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Jüdische Rundschau · 1925-05-15 · Heft 38 (15.5.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 38 (15.5.1925)
Date
1925-05-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 340 Daganiah Aleph 1510-1525 Von Josef Banz, Daganiah. Wir entnehmen diesen Aufsatz dem Blatt det X. K. L Manier Fonds". Der Boden Daganiah* wurde im Jahre 1910—191, als die .5ltn nationalen Siedlungen Ktnereth und Chutöah gegründet „urden. in Bearbeitung genommen. Die Leitung des Betriebe» In Kinercth lag noch in der Händen der Beamtenschaft, der damals auch der Boden von Um-Djuni, das heutige Da- (jniah, Jenseits des Jordan übergeben wurde. Die Arbeiter, die in Um-Dlnnl auf Natlonalfondsbodcn bc- KhlltiCt waren, wohnten In Kinercth, gingen Tag für Tag über den Jordan und blieben gelegentlich auch eine ganze m'oehe in Um-Djunl > Aber es erwies sich sehr bald, daß das Beamtensystem |l{ht zu halten war. Das Verhalten des Leiters, der weit fawn entfernt war, den nationalen Wert der Kolonisation eingehen und die Stimmung der Chaluzim, die ins Land gekommen waren, um zu arbeiten, nicht verstand, rief heftige Gegnerschaft unter den Arbeitern hervor. Sic forderten, daß sie ilch an der Leitung aller Angelegenheiten, die die Arbeit ist Orte betrafen, beteiligen konnten und daß man sie nicht nur als Tagelöhner betrachte. Der Kampf, der damals ausgefochten wurde und sogar meinem Streik führte, endete mit der Forderung, eine Kwuzah ttm Arbeitern auf dem Boden von Um-Djuni anzusiedeln, die ioIIir unabhängig sei, um so zum ersten Male den Verweh zu machen, eine selbständige Arhciterwirtschaft auf kooperativer Orundlage einzurichten. Eine Oruppc von 7—8 Arbeitern, die in der Arbeit erprobt »ircn, organisierte sich zu diesem Zwecke und ging nach Um-Djuni. Der Anslcdlungsversuch war mir zeitlich, auf ein Jahr gedacht, ohne jede besonderen Prätentionen. Die Resultate dieses ersten Jahres waren gut genug, um den Forderungen der Arbeiter, der Nationalfonds solle mit fester Ansiedlung in diesem Orte beginnen, Gewicht zu geben. Der Oedanke der genossenschaftlichen Kolonisation traf bei Dr. Ruppin, der damals die Leitung des Palästinaamtes und des Nationalfonds innchatte, auf volles Verständnis. Er hat bei der Entwicklung dieser Arbeitsform viel mitgeholfen. Eine Arbcitcrkwuznh, die sich in Kinercth im Jahre seiner Gründung zusammengeschlossen und später in Oederah gearbeitet hatte, und unter dem Namen der Qedcrah-Kommunc bekannt war, kam zur dauernden Ansiedlung nach Um-Djuni. Sie bildet bis jetzt den Kern der heutigen Kwuzah Daganiah. Die Besetzung des Ortes zum Zwecke dauernder Ansiedlung lind am 9. Tischri des Jahres 1011 statt. , Ungefähr anderthalb Jahre wohnten die Arbeiter im arabischen Dorfe in Hausern und provisorischen Baracken und siedelten dann für dauernd ans Ufer des Jordan und Tiberiassces an die Chaussee Zcmach-Tibcrias über. Hier war der Standplatz, hier wurden Häuser gebaut und Oärtcn mit verschiedenen Zierbäumen gepflanzt. Das Oesamtarcal von .Dagajüah betragt 3000 Dunam. Bis zum Jahre 1921 bearbeitete die Kwuzah das gesamte Gelände, aber da sich der Betrieb mehr und mehr entwickelte und dauernd neue Menschen verlangte, fürchtete sie, daß sieh die gesellschaftliche Form, die der Ort besitzt verwischen könne und teilte den Boden folgendermaßen: Am Anfang in zwei, später in drei Siedlungen Daganiah: Daginiah Aleph, Betli und Gimmel. Daganiah Gimmel löste sieh nach einem Jahre wieder auf. Es war unter der Perspektive gegründet, daß die große Bewässerungsanlage des Jordantales durchgeführt würde. Da aber die Ausführung des Planes verschoben wurde, blieb der Kwuzah nur Octrcideboden, so daß sie sich nicht halten konnte. Es blieben nur zwei Siedlungen: Daganiah Aleph und Bcth, von denen jede HOO Dunam bearbeitet. 