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Jüdische Rundschau · 1925-05-19 · Heft 39 (19.5.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 39 (19.5.1925)
Date
1925-05-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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I Hr. 3» JUüDtSCHE RUNDSCHAU Seite 350 Pfiläsiinalälirf Notizen und Gedanken K.W. Ab Bord der „Ville de Strasbourg", 10.Mai 1925. Daß Palästina in den gegenwärtigen Wohnstätten •jf Juden durch das Meer getrennt ist, ist mehr als 'sc geographische Tatsache. Das Meer in seiner blauen Endlichkeit, nur von des Himmels Wölbung begrenzt, lllf stets auch Symbol, als das große Trennende von „„d und Land; jenseits des Meeres liegt ein neuer wlsngi dort beginnt das neue Leben, das zu begründen je Jugend des Volkes auszieht Die Neuheit, die Qc- ^icdcnhclt des Alten vom Neuen, kommt im Angebt des Meeres zum Bewußtsein, und man kann wohl cjcn, daß auch der Zionismus ohne diese Romantik der Wanderung über die Meere nicht möglich wäre. Wäre Palästina enger verbunden mit Europa, wäre es leichter fJ erreichen, so würde ein großer Teil der Immigration j{8 Charakter der Endgüitigkcit, die Einwanderung ihre evolutionäre Kraft verlieren, das Wesen des Zionismus }i einer Erneuerungsbewegung würde verwischt werden. Es sind also dankbare Gefühle gegenüber dem Meer, rit denen man über die weite Fläche dahingleitet, dem linde entgegen. Das Schiff geht so ruhig, daß keine Bewegung zu spüren ist Es ist ein sogenannter „gemischter" Dampfer, der nach Australien geht Kein laxus, aber doch alle Bequemlichkeit Die Gesellschaft iltssagcrics Maritimes hat die „Ville de Strasbourg" ,st jüngst übernommen und dieses ist ihre erste Fahrt tater der neuen Direktion. Erst unterwegs hat man Bit der Herrichhing und Neueinrichtung begonnen, die sehncll fortschreitet Die Gesellschaft ist bemüht, das Schiff in den Dienst der Palästinawanderung zu stellen und insbesondere für die Passagiere des Zwischendecks, in hier „dritte Klasse" heißt (wodurch Irrtümer bereits entstanden 1), erträgliche Bedingungen zu schaffen. Die dritte Klasse enthält Kabinen mit zehn oder zwanzig fetten, mit Matratzen, Bettwäsche, Waschgelcgcnhcit, Speisesaal; auch die Verpflegung ist angemessen. Unser Schiff ist in allen Klassen schwach besetzt, und die für lehn Personen bestimmten Kabinen enthalten nur etwa vier Passagiere, die also gut fahren. Es ist aber vorstcllbar, daß Gruppen von Chaluzim, die zusammen reisen, sich auch in größeren Gruppen in diesen Kabinen gut einrichten. Bei einer genügenden Anzahl Reisender fährt das Schiff bis Jaffa; sonst geht es nur bis Port Said, was natürlich für den Emigrantenverkehr Nachteile hätte. Auf unserem Schiff fährt nur ein einziger Jude im Zwischendeck, ein junger Orthodoxer (Beruf laut Paß: Talmudist) aus Litauen. Die meisten anderen Reisenden lahrcn nach Australien. Auch in den anderen Klassen gibt ts nur wenige Juden. So fahren wir Palästina entgegen. Der XIV. Kongreß kommt heran, Rechenschaft fordernd. Seit dem letzten Kongreß hat sich Palästina sehr verändert, das wissen wir, auch die wir es seitdem nicht gesehen haben. Die Einwanderung ist gewachsen, die Arbeitslosigkeit, die stets wie ein Gespenst vor uns stand, Ist gewichen, neue gesellschaftliche Tendenzen sind erstarkt Langsam zeichnen sich die Konturen künf tiger Entwicklung ab. Unser Bild von dem Erstrebten wird durch das Erreichte ergänzt, korrigiert. Dies bc stimmt auch unsere Politik. Aber unser politisches-Programm Ist