Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 38 (15.5.1925)
- Date
- 1925-05-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 350 JüEürSCHE RÜNÜSCHXtT Nr. 38 Palästina und das russische Judentum*) Von Dr. S, Elsenstadt, Jerusalem. Die Festtage »1ml m Ende; Lord Balfour und Weltmann haben den palästinensischen Boden verlassen. Viele Touristen folg«n ihnen, die ihre Erlebnisse und Eindrücke zurück nach Hanse bringen und unter denen zweifellos viele Zukunftseinwanderer tlnd. Zwar fallen auch die Mängel und Lücken der palästinensischen WirklldikeU jedem bald Ina Alice, Immerhin hangt die Schlußfolgerung von der Meologl- »che« Anlage dei Urteilenden ob. Der freundlich gesinnte, insbesondere der überzeugte Zlonlst, wird gerade durch die Mängel zur tatkräftigen Arbelt angestachelt Der Gleichgültige staunt Ober da«, was er hier sieht und vorfindet. Der bebaute jüdische Boden, die wieder, erstandene hebräische Sprache, die stolze jüdische Jugend Palfistinas, — dies alles wirkt wie eine Legende. Die Mängel bleiben im Schatten; aus einem Gleichgültigen verwandelt er sich in einen Freund. Er möchte für die Wiederherstellung des Lindes tätig werden. Er wird noch einmal zurückkommen, Jedenfalls Ist Ihm etwas ins Herr gefallen, er gehört nicht mehr zu den OleichgOltlgen. Nur die sind Qegncr, die ins Land .kommen, nicht um zu lernen und zu sehen, sondern um zu tadeln und die Tatsachen zu entstellen. Die beiden Extreme reichen sich die Hand /um Kampfe gegen den Zionismus, Eine kleine Gruppe extremer Orthodoxer und ein ebenso kleiner Haufe radikaler jüdischer Kommunisten führen denselben Kampf. Das gleiche Ziel, die gleichen Mittel, das gleiche Streben, den Zionismus zu verleumden, die jüdische Kolonlsationsbcwegung ins falsche Lieht zu rücken. Während aber die Verleumder von rechts durch die zionistische Oeffentlichkeit und die zionistische Presse auf entschiedenste Weise abgewiesen und desavouiert werden, geht es den Verleumdern von links viel besser, die sich von jeder Kritik und Berichtigung abzusperren verstehen und keine Information aus Palästina, die ohne werteres einen günstigen Einfluß auf die öffentliche Meinung ausüben konnte, zulassen wollen, Wir haben dabei insbesondere vor Augen die Tätigkeit der jüdischen kommunistischen Sektion in Rußland, die einerseits durch Vermittlung der politischen Zensur keine jüdischen, insbesondere zionistischen Zeitungen ins Land hineinkommen liiBt, andererseits aber in ihrer eigenen Presse, auf die sich nolcns volens die jüdische Bevölkerung beschränkt sieht, unsinnige Fabeln über den Zionismus und Palästina erdichtet und sie den von der Außenwelt abgesperrten Massen als unbestrittene Wahrheit zuträgt. So schrieb man neulich in der jüdischen kommunistischen Presse von einer zionistischen Expedition nach Pödolien, um jüdische Mädchen zur Uebersledlung nach Palästina zwecks Heirat zu überreden. So schrieb man auch von einer massenhaften Rückwanderung aus Palästina und mehrere ähnlichen Fabeln. Alles wird so zugespitzt, als ob wir vor einer Katastrophe und moralischen Entartung der zionistischen Bewegung ständen. So mtiO das russische Judentum seine Information hauptsächlich aus dieser verdächtigen Quelle beziehen. Zwar schenken die fortgeschrittenen und national bewußten Schichten des Volkes dieser Information kein Vertrauen und suchen, soweit es gelingt, bei den zionistischen "•'Ochcimvcrcincn andere Informationen zu finden; aber die ••'überwiegende- Mehrheit bleibt allein auf diese gefälschte Information, die wie eine Psychose wirkt, angewiesen. Man muß sich dabei vor Augen halten, daß die polltische Erziehung in Rußland von der Wiege an beginnt und den jüdischen Kindern, denen der hebräische Schulunterricht ver boten ist, schon auf der Schutbank und im Pioiilerciikrcht der Haß und die (Verachtung (gegenüber den Zionismus