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Jüdische Rundschau · 1925-05-28 · Heft 42-43 (28.5.1925) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 42-43 (28.5.1925)
Date
1925-05-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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i u* Nr. 42/43 JVEDISCHE RUNDSCHAU Seite 385 Rabbi Dieter sagte mir dann: ,Qeb heim, das Kind wird gefunden.' Und kaum halte Ich den OuUho! betreten, als leb dea Jungen mit den Kindern der Bauern spielen, sah. Ein andere* Mal mußte Ich zwei Pferde ~ einen pMChtvollen Schimmel und einen feurigen Fucha — aullOttcrn. Idi führte sie auf die Weide, schlief ein und die Pferde Hofen davon. Ich fürchtete, zu meinem Herrn zurückzukehren, trieb mich in den Dörfern herum und leistete bei den Bauern Aushilfsarbeit. Doch lange konnte ich diese« Leben nicht ertragen. Ich erinnerte mich an den Rabbi und machte mich auf nach Beiz. Lächelnd «äffte der Rabbi: ,Gch heim, da wirst die Pferdo finden l< Und wirklicht Als ich hinter dem Dorfe Chramllow war, sah Ich zwei betrunkene Burschen, die die Pferde am Halfter hielten. Die Bezechten ließen bei meint« Anblick die Rosse stehen uud liefen Johlend davon, ich nahm die Pferde und kehrte zu meinem Herrn zurück. Doch auch da gefiel es mir nicht lange, denn ich wollte (.clbttindlg werden. Ich machte mich also abermals auf nach Beiz und nannte dem Rabbi mein Begehr. Mich freundlich anschauend, sagte der Rabbi: .Kehre heim, du wirst ein reicher Bauer werden 1' Als ich heimkam, hörte ich, daß dor Mann der MarutcbJu, ein angesehener Bauer, gestorben war. Mit der Maruschka hatte ich schon früher ein heimliches Verhältnis. — leh betratete sie also und wurde Herr der Wirtsdutt.'« Der Bauer tat abermals einige kräftige Züge aus der Pfeife und spuckte kräftig. Alter Jizchak hörte aufmerksam zu, ohne den Erzähler durch ein Wort zu unterbrechen, nickte nur ab und zu mit dem Kopfe, turn Zeichen, daß er der Erzählung folge. „Heute," fuhr der Bauer fort, „wie ich auf dem Ofen Hege und meinen Körper wärme, horto Ich, wie Jemand ans Fenster kraftig pochte und die mir wohlbekannte Stimme des Beizer rief: .Iwan, steh aufl Meine Juden irren im V/aldel' leh erwachte, ging ans Fcnsler und als ich niemanden «ah, dachte ich, es wäre ein Traum und legte mich wieder auf den Ofen, um zu schlafen. Kaum war ich eingenickt, als das Pochen ans Fenster heftiger wurde und dieselbe Stimme rief: Jwan, steh aufl' Doch wieder konnte ich niemanden bemerken. Und als sieh das Pochen zum dritten Male wiederholte, merkte Ich, daß es etwa» mehr war, als efne bloße Täuschung der Phantasie. Und so machte ich mich auf den Weg, nahm einen Holzklotz mit, um. ihn an Stelle eines gebrochenen Rades gebrauchen na können." Der Erzähler schüttelte die Asche aus dar Pfeife, stopfte ue von neuem und steckte sie an, blies ein paar dicke Rauchwolken, dann schloß er: „— Und weil Ihr die Anhänger «es Beizer seid, möchte Ich Euch Branntwein kaufen." Er bestellte eine Flasche Schnaps, hob sie in die Höhe und rief Alter Jizchak zu: „Proalt, Judel Es lebe der Beizer Rabbi!