Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 35 (5.5.1925)
- Date
- 1925-05-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 324 )UEBISCHC RUtfDSCHXÜ' Nr. 34 Palästina nur ausnahmsweise möglich icl. Ei lat aber selbst« verständlich, daß auf dl« Dauer keine landwirtschaftliche Kolonisation im groOcn geführt werden kann, die für den Prlvatsiedlcr unrentabel Ist! *o reich Ist kein Volk der Welt. Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation In Palästina Ist derzeit unerträglich teuer (die Kosten der Ansledlung einer sechsköpfigen jüdischen Familie In Rußland werden vom „Agrojoinl" mit 1402 QoWrubcl, zlrkaJSO Pfund, berechnet, der Boden wird von der Regierung unentgeltlich bereitgestellt). Sie wird in erster Reihe durch die übermißig hohen Bodcnprelsc verteuert. Die einzige Losung Ist die Schaffung vernünftiger Dodcnpreise: unddasllcgt In der Macht der Gesetzgebung. 1 II. Worin liegen die Ursachen dieses Unheils und durch welche Mittel sind sie zu überwinden? Das ist jetzt du Hauptproblem der gesamten Jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation. Die Ursachen sind klar. Die Dodeuvcrkäufcr sind ausschließlich arabische Großgrundbesitzer, Effendls. In ihren Händen sind ungeheuere Latifundien konzentriert. Im Gebiete von Gaza und Der Scba gibt es Grundbesitzer, die 2 Millionen Dunam ihr eigen nennen; unter ihnen 11 mit Je 100000 Dunam und 7 mit je 30-100000 Dunam. Im Kreise Jerusalem- Hebron besitzen 26 Großgrundbesitzer 240000 Dunam, imi Kreise Jaffa gibt es 15 mit 102 000 Dunam, um Sichern! und Tul Kerem 5 mit 121000 Dunam usw. Insgesamt be. finden sich in der Hand von 120 Familien mehr als 3 Millionen Dunam. Die Familie Sursuk allein verfügt in verschiedenen Teilen .des Landes über einen Besitz von ungefähr 230 O0O Dunam, die Familie Ewed el Hadi zirka 60000 Dunam, die Familie El-Chussinl 50000 Dunam usw. Diese GroHgriindbesIticr diktieren die DodenprcUe nach ihrem Gutdünken, Sie wissen, daß es nur bei ihnen Land) zu kaufen gibt und daß sie keine Konkurrenz zu befürchten haben. Einen richtigen Orundstücksmarkt In der Art des europäischen Grundstücksmarktcs ,gibt es in Palästina nicht. Es gibt keine Verkäufer, die zu jeder Zelt bereit wären, ihre Grundstücke für einen entsprechenden Preis zu . verkaufen, um dann das eingelöste Ocld in irgend ein Unternehmen vorteilhaft zu investieren. Ein arabischer Großgrundbesitzer trennt sich nicht von seinem Grundstück, weil er mit dcml Erlöse eine andere, bessere Kapitalsanlage machen kann,' Er verkauft den Boden nicht freiwillig aus europäischen wirtschaftlichen Erwägungen, sondern — normalerweise — nur dann, wenn er durch die Höhe seiner Schulden dazu gezwungen wird, wenn er dringend Geld braucht. Sonst aber hat er keine Eile mit dem Bodenverkauf, Er wartet ruhig-ab, <—< und er kann warten: das bringt ihm die sichersten Vorteile] ein. Der Wert des Bodens — bei fortwährend wachsender Nachfrage und fehlendem Angebot — erhöht sich mit jedem Monat. Und der Großgrundbesitzer läßt sein Land einfach unbebaut, das ist das vorteilhafteste, weil unbebauter Boden dann leichter und günstiger verkauft werden kann. Er wird zum großen Teil weder dem arabischen Fellachen (der dabei den „Hums", d.h. >/a dca Bruttoertrages, als Pacht zu zahlen hat, was eine Verzinsung von 5<Vo bedeutet) verpachtet — das könnte später den Verkauf erschweren, well man dann den Pachter verdrängen müßte — noch dem Juden verkauft. Er bleibt unbebaut, unbewohnt. Zwar gibt es in Palästina ein Gesetz, daß Land, welches 3 Jahre nicht bebaut wird, dem Staate anheimfällt; dies ist aber -leicht zu umgehen, indem man alle 3 Jahre eine ScheinpflOgung vornehmen läßt. Das