Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 37 (12.5.1925)
- Date
- 1925-05-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 342 Palästinensische Migrationsslatistik Von Dr, Vorbemerkung Mlchaet Traub. der Redaktion: Der Artikel des in der jüdischen "Welt will bekannten jüdischen Statistikers Dr. Traub weist auf die Mängel der palästinensischen Itnnilgrationsstatistik hin. Diese Mängel sind zweifellos vorhanden, und ihre Abstellung wäre zu wünschen. Frcilicli sollte nicht übersehen werden, daß die Vcihältnissc in Palästina eine ordnungscemüße Statistik sehr erschweren und wahrscheinlich höchstens die Regierung sie durchführen kann. Die Indische Presse im Gallith Ist natürlich völlig auf die Ziffern angewiesen, die die palästinensischen und zionistischen Zentralstellen veröffentlichen. E< wird in der judischen Presse häufig darüber Klage geführt, dal» die englische Zollverwaltung nicht nur durch ihre Iminigralionsbcschränkungcn die jüdische Einwanderung «ach Palästina verhindert, sondern auch durch unrichtige Wiedergabe jüdischer Einwandcrungszahlcn ein falsches Bild jüdisch-palästinensischer Migrationsbcwcgung verbreite». Wie sehr aber dieses Bild durch unsere eigenen Publikationen verzerrt wird, erfährt man erst dann, wenn man aus dein widerspruchsvollen Labyrinth jüdischer Statistik eine richtige Vorstellung von der jüdischen Immigration nach Palästina gewinnen will. ■ Nach der Jüdischen Rundschau" vom 15. lauuar 1924 betrug die jüdische Einwanderung nach Palästina im Januar 1924 390 Seelen; am 11. März berichtet das gleiche Blatt, da» Im Januar nur 357 Einwanderer Ins Lnnd gekommen seien, darunter 14 Christen und 13 Mohammedaner. Nach Schachtel („Ercz-Jisracl-Mcrkbiich", Berlin, 1924) belicf sich die Einwanderung im Januar 1924 auf 330, im Februar auf 421, im März auf 56o insgesamt Januar —Marz 1320 Seelen. Nach der „wiener Morgciizcltung" vom 30. Mal 1924 immigrierten nach Palästina Januar —März 1924 1 046 Ncufinwaiiderer (598 Männer, 42 Frauen und 406 Kinder; die im Artikel erwähnte Zahl 1406 muß anscheinend 1046 heißen) und 106 Rückwanderer, insgesamt folglich nun 11521 Im Mal 1924 betrug die Einwanderung nach Palästina: nach einer Meldung der Zlko. vom 4. Juli 1921 800, vom 11. Juli (J.T.A.) 906 Seelen. Im August 1924 verzeichnet die „Wiener Morgenzeitung" vom 9. September 1924 (I. T. A.) eine Einwanderung von 2670 Seelen; am 9. Oktober finden wir Im gleichen Blatte, daß nur 2324 Personen im August tiach Palästina eingewandert seien. Nach der „Palästina- Wirtschaft" (Oktober/November 1924) belief sich indes die Einwanderung im August auf 2704 Seelen; man zahlte unter ihnen: 1803 Ncucimvandcrcr, 690 Touristen und 121 Altansässige, was allerdings nur 2614 ergeben würdet Im gleichen Aufsatz weiß das Watt zu melden, daß die Einwanderer und Touristen sich wie folgt zusammensetzten: 1166 Männer. 