200 Dunam wurden für bestimmte Zeit der Versuchsstation der zionistischen Exekutive überlasen. Der Boden Daganiah enthält viel Kalk und eignet sich gut für Getreide wie Weizen, Gerste und Hafer. Ein Teil des frdens ist schon für Bewässerung eingerichtet Dort werden mit Erfolg verschiedene OemGse und Obst, Bananen und Oliven gebaut Der Boden Daganlahs eignet sich vorzüglich für Ocmüse und Obst, denn die Früchte werden hier früher reif als sonst im Lande und können zu guten Preisen In den Städten Palästinas und im nahen Syrien verkauft werden. Der größte Teil des Ocmuscs aus dem Jordantale wird nach Damaskus verschickt. Die hauptsächlichsten Einnahmequellen des Betriebes sind: Milchwirtschaft, Octrcide und •Ocmüse. Außerdem hat die Kwuzah Baumpllanzungcn, treibt Geflilgcl- und Bienenzucht usw. Der Plantagcnbau hat hier eine große Zukunft. In den beiden letzten Jahren wurden In Daganiah Orangen-, Wein-, Bananen-, und Palmcngärtcn angelegt. In Daganiah sind heute mehr als 100 Siedler, darunter 30 Familien und 30 Kinder. Die Lebensform ist völlig kommunistisch bei der Arbett, in der Küche, in der Kinderpflege und Erziehung. Die klimatischen Bedingungen Im Jordantale sind recht schwierig. Der Ort liegt gegen 200 Meter unter dem Meeresspiegel, die Hitze ist sehr groß. Außerdem überschwemmt der Jordan seine Ufer das Wasser bildet Sümpfe, die einen Brutplatz für viele Mücken abgeben, welche schwere Malaria verbreiten. In der letzten Zeit kämpft das Sanitätsdepartement der Regierung gegen die Mücken an. Die Lage hat sich etwas gebessert, aber eine radikale Aenderung wird nur mit der Regulierung des Jordan eintreten, die mit dem Ruthcnbcrg-Pro> Jckt verbunden tot, Diese besonderen Bedingungen machen den Bau von soliden hohen Häusern und gute Ernährung notwendig. Auch die sich mehrenden Pflanzungen sind ein wichtiger Faktor zur Klimaverbesserung. Es Ist zu hoffen, daß die große Hitze und der ungewöhnliche Wasserreichtum sich zu einem Segen umwandeln werden und das Jordantal eine dichte Bevölkerung treuer Arbeiter ernähren wird. In der Umgegend von Daganiah besteht die Möglichkeit, große [Jodenfllichcn zu erwerben. Dadurch wird es möglich sein, ein ganzes Netz von Daganlah-Kolonlen zu schaffen — einen Bezirk Daganiah. Die bedrohte Schnlaulonomle In Litauen Die Kownocr Blätter veröffentlichen einen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung von Szagarren im Zusammenhang mit dem neuen Oesctrcsprojekt über die Minderheitsschulcn, wonach der Unterricht lediglich In litauischer Sprache erfolgen soll. In diesem Beschluß heißt es: 1. Die Stadtverordnetenversammlung stellt fest, daß, falls der Sejm das ohir»c Gesetz annehmen würde, die Kinder der Volksmindcrhcitcn in Litauen sich in derselben Lage befinden würden wie die litauischen Kinder Im früheren Zarenreiche; 2. der Zwang einer fremden Unterrichtssprache für die Kinder der Volksniinderhcitcn widerspricht der Konstitution; 3. es wird hei dieser Gelegenheit festgestellt, daß in der litauischen Literatur und Presse den russischen Reaktionären vorgeworfen werde, sie hätten die litauischen Kinder gezwungen, eine fremde Sprache zu lernen; 4. Die Versammlung stellt ferner fest, d;iß es vom pädagogischen Standpunkt unzulässig ht, den Unterricht nicht in der Muttersprache tu führen; 5. die Versammlung beschließt, diese Resolution dem Sejm vorzulegen mit der Bitte, den Entwurf abzulehnen. Für diesen Beschluß stimmten alle Fraktionen, außer der christlich-demokratischen. Der Zentralausschuß der Partei der Deutschen in Litauen veröffentlicht folgenden Pretest in Sachen des Schulgesetzproiektes: Die Versammlung der Deutschen am 3. 