Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 39 (19.5.1925)
- Date
- 1925-05-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 300 JUEOISCHE RUNDSCHAU Nr. 30 Eine erzieherische Wirkung können aber auch De« kUrtllonen haben: die Araber-Resolution des zwölften Kongresses hatte sie. Wird der XIV. Kongreß die lieber« leggng und Ucbcrlcgenhelt haben, auf dem Wege fortzugehen? Der Augenblick ist günstiger ab mancher frühere. Auch Resolutionen wirken, und machen manchmal In höherem Maße Qeschlchte als ihre Verfasser glauben. 0, dieses weite blaue Meer, zwischen Europa und Erez-Israel! — — Die „Ville de Strasbourg" nlhert sich dem Hafen von Port Said. Die Palistliaelawandernig für den Monat Februar ließen nunmehr die offizieller« Elnwanderungszahlen der palästinensischen Regierung vor, dl« lieh bekanntlich nicht ganz mit den von der zionistischen Immigrationsabteilung reip. der ITA mitgeteilten Zahlen iu deeken pflegen. (Diese Raben die Einwanderungszahl für Februar mit 10|O an.) Die offizielle Statistik gibt sie mit 1730 an, welche Zahl sich wie folgt zusammensetzt! Leute mit Vermögen: Männer 316, Frauen 231, Kinder IW, zusaw *men 767; Leute, die von Palästinensern abhängig sind! Männer 5», Frauen 144, Kinder 72, zusammen 270; Leute, die auf Arbeitikontrakte hin Im Land kommen: Minner 388, Frauen 75, Kinder 1, zusammen 404; Frauen, Kinder und Manner, die Im Anschluß an die Einwanderer der oben erwähnten Kategorien gekommen lind, Minner 3, Frauen 10*), Kinder 110, zusammen 222; Leute religiöser Berufe i Männer 0, Frauen 1, zusammen 7. Insgesamt: Männer 707,, Frauen 560, Kinder 373. Inbegriffen In diese Zahlen sind 18 Christen und 6 Müsch minen wie auch 137 Juden und 15 Christen, die als Tou> rlsten Ina Land gekommen sind und dann dort die Wohn» bewilllgung erhalten haben. 35 Einwanderer, die den Ein» windcrungtvorschriften nicht entsprachen, wurden zurückgewiesen. Die Auswanderung während des Monats Februar betrug: MI Auswanderer und 36 Einwanderer, die wieder das Land verlassen haben, darunter 4S tesp. 32, also 80 Juden, 50 resp. 4, also zusammen 54 Christen und 4) Mohammedaner. (Ziko.) Vom Solei Baach Im Laufe des Min und Anfang April hat der Sold Bönen Bau- und Stra Benarbelten in Höhe von ££. 53 000 übernommen, darunter )0 Häuser In Tel-Awiw von der Meschek-Gcsellschaft für £E. 15000 und Wegebauten in Afuleh für £E. 20000. Die neue grolle In Amerika erworbene Betonmischmaschine „Bawel" hat bereit» hei der Betonierung der, Baltour. und Heul-Straßc In Tel Awlw ru arbeiten begonnen. Außerdem hat der Solei IVuieh wlhrend der letzten Monate auch noch eine Reihe anderer Maschinen aus dem Ausland erhalten, die Ihm die Durch' fuhrung auch technisch schwererer Arbelten ermöglichen, :. (Ziko.) Neue luduslrieonlcrncbmuififB In Akko haben zwei Juden aus Polen, Luttig und Pragmann, eine Fabrik für die Verarbeitung von ■ Weichleder erbaut. Die Fabrik soll demnächst Ihre Arbeit aufnehmen. In Tel-Awiw sind in letzter Zeit zwei Unternehmungen für Möbelherstetlung, hauptsächlich Metall betten, wie auch ein kleineres Unternehmen für elektrotechnische Zubehöre, Insbesondere Batterien, geschaffen worden. Gerüchte wissen auch von der baldigen Gründung einer größeren Bierbrauerei In Tel-Awlw zu melden. Es sollen sich amerikanische Kapitalisten hierfür Interessieren, die £ 50 000 in dieses Unternehmen zu Investieren beabsichtigen. (Ziko.) Die Malarla.BekinpluBgskommlxsloB des Völkerbundes In Pallsllaa Jerusalem. I.T.A.) Die gegenwärtige In Palästina weilende Malaria-Bekämpiungskommission