« , In einem Zuge trank er eine halbe Flasche aus. Das Freilichttheater Blthan Ein Freund unseres Blattes schreibt uns Ober du he- Miisehe Frellicht-Thentcr Bit ha n, dessen Eröffnung von ms In Nr. 27/25 gemeldet wurde: , « Die offizielle Eröffnungsfeier des neu-gegründeten Somnertheaters „Bithan" war ursprünglich auf den 0. April ingesetzt, wurde aber, da infolge der Jerusalem-Woche einige zeladene Gäste um diese Zelt noch von anderwärts bcaniprucht waren, zum 15. April verschoben. Für die Eröffnungsvorsteliunß, nan der Vertreter der Regierung und Stadtverwaltung, die Polizeibehörde, Kulturv.creine und Korporationen teilnahmen — war das hebräische Dranu „Die Geschichte des Herrn Sonkln" vorgesehen. Der Erfolg war über Erwarten gut. Durch den ungeheuren Beifall, den das Publikum dem Theater spendete, und durch die warme Sympathie, welche die palästinensische -Presse dem neuen Unternehmen entgegenbringt, ist einem neuen Kulturfaktor in Palistina der Weg zu seiner Entfaltung geebnet. Diese Art des Theaters, dem Publikum die Kunst Im Freien zu bieten, ist in Palästina etwas ganz Neues und führt, sich an das antike grieclüsche Theater anlehnend und mit modernen europäischen Mitteln ausgebaut, zu einem neuen Weg der Theaterkunst. Bis Jetzt existierten nur nach »rabischer Art gebaute Klnotücatcr, die in ihrer Art dem heutigen Oeschmack zuwiderlaufen. Darum sahen sowohl luden als auch die intelligenten Araber mit Spannung dem Bau dieser oeuen Bildungsstätte zu und erwarteten sehnsüchtig Jen Tag der Eröffnung. In der Erkenntnis, daß die Kunst erhaben über der Politik steht, lag und Hegt es Herrn Halt recht (dem Begründer und Leiter) daran, sie als Mittlerin zwischen Ära- >ern tind Juden zu gestalten und dazu beizutragen, daß Araber »ind Juden schneller den Weg zu friedlichem Zusammen- 'eben finden. Um der Sprachschwierigkeit von vornherein « entgehen, wurde, wenn die Araber auch dem hebräischen Drama Interesse entgegenbringen, auch der Film mit in das Programm des Theaters aufgenommen. Daß dies bei der heutigen Entwicklung des Filmes, der sich immer mehr dem Ziele der Volkscrzichung nähert, den Tendenzen des Bithan «inen Abbruch tut, sondern Im Ocgcnteil seine Bestrebungen «och unterstützt, Hegt auf der Hand. In Anlehnung an oieses Streben, in Joder Hinsicht Kunst, Erziehung und Bil- TOng zu fördern, stellt Herr Haltrecht das Theater nuch »Wenden Korporationen — Vereinen zu belehrenden Vor- "Sgen, Schulen für Klndcmachmittage usw. — zur Verfügung. Da man auf dem Gebiet der Theaterkunst In Palästina I» noch kaum von einem Anfang sprechen kann, so Ist auch "och nicht zu übersehen, welche Richtung die Bauart von Theatern dort einnehmen wird, doch kann man schon fühlen, «ß das Freilichttheater bei weitem den Vorzug hat und *ieh wahrscheinlich Bahn brechen wird. Ob die Bauart des Theaters Blthan die absolut vollständige und klassische Ist, *»g wohl bezweifelt werden, Jedoch hat es In Anbetracht w Neuheit einen ganz guten Weg gezeigt und könnte, wenn « »Ich selbst auf diesem Wege weiterentwickelte, ein Vorfür den Bau weiterer palästinensischer Theater werden. F. Rosengart, JubUiin«.Sammelwerke zu Ehren Nathan filrnbtnms Warschau. (J.T.A.) Der Verlag „Jeschurun", ^wehau, hat aus Anlaß des 60. Oebuftstagt Df. Nathan wrapaums eine JubiUumsschrtft in Jiddischer Sprache er- Krteinen lassen; das prächtig ausgestattete Werk enthalt Beiträge hervorragender Jüdischer Schriftsteller;1 Zionismus und Reüflfon Eine Debatte in Amerika. (Bearbeitet von Dr. Hugo Herrmann.) I. Verschiedene