und Palästina gelehrt wird. Um der antipaläslinensischcu Propaganda einen besonderen Einfluß zu verleihen, bemühen sich die Leiter der jüdischen kommunistischen Sektion, ihre Angaben auf Briefe zu stützen, die sie angeblich von Personen aus Palästina »elbst bekommen. Wir kennen «elbst alle Mängel unserer Kolonisation«- arbeit, es kennt nie in Palästina jeder Arbeiter In der Stadt und auf dem Lande. Unsere Palästina-Presse behandelt sie ' öffentlich und sollte sie in der Zukunft noch aufrichtiger behandeln. Wir wollen sie aber alle durch dauernde und hartnäckige Arbeit überwinden, um unser national und sozial gerechtes Werk durchzusetzen. Alle "Schwachmütigen, Verleumder und Ucberläufer müssen wir aber zurückweisen und ihre tückischen Pläne, ihren Angriff auf die Interessen des Weltjudcntums zurückschlagen. Immerhin besteht elu bedeutender Unterschied zwi sehen unseren Oegnern von rechts und von links. Dte erstcren sind von vornherein zur Kapitulation verurteilt, sie haben fast keinen Nachwuchs, Ihre Kinder kommen meistenteils ni uns; die letzteren entfallen ihre antl/ionlsttoche Propaganda hauptsächlich unter der Jugend und, man muß es zugeben, nicht ohne Erfolg. Aber als natürliche Opposition taucht jetzt mit einer ungewöhnlichen Urkraft die zionistische Bewegung in der jüdischen Jugend und Demokratie auf; ungeachtet der strengen Rcpressivmittel entwickeln der Hechaluz, die Zcirc Zion, der Haschomer hazalr und andere Orupplrruiigcu eine weitgehende Tätigkeit. Das zionistische Riiillniid hilft »Ich mit eigenen Mitteln aus der Not heraus, es entsteht ein neuer, ttoker \u\d tu den poUUsdwn Schlachten gehärteter Nachwuchs, der bereits seine Besten wieder einmal auf die Vorposten der palästinensischen Arbeitsfront hinausschickt. in der zionistischen Presse außerhalb Rußlands herrscht vielfach eine bedauernswerte Gleichgültigkeit gegenüber dem russischen Zionismus. Es macht den Eindruck, als ob die Weltorganisation auf die zionistische Organisation Rußlands verzichtet und jede Verbindung mit derselben itifgchobcii hat. Man hat sich in den Kreisen der zionistischen Exekutive daran gewöhnt, die vormals bedeutendste zionistische Landsmannschaft, das Geburtsland des Zionismus, da* noch letzt 2 Millionen Juden zählt, als nicht mehr existierend anzunehmen. Diese Ansicht Ist ganz verfehlt. Der russische Zionismus Ist lebensfähig, vielleicht noch lebensfähiger als lenials. Die permanente ökonomische Krise, die last das ganze russische Judentum getroffen hat, die Beschränkung ,! '), Der Verfasser war bisher Staa.»ü-;-.\i.eker in Moskau ind ist vor wenigen Monaten nach Palästina übersiedelt. 3a* von Ihm angeschnitten« Problem „Der Aktivismus des •Maischen Zionismus" Ist von groOtr Bedeutung. Wir stellen •* hiermit rtr Diskussion. Die Red. d. ,,1-R.'« der Emigration nach Amerika, und dazu die Recht« der nationalen Autonomie, dk> den territorialen Völkern der Räterepublik wenigstens in beschranktem Mafia fatalen« lieh verliehen wurden, — das alles «halft eine sichert Orundlage für den Zionismus und dcnWiicha der Emigration nach Palästina. Die zionistische Bewegung In Rußland ist stark wie zuvor, die Zionistische Organisation ist aber infolge der schweren äußeren Verhaltnisse fast vollständig zerstört. Aber die zorstörende Wirkung dieser Verhältnisse könnte bedeutend gemildert werden, wenn die leitenden Organe der zionistischen Weltorganisation und die einzelnen Lnndsmamuchalteti der au Rußland aiiRrcnrendcn Gebiete, statt auf die Existenz der russischen Landsmannschaft zu verzichten, die Lage genau erforschten und der zionistischen Bewegung in Rußland aktuelle Hilfe leisteten; denn es muß einmal dem Bewußtsein jedes Zlonlsten eingeschärft werden, daß wir in der ganzen Welt eine und dieselbe Aufgabe vor uns haben und daß unter den zionistischen Landsmannschaften gegenseitige Mithilfe und Nothilfc bestehen muß, insbesondere gegenüber den Ländern, die eine jüdische Massenbevölkerung besitzen und für den Zionismus in erster Reihe in Betracht kommen. ■Worin kann sich diese Nothiife äußern? Wir können uns In dieser Beziehung auf die zlonlrtischc Praxis der vergangenen Jahre berufen. Im Jahre 1912 bis 1914, als die äußeren Verhältnisse für die zionlstlsdte Arbelt In Rußland ebenfalls schwierig genug waren, bestand beim engeren A.