Eier Im Jahr gibt, «lue Kreuzung mit eingeführten amerikanischen Excm Klaren gezüchtet, die zirka 180 Eier gibt Der Ruf lahalals Ist bereits groß; Ich selbst war Zeuge, wie deutsche Kolonisten aus einem benachbarten deutschen Dorf nach Nohalal kamen, um Belehrung zu erbitten und einige der neuen Hühnerrassen für sich selbst zu erwerben. Dies ist der Weg, den auch die anderen Kolonien werden gehen müssen, und durch Fleiß und rationelle, technisch und wissenschaftlich sich vervoll kommnende Wirtschaft wird das Stadium der Selbötcrhaltung herbeigeführt werden können. Nur'hüte man sich vor der Vorstellung, daß dies eine leichte Sache ist Was In Nahalal von diesen echtesten jüdischen Bauern, die wir haben, an Arbeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang hineingesteckt wird, um auch nur dieses vorläufig kütn meriiehe Resultat zu erreichen, spottet Jeder Beschreibung, Bekanntlich sind in der letzten Zelt wieder verschiedene Projekte einer „billigen" Kolonisation aufgetaucht, die Im Ocgcnsatz zur Praxis der Zionistischen Organ! satlon mit weit geringeren Mitteln rentabel zu kolonl sieren versprechen. Wir haben wiederholt an dieser Stelle auf die Oemeingefährlichkcit einer solchen Propaganda aufmerksam' gemacht, die fleh vor allem an den Gogenannten kleinen Kapitalisten wendet und ihm vor spiegelt, mit wie geringen Mitteln er sich in Palästina ansiedeln und davon leben kann, was notwendig zu großen Enttäuschungen führen und den betreffenden Einwanderer schließlich zu einem städtischen Proletarier machen muß. Ein solches Projekt wurde vor einiger Zeit von 'dem Kolonisationsfachmann der Agudas Jisroel veröffentlicht, und wir haben schon damals unswe Zweifel geäußert, Jetzt hat gerade In dieser Woche einer der erfahrensten Landwirte Palästinas, Mosche Smllanski, diese Publikation der Agudas Jiarocl unter die Lupe genommen. In einem Aulsatz im „Hapoel Hazair" weist er noch, daß das Schema, das angeblich für 200 Pfund xu verwirklichen ist, in Wahrheit zirka 850 Plund kosten muß, wobei er noch die Frage offen laßt, ob dies eine gesicherte Existenz gewährt, da die dort empfohlene einseitig intensive Wirtschaft bei den palästinensischen Verhältnissen immer die Ocfahr einer Krise bietet, weshalb in Palästina nur gemischte Wirbscruit zu empfehlen ist, uiw. Smllanski meint, man müßte den anonymen Verfasser dieser Flugschrift zur Verantwortung ziehen, Aufbau einer palästinensischen Jüdischen Landwirtschaft aus nationalen Oründcn fordern, wird die zionistische Bewegung diesen Weg, den sie verchlclcrt schon heute geht, mit Offenheit beschreiten müssen. Es wäre gut, der jetzt in Vorbereitung befindlichen Konsolidicrungsbilsnz, die hoffentlich dem Kongreß detailliert vorliegen wird, bereÜ3 ein solches Prinzip zugrunde zu legen, damit endlich die unbegründete und moralisch unhaltbare Kamp&gn*. gegen die DcllzUwirtr.cbaft ihr Ende findet Dazu gehört allerdings auch die Wiedergutmachung des den Siedlungen zugefügten Unrechtes durch vo'lsländlgc Zuweisung des für Ihren Aufbau notwendigen ratlichen Invtstltionshiidgctv, erst nach einer solchen Konsolidierung wird man vermutlich nach einer Erfahrung von 2—3 Jahren beurteilen können, ob unter den gegebenen Verhältnissen eine unsubventionierte jüdische Landwirtschaft in Palästina möglich Ist. Gegenwärtig bereist eine Kommission des zionistischen Landwht'chaftsdepnrlcmcnts unter Führung von Kaplansky das Emck, um die Erfordernisse festzustellen und dann das landwirtschaftliche Budget für den Kongreß vorzubereiten. Es soll diesmal ein Budget lür zwei Jahre vorgelegt werden, verbunden mit einem Wirtschaflsplan, der für die meisten Siedlungen die Selbständigkeit erzielen