706 Frauen und 711 Kinder, Eine Addition dieser drei Einwandcrcrgriippcn ergibt aber bloß 2533 Seelen. Da eine vierte Kategorie in diesem Zusammenhange nicht gut denkbar ist, sind wir zur Annahme berechtigt, daß zumindest zwei von den drei im gleichen Artikel angeführten Zahlen (2701, 2614, 2583) entschieden falsch sindl Im September 1924 hatte die jüdische Einwanderung nach Palästina ihren Höhepunkt erreicht. Eine genaue Feststellung der Einwanderung erweist sich aber auch hier als schwierig. Die „Jüdische Rundschau" verzeichnete die Zahl der September-Immigranten: am 4. November 1924 mit 2750 (incl. 547 Touristen), am 11. November (J.T.A.) mit 2500, am 21. November mit 2055 Seelen; die „Wiener Morgenzeitung": am 13. November 1924 mit 2750 (incl. 194 Rccmigranten und 547 Touristen), am 9. Oktober 1924 mit 2130 Seelen; die „Palästina-Wirtschaft" berichtet in ihrer Dezembernummer (ebenso wie die „Jüdische Rundschau" vom 4. November und die „Wiener Morgenzeitung" vom 13. November) von 2750 Einwanderern (im September), von denen 2009 Neucinwanderer, 547 Touristen und 194 Altansätslge waren. Im Jahre 1922 betrug die jüdische Einwanderung nach Palästina: nach der Ziko, vom 22. Juli 1923 7844, nach Schachtel 9287 Seelen. Das „American Jcwlsh Vear Book" (5681) gibt die Einwanderung vom 9. Dezember 1917 bis Ende 1922 mit 26 639 Seelen an. Nach Schachtel immigrierten von Februar bis Ende 1919 ca. 2300. 1°20 ca. inOOU, 1921 ca. 8617,1922 ca. 9287, Insgesamt von l'cbrua r 1919 bis Ende 1922 30201 Juden nach Palästina. Infolge der Hinzurechnung von Touristen zur allgemeinen üinwandererzahl erreichte die jüdische Einwanderung während der Monate J an uar—^Septem bcr 1924 nach Jüdischen Quellen 12 430. nach englischen bloß 8191 Seelen. Diese Beispiele ließen steif beliebig vermehren. Welche Zahlen sind die richtigen? welche die falscher»? Wir wissen es nicht; wissen vielfach auch nicht, ob die betreffenden Zahlen sich lediglich auf Juden beziehe», da die cinwan dernden Christen und Mosllms nur selten gesondert erwähnt werden. Verwirrend wirkt fenicr die Tafsache, daß die Imml «rantcnzahlcn meistens auch Touristen umfassen, Die Zahl der Frauen und Kinder wird zuweilen genannt, zuweilen auch nicht. Von Vermögens- und Berufsverhältnissen wird nur selten Notiz genommen. Angaben über Bildungsvcrhältnisse fehlen in der .Regel ganz. Man hat zuweilen das Empfinden, daß hinter dieser Systcmlosigkcit vielleicht doch ein System vorhanden ist, das System jenes jüdischen Familienvaters, der lange im Zweifel war, ob er das Alter seines neugeborenen Sohnes höher oder niedriger angeben soll: das erstcre könnte sich beim Eintritt in die Schule, das letztere bei Erreichung dc9 militärpflichtigen Alters al9 nütilich erweisen. Sollte es auch unseren amtlichen Statistikern erst gesagt weiden müssen, daß die richtigen Zahlen noch immer die besten sind? Schuld nu diesem heilKisen Znhlcnwlrrwnrr tragen in erster Linie selbstredend nichtdlecrwähntcn Blätter (obwohl auch ihnen der Vorwurf kritikloser Wiedergabe nicht erspart werden kann), sondern vielmehr die Agenturen, denen sie die betreuenden NieMchten entnehmen und die zuständigen zionistischen Acmter, denen die Pflicht gewissenhafter Registrierung und genauer Veröffentlichung der jüdischen Inimlgrationszahfcn obliegt. Wir