noch immer nicht hinreichend geklärt Die ersten Ucberlegungcn gelten dem politischen Ziel Durch anscre Inkonsequenz haben wir uns selbst ßchon viele Schwierigkeiten bereitet Was wir im Jahre 1921 gefordert haben und In einer Resolution des Kongresses rum Ausdruck brachten, ist noch nicht zionistisches Gemeingut geworden, schmerzlich genug, es zu sagen. Auch in Palästina Ist man noch weit davon entfernt Vor mir Hegt die „T i in c s" vom 30. April mit einem abschließenden Bericht des Jcrusalcmcr Korrespondenten über Lord Balfours Tour. Darin wird festgestellt, daß die verschiedenen jüdischen Begrüßungsansprachen nicht immer die glücklichste Sprache führten. „In ihrer Bcgclstcrung und ihrem Nationalstolz schienen die Redner wahrhaftig völlig zu vergessen, daß Ihre Reden in der Presse desselben Bcvölkcrtmgscleincutcs, mit dein sie auf der Basis gegenseitigen Vertrauens zusammenarbeiten zu wollen In demselben Atemzug «Ich bereit erklärten, wiedergegeben sein werden. Auf den westlichen Hörer war die Wirkung der Verbindung dieser Acußcrungcn zumindest befremdend, und dies« Erlebnis erklärt das arabische Mißtrauen." Die Darstellung der „Times" enthält einige schwere Ungenaulgkeitcn, sie spricht z. B. von „bolschewistischen Tendenzen" in den neuen Kolonleu Benjamin.!, Nahalal, Balfouria und Rosch Pina (!); aber das soll uns nicht veranlassen, den ganzen Aufsatz verächtlich abzutun, oder einfach zu „protestieren". Es steckt ein Körnchen Wahrheit in dem Gesagten, und es trifft, wie ich glaube, unsere wundeste Stelle. Wir werden politisch nur dann weiterkommen, wenn wir auch Kritik zu hören verstehen. In Palästina Ist man fern von der großen Welt und man hört zu wenig. Man läßt sich dort leicht von einer alten, gewohnten Phraseologie auf ausgefahrenen Geleisen forttreiben, ohne zu bedenken, daß zugehört wird und Beobachter da sind, die sich Oedanken machen. Das Programm der Verständigung mit den Arabern ist heute schon Bestandteil jeder zionistischen Rede geworden, aber man ist nicht einmal so konsequent, den übrigen Inhalt der Rede mit diesem Postulat In Einklang zu bringen. Denn was heißt Verständigung? Es gibt keinen Ausgleich ohne gegenseitiges Entnjcgcnkommen. Unser Entgegenkommen aber bestand in der abgelaufenen politischen Periode meist darin, daß uns durch den Machtspiuch der Regierung oder durch andere Tatsachen Konzessionen abgezwungen wurden und wir dann dagegen in einem Dutzend Resoluttonen protestiert haben. Das ist aber nicht der Weg, der durch die Resolution des Kongresses von 1921 eingeleitet werden sollte. Wird der nächste Kongreß imstande sein, auf diesem Wege e'nen Schritt weiter zu gehen? Die Rede des Kolonialministcrs Atncry in Palästina sagte klar, welches politische Problem vor uns liegt: Palästina muß die Heimat sein für beide Nationen. Dies war schon in dem Churchill-Memorandum von 1922 ausgedrückt als die Richtlinie jeder palästinensischen Politik. Man wird sagen: wir haben das Churchill Memorandum unterschrieben, die Araber nicht. Richtig, aber ist es wirklich in unsere Ideologie übergegangen? Stehen wir zu unserem Wort nicht nur formell, sondern innerlich? Ist die zionistische Propaganda, die zionistische Gcsamtoricnticrung damit in Ucberclnstiin mung? Für viele von uns ist es zweifellos der Fall, schon deswegen, weil sie auch ohneChurchllUMcmoran dum ebenso über die Verwirklichung des Zionismus dachten. Diese hätten gewünscht, daß die Interpretation der Balfour-Dcklaration nicht von Churchill oder Samuel ausgegangen wäre, sondern