des Völkerbundes besichtigte eingehend das von Dr. Klinger gefeitete um von dem Joint Distribution Commlttcc finanzierte Malaria- Beklmpfungslnstitut und sprach sich »ehr lobend über Ein rielitung und Erfolge de* Instituts au*. Dr. Klinccr begleitet die Kommission auf ihrer Tour durch das Land. Der medizinische Rat der ZionlslUchen Organisation (Waad MabriMh) und die Leitung «lc* Jildtsrhen NatlonilfomU überreichten der Kommission Denkschriften über die jüdische Gesundhcitsarbclt Im Lande. In allen Orlen traten die Koin miMlonsmitgllcdcr in Verbindung mit den Leitern de» Gesund hciliwcicns der Zionistischen Organisation, die Aulklärimg über den Stand der aesundhcitsvcrhhltitlsse Im Laude crlcüton prcGococbau ic Vorbereitungen Iflr die PropaHsltna •Koaiereiz In Poles Laut Mitteilung des „Nowy Dziennlk" schreiten d.. Vorbereitungen für die Einberufung der Propalästlna-Koiv ferenz in Polen vorwärts. Die vom Obersten Rate der pol Mischen Zionistischen Organisation eingesetzte Kommission für die Ausarbeitung einer Wahlordnung hat bereit» mehrere Sitzungen abgehalten, auf welchen sie die Orundlageu einer entsprechenden Wahlordnung beriet. Der Kommisilon, In der die Vertreter aller zionistischen Gruppierungen sitzen, gehören an: Rabbiner Aleschkowsky, J. Ajgcs, A. Ooldberg, J. Orünfcld, J. OTawIckl, Wernraut, Krlss und Rak. Die Kommission beschloß, an den allgemeinen und Projtortlonnl. wshleu die ganze jüdische Bevölkerung Polens ohne Unter« •rhled des Geschlechtes teilnehmen zu listen. Sic schlägt weiter die Einteilung des ganzen Land« In 20 Wahlbezirke vor, von denen fünf die größten und hauptsächlichsten Jfidlsehen Zentren als besondere Wahlkreise umfassen sollen, und zwar Warschau, Lemberg, Krakau, Lodz und Wilna. Die übrigen Kreise werden so eingeteilt, daß Jenes Wojewodztwo, daa die meisten Juden zählt, den WahUrcIi bildet.I Die Zahl der Delegierten soll gegen 450 betragen. SO«,» der Mandate werden auf die einzelnen Wahlkreise verteilt Im Verhältnis der Zahl der Jüdischen Bevölkerung, während 20»/» der Mandate auf die zentralen Landealliten, die von den einzelnen Gruppen angemeldet i|nd, entsprechend den Reststimmen In den einzelnen Wahlkreisen, entfalten. Die Ausarbeitung der Wahlordnung wurde Orawickl übertragen. Ueber die Auffassung »gudistischer maßgebender Kreise von den Ergebnissen der Londoner Konferenz unterrichtet ein Aufsatz der Wiener „Jüdischen Presse". Wir zillcrcn aus diesem Aufsatz den wichtigsten Passus, der die Frage des Eintritts der Agudas In die Jcwish Agcncy betrifft: Hingegen muß offen ausgesprochen werden, dafl. wie es scheint, der Oedankc an eine gemeinsame Arbeit in der Jcwish Agency endgültig begraben wurde, und zwar deshalb, well er begraben werden mulltc. Es war von vornherein nicht anzunehmen, daß die zionistische Organisation auf die Privilegien, die Ihr nun einmal das Maml.it gibt, verzichten würde. Das beweist den Kundigen schon das Bild der geplanten Rekonstruktion der Jcwish Agcncy, In welcher die zionistische Organisation sich eine kompakte Mehrheit gesichert hnt, und zwar, wie wir zur Ehr« derselben annehmen wollen, nicht nur aus Machtfreude, sondern well sie dem Gedanken, der sie schön vor Erlangung des Mandats beherrschte, die Vorherrschaft erhalten selten will. Bei dieser Vorherrschaft wird aber für Jene Ansfhiuung. die In unserer heiligen Lehre die konstruktiven Momente auch für den Weg von Mensch und Volk erblickt, kein Raum sein. Und wenn das Kommunique besagt, d*Ö man nach Aussprache über die prinzipiellen Momente übcrcln« gekommen