-C. In Berlin ein spezielles Büro unter der Leitung eine« mit den Verhältnissen in Rußland gut vertrauten Sekretär». Dieses Büro nutzte alle ihm zugänglichen Mittel aus, um mit den einzelnen aktiven Zionisten, Gruppen und Verbänden, ohne Unterschied der Richtung, in Verbindung zu treten und Ihnen so viel als möglich regelmäßige zionistische Informationen zu vermitteln. Durch diese« Büro erhielten die leitenden Verbände und Gruppen auch bestimmte Geldsummen für Ihre Organisatlons- und Propagnndazwccke. Diese OeWsummen dienten der zionistischen Arbeit und kehrten in die zionistische Kasse mit Profit zurück. Während jetzt Rußland bereits fünf Jahre lang keinen Groschen für altgemeine Pnliistlnnzwcckc und zionistische Parteizwecke (Kercn Hajes«*!, Kcren Kajcmcth, Schckcl u. o.) aufgebracht hat, beförderte damals das ricrliner fsflro die Sammlung und Versendung der Oclder für den Nationalfond», PartclfondR, Schckel usw. In jenen ebenso schweren Tagen stand Rußland nicht außerhalb der Zionistischen Weltorganisation wie es Jetzt der Fall Ist. Die regelmäßige Information, die laufende Korrespondenz und die periodischen Besuche In Rußland hielten die Oruppen und Verbände in festerem Zusammenschluß und munterten die einzelnen Genossen zu neuen Aktionen auf. Die geWkräftigen Elemente wurden mit immer neuer Energie zu Geldspenden herangezogen. Der Autor dieser Zeilen stand in jenen Jahren an der Spitze einer der aktivsten Gruppen im russischen Zionismus (ZeTre Zlon) und konnte die Tätigkeit der Exekutive und des Büros genau verfolgen. Jetzt ist es notwendig, ein ähnlidies Büro für Rußland zu gründen und seine Leitung einem der russischen. Ocnossen anzuvertrauen. Die nächste Aufgabe des Büros wäre, die Lage des Zionismus in Rußland zu erforschen und den einzelnen Gruppen und Verbinden Juristisch» und technische Hilfe zu leisten, die Versendung zionistischer Literatur In die Provinz, die Veröffentlichung spezieller Informationsblätter für Rußland, die Regulierung der zlonkstischen Finanzen usw. Was jclit zum Teil unbeständig und unorganisiert durch einzelne Ocnossen geschieht, soll auch zur Aufgabe des Büros gehören, das am besten in Riga oder Wilna errichtet werden sollte. Bei gegenwärtigem Anwachsen der Emigration und der kolossalen Anziehungskraft, die Palästina für das russische Judentum hat, könnte aber ein In der Diaspora etablierte« Büro nicht im vollständigen Maße die Alljah-Frage für Rußland lösen. Es muß in Palästina selbst ein Büro für die Alijah aus Rußland gegründet werden, das die Einreisefrnge für die Ucbcrwaiidcrer aus Rußland zu regulieren und ihnen mit Rat und Tat hei ihrer Ankunft im Lande und bei Ihrer Niederlassung zur Seite stehen «oll. Eine Einreiseerlaubnis für Palästina ist für einen russischen Juden die Erfüllung eines nussionischen Traumes. Jeder aber, der keine Verbindung mit den zionistischen Oehcimgriippcn hat (und das sind die meisten), ist auf sich «elbst angewiesen; keine juristische, technische und materielle Hilfe. Wer Freunde und Verwandte im Lande hat, der kommt durch. Hunderte von Personen, die für die Alijnh vorbereitet sind, sind genötigt, zwecklos mehrere Monate lang zu warten. Von Rußland aus ist es schwer, etwas in dieser Hinsicht vorzunehmen. Es muß also für Rußland ein auswärtiges Amt in Palästina selbst gegründet werden. Ist es möglich, dnß drm russischen Judentum, dem bereitstehenden