Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-05-28 · Heft 42-43 (28.5.1925) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 42-43 (28.5.1925)
Date
1925-05-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652731--17434-3518301
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

12 entity mentions

Kr. «/43 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seife 38! , IlVi Ocdlditc, Tschernlchowsky, Schalom Alcichem, Agnon;J, Di.» periodische Zeitschriften und Tageszeitungen. ' ßtgabte Schüler dieser Stufe erwarben sich dabei eine t Gewandtheit, die die Bewunderung bedeutender Hcbraistcn lockte. In dieser Klasse arbeiten zum großen Teil die [W der vom Jüdischen Schulverein gegründeten sdischen Schulen und bilden sich fort für ihre Auf. \frt, hebräisches Wissen in die Schuljugend hineinzutragen. Isjdfidcm war diese Sciuinarklasse stets der Ort, dem Lehrer ivdic AnfängcrkJassen der Berliner sowie auswärtiger Sprach- •hulen, Privalzirkci, Hauslehrer und Kindergärtnerinnen ihre Jgsbildung im Hebräischen verdankten. Auch' in den anitrCn Stufen können wir mit den Erfolgen zufrieden sein, rrfreulich berührt der allgemeine Lerneifer unserer Schüler,;t oft trotz schwieriger ökonomischer Verhältnisse nach .isircngcndcr beruflicher Tagesarbeit zu uns kommen und;{j1(it die Stunden der Beschäftigung mit dem Hebräischen |(jcr. und Erholungsstunden werden. Dank unserer Erfolge „{reut sich die Sprachschule überall großer Beliebtheit. Hörer Hochschule für die Wissenschaft des Judentums nehmen „| tinpfchlung ihrer Dozenten an unseren Kursen teil, f-de vorigen Jahres hat sich Innerhalb der Wissenschaftern Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin StliRionslchrer der Jüdischen Gemeinde) eine hebräische vtxitsgemrinschaft gebildet, die es sich zur Aufgabe gesetzt j,!, »ich bei uns im Hebräischen fortzubilden und unsere Arbeitsmethode kennen zu lernen. Das erfreulich hochstehende vveau unserer Schule haben wir den an der Schule beeidigten Lehrkräften zu verdanken, die mit ihrem reichen tischen Wissen eine große Hingabe an unsere Sache Kibindcn. Mit allem, was erreicht wurde, Ist nur ein kleiner Teil itsscü geschaffen, was der Jüdische Schulvercln zu erreichen strebt ist. Vor uns liegt noch ein ungeheures Arbeitsfeld. Ii pilt, immer größere Kreise für unsere Idee zu erfassen, pit zionistische Jugend muß sich immer tiefer und tiefer «tden Reichtum und die Pracht seiner (aiiscndjlihrigcn Sprache wrsenken lernen. Die Ocistcsschätze des Judentums sollen isdlich wieder Allgemeingut der Berliner Judcnlicit werden, l'ssere Auffassung von der Wichtigkeit des Hebräischen für ttn Res fand des Judentums muß in Elternschaft und Lehrerjrhaft hineingetragen werden und es müssen endlich wieder hhalte geschaffen werden, die allein der Erstarrung in den Herzen der heranwachsenden Generation entgegenzuwirken astande sind. ____ Das Programm des gegenwärtigen Sommer* semesters. (Schullokale: Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Artillcrlestr. 11; Haus der Jüdischen Ocincliide, Oranienburger Str. 20; Knabcnniittclschule der Jüdischen Gemeinde, Or. Hamburger Str. 27.) A. Kurse mit 4—5 Wochenstunden: Stufe I (Klassen für Anfänger): a) 4 Stunden wöchentlich, Einführung in die hebräische Sprache, das Wichtigste iuj der hebräischen Grammatik. — Lehrer: Walter Heilbrunn. b) 4 Stunden wöchentlich, Unterrichtsstoff wie oben. -Lehrer: Moses Goldmann. Stufe 11 (2. Semester): a) 4 Stunden wöchentlich, Fort- •tltung der Grammatik; Bibel: Auswahl aus Bereschithj N'tuhcbräisches Lesebuch (Laschon Wasefer, Teil II). — Ithrcr: Mose» Goldmann. b) 5 Stunden wöchentlich, Fortsetzung