wer, die Verhandlungen auf einen späteren Zeltpunkt zu vertagen, so w.tre dieser Zellpunkt doch er« dann frekommen, wenn die PrlnHpten eine Aenderuitg er« fahren'hätten. Aber es wird In Israel Immer eine unnher« schhare grelle Grupnc geben, denen die Treue zu üotlci« wort alles Ist und für die ist In der Jetzigen Konitnikllon der Jcwish Agcncy kein Raum, fu ähnlicher Weise äußert sich auch die „Jüdische P r e ö z e n t r a 1c", Zürich, die der Agudah nahesteht. Zum Thema Agudah sind auch die Aufsätze des „Jüdischen Wochenblatts", Frankfurt a. M., des Organ» der „Achduth" zu berücksichtigen, wo u. a. die Inneren Verhältnisse Innerhalb der Frankfurter Agudah-Krclse, die gewissermaßen zu einer Diktatur der Familie Breuer geführt haben, dargestellt werden. * Die C.-V. «Zeitung propagiert den Gedanken der Schaffung ländlicher Siedlungen deutscher Juden In Deutsehland, freilieh mit einer Nachhcrnerkung der Redaktion, die an die Verwirklichung dieses Vorschlafe* nicht recht glaubt, da die wirtschaftlichen Verhältnisse die deutschen Juden nun einmal an die Städte binde. Die zionistischen Erfolge auf dem Gebiete der Berufsumsehlehtung »tien nur möglich gewesen, weil die wirtschaftliche Struktur in Osteurpao den Uchcrgang zur Landwirtschaft natürlich erscheinen ließ. In diesem Gedankengang liegt zweifellos clwas richtiges, wenn auch die C.-V.-Zellung nicht übersehen sollte, daß die heute schon nach Hunderten zählenden zur Landwirt' schalt und zum Handwerk übergegangenen jungen deutschen Zlonisten ihre Beriifjentscheidunjr kelneaweg» aus wirtschaftlichen, sondern aus national-idealistischen Antrieben getroffen haben. Die gleiche Nummer bringt einen Schluß des Artikels von Ephraim (~olm über die Wiederbelebung der hebräischen Sprache, auf dessen ersten Teil wir seinerzeit eingegangen waren. ' In dem Organ einiger Wiener zionistischer Mezirks-Sekllo« nen, „Die Brücke", veröffentlicht Leopold Justh einen Ar« tikei „Ueber naiven und sentimentalischen Zionismus", der unter Benutzung von Schillers bekannter Terminologie einen Ideologischen Versuch darstellt, der freilich Im Kern kaum etwas anderes enthält, als die von Blumenfeld wiederholt gemachte Unterscheidung eines präas»lmilatörl»chen und pöst« assimilatorischen Zionismus. ■ Borkum Der In den Tageszeitungen veröffentlichte, von uns unt«n wledergcgebcne Entscheid des Ol.urvcrwaltuugsgcticliit, \,. I deutet die Legalisierung der unerhörten Zulande, die sein»' lange vor dem Kriege In Bölkum geherrscht haben und Jedem inständigen Juden unmöglich machten, diese ln$tl v '< betreten. Das berüchtigte Borkumlicd, dessen letzte Stronht i beweist, daß auch der Vorkricgs-Antlscmilismus sich unlllt»< genug auszudrücken verstand, wurde auf Verlangen der Kur. gästc am Schlüsse jedes Kurkonzcrls gespielt, wobei die Kur. gaste den Text laut mitsangen. Beschwerden an den ziutändi! gen Obelpräsidenten halfen nichts, bis der Minister de» Innern einschritt und den Ohcrpräsldcntcn veranljßte, durch den Landrat von Emden die Gemeindevertretung aufzufordern das Spielen dieses Ltcdes einzustellen. Eine solche Verfüpunj erging im 21. Juni 1923. Man nahm aber in Borkum keiner)«, Notiz von dieser Verfügung, so daß schließlich die Kurkonmte mit Pollzelgewalt verhindert werden mußten, um der Staat*. autOrilit Achtung zu verschaffen. In dem Vcrwaltungsstrcit. verfahren teste der Vertreter des Ministeriums dar, daß die Zustände auf Borkum Juden das Detreten der Insel unmöglich machten, und daß dies der Freizügigkeit widerspreche. Die Anwesenheit eines Juden