soll. Inzwischen wird aber, wie gesagt, noch viel für die Verbesserung eines Teiles der Böden, die heute last nur für Getreidewirtschaft In Betracht kommen, getan werden müssen. Man hofft viel von dem Mist von Afule, der zur Düngung der umliegenden Felder verwendet werden soll. Eine Komiuls'.lon Ist jetzt dabei, dieses wertvolle Gut zu verteile». Aber seihst wenn der so verbesserte Boden bessere Ernten geben wird, ist es noch zweifelhaft, ob eine Wirtechaft mit vorwiegendem Körnerbau und ohne ausreichendes Wasser existieren kann. Hier verbinden sich schon technisch-landwirtscha'tüchc Probleme mit den Grundfragen der jüdischen Siedlung und des nationalen Heimes. Es ist kein Zweifel, daß eine Lösung gefunden werden kann und muß; aber nur, wenn man den Problemen rechtzeitig Ins Auge schaut und «ich nicht durch Schönfärberei und durch Phrasen über den Opfermut der Chaluzlm selbst beruhigt In diesem herrlichen Tale Ist schon unendlich viel des Besten vergraben, was unsere Qcneratlon von Juden zu geben hatte. Es bedarf noch einer ErWscrtat. Die Judcnhcit der Diaspora müßte ein ähnliches seelisches Verhältnis dazu haben wie die Menschen, die hier arbeiten. Und vor allem muß verhindert werden, daß diese Liebe zum Spckulatlonsobjckt einiger Weniger wird. An der Tatsache, daß die Landwirtschaft unendlich schwer Ist, ist nichts zu ändern; aber sie wird unseres Erachtens überhaupt unmöglich, wenn der ehrliche Unternehmer noch die Zwlschcngcwlnne von Spekulanten mit ru tragen hat Darum ist es in dieser Zeit der Bodenv«. kaufe und der Projektcnmochcrei doppelt wichtig, da(| die kompetenten Stellen für eine eindeutige und genaue Information und Aufklärung des Volkes sorgen. Jeder der hier zu bauen beginnt, sei als Pionier geehrt; aber es Ist elementare Pflicht, Ihn auch vor Mißbrauch «einer Ahnungsloslgkclt zu schützen. Der Fortschritt im Emck springt In die Augen. Und alles Ist im Zustand der Bewegung, es regt sich, es wird Es beginnt, Jetzt schon, eine neue Periode; der 14. Koni greß wird dabei mitwirken müssen. Die Pläne sind großmöge der Oclst bei ihrer Durchführung der alte Geist du Emck bleibenI Kennworlhy Uber die britische Palästina - Politik Der Vertreter der Londoner „Jcwish Times" hatte eins. Unterredung mit dem bekannten Untcrhaiismltglled Kenn, worthy Ober die britische Palästina-Politik. Kcnnwortliy sagte: Die Ernciimng Lord Phim.rs zum OlK-rkomin|isir \ui, Palästina hat vielfache Kombinationen wegen der Zu. kunft Palästinas und der britischen Politik In dienern (..um« hervorgerufen. Die ausgezeichnete Tfltlßkclt Herbert Samuels wird allgemein anerkannt. Es existiert jedoch eine kleine aber sclir clnfluflrJclie Oruppe, üic den rechten Flügel d« konservativen Partei bildet, die die B.iIfuur-DvkI-iratlon uml sogar die Leistungen Heibert Samuels schart kritisiert. Diese Gruppe Ist mit der Ernennung eines erprobten alten Soldaten zum Oberkonimi.rär von Palästina sehr zufrieden. Dtr Führer dieser Oruppe, der Duke of Nortliumbcrland hat erst vor kurzer Zelt ihe sehr hohe Ausdehnung bekomme«. (Der Herzog von Norlttuinberlarid Ist einer der verbissensten Antisemiten und verstocktesten Reaktionäre In England. Anra. der „Icvlsii Thics"). Auch der Rc^c:iw5r:lne Fiiinn/minhttr Mr. Winston Churchill Ist hinsichtlich »einer Stellung iura jfldKlicii Na ia.all.clm verdärhllg. Zwar war seine tlaitu^ als Külonla!ml"lj!er korrekt, aber damals gehörte er zu ihn Liberalen und seit jener Zelt Ist er sehr weit nach rcciilt abgerückt. V/enn mau berücksichtig», daQ die Konservativen energisch Sparmaßnahmen fordern, besonders hinsichtlich des Vorderen Orients, dann Ist es klar, diT alle Freunde der zionistischen Sacle die