der Orammatik; Bibel: Das Buch Jona; Lektüre mihebräisclier Texte (Orimms Märchen und Pcraklm Rischo. iim, Teil II). — Lehrer: N. Berggrün. Stufe III (3. u. 4. Semester): 4 Stunden wöchentlich, Wiederholung der Grammatik; Bibel: Pentateuch; aus der utmudischen Literatur: ausgewählte Agadoth zum Pentateuch; N'euhcbräisches Lesebuch. — Lehrer: Dr. Samuel Dörfler.' Stufe IV {5. u. 6. Semester): 4 Stunden wöchentlich, Bibel: Auswahl aus Jesalas; ausgewählte Agadoth; Schalom Weichem, Werke. — Lehrer: Dr. Samuel Dörfler. Stufe V (7. u. 8. Semester): 4 Stunden wöchentlich, &bd: Auswahl aus Jeremias; Agnonj Heakow. — Lehrer: Berggrün. Stufe VI (9. u. 10. Semester): 4 Stunden wöchentlich, Miel: Jecheskel; Blalik und Achad Haam, Hebräische Vorträge w, \\c heutige Nummer erscheint als Schcwuoih - Doppclnummer. Die nächste Nummer der „Jüdischen Rund* schau" erscheint am Freitag, den 5. Juni. der Schüler. — Lehrer: Dr. Samuel Dörfler und Fciwcl Mclzcr. Slufc VII (11. ii. 12. Semester): 5 Stunden wöchentlich, Bibel: das . Buch Wob; Dor Dor Wcdorcschaw (Zur Geschichte der Tradition) von E. H. Weiß; Ocachlchte der ncuhcbräischcn Literatur. — Lehrer: M. E. Jernensky und F. Metz er. B. Kur«« mit 2 WochciiRlundcn: Klasse I (Hebräische Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin): Lektüre ncuhcbräischcr Texte, Agadoth (in der Ausgabe Schcwilini vom Jüdischen Sehulvcrcln) hebräische Grammatik. — Lehrer; N. Iterggrün. Klasse II (Hebräische Arbeitsgemeinschaft der Hörer an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums): Vorträge über hebräische Stilfragcn mit Seminar. •- Lehrer: David Josef Bornstein. In sämtlichen Klassen schriftliche und mündliche Uebungen, Vorlesungen der Lehrer usw. Angegliedert an die Kurse der Hebräischen Sprachschule werden liäufig hebräische Vorträge namhafter Hcbraistcn veranstaltet. selten und modernen Schrifttums: Bibel, Mlschna, Agmloth, Maimonldes, Achad Haam, Ucrditschcwski, Brenner, IHnlik, Tschcrnichowskl und andere. In den oberen Klassen Vorträge und Referate der Teilnehmer im Anschluß an das Oclcscnc, oder nach freier Wahl. Als Lehrbücher werden benutzt: Ilalaschon I und II, Pcraklm risclionim II und III. Besondere Förderung genießt die Spraclisclmlc von seilen des Jüdischtheologischen Seminars, in dessen Räumen der Unterricht erteilt wir«! und dessen Dozent Herr Dr. R n bin, Vorsitzender des Sprachschulvcrcins ist. Zahlreiche Schüler des Seminar» beteiligen sich als Schüler und auch aushilfsweise als Lehrer an den Arbeiten der Sprachschulc und den jüngeren Hörern int vom Dozcntcnkollegium die Teilnahme am Unterricht der Sprachschulc obligatorisch gemacht worden. Im übrigen rekrutieren sich die Schiller aus allen Kreisen und Richtungen Im Judentum. Blau-Weiße, Agnillstcn, Zinnistcn, Kamerndcn, Mlsrnchistcn sind vertreten, FamiliCnmütter und Halbatim neben Schülern und jungen Kaiillcuten, „östliche" Chaluzim neben „westlichen" Studenten. In allen Gruppen besteht großer Eifer und ein ausgesprochenes Zu$ninmcui,'ch<">rii:kcits. gcfiihl; c» int, Ith ob eine wunderbare einigende und verbindende Kraft von der alten, für uns aber neuen Sprache ausströmte, die jeder einzelne unmittelbar an sich selbst verspürt. Vielleicht ist das gerade neben dem eigentlichen Lclucrfolg die wesentlichste Wirkung dor Sprnchsi-hule, d;iH mit üctu r.ricrncn der hebräischen Sprache der Schüler einen erhe**- liehen jüdischen Dcnkiphalt bekommt, der ihn stärker als alle sonstigen uns hier im Oaluth zur Verfügung stehenden Mittel mit den alten und neuen schöpferischen Kräften des Volke» und mit Palästina verbindet. P- Die HebrSische Spracbscliole in Breslau Die Brcslaucr