würde gerade Pogroms tl in in un g auslösen und die Schuld daran trage d« aufhetzende Dorkuinlleü. Der Senat de» Oberverwaltung», gcrlchts entschied dchln, daß der Hescheld des Oberprä-idcntcn außer Kraft zu setzen ucl, so daß also dem weiteren Spielen und Absingen des Pogromliedcs keine Bedenken entgegenstehen. Daa Urteil, das der „Vorwärts" mit gerechter Ironie als ein salomonisches bezeichnet, lautet: „1, Die Musiknufführungen In der Wandelhalle an Strand ru Borkum seien einer Genehmigung durch dir Ortspollzcibehörde nicht unterworfen gewesen, s, 33b dti Gewerbeordnung könne schon deshalb keine Anwewlnnj finden, well die Aullühninz nicht an einer öffentlichen Straße oder einem öffentlichen Platz staltgctunden lube 2. Ein Verbot wäre daher nur unter den Voraus Setzungen des § 10 II 17 des Allgemeinen LandrcchLs be gründet gewesen, d. h. falls wirklich durch das Spick der Kspclle eine Gefährdung der Öllentlichcn Ordnung cir L'ctrelen wäre. Auch bei Bejahung einer solchen (ie lahrdiiiu? sei jedoch zu prüfen, ob das Verbot die geeie netc Maßnahme, also „die nötige Anstalt zur Erhaltun» der öllentlichcn Ruhe usw." Im Sinne des j? 10 II 17 Alk gewesen sei. \ 3. Et könne nun ganz dahingestellt bleiben, ob in de; TatMche des Singen* der sogenannten Uorkurn-Hymne ein» Ocfalirdung der offentlicheu Ordnung zu erblicken sei. Dem auch wenn man In dem Singen eine solche Gelihrdun; sehen wollte, würde die Anordnung der Poli/eibeliftr.le die sich gegen das Spielen richtet, nicht als die „nöüce Anstalt" Im Sinuc der erwähnten Gesetzesbestimmung a.r gesehen werden können. Die polizeiliche Maßnahme mfm« sich gegen den richten, von dem die Störung der Ordnung ausgehe, und diesen zur Abstellung auffordern. Dir« Störung fiche aber nicht von denen aus, die die an sich einwandfreie Melodie spielen, sondern von denen, die den Ten sinnen. Auch hln&icnllich des Textes sei zu berücksichtigt», daß eine Anzahl Strophen einwandfrei seien. 4. Wenn daher die Polizei eine Störung der öffentlichen Ordnung verhindern wolle, dann könno als „nötige An stall" zur Vcrhindcruiii; dieser Störuni* nur eine Annt.1 niing in Frage kommen, die sich gegen das Singen der nie U einwandfreien Strophe wendo, Au» diesen Gründen iiiuRte die angefochtene Entscheidung aufgehoben werden. D« Urteil erging dahin, ..unter Aufhebung: der Entscheidung des öbemrasldenteti In Hannover werden die darin bestätigten Vcrfflimngcn der Orlspoli/clhchördc außer Krals gesetzt. Die Kosten des Verfahrens worden unter Pen »etzung des Streitwertes auf 1000 Reichsmark dem Ii« klagten auferlegt." Das Tagebuch publizierte am 0 Mii den bekannten Artikel Garvins im „Obterver". * Das „Berliner Tageblatt' druckt einen Artikel seines Jeru- Salemer Korrespondenten ab, der Amerys Antwort an die arabische Delegation wiedergibt. Eine bedauerliche Entgleisung Unsere Leser sind über die Vorschläge informiert, die das Mitglied der Exekutive, Herr Louis Lipsky, In hezug auf die Reorganisation der Zionistischen Organisation gemacht hat. Unter diesen Vorschlägen befindet sich nucli ein Vorschlag, dar die AufAichtsbcrcchtl* Kling der Exekutive «her den Kcrcu Knjcmcth in der Zukunft durch geeignete Maßnahmen effektiver gestalten will. Wir haben gerade über diesen Vorschlag auch Ucgcnüußcrungcn publiziert. Man mag zii der Fm^c stellen wie man will, jedenfalls sollte c« außerhalb der Diskussion stehen, daß die Bekämpfung dieses Vorschlages von Herrn Li|vsky, wie aic in unserem Blatte z. B. durch Herrn Julius Borger erfolgt ist, eine durchaus sachliche gewesen