genügt. Man braucht in diesen brachliegenden Boden kein Kapital und keine Arbeit zu investieren, sein Wert wächst automatisch, weil Angebot selten und zufällig ist und dio Nachfrage mit jedem Monat größer wird. Für brachliegende Latifundien bekommt der arabische Großgrundbesitzer gerade, zu eine Prämie; seine Bodenspekulation, die er durch Kult)« vierungs- und Verkauftenthalhing tystcmatiich betreibt, wird reich und sicher belohnt. Die Steuerpolitik der palästinensischen Regierung macht diese dem ganzen Lande gegenüber verbrecherische Taktik der arabischen Effcndis erst recht möglich und wiicdhaft. Für unbebaute» Land zahlt der arabische Großgrundbesitzer eine geradezu lächerlich kleine Steuer, die Vcrgho, die von der alten türkischen Regierung vor mehr als 30 Jahren eingeführt wurde und 0,001 bis 1,01»'« des Bodenwertes beträgt. Dabei ist die letzte Schätzung 1895/90 vorgenommen worden, als der Bodenwert unvergleichlich niedriger war. Diese Steuer, die einer Steuerfreiheit gleichkommt, drückt den Effendi selbstverständlich gar nicht. Für bebautes Land muß er aber eine ziemlich Irohc und schwere Steuer, den „Oscher", zahlen, die 12,63«/o vom Ernteertrag ausmacht: er hat es viel leichter und vorteilhafter, das Land unbebaut zu lassen. Die Vergh© bezahlt er ganz leicht, der Bodenwert wichst inzwischen ununterbrochen. Die Ergebnisse dieser „Politik der Enthaltsamkeit" der arabischen Effcndis sind allbekannt: ungeheuere Fliehen unbebauten Landes Hegen in Palistina brach. Nach einer offiziellen Schätzung der Regierung wm Jahre 1020, bestand damals der Boden Palistinas aus folgenden Kategorien; Dunam 1. Besäte und bepflanzte Flache 5 450000 27,530/* 2. Kultlvlerbare, aber unbebaute Fläche 3350000 16,9?c> 3. Noch nicht bebaubare Fläche (Sumpfe. t Wälder) 7600000 38,68*..' 4. Böden, dessen Zugehörigkeit zur Kaie« gorie 3 und 3 unbestimmt Vst 3540000 16,87»/» Laut dem RegieriHigsberlcht für die Zelt Juli 1020 bis Dezember 1921. liegen von den 1B20000 Hektar anbaufähigen Bodens zirka 300000 Heklar ockerbsufählgen Boden» (zirka >/,) brach. Zu denselben Ergebnissen kommt auch Agronom Joffe. Er rechne» aus, daß Palästina In «einen jetzigen Grenzen eine Fliehe von 1 514 058 Hektar hat; von dieser Fläche werden nur 501401 Hektar bebaut; 303 146 Hektar (mehr all y») sind zwar kultjvierbar, bleiben nber unbebaut. Wenn man aber speziell die In nichtjüdlschcn Händen befindlichen Böden berücksichtigt, so bleiben sogar, nach den Berechnungen von Agronom Zagorodsky, der eich auf die amtlichen Angaben des LandwlrtsehafU-Dt-partement stützt, 08,63^ der In nlcltljOdischem Besitz befindlichen PIBche Unbebaut. " Ungeheuere Landflächeu werden auf diese Weise Im Interesse eines Häufleins von Oroßgrundbesltioni, die dabei von der Reglerungspolitik begünstigt worden, künstlich der Kultur entzogen. Die Preise für diese* unkultivierte Land steigen ununterbrochen. Ee ist viel vorteilhafter, es auch» weiterhin unverkauft zu lassen; Dieses dem ganzen Lande gegenüber verbrecherische und für die Jüdische Kolonisation verderbliche System zu überwinden Ist nur eine zweckmäßige Steuerpolitik der Reglcrung imstande. Keine Geldmittel, die von den jüdischen nationalen Koloiilsallonsiustlliitcn aufgebracht werden, werden für die „Oeiilalh-Haarez" Ausreichen, hl* die Bodcnprelsc nicht auf das Niveau zurückgenommen werden, bei dem ein jüdischer Kolonist seine Wirtschaft verlustlos führen könnte. Hier muß die Steuerpolitik der Regierung cntHcheidrnd eingreifen. Sie muß den Großgrundbesitzer zwingen, »eine Latifundien In der oder Jener Form der Behauung zuzuführen. Es «oll dabei gar «ilcht nu eine Uodcncntcignting gedacht werden; ein