Oründc hoben zusammengewirkt, um die Tatsache herbeizuführen, daß in den letzten Jahren gerade von den amerikanischen Zionistcn eine vcrglelcljsweisc besonders große Zahl Palästina besucht hat. Diese Reisen haben lebhaftes Interesse für alle Fragen auchdes alltäglichen palästinensischen Lebens erzeugt; es längt damit zusammen, daß man In amerikanischen Zeitungen die lebhaftesten, unmittelbarsten Schilderungen Palästinas lesen kann rwährend wir In Europa jewohnt sind, entweder Feuilletons bcnifamuüigcr Literaten vorgesetzt zu bekommen, die natürlich vieles 6chicf sehen, oder sehr sachliche Darlegungen von Palästinensern, die aber zu sehr mitten in den Dingen stehen, um wirklich objektiv und kritisch zu sein. Ein Ergebnis dieses lebhaften Palästina-Intcrcsses m Amerika ist auch eine Diskussion über das Problem des religiösen Lebens in den neuen jüdischen Siedlungen, die unter sehr reger Teilnahme seit Monaten in dem Organ der amerikanischen Zlonistcn-FödcratJon, „The New Palcstinc", vor sich geht In den letzten Wochen hat das Interesse ihr die UnlvcrsUätKCrüffnung alles andere in den Hintergrund gedrängt und so ist eine Pause In der Diskussion eingetreten. Ich halte es für sehr erwünscht, daß nuch die zionistische Öffentlichkeit Europas von dieser Diskussion Kenntnis nimmt, sowohl um der Sache selbst willen als auch weil der Streit sicherlich einen gewissen Einfluß auf die Debatten des kommenden Kongresses haben dürfte; Natürlich sind die Beiträge im folgenden stark gekürzt; ich habe mich aber ehrlich bemüht, objektiv zu sein und ein möglichst getreues Bild vom Oan/j der Diskussion zu geben. Sic begann in der „New Palcstinc" vom 14. November 1024 mit zwei Artikeln, die der Redaktion unabhängig voneinander übergeben worden waren. Der Verfasser des ersten Ist Maurice Samuel, ein junger Schriftsteller, eine der größten Hoffnungen des amerikanischen Zionismus, vielleicht des amerikanischen Judentums, Unter dem Titel: „Dort bist du Jude" schreibt er: Vor einigen Monaten packte mich ein wohlhabender amerikanischer Jude, ein freigebiger Förderer de« Kercn Hajessod. in einem Bureau in Jerusalem am Roekknonf und leerte die Schale seines Zornes über die Kwuzoth auf mein unschuldiges Haupt aus. Er, der selbst niemals In den Tempel geht, außer wenn man den Schofar bläst, regte sich über die Irreligiosität der Chaluzlm auf. Sclno Fabrik in Amerika ist am Sabbath In Betrieb, daß aber Juden In Palästina ihr Vieh ani siebenter) Tage,lüttorten, das war mehr, als er ertragen konnte. „Dafür gebe ich mein Geld?" fragte er erbost. „Ich glaubte, Palästina sollte ein Beispiel für alle Juden In der weit sein. Ist dies das Beispiel?" „Was wünschten Sie denn hier zu sehen?" fragto ich. „Ich möchte mehr Jcschiwas sehen, ich möchto sehen, daß man die Kinder in den Kindergärten der Kolonien lehrt, jeden Morgen zu dawwenen." „Aber Sie selbst dawwenen doch nicht jeden Morgen", wandte ich ein. ..Sie dawwenen nur zweimal oder dreimal im Jahre, wenn überhaupt" „Was tut das?" beharrte er. „Wenn wir Juden in der Diaspora vollkommene Juden sein könnten, brauchten wir micht Palästina aufzubauen. Wir wollen einen Ort aufbauen, wo die Juden Juden sind — dann können sie auf die Juden der übrigen Welt wirken." „Mit andern Worten," sagte Ich und nahm meine Zuflucht 2ur Ironie, „Sie