vom zionistischen Kongreß, Das wurde jedoch versäumt; und es wäre unsinnig, zu leugnen, daß es versäumt werden mußte, weil beim Kongresse 1921 die große Mehrheit eine solche Er klärung nicht freiwillig abgegeben hätte; und noch heute denken viele ganz anders über unsere politischen Ziele. Ihnen ist noch nicht unsere wirkliche Situation aufgegangen, sie haben noch nicht die Realitäten erlaßt, die der objektive Beobachter leichter abzuschätzen ver mag. Darum finden sich in ihren Reden so seltsame Widersprüche, ohne daß sie es selber merken; auf sie bezieht sich die oben zitierte Bemerkung der „Times" Die Eröffnung der Universität hatte eine sehr gute ^rcssc. Es wäre aber falsch, im Chore der anerkennenden Acußcrungcn jene Stimmen zu überhören, die bei aller Sympathie doch unzweideutig zu verstehen gaben, wie weit ihre Zustimmung geht So angesehene englische conscrvatlvc Zeitschriften wie „Spcctator", „Nation" und sogar der sehr zionistcnfrcundlichc „Obscrvcr", bezeichnen die Universität als die eigentliche zentrale Institution der jüdischen Siedlung — damit gleichzeitig andeutend, daß der politischen Expansion Orcnzen gesetzt sind. Der Korrespondent der „Times" hebt die Tatsache hervor, daß die Einwohnerschaft der ehemals türkischen Gebiete südlich und südöstlich des Taurus eine nationale Einheit bilden, die nur durch künstliche politische Grenzen zertrennt ist Dies sind Tatsachen, die nicht nur die Engländer angehen, sondern auch uns, sofern wir endlich) zu einer selbständig aktiven Politik übergehen und uns nicht immer grollend vor vollendete Tatsachen stellen lassen wollen. \ Wir sind seit dem ersten Nachkriegskongreß ein kolossales Stück auf dem Wege der Verwirklichung! vorwärts gegangen. Der Weg der Verwirklichung aber führt immer mehr in die Wirklichkeit hinein. Unser politisches Ziel hebt sich immer deutlicher ab. Was wir erreichen können, ist der palästinensische Staat, in« welchem es eine organisierte jüdische Nation neben einer arabischen Nation gibt. Wir Juden sind dort kraft eigenen Rechtes, nicht als Geduldete; wir haben das Recht, unsere Gemeinschaft dort durch friedliche Mittel zu erweitern, sie soll durch Ihre geistige und moralische Kraft — dank der freien Entfaltungsmöglichkeit — das jüdische Wcllzentrum werden. Zugleich aber verbinden uns immer engere Bande mit den anderen Bewohnern des Landes, bis auch sie das Vertrauen gewinnen, daft wir sie nicht verdrängen, sondern m i t ihnen leben und dadurch auch ihren Wohlstand fördern wollen. Und dieses Land Palästina bleibt durch Bande der Wirtschaft und durch kulturelle Erschließung verknüpft mit den andern arabischen Ländern. In einem gemeinsamen Wiederaufstieg beider Völker ergeben sich die großen Perspektiven einer Lösung der Judenfrage im Nahen Orient. Ohne diese Gemeinschaft, deren Moment bald kommen ' muß, scheint uns diese Perspektive völlig irreal. Diese Entwicklung anzubahnen ist gewiß nicht nur eine Sache von Deklarationen, sondern eine Sache des Herzens und der Einsicht. Für uns Juden ist es vor allem ein zionistisches Erzichungsproblcm. Denn es erfordert eine geistige Umstellung; nicht eine Ucbcrwindung Europas, dessen kulturellen Besitz wir erworben haben, aber eine Ucbcrwindung des — oft unbewußt — tief In uns sitzenden europäischen Hochmutes. Als jüngst auf dem zu Ehren des Genfer Professors Rappard in Tcl-Awiw gegebenen Bankett der ehemaligen Schweizer Studenten (und fast die ganze jüdische Intelligenz Palästinas sind ehemalige Schweizer Studenten) ein sehr