Hebräische Sprachschule wurde im Jahre 1010 gegründet und hat sich In den sechs Jahren Ihres 1K Stehens erfreulich und stetig entwickelt. Der Unterricht wurde anfangs von mehreren Lehrern Im Nebenamt, z. T. unentgeltlich erteilt, später erwies sich die Anstellung eines hauptamtlich tätigen Lehrers als notwendig. Seit Anfang 1021 liegt die pädagogische Leitung der Sprachßchulc in den Händen des Herrn Reznikow, der auch fast den ganzen Unterricht persönlich erteilt. Die Verwaltung der Sprachschulc und vor allem die Aufbringung der zum Betriebe notwendigen Mittel obliegt dem Verein „Hebräische Sprachschule". Die Einnahmen bestehen in den Schulgeldern der Hörer (unbemittelte Hörer sind von der Sclmlgchlznhlung befreit) und den Beiträgen der Mitglieder des Vereins, außerdem In Subventionen seitens verschiedener Organisationen. Des Interesses halber sei erwähnt, daß der Vorstand der Synagogengemeinde Breslau den erbetenen Zuschuß ablehnte mit der Begründung, daß für die Erlernung des Hebräischen, „soweit es nun Verständnis des Gottesdienstes erforderlich sei", in den Religionsschulcn nach Möglichkeit gesorgt werde, daß aber „dirübcr hinaus das Hebräische als Untcrhaltungssprachc zu fördern", keine Veranlassung vorliege*). Ucbcr die Zeit der Inflation»- und Stabilisicrungsschwicrigkcltcn leistete ein Zuschuß des „Joint D. C." erwünschte Hilfe. Die Zahl der Schüler betrug im Sommersemcster 1021: 76, im Wintersemester 1024/25: 05, die in sieben hzw. ncht Gruppen in 23 Wochcustundeti unterrichtet wurden. Der Lehrstoff umfaßt die verschiedensten Gebiete des klassl- •) Anmcrk. d. Redaktion: Wie bekannt, nimmt die Berliner Gemeinde einen wesentlich anderen Standpunkt ein, indem sie die Ucbcrnahmc der Berliner Sprachschulc anstrebt. Gruppe Ost der Beniner Zionistischen Mnlginio. Am Donncnlalt« den 4. Juni, «hendt 8 Uhr. «t'rMit Im Lchrerverelnihaut, Al««Miilor»tr. 40/41, II.rrDr.Solowellichlkabori „Der Ktv. Kongreß und die zuimnft der zionistischen Organisation." Znr D<*oknng <l*r Unkotton wird *la Uoltrt* von 1,— Uk. und CO Vi«, «rhoben. Begrrjßsog Plurncrs durch Sokolow Nahum Sokolow richtete aus Jerusalem eine Begrüßungsdepesche an den neuen Obcrkoiunmsär Lord Plumcr. Sokolow gibt In «einem Telegramme seinem Vertrauen Ausdruck, daß unter der Verwaltung Lord Plurncrs Fortschritte beim Aufbau de« jüdischen Nalionalhcims sowie in der allgemeinen Entwicklung Paliistinas zu verzeichnen sein werden. » Die Londoner „Jcwish Times" teilt mit, daß Coloncl Kisch Lord Plumcr seit langem persönlich kenne. In einer Depesche aus Palästina wird* festgestellt, daß die Aufnahme der Ernennung Plurncrs in den jüdischen Kreisen eine günstige gewesen sei. Mau neigt der Ansicht zu, daß die Ernennung l'lumcrs Ruhe und Sicherheit im Lande verbürgt. In der „Vossischen Zeitung" vom 27. d. Mls. schreibt der Londoner Berichterstatter unter dein Titel „Englands Orientpolilik" u. a.: „Der Obcrkommissiir von Palästina, Sir Herbert Saimirl, einer der drei großen jüdischen Koloninlrclorm.itorcn, die Lloyd George heranzog, vom Scheitel bis zur Sohle Zivilist und Politiker, wird durch den unpolitischen englischen General, den bereits 08 jährigen Fcldinarschall Lord Plumcr ersetzt . . . Man braucht jetzt keinen Schiedsrichter mehr, der aus einer überlegenen Kenntnis der orientalischen Psyche heraus das Einleben der Zionistcn und der Araber fördern muß. Soweit wie das möglich ist, ist ein erträgliches Nebeneinander für beide Stämme geschaffen worden ... Die Wahl Plurncrs ist In London zwar unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte vorgenommen worden, denn Lord Balfour hat nach seiner Jcrusalcm-RcIsc