wollen Juden In Palästina ansledchn damit diese etwas $ind, was Sic selbst nicht sein wolka" „Ich will es sein," verteidigte er sich selbst, „abcf ich Kann nicht Die Außenwelt läßt mich nicht Aber hier hindert nichti diese Juden, koscher zu essen und Sil dawwenen und überhaupt fromm zu sein. Es soll wenigster« einen Ort geben, wo niemand den Juden hindert, er 6eTbtit zu «ein." Es war etwas so Zwingendes In seinen« "Argument oder wenigstens etwas, was mit der von mir selbst so lande gepredigten Lehre so nahe übereinstimmte, daß ich mich auf eine detaillierte Analyse <lea Trugschtussrt nicht clr/law.rn; konnte. Ich stellte die Sachefür künftige Aur,tr,igung zurück. Aber er war nicht dor einzige Jude diese» Typus und er Ist auch nicht auf Palästina beschränkt In einem halben Dutzend anderer Länder habe Ich 'mit dem radikalen jüdischen Typus gesprochen, dessen Mitarbeit wir suchen und zum kleinen Teil bereits gewonnen haben. „Was," sagte mir einer vor» Ihnen, „Ich «oTt helfen, ein Palästina aufbauen, das nicht ucsscr und nicht schlechter ist als die Diaspora? Ein kapitalistisches und meinetwegen ein gemäßigt kapitalistisches Palästina? Ich will kein Pa- Kistina mit Pcjc9 und Kanotcs, mit streng koscher* und selbstzufriedenen Gabbes. wenn die Möglichkeit bestünde, aus Palästina ein echtes Zentrum jüdischen Lcben'J zu'machen! dann wäre icU'beA der SÄcJto/' „Kennen Sic die Chaluzlm?" fragte ich. „Ja," antwortete er, „und sie sind die einzigen, die anfangen, mich zu bekehren." Aber da war ein Professor in Jerusilcm, 'der mit mir einen Nachmittag im Zimmer saß, daa nad» dein Ttle Josaphat hinausging, in dem er vor kurzem Ausgrabungen durch- Jcführt hatte. Der. sagte: „Die Juden sollten In Palästina uden sein. Dazu kommen sie doch hierher, Sic sollen nicht mit sozialistischen Theorien herkommen — Sozialsten können sie auch anderswo sein. PaL'istuta Ist das einzige Land, wo wir wir selbst sein können. Sic bringen Ideen nut, die nichts mit uns zu tun haben." Somit stimmen also alle darin überem, daß 'Palästina das einrigo Land ist, wo die Juden Juden zu scui haben. *,. . Und nun glaubt jeder, er wisse, wo« cht Judo sein müßte, wenn er er Bclbst wäre. Und Jeder will, daß der palästlneiiisteche Jude gerade dieser Jude «ei und nicht« anderes. Vor ein oder zwei Jahren waren die Kwu/»th ungeheuer populär. Innerhalb kurzer Zeit ermöglichten sie es. mehr Beden unter den Pflug zu nehmen als jede andere Kotontsationsform. Das war die Zelt des Kibbusch, der Eroberung. „Je mehr luden wir in möglichst kurzer Zeit auf dem Lande ansiedeln Können, desto nilher sind wir dem Endcrfolg." Und die Kwuzah war die Antwort Heute sagt mani „wir haben für den Augenblick so viel Land okkußlert, als wb* bearbeiten können, es ist nicht der Augenblick für die Gründung neuer Kolonien, sondern füf die Konsolidierung der alten. Eret Konwlidlcrung, dann Ausdehnung." Aber, In den Kwuzoth glaubt man zu spüren, daß diese Aendcntng der Politik wen!