und sehnsuchtsvollen, in diesem heranziehenden historischen Moment, der Weg zur aktiven "Beteiligung am Wiederaufbau des jüdischen Palästinas abgesperrt bleiben wird?! Zionistische Bruderhilfe an Rußlsnd — das Ist die Ehrenpflicht der Zionistischen Weltorganisation. prcöococbau S. E. Umport In Warschau Warschau (J.T.A.V Der gegenwärtig In Warschau weilende amerikanisch-jüdische Führer 8. E. Lamport wurde am 9. Mai vom Kultusminister Stanislaw Orabskl und dem Außenminister Grafen Skrzynskl empfangen. Die Minister unterhielten eich mit Herrn Lamport über Jüdische Probleme. Herr Orabskl sagte, der Antisemitismus In Polen sei da« Resultat der negativen Stellung der Juden zum polnischen Staat. Wenn die Juden In Polen polnische Patrlolcn würden, der Antisemitismus würde dann verschwinden, Der Jetzige Wirtschaftskampf der Jüdin ist das Resultat der Krisis in der polnischen Industrie. Ausländische« Kapital würde diese Krisis stark vermindern und über kurz oder lang die Industrie zu neuem Aufschwung bringen. Herr Lamport erwiderte, wenn man den Juden Polen» die freie Eutwlckolung Ihrer Kräfte ermöglichen würde, dann würden sie gcwlD gute polnische Patrioten werden, wie sie ei zum Teil auch jetzt sdton sind. In Amerika und In Westeuropa sind alle Juden Patrioten ihres Lsndes und arbeiten am allgemeinen Wohlstand mit. Nach den Audienzen hatte Herr Lamport eine längere Konferenz mit den Jüdischen Deputierten Dr. Leon Reich, J. Orünbaum und F.arbstcln. Wir entnehmen der „Neuen Züricher Zeitung nachfolgenden Instruktiven Beitrag über Frankreich um Syriens „Seit Jahresanfang sind die syrischen Mandatlandcr Frankrelchs in drei autonome politische Staaten grupplort worden Oroß-Libanon, Syrien und der Staat der Alawiten. Um die gleiche Zelt trat auch In der obersten Administration »in Wechsel ein. General Sarrall übernahm die Nachfolge w>y. Kinn!» als Obcrkomtnissar, Im Staate ÜroB-Libanon trat der Ocneralgouverneur Cayla in Funktion sind dessen Recrieningj. antritt zeichnete sich, wie der „Tcmps" ausführt, durch verschiedene Reformprojekte aus, die in der Bevölkerung $fj,r geteilte Aufnahme gefunden haben. Der Gouverneur suchte erstens eine Umänderung der administrativen tiinleilung des Landes und zweitens die Einführung eine» rein demokratischen Wahl- und Volksvcrtrcttingssystcms durchzusetzen. Der Staat Oroß-Libanon soll fortan in elf Distrikte eingeteilt sein. Die Reform erregte, wie es scheint, große Entrüstuni;, weil sie ohne Befragung des Repräsentativrates, der aufgelöst worden Ist, projektiert wurde. Andererseits aber ist die Volksvertretung des Repräsentativstes durch direktes Proportionalwahlsystcm ohne Rücksicht oul die religiösen Gemeinschaften zu ernennen. Bisher bestand ein zweistufiges Wahlsystem (wie beispielsweise für die Senalswahlcn Frankreichs) und die religiösen Gruppen waren gemäß ihrer Größe Im Parlament vertreten. Well polltische Parteien fehlen und ihre Stelle gerade durch die* Religionsgemeinschaften eingenommen werden, stößt die Reform aul den Widerstand der Bevölkerung, deren traditionelle Orupplcrung sie verkennt. Andererseits fragt man sich auch in Frankreich, ob die Bevölkerung den Orad politischer Reife erreicht habe, um dem direkten proportionalen Wahlsystem nach dem Muster abendländischer Demokration gewachsen zu sein. Da überdies die Klagen der Bevölkerung direkt .vor den Völkerbund gebracht werden, der die Ausübung des Mandats überwacht, empfiehlt der „Tempi", man möchte sich davor hüten, die syrischen Mandatländer zu polltischen Experimenten zu gebrauchen. Die Bevölkerung scheine sowieso ziemlich schwierig zu regleren sein, so daß man jede Beunruhigung und jeden Vorstoß gegen mächtige Traditionen vermeiden sollte". ♦ Die Befürchtungen vor einer durch das Ausbleiben des Regens drohenden Katastrophe in Jerusalem scheinen sich nun doch