'Mai 1925 tn Kowno hat von der in der Kultuskommlsslon des Sejm eben angenommenen Abänderung des Volksschulpesetrrs Kenntnis genommen und protestiert auf das entschiedenste gegen dir £chnMcrung der Rechte auf selbständige kulturelle EntwiclIi""', die den Minderheiten durch die Konstitution und die Minderheiten-Deklaration gewährt Ist. Die durch die Völkerbund-Deklaration den Minderheiten eegehenen Rechte sind nicht als Gnadengeschenk der Litauer aufzufassen, sondern sind unser unantastbares Recht, zu dessen Verwirklichung wir alle Schritte tun werden, die un«. zur Verfügung stehen. Die Versammlung drückt die zuversichtliche Hoffnung aus, daß die Herren Sejmabgeordneten ein solches Oeselz, das In krassem Widerspruch zur Verfassung und zur Deklaration steht., das ferner jeder Pädagogik Hohn schreit, nicht zulassen und nicht einen Teil der Bevölkerung 6ciner Muttersprache wegen zu entrechten versuchen werden. r*-: H.H'l—Ul1 u r-. ■aiM'il.Ji'.SI.'UÜ'HUW.WllTJIi. IW.W ker" von Julius Richter, Professor am orientalischen Seminar In Berlin (Band I von Reimanns Weltgeschichte, Verlij R. Oldenbourg, München, 114 Seiten, mit einer Zeittafel der Rcligionsgeschichte) und The World's Livlng Rellgions von Robert Ernest Humc (Verlag Charles Soribncr's Sons, Undon, 312 Seiten). Die Verfasser beider Schriften sind l'&her Missionäre gewesen. Humc ist der Herausgeber der "uen englischen Upanishaden-Ucbersetzung, die 1921 er- Knien. Das Judentum behandelt Richter nur bis' zur Zerstörung Jerusalems, Hume widmet auch dem heutigen Judentum und der zionistischen Bewegung ein kurzes Kapitel H. B. Konzert mit Kompositionen von Stelan Wölpe Der Fall Wölpe Ist symptomatisch und daher beachtenswert. Wölpe ist ein sehr begabter junger jüdischer Musiker, — •l>cr er will und will nicht „In bisherigen Bahnen wandeln", %ie man sich auszudrücken pflegt. Und darin hat er wahrhaftig recht. Aber in welchen Bahnen soll man nun wandeln, um Kunst zu dienen? Da ist ein bekannter Musiker, der es heute zu großer, *tnn auch sehr umstrittener Anerkennung gebracht hat, '»» ist Arnold Schönberg. Dies ist nun die Fahne, f4 der Jeder neue Musiker schwören muß. Natürlich wird Wölpe betonen und bekennen, er habe *<nig mit jenem Meister zu tun, er gehe seine eigenen wege. Aber eben dies Ist es: Schönberg, der Wagner über- *'gnert und vieles Eigensinnige dazu getan hat, hat wenig- "tns als Möglichkeit für ein kommendes Ocni«, für einen "tuen Wagner oder Bcrlioz vorgewirkt, und das Ist <Ut?roßes Verdienst. Seine Nachfolger aber sprechen zu einem '«blikum, das von diesem Verdienste quasi schon genügend ""(errichtet ist und nun endlich die reinen Taten sehen ^hte. Die aber sind: unmöglich. Wert wir - und hier "■uft etwas FKhminnltchet gesagt werden — weil wir nun einmal, und vorerst mindestens für die nächsten Jahrhunderte, in der Kunstmusik harmonisch — europäisch hören und empfinden werden. Die Oesede, nach denen Bach, Mozart, Beethoven, Wngncr, Brahms und Mahlcr geschaffen haben, sind die natürlich-harmonischen, auf den wenigen Intervallen beruhenden, die Gcsct/e, die sich psychologisch und historisch genügend begründen lassen. Oh das Psychologische für Europa (und Amerika) von „ewiger" Dauer sein wird, wer kann das sagen? Aber so lange wir vor der Oröße der Matthäus- Passion und der Hohen Messe, vor einigen Bcrtliovcnschcn Quartetten und am „Tristan", um nur wenige llöchstlclstun gen zu nennen, zerknirscht und göttlich erschüttert dastehen werden, so lange wird kein neues musikalisches Gesetz, kein völlig neues, freies, nur und nur lineares, melodisches, sym bolisicrendes — oder wie man das bezeichnen will — das innere und äußere Ohr befriedigen. Den ganzen neuen Apparat gebraucht nun Wölpe, wenn auch nur in kleinem Kammerformat: hei der Begleitung jüdischer Volkslieder. Da allerdings scheitert die Arbeit völlig. „Amul is gewen a Maassc" und „Ech bin a Balngulc" mit punktierter eigenwilliger Klavierkunst stützen, crlilutem und ausdeuten zu wollen, das geht nun einmal ganz und gar nicht. Fräulein Ennolnlkoff sang als jüdische Heidin. Ihre hohe Musikalität legte das glänzendste Zeugnis ab, ebenso ihre vorbildliche künstlerische Opferfreudigkeit. Daß Wölpe ein starkes Talent Ist, bewies der sympathische Künstler durch seine Celle-Sonate (erster und dritter Satz), aber auch durch seine Art, zu begleiten. Folgende treffliche Künstler gaben ihr Bestes her, um den Abend interessant zu gestalten! Außer Früulcln Ermolnlkoff, Arved Kurtz (Violine), Armin Liebermann (Cello), Antin Rudnycki (Klavier). , . Arno Nadel Zur Slaatsanaeliilrlokeilslrage in Lettland Von unserem Korrespondenten. m. g, RI g a , 10. Mai 1925. Während der Budgetdebatte im Icttländischcn Sejm nahmen von den jüdischen Abgeordneten Rabbiner Nurock, Dübln und Prof. Laserson das Wort. Rabbiner Nurock sprach von der Verschlimmerung der administrativen Praxis des Inntnressorls und fuhr fort: Besonders bekundet sich das bei der Erlangunr» der Staatsangehörigkeit durch das Kabinett. Bisher bestand bei sämtlichen früheren Kabinetten folgender Modus: Personen, welche den gesetzlichen Anforderungen entsprachen, wandten sich an das Innenministerium, unter Beilegung aller Dokumente, und das Ministerium pflegte, nach genauer Prüfung dieser Gesuche, nie mit einer c(iiisli«cn Resolution dem Kabinett zu überweisen, welches dem Innenministerium stets beizupflichten pflegte. Heute ist es ganz anders. Ungeachtet der glimpflichen Resolution de» Innenministers behandelt das Kabinett monatelang diese Fragen überhaupt ' nicht. Wenn es endlich dazu kommt, werden diese Angelegenheiten an das Innenministerium rcsultatlos zurückbeordert. Entweder das Kabinett hat Vertrauen zum Innenminister, oder es mißtraut ihm, und es müßte dann die Konsequenzen ziehen. Der Innenminister sollte wenigstens zu seiner eigenen Person Vertrauen haben und die Sache Im Kabinett verteidigen. Aber da, wo es sich nur um Minderheiten handelt, kann man ja gleichgültig sein . . . Scjniabgcordnctcr Du bin, der vom Staalsschutrgcsctz ausging, kam gleichfalls auf das Staatsangehörigkeitsgesetz zu sprechen. Er schilderte, wie schwer es bei den heutigen Bestimmungen falle, die Staatsangehörigkeit zu erhalten. Da wc/den unendliche Nachweise und Dokumente gefordert, und sind sie endlich zusammen, dann wird vom Ministerium ein ungünstiges Outachten gegeben. Kommt ein Aufnahmcgesuch schließlich doch an das Kabinett, dann erschrickt dieses, daß wieder ein Heer Juden aufgenommen werden soll und läßt das Gesuch ohne Angabc von Gründen unter den Tisch fallen. Ein Vergleich der statistischen Daten in den letzten fünf Jahren zeigt, daß die Zahl der Aufgenommenen stetig abgenommen hat, auch die Zahl der vom Kabinett abgelehnten; gewaltig gestiegen ist aber die Zahl der vom Innenministerium abgelehnten. Diese Nichtaufgcnommenen macht man künstlich; obgleich sie seit jeher hier Im Lande gelebt haben, zu Ausländern und Staatenlosen, und von Ihnen lebt das Innenministerium, das durch die ihnen auferlegten Ocbührcn sein Budget vergrößert. Redner schildert dann in humorvoller Weise die Kommission, die über die Einreise nach Lettland zu entscheiden hat; diese besteht aus einem Artilleristen, einem Kavalleristen und einem Infanteristen und ist sicher eine ungeheuer sachverständige Behörde. Wenn wir Frieden und Eintracht wirklich wollen, dann