/» mit der wirtschaftlichen Lage zu tun hat, sehr viel aber mit der Befürchtung unserer Führer, die Antwort der Diaspora auf die Kwuzah sei ein Verdammung* urteil. Vielleicht hat die Kwuzah unrecht. Der Ruf „Crst Kontsolldicrung, dann Ausdehnung" mag von rein wirtschaftlichen) Erwligungcn eingegeben sein. Aber wir sehen schon, wie sie* In Palästina der Lindruck der Enttäuschung über die Bevor-, mundung verstärkt. Es ist, so sagen nie, der alte Ucbclstandt Einmischung von außen her. Und ob dlo Kwuzah mit ihrer DclQrchlung Recht hat oder nicht, wir sollten »ms sei»* letzt darüber klar sein, daß die Diaspora Palästina uach] Ihrem Sinn aufbauen will. Ltn Judo gibt in großzügige» Welse 1(10000 Dollar für die hebräische Universität — und. bestimmt sie für einen tpcz-i-cllcn. Zweck. Ein anderer Judq steht mit noch größeren Summen bereit und hat seine Pläne. Bestimmte Teile der Zionistischen Organisation, haben Ihre Anschauungen darüber, was der Jude in Palästina zu sein hat; und wenn der Jude in Palästina dies nicht sein will, wird kein Geld da sein, um ihm zu helfen, etwa« andereszu werden. „Palästina ist der Ort, wo die Juden Juden sein sollen, und ich weiß, was cm Jude zu sein hat" Habe ich mich nicht selbst zu Wünschen und Hoffnungen, bekannt, wenn Ich von Palästina als dem Lind träumto, wa der Jude Jude sein wird, und aus dein Juden das Welt« symbol der Gerechtigkeit machte? Wer bin ich, daß ich »ngen dlirlte, Palästina müsse soziale Gerechtigkeit oder. Irgend etwas Anderes zu seiner Fahne machen? Nehmen] wir an, der Jude In Palästina würde sich entgegen all meinen Theorien und Erwartungen zu dem Wclltynus des Künstler« bohentiens oder zu dem Welttypus eines tüchtigen Export« und ImportliHndlcrfl entwickeln: soll ich zur Exekutive und zum Kongreß laufen und rufen: „Mehr Ocld für diese Einrichtungen, weniger Geld für jene; das ist nicht das, was Palästina «ein sollte?" Offenbar liätte ich zu schweigen. Ich hätte mich jeder Einmischung zu enthalten. Ich müßte sagen; „Die Juden in Palästina sollen «ein, was sie sein wollen. Sic Collen u n* lohren, nicht wir sie. Es ist anzunehmen, daß Palästina dcit' wahren Typus de« Juden, den wir In der Diaspora vcrgcs&ca, haben, erzeugen oder wieder erzeugen wird. Wir selbst wurden so von äußeren Einflüssen durchtränkt, durch Süßeren Druck entstellt und durch Inncrc Anpassung, durch die Furcht, unsere Feinde zu reizen, und den Wunsch, unseren Freunden zu gefallen, beeinflußt, daß wir kaum wissen, was wir sind., Wir sind nicht imstande, die Prüfung zu bestehen. Palästina muß sich selbst auswirken." Aber wiedie meisten anderen Zionistcn bin Ich nur ein mcntclilidics Wesen. Wenn ich als Delegierter zum Kongreß gehen sollte, müßte ich ein Budget beschließen helfen und das Budget wird diese Institution starken, Jene schwächen. Es ist ein hübsches Paradox: die Juden in der Diaspora müssen Palästina bauen, aber Palästina mü*ß frei von 'den WcscnszüRcn der Diaspora sein. Wir sind die Bauenden, aber das Gebäude darf unsere so und so bestimmte Persönlichkeit nicht wledersplegcln. Was entspringt diesem Ocwirt von Erwägungen? Eine einfache Antwort bietet siel» 'dar, aber wir haben gelernt, der Einfachheit gegenüber mißtrauisch zu sein. „Mögen die Juden Palästinas selbst über die Verwendung des Oelde» entscheiden. Wir werden es sammeln; 'sie'sollen damit tun,' was slo für richtig halten." Aber einer der Hauptpunkte In unserem Appell au die nichtzlonlstische Welt ist es doch, daß sie, sobald sie ihren Teil an der Verantwortung auf sich nimmt, auch "ihren Teil an den Rechten haben soll. Niemand will bloß Geldgeber sein, so setzen wir richtig' voraus. Der Appell