verkennen keineswegs die schwere Arbeit, die von der zionistische« Organisation in Palästina geleistet wird. Neben dieser praktischen Arbeit sollte aber auch die zahlenmäßige - Erfassung der wichtigsten Erscheinungen der jüdischen Einwanderung nicht außer acht gclassni werde«. Ohne diese Zahlen ist eine wissenschaftliche Bearbeitung des jüdisch-palästlnenslschen « guttonsproblcms schlechthin unmöglich. Die Resultate V.e*,\r, F^rHh.u1?cn sind aber «uch für unsere praktische Sl edlungs arbeit von Wert. JÜEÖISCHE RONfDSCRXÜ Nr. 37 Ifadawar / Unter diesem Namen wird am 1. Juni cüic neue hebräische Tageszeitung in Palästina zu erscheinen beginnen, das Organ der Arbeiterschaft, der Histadnith hnovdlm. Damit fjeht ein nltcr Wunsch der Arbeiterschaft und aller derjenigen Kreise, die auch Im Gallith sich der Arbeiterschaft verbunden fühlen und 'in ihr den wichtigsten Faktor des Aufham sehen, in Erfüllung. Die Redaktion liegt in den Händen von Bcrl Kaznclson. Wir wünschen dem neuen Organ, das den Ocdaiikcn des arbeitenden Palästina vor der Welt zu vertreten hat, daß es sich im Sinne seiner Begründer entwickeln möge. Eine Spende von 1500 £ lör die hebräische Universität Aul einer zu Ehren Dr. Wcizmanns bei Rechtsanwalt Alexander Iii Kairo stattgcfundciicn Zirkclvcrsaninilung spendete Herr Jacques M u z r I 1500 Pfund für die Hebräische Universität in Jerusalem. Die jährlichen 2lnscn sollen als Preis dienen für die beste Veröffentlichung aus der jüdischen Ocscliichfc. Außerdem spendete Herr Muzrl ein Jährliches Stipendium von 60 Pfund für einen der zehn Assistenten an dem Univcrsitäts-Lnborntoriuni. Au der Jiidalstischcu Fakultät der Universität Jerusalem werden im Sommcrscmcsler 1925 folgende Vorlesungen gehalten: Dr. Epstein: Einleitung in die Textkritik der Mischna; Talmud; Tosscfta. Dr. Klein: Das Buch der Richter und die Bücher Samuel; Die Sanuritancr; Ausgewählte Kapitel aus der Paläslinakunde; Benjamin von Tudela. Dr. Schwabe: Griechisch; Lateinisch. Aharoni: Zoologie auf Grund der Bibel und des Talmud. Dr. Mayer: Die arabische Baukunst In Jerusalem. Resultat (Irr Sladlvcrordiietcawahlen In Tel-Awlw Jerusalem (J.T.A.), Soeben wird das Resultat der am 3. Mai in Tcl-Awiw stattgclundencu Stadtvcrordnctenwahlcn bekannt. Es wurden vier Vertreter der Hausbesitzer, vier Pächter, vier Scphardim, drei Jemeniten, vier Orthodoxe, vier Nationale, vier Unabhängige und vier Vertreter kleinerer Parteien, ferner vierzehn Arbcitcrvcrtrcter gewählt, Amerikanisches Kapital Iflr Pallsllna Eine Depesche aus New York teilt mit, daß eine Konferenz jüdischer Bankiers und Geschäftsleute, welche dort stattfand, beschlossen hat, die „Palcslinc Sccuritics Society" zu unterstützen, welche die ersten jüdischen Stadtanlcilien (von TcU Awiw) erfolgreich untergebracht hat und nun beabsichtigt, ein ausgedehntes B a u p r o g r n in m in Palästina durchzuführen. Es wurde ein Beirag von 257000 Dollar gezeichnet, und zwar in der Hauptsache von den Herren Morris Dwugasch (25 000 Dollar) und Isaac Meister, Isidor D. Morrison, Jacob Siegel, David Pokolsky, William