sollten unsere Beamten nicht dazu erzogen werden, in jedem Mindcrhcltsangchörigcn einen Staatsfclnd und Schädling zu sehen. , Prof. Laserson führte aus: Die Entscheidung über Einreisen, die doch ganz unzweifelhaft die Frage der inneren Sicherheit angehen, gehört .von rcchtswcgcn allein dem Innenministerium. Anstatt dessen hat eine Person, die nach Lettland reisen will, einen siebenfachen Hottenring zu überwinden, denn die Genehmigung hängt von sieben Behörden, darunter auch von der inncrrcssortlichcn Drci-Mäuiier-Kommlssion, ab. Das reale System ist rettungslos verloren gegangen. In dieser Beziehung muß unbedingt Wandel geschaffen werden. Das Innenministerium muß den Mut aufbringen, die Ihm zustehenden Kompetenzen für sich allein zu beanspruchen. Es ist gesagt worden, dall Lettland kein Asyl für Fremde sei. Wie viele von Ihnen haben aber einstmals ein Asyi im Auslände suchen müssen, und es auch gefunden. Härten Sie es nicht gefunden, wer weiß, ob wir heute die Möglichkeit hatten, hierzu tagen. Die so rosig gcrchildcrtc Lage der Minderheiten sieht in Wahrheit nicht so aus. Das einzige, was für die Minderheiten getan worden Is», Ist, daß Ihnen der „Status quo" versprochen wurde. -Sonst haben sie nichts erreicht, und nichts ist für sie getan. ine Aosslehlei der Koloalsallon In Rußland C h e r s o n. (J. T. A.) Mr. David A. B r o w n aus Detroit, der gegenwärtig in Gesellschaft des Direktors der Agro- Joint, Dr. Joseph Rosen, auf einer Tour durch die jüdischen Kolonien in der Ukraine begriffen ist um die Bedingungen und Aussichten der jüdischen landwirtschaftlichen Siedlung In Rußland zu prüfen, äußerte sich in einem Gespräch mit dem J.T.A;-Vcrtrctcr wie folgt: Die Tatsache, daß sich bereits so viele jüdischen Familien mit Hilfe der Agro-Joint angesiedelt haben, hat mich fn einer sehr angenehmen Weise üherrascht. Menschen,. die birf jetzt in den Städten und Städtchen in Not und Elend lebten, sind glücklich, auf eigenem Boden ein neues Leben beginnen fZU können. Die Stimmung unter den neuen Siedlern ist ausgezeichnet. Ich sehe mit großem Interesse meiner bevorstehenden Tour durch die Krim entgegen, wo die Aussichten für die jüdischen Siedler noch günstiger sind als in der Ukraine. Derartige Nachrichten zeigen erneut, daß zu einer a limine ablehnenden Haltung gegenüber den landwirtschaftlichen Siedlungsvcrsuchcn In Sowjetrußland kein Grund besteht. Forldauer der antlsenlilschen Exzesse U Oran Paris. (J.T.A.^ Die ant\«raitiscl\cn Unruhen, die in Oran, dem Hauptorte der spanischen Zone in Algerien, am Tage der Ociueindcwahlcn eingesetzt hatten, dauern mit verminderter Intensität fort. Trotz des verstärkten Polizei- und Triippenaufgcbots gelingt es den Exzcdentcn hier und da In das jüdische Viertel einzudringen und Mißhandlungen und Plünderungen auszuführen. Koch am 7. Mai haben faiwu tlslerlc Anhänger des neuen antisemitischen Bürgermeisters das Warenhaus des Juden Bcntata in der Ruc d'Orlcans vollständig ausgeplündert; an dem gleichen Tage wurde das Geschäftshaus der Brüder Touboul auf dem Place de Rcpubliquc demoliert Noch kritischer wird die Lage dadurch, daß ein Teil der Stadtangcstclllen und der Polizei sich aus Anhängern des Bürgermeisters zusammensetzt und das Jüdische Element drangsaliert. Das neue Büro der Alllance Israihto. Die jüngst in Paris statlgcfuiidcnc außerordentliche Jahresversammlung hat icine Neuwahl des Zentralkomitees der Alllance IsracMitc vorgenommen. Die ausgeschiedenen Mitglieder sind wiedergewählt worden. Es sind dies die Herren: Präsident Sylvain Levyj die Vize-Präsidenten Dr. Arnold Netter und Eugene Sde; Schatzmeister Raoul Monte!lore. (J.T.A.)

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