lautet in auch nidit anders, wenn er sich an Zionistcn wendet. Würden sie Geld lür Palästina aufbringen wollen, wenn dio ganze Organisation eine bloße Sammcimaschinc, wenn der, Kongreß seiner Rechte über die Verwendung der Gelder beraubt wäre? Und selbst wenn es möglich wäre, würde es dio Frage irpcticllcr Widmungen beantworten? Kann man den Judon] beibringen, daß sie ihr Ocld gerade nur für Palästina im allgemeinen hinterlassen sollen, zum Beispiel dem Wand Lcuml? Das geht nicht. Sie wollen etwas Individuelle?, was als greifbares Denkmal ihrer Freigebigkeit bestehen bleibt. Das mag falsch sein, aber es Ist eine der menschlichen Schwächen, die abstrakter Tugend so ziemlich so nahe , kommen, wie wir das jemals hoffen können. Gibt es einen Ausweg aus dieser Sackgasse? Habe ich die Frage nur gestellt, um sie für unlösbar zu erküren? Ja und nein. Ich glaube nidit, daß es irgendeinen Trick oder ein Rezept gibt, das* uns instand setzt, uns außerhalb unser selbst zu stellen und unsere Vorurteile aufzuheben. Es wäre nutzlos, zu versuchen, aus sich selbst herauszutreten. Wir müssen vorwärts gelten und handeln, mit Schwachen und Vorurteilen und allem andern. Und ich habe die ganze Trage nicht zu dorn Zweck aufgerollt, um ein rettendes Mittel Voranschlägen, 60iKlcm in dem Wunsdi, eine Diskussion zu b«h ginnen, die eine Wandlung in unserer Haltung uns selbst gegenüber herbeiführen soll. Unsere Rettung Hegt nicht In einem Plan, sondern In der Erkenntnis unserer Grenzt«. „In def Beschränkung zeigt sich erst der Meister." * Wir haben nidit genug Glauben an Palästina, wir haben nicht genug Olauben an die verborgenen Kräfte dea jüdischen] Volkes, wir sind furchtsam und engherzig. Wir haben von geistiger Wiedergeburt gesprochen und uns dagegen gewehrt, tu begreifen, «»ft Wiedergeburt etwas ebenso schmerzliches ist wie Oeburt Sie Ist eine Reihe heiliger und unerwarteter Stoße. Sic bedeutet; den Verlust und wiedergewinn von niusionvn. Der Prozeß, ist schmerzhaft Zarte Empfindungen werden unatffhorlicS«. verletzt. Alto Uchcr/ciigimgcn, geheiligte Ucbcrrcugungrai werden aus dem Lebenden gerissen und die Lücke blutet Wir müssen uns darauf gefaßt machen, daß wir von Palästina vergewaltigt, daß wir von Ihn» negiert werden. Wir müssen unsere Wunsche verworfen, unsere Träume ru Fratzen, verzerrt sehen. Und wir müssen aushalten trotz allem. Wir müssen Palästina so tief rieben, wir, müssen Ihm so unzerstörbar vertrauen, daß, wir zu ihm halten, auch wenn wir leidenschaftv lieh überzeugt sind, daß es den falschen Weg, geht ' Die Liebe wird Palästina bauen und nicht die päd»- gttgluhc Weisheit Wesentlich weniger behutsam (oder „vorsichtig"); Ist Emamtcl Ncum an« (der Sekretär des amcrikaul« selten Kcrcn Hajessod) in seinem gleichzeitig) erschienenen Artikel „Dort mußt du Jude scin"< Es heißt hier: .Die Zeit ist.gekommen, wo dio allgemeine Zionistische Organisation von neuem die Frage ihrer, Beziehung zur iödischcn Rcligjon prüfen muß. Insbesondere das' religiöse 1 •' i. : M :■■ "l'ki ' ' "jr; '.' >u :'.j"'t :M ü§ •.:«!:'•". t-tyll I. ■•■ «i. i •. 'i Ii -i; ] ■ * [,','( , '.• > ■ i 1 Vl'ii Ii1!', ' I , u; ■V,'. V- , i ,'' ' i ' : ■ •) Ji, ¥/;';«••'. 'i ■. i'r •i. ,V I •'• .".!! i i '•; ' ii v i V1 ■ |; I s' t :!"! Ü,' •< 'S

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