Topkis, Jacob Gocll ,und Israel Matz, welche je 10000 Dollar zeichneten. Die Konferenz wurde von Louis Llpsky eröffnet, außerdem sprachen Judge Bernard Roscnblatt, Von«lt/ciuIer der ()c*ellscliaft, und die Herren Einanucl Ncumanu, Satomon I, Weinstein und Hermann Bernstein. Begrüßungsschreiben sandten Col. Kisch und Dr. A. Ruppin, Mitglieder der Zionistischen Palästina-Ecxkutive. Die Zeichner der neuen Gesellschaft nehmen sämtlich führenden Anteil an dem amerikanischen Kcrcn Ilajcssod. Erfolgreicher Verlaul der „Bln|a*"-Katapagnc in Südafrika Nachdem das bisher aufgebrachte Kapital von 25 000 £., das direkt geschäftlich in Palästina investiert werden sollte, nunmehr talsächlich zu befriedigender Investierung gelangt ist, haben die Direktoren der South African Palestiuc Tiutcrpnsc (Biny.in) Corporation, Ltd., wie der „7.1 o n I»t R c cord" mitteilt, eine zweite Kampagne eingeleitet für eine weitere Summe von 1000t) £, die in Anbetracht der so erfolgreichen Kcrcn-llaicssod-Kampagnc als recht hoch anzusehen ist. Die nach dem Company Law erforderliche Summe, d, h. 75o;o des genannten Betrages, die Innerhalb vierzehn Tagen gezeichnet sein muß, ist nunmehr sogar überschritten. Die Direktoren beabsichtigen Jetzt, eine neue Kampagne für 15O00£ durchzuführen, um nach Johannesburg mich die anderen großen jüdischen Zentren heranzuziehen. Lord Allenby« neuerlicher Besuch in PalSslIaa Lord Allenby besuchte neuerdings Palästina, um an der Feier der Einweihung des Hcldcufricdhofcs bei Gaza teilzunehmen. Am 29. April war Allenbv in Jaffa und Tcl-Awiw, wo der Magistrat von Tcl-Awiw ihm zu Ehren Im Straudkasino ein Frühstück gab. Nachher besichtigte Allenby die Fabrik von Del fing er, die Silikatfabrik, den Wasserturm und die Rutcnbcrg-Statioii und begab sich dann weiter nach Snrafcnd. Verlegung des nttachduth-Hauptbüros nach Palästina Der Waad Pocl der Hitnchduth hat auf seinen kürzlich in Tcl-Awiw stattgcfuiidcnen Beratungen laut „Waarctz" vi, n. beschlossen, «las Hauptbüro der 1 lllaclidutli von Berlin Jinch Palästina zu verlegen und In Europa du Zculralbüro für die Führung der dortigen Parlclgcschäftc einzurichten. Dl* WaMtii m polilschca PaWstiia-nonUrew Warschau. (J.T.A.) Demnächst finden die Wahlen zur allgemeinen jüdischen Konferenz In Polen statt. An dieser Konferenz werden Vertreter aller jüdischen Parteien und Richtungen, die an dcin Aufbau und der Jcwlsh Agency teilnehmen wollen, anwesend sein. Die zur Vorbereitung dieser Konferenz eingesetzte Wahlkoinmission hat bereits den Wahlmodus festgesetzt. Oanr Polen Ist in fünf Wahldistriktc (Warschau, Lodz, Wilna, Lemberg, Krakau) geteilt. Es werden 450 Delegierte gewählt, die ihrerseits zehn Vertreter der polnischen Judcnhcit für den Rat der Jewlsh Agency zu wählen haben werden. Derberl Samuel und Palästina Jerusalem. (J.T.A.) Herbert Samuel empfinjr du. Rabbiner J. L. Zlotnlk aus Kanada, der Ihm die ü«, der kanadischen Judcnhcit überbrachte. Der ObcrkommisJ sprach mit Enthusiasmus über die von den Juden in Paläslim geleistete Arbeit und war Insbesondere voll Lobes über das landwirtschaftliche