vernünftiges Agrarsteurrgcsrtz, wie es seit 50 Jahren in fast allen Staaten Europas besteht, wird vollständig genügen. Die Grundsteuer (Vcrgho) muß auf alles Land fallen, das «ich zur Bebauung eignet; es muß eine neue Einschätzung stattfinden und jeder unkultivierte Hektar muß mit einer speziellen hohen Steuer, die einen Straf- Charakter trügt, belegt werden. Wenn nach einer bestimmten Zelt die unkultivierte Flüche nicht bearbeitet wird, wird die Steuer jedes weitere Jahr erhöht, f& Diese Maßnahmen würden schnell und sicher ihre Wirkung ausüben. Ein vernünftig bemessenes Vcrgho würde den Großgrundbesitzer, der zwar Hundertc von Quadratkilometern Land, aber wenig Bargeld besitzt, zwingen, sein unbebautes Land, das ihm nichts cinlrägt, aber bedeutende Steuerkosten verursacht, allmählich abzustoßen und an arabische Fellachen oder jüdische Ansiedler zu verkaufen. Das gesteigerte Angebot wird notwendigerweise die unnatürlich aufgeblasenen spekulativen Bodcnprclsc sinken lassen und sie bis zur normalen Vorkriegsgrenze bringen. Nur dann wird der Landerwerb in einem der Massenkolonisation entsprechenden Maßstab beginnen können. Nur dann wird ck möglich sein, eine «ich rentierende jüdische Landwirtschaft auf gesunder ökonomischer Basis aufzubauen, die-nicht von Anfang au durch einen übermäßig hohen Aufwand für Bodenerwerb belastet ist. " Das alles gehört selbstverständlich in den Bereich rein ökonomisch-kolonisatorischer Aufgaben, die aber nur durch politische Mittel ihrer Lösung zugoführt werden können. Die Zionistische Organisation, in ihrer Eigenschaft als „Jewlsh Agency", muß die palästinensische Regierung dazu bewegen, in ihrer Boden- und Steuerpolitik «Ich nicht von egoistischen Interessen eines Häufleins arabischer Großgrundbesitzer leiten zu lassen, sondern von den Erfordernissen des Landes und den mit ihnen kongruenten Pflichten, die ihr durch das Mandat auferlegt sind. Zlonli!« nai Agadah Berlin. (J.T. A.) Am Sonntag, den 3. Mai begeben sich die Delegierten der Agudas Jisroel nach London, wo sie mit Vertretern der Zionistischen Organisation, geführt von Dr. Weltmann, über die Frage des Eintritts der Agudas Jltroct in die Jewlsh Agency verhandeln werden. Dio gemeinsame Konferenz wird am 6. Mal beginnen. Die Vertreter der Agudah sind: der Präsident Dr. Pinchas Kohn, der Vorsitzende der politischen Exekutive Herr Jacob Rosen» heim, Rabbi Horowitz aus Jerusalem, Herr S. Quggenhelm aus Basel, Herr J. Hollinder aus Frankfurt a. M. An den Beratungen wird auch der Sekretär der politischen Exekutive der Agudah, Mr, H. A. Oeldmann London, teilnehmen. Zusammenarbeit zwlschea Atjadah tjqd Mitriehl In Hollaid Haag (J.T.A.) Der -vor einiger Zelt von der Versammlung der GbjMTabbinrr Hollands gefaßte Beschluß über die Zusammenarbeit zwischen Misrachi und Agudah In der Erzlchuntr von gesetzestreuer» Chaluzlm wird jetzt fn die Wirklichkeit umgesetzt. Der Zentralrat dar Agudah hat bereits «eine Zustimmung zu diesem Plane erteilt. Rücktritt Be* Awb von der Lellunrj des „Dear lla|omu Der ..Doar Hajom" veröffentlicht ein Schreiben seines Chefredakteurs Ben Awl, worin dieser mitteilt, daß er Infolge von Unstimmigkeiten mit den anderen Rcdaktlonimlt« gliedern bezüglich des weiteren Verhalten» In Angelegen« heit der Artikel „Wir klagen anl" als Chefredakteur des „Doar Hajom" zurücktritt. Hcn Awi soll, wie der „Haardt" meldet, verlangt hoben, daß iler „Doar Hajom" sich bei Dr. Ruppfn entschuldigt und die in der crwiihnteu Artikelserie gegen Dr, Ruppln erhobenen Vorwürfe widerruf!. Ben Awl 6o|i sich in den nächsten Tagen nach London begoben. Als Chefredakteur des „Doar HsJom" zeichnet nunmehr Afmal Iah. ' . Von amerikanisch« Kercn