zu bewahrheiten, obwohl, wenn auch verspätet, starke Regengüsse gefallen sind. Wir entnehmen einem Artikel von Schuehmann, dem Sekretär der Moazath Poale Jeruschalajim, daß die Regengüsse fast gar nichts geholfen haben, weil durch ein schweres Versehen der bekanntlich In arabischen Händen liegenden Jerusalcmer Stadtverwaltung die Zisternen geschlossen waren, so daß du Wasser nutzlos abgelaufen Ist. Erst wenige Stunden vor dem Aufhören des Regens ließ man die Zisternen öffnen. Dagegen haben die Rcgentällc das durchaus unerwünschte Ergebnis gehabt, daß die begonnene Diskussion über eine radikale Umgestaltung der völlig unzureichenden Jerusalcmer Wasserversorgung .wieder abgebrochen wurde, und daß die Versuche, die Wasserversorgung Jerusalems für dieses Jahr sicherzustellen, wieder eingestellt wurden, Es sieht zu hoffen, daß dieser Appell von Schuehmann dazu führen wird, die f:anze Frage erneut aufzurollen und eine schnelle Lösung zu inden, die Jerusalem das schlimmste erspart. * Eine ganz interessante Diskussion findet zurzeit in der „Wiener Morgenzeitung" über die Berechtigung des zionistischen Couleurstudentcntums statt, das bekanntlich in Oesterreich nach wie vor In schönster Blüte steht, während t<. in Deutschland erfreulicherweise völlig beseitigt ist. Die Verteidiger des Verbindungswesens in seiner gerrenwartiRM Form bedienen »Ich der alten Argumente, wahrend wir in der sehr berechtigten und scharfen Kritik au den Zustanden den Hinweis darauf vermissen, in wie geringem Maße sich die zionistische Studentenschaft in den Verbindungen und in der Althcrrcnschaft den zionistischen Aufgaben gewachsen gezeigt hat, Die Zeitung „Near Hast", die fast in jeder Nummer Nachriditen und Informationen über Palästina bringt, enthält in ihrer Nummer vom 7. Mal außer kürzereu Noriren über die Besuche öalfours und Amerys und über die Abreise Claytons sowie das Verhältnis zum französischen Mandatsgebiet einen offiziellen Aufsalz „The New Pale st ine". Der Artikel charakterisiert die seit dem Weißbuch eingetretene Klärung der politischen Lage, würdigt die inzwischen in Palastina geleistete Arbeit und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Araber langsam lernen werden, mit den wirklichen Vcriiältnlsscn zu rechnen. „New Palestine" bringt einen scharf ablehnenden redaktionellen Artikel gegen die neue politische Betätigung labotinsky«. Der Artikel Ist überschrieben: J a bot inskys Burleske". uladtnburo'BegruUuDgri Aus der „Deutschen Zeitung". „Wie oft haben die dculscheu Frontsoldaten in ihren Unterständen, Höhlen und Qranatlöchern den Tag herbeigesehnt, an dem das Feldheer des Weltkrieges Hliiclenburg neben seinem Kaiser, gefolgt von auscrwähltcn Soldaten als Sieger durch das Brandenburger Tor einziehen würde. .Aber dann hätte die Weltgeschichte ihren Sinn verloren', dachte und schrieb Rathen.™. Denn dann hätten die ,.3(>J" Rathen.™« die Weltherrschaft mit dem über den Parteien stehenden Kaiser des freien und wehrhaften deutschen Volkes teilen müssen. Damit das nicht geschah, mußten wir den Krieg verlieren, mußte das Millionenopfer unseres Volkes, sein Meldenringen in Front und Heimat vergeblich werden. Damit die Rathcnauschen „300" die Weltherrschaft antreten konnten. War der ganze ^veltkrleg nötig, mußten auch In Enalind und Amerika Millionen Jünglinge nordischer Rasse umkommen. Nun herrschen 300 über die Welt." „Hebe deine starke Faust Und zerschmettere das Gesinde' Das In unserm Lande haust. Reinige das deutsche Hous Von dem fremden Ungeziefer Treibe es mit Teuer am." ' •';. ,i. r-: ■>>v i«>i<"«; ii, »■ i,i t \i L;. , "d ' i,;y;' U^jii }" ,u im; i >. * ■ * I VI »' ll .1:' t!i; ii I- . 'l< : J M I « I k; i l'.'.V;:: \ h I ~ (, > ' w C I ii, s £: J '* '•' 3 , .-, - y I r'V,:." S'1;'':-., «,:'.! rfv: :• i n.. k;. 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