Aufbauwerk im Tale Jcsrccl, Herbert $j mucl erwähnte, daß er am 30. Juni d. J. seinen Posten a|i Obcrkoiumlssar Palästinas verlaßt und bemerkte in Verbindung damit, dies werde nur eine Unterbrechung seiner Arbeit Irl i PaUistina, nicht aber ein Aufhören seiner Arbeit für pj.! lüstina, bedeuten. — Herbert Samuel übergab Rabbi Zlotnik ein Schreiben an die kanadische Judcnhcit, in welchem es u. a. heißt: „Als ich vor fünf Jahren nach Palästina kam war Ich hinsichtlich der Möglichkeiten des jüdischen Nationiii heims hoffnungsvoll; jetzt, da ich mich anschicke, Pj. lüstina zu verlassen, kann ich sagen, daß ich nicht nur hoffe, sondern einen endgültigen Erfolg trwart c." Weitere amerikanische Jugcidorgaalsallöien llir l'aläsiln New York, (J.T.A.) Am 30. April wurde in New York eine Konferenz der jüdischen Jugendorganisationen Amerikas eröffnet, die das Ziel verfolgt, einen Zusammenschluß aller Jugendorganisationen für den Aufbau Palästinas herbei, zufülucn. Erschienen waren Vcrtrelcr der folgenden Organi- Ballonen: Juiig-Judah, Juug-lfadassnli, Jung-Misrachi, Jung. Israel, Mcuorah, Jugcudvcrciu Poale Ziou, Haschomer lla/air, Hcchaluz und Jugcndilga der Vereinigten Synagogen Amerikas' Den Vorsitz führte Miß Henriette Szold. Die Konferenz beschloß, einen permanenten Rat der Jugend einzusetzen, der das Ziel verfolgen soll, die Propaganda und die Tätigkeit zugunsten der Auslösung des Palä s t i na-B odens durch den Jüdischen Nat i o n a I f o nd s zu intensivieren, Ferner wurde beschlossen, einen ständigen in. Ihnen Kontakt mit den Chaluzini zu unterhalten, Jede 0r. gnnlsallou verpflichtete. »Ith, jährlich eine bestimmte Summe für die Arbelt der Chaluzlm aufzubringen. Presseschau Aus der Mai-Nummer der „Neuen Rundschau" n,v licren wir die Fortsetzung von Alfred Dftblin „Reise in Polen" und Bernhard Shaws „Aussichten des Christentums". I Wir weisen ferner auf den sehr wertvollen Hamlet- Auf>atz | von Johannes V. Jensen hin, der auch einen intcrcssanim j Gedankengang über die Frage enthält, warum die Figur des tfnuilct gerade jüdische Bühnenkünstler so besonders anziehe. ' » Aus der letzten Nummer des „Kuntrcs" weisen wir auf den Bericht über En Charod hin, der einen guten Hinblick in die wirtschaftliche Tätigkeit dieser großen Kwu/ih Sestatten. Wir zitieren folgenden Passus über die Regelung ic Er/iehungsfragc in En Charod: KI n d c r Ii ä u s c r: Die Kindcrhäuscr entwickeln sich gut Es befinden sich in ihnen im ganzen 60 Kinder, die nach, ihrem Alter in drei Stufen eingeteilt werden: Säuglinge, Klndcrgartcn-Kindcr und Schulkinder. Jede dieser Stufen befindet sich unter besonderer Aufsicht in einem besonderen Hause, Im Haus für die Mittelstufe wohnt auch die Kindergärtnerin. Eine Anzahl von Chawcrim arbeiten fest in der Kliiderfürsorge; unter ihnen ist ein Teil fachlich dafür vor. gebildet. Das Vertrauen der Eltern zu diesen Hinrichtungen ist ein sehr großes, wodurch die normale Entwicklung sehr gefördert wird, Alle dort Beschäftigten sind Chawcrim von En Charod mit Ausnahme des Lehrers in der Schuir, der uns von der Kulturkommission