dem Kabinett eingehend Bericht erstattet über die Politik, die man In Palästina führen müsse, aber größere Gesichtspunkte der Imperialistischen Politik waren von aus, schlaggcbcndcr Bedeutung . . Jetzt hat man ihn (Plumcr) an die Stelle gesetzt, wo er über die SSichcrung des englischen Brückenkopfes auf kleinasiatlschcm Boden zu wachen hat." Feierliche Weihe der iOdiscbei Leßlonir-Fihnen Sonntag, den 24. Mai, fand In London in der großen Synagoge am Dukc-Placc die feierliche Einweihung von drei Bataillonsfahncn der ehemaligen jüdischen Legion in Palästina Lstatt. Die Fahnen wurden aus den Räumen der zionistischen Exekutive in der Orcat Rüssel Street, von einer vielköpfigen Menge begleitet, nach der Synagoge gebracht, wo Cliiefrabbl Dr. Hertz die Zeremonie leitete. Unter den Teilnehmern der Pcler befanden sich Chajini Wclzmann und Wladimir Jabotlnsky. nWWBW.I .1 .1 .1«. 1 "J ii I l, ■ , . —TT—» I I M» .........L..1IU.---J.W '» „Schreiben" gehörte, die ihn von einer ungebrochenen Aus- ^opfung seelischer Dinge abhielt Der heutige Mensch sucht wh» die Tragik des Unterganges, er hat die Tendenz zur •tlbstquälerci in einer befreienden Sachlichkeit aufgelöst, er '«cht die Uebcrwindung der Konflikte, mag er auch narben- '"d schmutzbcdcckt aus ihnen hervorgehen. Die Nöte der Wneren Töchter können nicht mehr als Weltbild aufgemacht *«dcn. Aber sie würden unserer Teilnahme trotz allem sicher!*'">• den Ihnen zukommenden Platz finden, wenn der über dem 'toif stehende Dichter Ihnen eine starke, höhere Welt ent- ''Kcngcsctzt hätte, oder sie wenigstens hätte ahnen lassen, eine solche Welt Ist nicht Schultzlers Welt. . Er hat in dieser Novelle die Technik seines — künstlerisch reineren — „Leutnant Gustcl" wieder aufgenommen. Mit Jisnahme weniger Dialogstcllcn, entwickelt sich Vorgang um '0'Cang aus einem Denkbericht Es ist die Technik der tychoanalytischen freien Assoziation,, die aus den Abirrungen ''^f scheinbar straff verfolgten Zielrichtung das Ocmüts- Wik] des Berichtenden entstehen läßt Die Sprache ist sehr :;CK sehr gespannt, von einer vollkommenen Transparenz llir die Apoplk und Dynamik des Stoffes. Den* — immerhin zahlreichen — Lesern, die ein Werk nach scüicm?r«chstil aufnehmen, ohne nach Zusammenhängen zu fragen, "'«et diese Novelle sicher einen außerordentlichen Genuß. - n - Corlen-Mallnee „Die Straße" In der Tribüne. , Unter diesem einigenden Aspekt, Symbol des gedrängten J^tns der Städte, vereinigte Edith Ester Corten Historisches {[' Moderne (E. T. A. Hoffmann) und Immer Aktuelles wie Jf'je. — Kaiser — Vorgängcrischea und Gleichzeitiges in r'thner bzw. Csokor als dramatische Gestaltung der modernen;u*fle und das schillernde, ewig im Fluß befindliche Leben u'etgenwärtlgen Plätze oder der Orte unpersönlichen zeit- ^en Geschehens. i, Frau Edith Corten hat Temperament und Kultur und Ist Verlieb vollkommen üutlnkUlcher. Sie Ist Schauspielerin und ihr jugendlicher Körper gehört gleichfalls den Dingen, für die sie sich einsetzt. Da sie für das Wesentliche ein sicheres Gefühl hat, wie z. B. die reine Architektur von Hölderlins Musik, überwindet sie hier selbst das renitente Organ, das durch Erkältung behindert war. Frau Corten ist ganz feinfühliges Instrument und die Wiedergabe der Modernen liegt ihr ganz besonders. Sic trifft vollkommen die romanisch klare Gliederung von Büchners „Straßenszenc" und meistert auch solch ein expressionistisches Gemälde wie es Leo Hirsch in seinen „Fnhrticrcn" gibt. Die Vision des Verkehrs ist intuitiv vollkommen crfnfll. Der Zusammenhang von Bild und Gestaltung hat nirgends eine Lücke, Aber Frau Corten ist auch ein ebenso sicheres Instrument bei