Ist, und daß die Frage, die eine ziemlich komplizierte ißt, durchaus eine weitere leidenschaftslose Diskussion erfordert. Wir bedauern es deshalb, daß Im .Jiddischen Folk" (dem offiziellen Organ der amerikanischen Zioni&tcn) unter der Ucbcr« (schrift „Unverständliche Nervosität" ein Aufsatz erschienen Ist, der in u. E, durchaus unzulässiger Welse die Ocsinnung verdiiehtigt, mm der heraus Mitarbeiter dca Koren Kajometh den Standpunkt de* Herrn Lipsky beklimpft haben. Es erscheint uns wenig angebracht, die Hoffnung auszusprechen, wie ea In dem angezogenen Artikel des „Jiddischen Folk" geschieht, daß man Im Direktorium des Kcrcn Kajometh dieselbe Energie entfallen werde, wenn et sich um die Vermehrung der Sammlungen handle, wie bei der Polemik gegen Lipsky. Oerado wenn man mit Energie bestimmte Thcacn vertritt, wie das urnicre nincrlkanlachcn Qc« fltuiwugsgciiosscn In beziig auf da» Llpskyscho Programm tun, sollte man es peinlich vermelden, die Ocsinnung Andersdenkender zu verdächtigen, Wir können tun nicht denken, dnß die Leitung. dcs; amerikanischen Zionismus mit einer solchen Polemik einverstanden Ut, WrMQillzIca akzeptiert das Miassrrprlnzlp Unter Vorsitz von Dr. Wahrhaftig fand In Kraki« am 7. Mal eine Sitzung des Parteirates der ZloniMischn Organisation für Klelnpolen-Wcst und Schle.«.icn statt, die vi« 43 Delegierten beschickt war. Als Vertreter der Lufcutivc und des Kcrcn Hajcssod-Dircktoriums nahm an der Beratuc; Herr Dr. Hantke teil, der In einem Referate auf die bisher noch nicht recht befriedigenden Ergebnisse des Kercn Hajcs&od In Wcslgalizlcn hinwies und sich für die Annahme einer Maasscrordnung einsetzte. In den angenommenen Resolutionen wird bezüglich des Kercn Hajcssod bestimmt: 1. Der Parleir.it empfiehlt dem Präsidium, beim Kcrcn Hajcssod das Maasscrprlnzlp gemlO den Kongroflbeschinssen energisch durchzuführen. 2. Als Grundlage für die Dcmcssunp dient den Lokilkomitecs eine von dem Parteirat beschlossene Maasscrordnung. 3. Zlonlstcn, die Ihrer Keren Hajessod-Verpflichtung go müß dieser Maasscrordnung nicht nachgekommen sind, dürlen kein r.hrcnanit In der Zionistischen Organisation bekleiden. Das Präsidium Ist für die Durchführung dieser Bestimmung verantwortlich und hat dio Pflicht, eine cutsprechende Kontrolle durchzuführen. 4. Der Partclrat fordert das Präsidium und den Zentralrat auf, binnen acht Tagen eine Kercn Hajcssod-Kommissirtn einzusetzen. 5. Der Partclrat legt allen Zioniiten die Pflicht der Intensiven Mitarbeit hei den Keren Hajessod-Aktioncn auf und richtet an sie die Aufforderung, sich zur Sammlung von Keren Hajcssod.Dcklsratloncn zur Verfügung zu «teilen. _ (Ziko.) Die rnlüillna.Wandrrunfj vor itu polalscheo Sr|m Warschau. (J.T.A.) In der letzten Sitzung des .polnischen Seim, während der Debatte über L'mlgrationsprobleine. hielt der Präsident des jüdischen ParlamcnUklubs, Dr. Leon Reich, eine Rede Über die jüdische Emigration nach Palästina, die, wie er sagte, drei Viertel der geumtea übrrsccl'cheu Emigration aus Polen ausmacht. Im laufenden Jahre werden aus Polen nach PalSstlna etwa 30txTrt Seelen auswandern. Die Regierung Ist mit diesem Ganc der Dinge zufrieden, tut aber gar nichts, um den armen nmlgrmttcn Irgendwie entgegen »u kommen. Der Redner fordert die Regierung auf, die PaQ« und Visagebühren für Paläslinaemigranten, die 250 Zloty betragen, herabzusetzen und Ihr Interesse der notwendigen Ausbildung der Pioniere In Polen zuzuwenden. Aus dem über Emigration auigesetzten ßudgctpoiten wird nicht« für die jüdisch« Emigration |. verwendet