der Histadnith geschickt wurde. Ueher die finanzielle Lage von k'n Charod, das heute 2fi0 Chawcrim und 60 Kinder umfaßt, heißt es in dem Bericht; Nach dem Wirlschaltsplan von En Charod hätte das diesjährige Budget 17 000 Pfund Wtragen müssen. Aber im Budget wurden für uns in Wiiklichlc.t nur 10000 Pfund bewilligt, Davon wurden uns -VM Pfund auf Rechnung früherer Schulden abgezogen. Somit gibt es fur uns nur zwei Möglichkeiten: entweder wir sichern den Lebensunterhalt für das ganze Jahr luid investieren überhaupt kein Geld in den Aulbau der Wirtschaft, oder wir entwickeln die Wirtschaft wenigstens in den notwendigsten ßczichuutjci; ohne die Versorgung zu gewährleisten. Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden. „Et ach cd cl aiual" (Die Arbeiterorganisation). Unter diesem Titel beginnt die llistadruth Ilaowdim eine in arabischer Sprache erscheinende Zeitung herauszugeben, die sich an die arabische Arbeiterschaft wendet. Die erste Nummer enthält einen Leitartikel, der die Frage der Einigung zwischen den palästinensischen Arbeitern behandelt, und eine Darlegung des Standpunktes der Histadnith zur Frage der Alijnh und zur Frage der gewerkschaftlichen Organisation jüdischer und arabischer Arbeiter. Ein zweiter gibt eine kurze Darstellung des Verlaufs der Streik- und Boykottbcwcgimg in Haifa, Jaffa und Tcl-Awiw, in deren Verlan! sich übrigens eine Gruppe von streikenden arabischen Arbeitern In Haifa an die Histadnith gewandt hat, Dann folgt der Aufruf eines arabischen Arbeiters zur Vereinigung arabischer und jüillMchcr Arbeiter In Palästina. Außerdem enthält die eiste Nummer einen fculllctouislischcit Teil mit ausgewählten Ucbcrsctzungcn aus Lassallcs Arbcitcrprogramni. Es sei bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß die Zeitung der EisenbaVmaibcner „Med haketer4* schon seit einiger Zeil auch eine arabische Ausgabe bat. 1 + In der „Selbstwchr" nimmt Felix Wcltseh Stellung tu den Erklärungen der Kolonialministcrs Amcry in Palästina. Wir zitieren folgenden Passus: „Er meint nämlich, daß das jüdische Nationalhcim in Palästina neben einem arabischen Nationalhcim bestehen und mit diesem zusammen leben solle. Dieser Passus scheint uns sowohl jur'itK.i dem Mandats-Vertrag als auch logisch dem Sinne und dem Begriffe des jüdischen Nationalhciins als auch sachlich der geographischen und kulturellen Situation der arabischen Nation zu widersprechen," "'"'Tv^ ■^i.J,i*\V,,v.iWi,;uti*.~u*^^^ n^v^^T^fSw'.^ «*VM4i'Ä*^U:i<M«M f 0&\fz$>h m.mf^^m^mm vi ^ialiiibi^l 8 SBI^ Mio- :}S>!! * ' ' l'll'f .'■ V;: •■/ ► I - * r u, i&!!f * X, ■ fl'i: ,;;. . .»r:;.*rh J"* , •■}, ■ :/ .■■ •>>!■, 'k \ \ i1.';''' 'i' •' - ) i i U,'<;>'!.•:< * >'• i "i .h-vi' ••■ i •< . '",'1 ':m t/l - V <''i::,,f|,: j ■ : }* \' ' ■.»' i i -f. i <!, \i i[>! i '•■ t f» : Vi 1.1'- 1;;,„lf .v, i r •"!' * Z; I' '■' i'U l. I r ( <:..>•} n |» i »■>:•! u\)l>- ,,<l'H ■!i r it. •./ •. 0^ m.. sei-:1 [■'&>■', lr , i.'.' b L- 1 d i t-y; ir t i.' 1 d i' ir i ■ i>fi. Ii: ^' ' tp: VÜ: n i"V «.UV S-'W p bi'::V Pl;':!l?<'>;^' cll'Jf lilMO'r buj'"'!!! W!j V*4 l!;!ti i m