der Hingabc an ein „Unterwegs" von Hedwig Lachmann und das fast allzuzartc Aquarell, das Egon Kisch In seinem „Skutari" beisteuert. Sehr gut traf sie Kasacks klare Melodie und die Lebendigkeit des Tempos in Kcrrs „Wallstreet". Es war eine kleine Anthologie „von Hölderlin bis Kasack": Von der Außenseite des Daseins bis zur Fixierung des Zeitlichen im Fixum des Dramas oder in der Skizze der schillernden Feuilletons, das jedes Licht rcllcktlcrt. - Auch Fred Hildenbrand spendete ein Boulcvardbild — oder auch im endlichen Schrei: Auf die StraßeI denn die Straße Ist der Ort, auf dem das Werden der Zelt dem Empfindlichen vernehmbar wird. Olclch dem Ausschlagen einer magnetischen Nadel und wo er den verborgenen Weg zur Erlösung vielleicht doch noch finden knmi. Dem Juden als ältesten Bewohner der Städte wird die Straße von Natur aus Instrument, mit dem er zwar zuweilen sich selber absetzt (um ein Bild von Heinrich Eduard Jacob zu gebrauchen) aber nur zuweilen, nicht Immer. Der jahrhundertelange Umgang mit der Qcfahr schafft Hygiene. Der Jude hat sein ewiges Ocgcngcwicht Im Monumentalen, dem gesunden südlichen Formerbteil der Bilder der Bibel und ihres Volkes. Ruth Morold. Franklnrtcr Jüdische Altertümer Im letzten Monat veranstaltete das Frankfurter Museum für jüdische Altertümer, unterstützt durch Leihgaben aus Städten und Privatbesitz, eine Ausstellung, die den Versuch macht, die Entwicklung der jüdischen Gemeinden von ihrem Beginn bis ins 19. Jahrhundert, soweit dieses durch Anschauungsmaterial möglich ist, darzustellen. Diese Veranstaltung ist nicht nur deswegen bemerkenswert, weil sie, soweit wir unterrichtet sind, die erste ihrer Art auf dem Kontinent überhaupt war, sondern weil sie in prägnanter Welse d.ts Leben eines Stücks Judentum* auf deutschem Hmlcn in einer Art und Welse widerspiegelt, wie man es sich, ohne die Ausstellung gesehen zu nahen, nicht vorstellen könnte. Darum hat es auch wenig Wert, Einzelheiten mitzuteilen und zu berichten von ältesten, oft mit künstlerischem Geschmack gefertigten Dokumenten und Bullen, oder von literarhistorischen Denkmälern, wie dein Reisepaß von Ludwig Btirnc. oder von der großen Zahl Fliegender iVVatter, die den Fcttnulcli-Aufstand zum Gegenstand haben. Nur einige Dokumente seien kurz in ihrem Inhalt angemerkt, so eines aus dem Jahre 1216, das die Frankfurter Bürger „mit jeglichem Schadenersatz nach der Ermordung der Juden befreit", oder das Gebot Ludwig des Bayern an die Stadt Frankfurt, die Juden zu schützen, oder auch wieder die Bulle des Papstes Plus IL, demzufolge die Juden M62 in ein gesondertes Quartier verwiesen wurden. Die Geschichte der judengassc, ihr Schicksal und das Schicksal ihrer Bewohner, die Entwicklung jüdischer Trachten im Ghetto und alles damit Zusammen« hängende lernen wir keune-i». Siegel, Stauin.tafrln und Bildnisse berühmter Frankfurter (Jost, M. J. Hell, Crcl/nach, von Könlgswartcr, Rothschild) beleben das Oanzc. Die Fülle des Ausgestellten und das hierdurch geschaffene Fluidum historischer Beziehungen ist es, was seinen Reiz ausübt und was die Ausstellung zu mehr macht, als zu einer Aneinanderreihung alter Denkmäler: nämlich zu einem Stück Leben, das in mehr als einer Hinsicht auch für uns und unsere Zeit bedeutungsvoll ist und aus dem heraus wir mancherlei auch für unsere Arbeit lernen können. — Es wäre zu wünschen, daß das Material, dieser von Herrn Erich Töplitz vo> trefflich geordneten und gestalteten Ausstellung noch In anderer Welse, vielleicht durch eine Sondcrpuhlikntion des Frankfurter verein« für jüdische Altertümer verwertet würde. Dr, F, M,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.