Situation mit großer Aufmerksamkeit unxerMicr.cn müssen. Es gibt Jedoch einige Momente, die als hoffnungsw'l bezeichnet werden können. Einer dieser Faktoren ist der wachsende Wohlstand der Jüdischen Kolonien In Palästina sind der neue Typus, der ins Land kommt und Kapital und Erfahrung besitzt. Lln zweiter Faktor ist die neue Qclahr, die jenseits des Jordan durch die wachsende Macht Ibn Sauds entstanden Ist. E* Ist möglich, daß sich Ibn Sand ^e^fn Transjorilanlen wenden wird. England muß vorbereitet sein, Jede Ocfahr von Jener Seite abzuwenden und es ließt In seinem lulcrrsrse, H Pa'Svlna ci;:c zuverlässige jüdische Ucvfllrung zu haben, auf die sie «ich stützen kann und die gute militärische Quält.äten besitzt, um bei 'der Verteidigung jener itr.iii'«ifch wiclitircn Oepet d hellen ru können. . Deswegen und auch aus anderen Oründcn glaube Ich, tlaS wir keine Aendcrung In der britischen Politik hinsichtlich PaUstlnas haben werden trotz der Haltung, die die Antisemiten In dieser Frage einnehmen. Koulcrenzgemelojclialt radikaler Zionlslcn Berlin. (J.T.A.) In den letzten Tagen wurde in Berlin eine gemeinsame Konferenz der zionistischen Oppasltionsgruppen abgehalten. Anwesend waren u. a.: von der Warschauer Gruppe „AI Hiimlschiiiar" die Sejmahgcordneten J. OrQnbaum, Or. Schipper, sowie Herr Podllscheweky; von der Oruppe der Zionislcn-Revlslonlsten Dr. Dnit/kus, Dr. Schechtmann und Kllnoff; ferner waren anwesend: das frühere Mitglied der zionistischen Exekutive Dr. M. Solowcitschik, Daurat Robert Stricker, der Vorsitzende des »lonWtischen Zentralkomitees in Litauen Dr. Berger, Dr. Emil Margulies (Leltmeriti); aus Berlin waren erschienen die Herren Df. Nachum Ooldmann, Dr. Jacob Kiatzkin, Redakteur M. Waldmann, Dr. Olschwangcr, Bcnzion Fett. Gegenstand der Beratungen bildeten die Lage der rionistlschen Bewegung In der Zelt vor dem XIV. Konr;refl, Insbesondere die nach Ansicht der Veranstalter sich bemerkbar machenden Verfallserscheinungen In der Zionistischen Organisation, sowie das Problem der Jcwish Agcucy. Man einigte sich auf eine gemeinsame programmatische und taktische Haltung und konstituierte sich als eine Konferenrncmeinschalt radikaler Zionlslcn. Es wurde beschlossen, sich mit einer programmatischen Erklärung an die zionistische Ocffentllchkelt zu wenden, die In wenigen Tagen erscheinen wird. Wir werden nach Veröffentlichung dieser „p:t>- gramniatischcn Erklärung*' ausführlich auf die Angelegenheit zurückkommen. * In der vorstehenden Meldung habe Ich folgendes ru «• kl4rcn: Ich habe an den BccsuUttsictv teilgenommen, es jed^ abgelehnt, die gemeinsame Erk.£,ung zu un crschrcibcn. ha bin der Konferenigemeinschaft nicht beigetreten. M. Waldmann. Herr Dr. Nachum Ooldmann hat an das Zentralkomitee der Z. V.l. D., zu Händen des Herrn Kurt Blumenleid, folgendes Schreiben gerichtet: Berlin, den 4. Juni 102i. Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen, Ich teile Ihnen hierdurch mit, daß Ich nicht in d«f Lage bin, ein Delegierten-Mandat der deutschen Landsmannschaft zum XIV. Kongreß xu Obernehmen. Als ich mich auf der Sitzung des Zentralkomitees zur Uebernahme des Mandates bereit erkürte, ging Ich von der Voraussetzung au», daß »Ich die „Demokratische Fraktion" nicht al« Oruppe auf diesem KongreO komtituleren würde. Nachdem auf einer In den letzten Tagen »tattgefundenen Konferenz die Konstituierung der' demokratischen Oruppe, die Ich Im Aktloni-Komltee mitvertrcti, beschlossen, wurde, bl» Ich naturgemäß nicht In der Lage, ein Mandat der deutrrhtn Landsminnschaft zum Kongreß ru 0bernehn>en ' Mit besten'ZfonsgrflOcn gez. Dr. Nachum Qoldmana. /

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