guter Zionist und führender Intellektueller des Jischuw kulturelle Lorbeeren ernten wollte durch den Hinweis, daß wir Juden in Palästina das Volk der höheren Kulturstufe sind und die Araber kulturell zu uns emporheben wollen, mußte er sieh von dem wohlgesinnten, aber tiefer blickenden Gast antworten lassen, daß wohl Jedes Volk von sich meine, es vertrete die höhere Kultur; und daß es nicht darauf ankomme, das andere Volk zu beglücken, sondern es zu respektieren und in Frieden seine Kultur entwickeln zu lassen; ein Grundsat/:, der eigentlich gerade uns geläufig sein müßte, wenn wir uns erinnern, wie die meisten europäischen Völker das Kulturnivcau der Ostjuden (oder der Juden schlechthin) beurteilen. Der Satz, den Rappard hier ausgesprochen hat, ist viel zu wenig beachtet worden; er trifft das Zentrum der ganzen arabischen Frage, die nur ein Sonderfall der viel allgemeineren Weltfragc der nationalen Toleranz ist ,'<•■ .■•» •i. £■! '»■■ ' i' , ''l<i u;,t '., ^"'»v! ■■:v-:-t, (''• .v':- ■!■> •<t> ,jr' 1,'t I , 1 V I "t ' , < t> 1 I , i; . ,i j:i »»'.,'i ': V r :t vi V«' ü :# J .. '•"•Ii1 v :) ' i" /, '<•; s \' r i 1 i » . j. vv j—j'_n .Ii I Melnsnderfolge auf das ruhende Bild übertrügt. Das vier. Weilte Bild Ist nur dne Unterabteilung. Die Wcltcrcntwick- «ig bringt erst die Ucbertragung der Faszctlcngliederung »uf einen Eindruck in der „asketischen Landschaft", die <äurch die Darstellung mm Ausdrucksbilde wird. Von da folgen die Experimente mit den Prismenfarben, bis er in der Wiederaufnahme des Faszettenblldes (mjt groben Faszcttcn) «trade bei gesichertster Gliederung und Farbmodellicrung wreh die hineinkomponierten Sonnenfafbcn stärkste Durchichtune erzielt Die letzten Bilder stellen Häuser und Straßen gütlicher dar, als es eine Zeit lang geschah, aber nicht das « da* Wesentliche. Die kleinen Hauser des Dorfes, fast «erseblungen von der Landschaft, zeigen eindringlich die große 'ir.samkcit. , »Mit Hilfe der Bildgesctze zum Bild" heißt der Weg. Arthur Sepal ging ihn mit unbeirrbarer Uncrmüdlichkcit l( t« tln fleißiger Atbcittr, der den geraden Weg echt durch L»fOpa zu dem Kristall seine» Zieles. Europa schafft Ein- »me, aber die Ruhe seines beharrlichen Schrittes und die weite des Weges, den er aushlcb, wird vielleicht sogar ium Weg für mehr als einen. Der Jude Arthur Scgal baut w die Zukunft, er baut Lebenswege. Er kann für jeden £/<ritt zeugen, er hat sie alle redlich gemalt. Es ist ein y<gi wenn auch mancher den Zugang scheut. Wer sagt, ^B der Weg der jungen Kunst ein vergeblicher war, der v'rßleichc nur einmal die Bilder des vorigen Jahrhunderts 5." den guten von heute. Nicht nur in der Oberfläche des pndrucks, sondern in der Arbeit, und er wird sehen, daß ',st alles ru tun war, um zu der Zone vorzudringen,. aus Wachstum möglich Ist. Und dann wird er auch die "'Otiten der Neuen werten als das. was sie sind, als Bresche,!* weg in die Zukunft. Jeder ArbeiUwcg neuer Kunst sagt £ gleichfalls. Und der Maler Arthur Scgal gehört zu diesen ^bereitem. In den Weg verflochten ist aber so manches «uck, das eigentlich zu dem großen Wege gehört, auf dem '«tender jüdischer Geist zu seiner Sammlung treibt S), Warum der im Höhepunkt des Schaffens Stehende einen ^kblick macht? Die gegenwärtige Oesamtschau ist Oe- «ttenk für seinen 50. Oeburtstag im 13. Juli. Sein konse- Wer Weg zu Formklarhcit und Plastik wird gerechtfertigt iVJ'di seine Herkunft Geboren ist er In Rumänien. Aber «eine ^«Umbildung erhielt er «uf der Berliner Akademie, und trlt 33 Jahren wohnt er In Deutschland. Der Zufall der südlichen Geburt wirkt aber In der typischen Entwicklung des Westjuden nur graduell. Der Weg ist leichter — unverschritteter, die gegebene Disposition zum Führen eine* Weges. Arthur Segal gehört zum Vorstand der Novembcrgruppc. Ruth Morold. Ed nachgelassenes Werk bin Gurions Micha Josef bin Gorion (Berdycrewski) hat ein Werk über das Alte Testament hinterlassen, das den Namen Sinai und Garizim führt und Jetzt von seinen Erben, seiner Frau und seinem Sohne, herausgegeben wird Das Werk sucht die ältesten geschichtlichen Vorgänge zu klaren und bedient ttch bei der Untersuchung einer neuen, bkucr von niemand angewendeten Methode; Im Oegcnsatz zu der heutigen Bibelforschung zieht es zur BcwcIsfQhning Ausschließlich das rabbinlschc Schrifttum heran. Alle bibclkrltischen Acußcrungcn, die bewußt oder unbewußt gefallen sind und zerstreut «Ich finden im Talmud und den Midraschim, In der mittelalterlichen Rcllgionsphilosophie, in der Mystik und Kabbala bb in die jüngste Zeit hinein, sowie m der reichhaltigen Sektcnlltcrotur (vornehmlich der Samarltaner und Karäcr), sind hier zusammengetragen, ins Deutsche übersetzt und nach den einzelnen von dem Verfasser behandelten Problemen als Bewclsmaterlal geordnet worden. Der Morgenland-Verlag, Berlin-Friedenau, Lauhacher' Straße 16, in dem das Buch vom 1. Juni ab in Lieferungen erscheint versendet darüber an jeden einen ausfuhrlichen Prospekt der einen Ausschnitt aus den Thesen und dem Beweismateriii des Werkes gibt Jadei unl Araber am Grabe des Rabbi Melr Mehr als 5000 Juden und etwa 2000 Araber versammelten 6ich am 7. Mal, am Sterbetage des berühmten Rabbi Melr Baal haness, an dessen Orabmal. In malerischer Prozession schritten die Pilger zum Grabmal des großen Rabbi An der Prozession nahmen der Vizegouverneur des palästinensischen Norddistrikts, der moslemitische Mufti, zahlreiche arabische und jüdische Notabcln, sowie Touristen aus Europa und Amerika tcU. Die jüdischen und arabischen Läden waren geschlossen. Am Abend wurden der Tradition gemäß in der Nähe des Grabmals große Freudenfeuer angezündet ' Der „Vorwärts" bringt in seiner Abendausgabe'vom 13. Mal eine der römischen „Tribun*" entnommene Schilderung Tel-Awiws, Wir lcacn im Berliner Tageblatt vom 16. Mai nachstellende Anekdote: Franz Werfet kehrte jüngst von einer Palastinafahrt heim, die er über Einladung zionistischer Freunde unternommen hatte. Man fragt ihn nach besonderen Eindrücken. Und der Dichter erzählt: „Bei der Einfahrt des Zuges in die Station Jerusalem hdre ich, durch die Waggons geilend, den Ruf: Herr Wcifcll .. Herr Werfclt" Ich arbeite mich durch sSmtlichc Abteils durch dem Rufer entgegen und sehe mich einem kleinen spitrhSrligcn Mann gegenüber. „Ich bin Herr Wcrfcl — was wünschen Sic von mir? Worauf er mtr die Hand reicht: ,$ehr erfreut — Eckstein mein Name . . . wir warten auf Sic. schon drei Wochen , , ." Am Ausgang wende ich mich verlegen an einen Freund: „Wer ist dieser Mann?" — „Der? Das ist der alte Eckstein. Der Dienstmann von Jerusalem." Der Sinn der Anekdote und der Grund, warum sie veröffentlicht wurde. Bind uns unverständlich. In Bcrlki pllegcn sich Dienstmänner höchstens um das Eintreffen von Boxern zu kümmern. Wer es lächerlich findet daß in Jerusalem ein jüdischer Dienstmann Interesse an einem Dichter nimmt mißt mit einem Berliner Maßslab, ■i |, ( , i ':• 'i i ' I i >v; K IM I I •! H, .'«• ■ 'J! r i H ,'i 1 , 4M t ,r 'i. " i,) \

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