DaJesstd Einanucl Neu manu, der seit der Gründung des amerikanischen Kcren Hajessod als dessen Generalsekretär fungierte, Ist von seinem Posten zurückgetreten. Er wird nunmehr als Ehrensekretär dem Keren Hajessod auch weiterhin seine Dienste widmen. Außerdem wurde er zum Mitglied des Admlnlstratlv-Komltcc» des Keren Hajessod ernannt, nachdem er bereits Mitglied des Admlnlstrauv-Koinltces der amerikanischen Zioiilstwehcu Organisation Ist. Das AdinlnistratlvKomltcc des amerikanischen Keren Hajessod veranstaltete |m Aslor-I toter am 28. April ein Diner tu Ehren Emanuel Neumanns In Anerkennung reiner geleisteten Dienste. Samuel Untcrmycr fungierte bei diesem Diner als Toastmaster. **. ■ ■ ■ 1 " " IL.r.a Redo Julian W. Mockt. Richter Julian W, M a c k, ehemaliger Piä»idcnl der Zionistischen Organisation Amerikas, der nach der Spaltung auf der. Konferenz in Clcveland Im Jahre 1921 zur Brandeis-Oruppe überging, Ist dieser Tage zum ersten Mabseit dieser Snaltung in einer zionistischen Versammlung In Boston als Redner aufgetreten. Die Juden In den Vereinigten Staaten, sagte er, leben gegenwärtig In guten Verhältnissen; es Ist nun die Frage, ob sie weitsichtig genug sind, an die Zukunft zu denken, ob nie sich der Pflicht gegen ihre Nachkommen bewußt sind, GRUPPB SÜD DER 5. Z. V. •r——n-■»-"-"-•"■ —i —----- Am Donnerstag, den 7. Mal, absnds 8M, Phr spricht Im Sploge-Iiaal dor Ollor-V'ssttäte, DrcMentrSlr. R9 Harr Dr. Landauer «bor: „Die politische und wirtschaftliche Lade in PolHitlno." (lUlieborlent), - Einführung tob QMn erwünscht. Der Stand der jüdischen KoIodJmIIoi la der Krim Moskau. (I.T.A.) Der gegenwärtige Stand der i„ dlHchcn Kolonisation in der Krim Ist, in Ziffern drückt: In der Kolonie Tel-Chat haben sich 95 ChaluX' auf einer Fläche von 51O0 Morgen angesiedelt. Sic erhielte,, 4J Hinten über eine buminc von vJ7a Rubel; 17 6JO RU|", erhielten sie ah Darlchn von A^ro-Joint, 1373 Rubel v£ Anderer Scit<\ In »Irr Kolonie Awod.ih slnleUni sVn v l'iiinillfii auf einer l'lucho von 2700 Morgen an. S,c he «allen an cfgrncm Kapital 13000 Ru|>c1, \«n Acro-Jolni erhielten sie 5771 Rubel, von anderer Seite 1657 Rubel. i, Adalat siedelten sich 32 Familien auf 2S0Q Morgen a» Sic brachten ein Kapital von 11 674 Rubel und erhielten, w» Agro-Joint 1400 Rubel, von anderer Seite 332 Rubel, u Osnowa siedelten sich 22. Familien auf 1500 Morgen a„ Sie brachten ein Kapital von 3300 Rubel mit, an Dartthn erhielten sie 4IW Rubel. In Ikor haben sich 32 PamiP^ auf 5700 Morgen angesiedelt. Sie brachten aus eteenein 2S65 Rubel mit und ertlichen von* Afrro-Jolnt ein DirlehV von 14778 von anderer Seite 3500 Rubel. In ßctf,fehen bearbeiten 2« Familien 2700 Morgen Land, in Er.iro A Familien 5000 Morgen Land, in Zcmlcdcctz 33 Familie» 2700 Morgen Land; diese letzten Kolonien verfügten selbst über das allcriiotwcndigslc Kapital und nahmen nur zu einem kleinen Teil die Hilfe des Agro-Joint in Anspruch- In Tel. Olinl, JaltA, bearbeiteten 35 Ch.ilii/Ini 2)00 Morgen, i„ "" " Iii/Ii ... - f'f! . . Hilfe des Agro-Joint und der anderen Quellen angewirwa w . i»» i»ivii;ril, MlHcliiuar 5'j Chnlii/iin 5O00 Morgen; diese Kolon! yerfftgleii über sehr wenig eigenes Kapital und waren auf tt <M In C hei ras siedelten 65 Familien auf 5000 Morgen Land an' Sie besaßen 6000 Rubel eigenes Kapital und erhielten Zui «chüssc von Acro-^olnt und anderen Quellen. Diese Siedlungen entstanden im Wirtschaftsjahr 1923/21. . Im Früh jähr 1025 siedelten sich nn: in. Comzct 7 Familien au! 27 Morgen, in Ca non <) Familien auf 35 Morpcn, In Novy. Byt 20 Familien auf 2200 Morgen, in Pol)cda 35 lam:itt1 auf 2500 Morgen, in Rabotnlk 29 Familien auf 2700 Motgen. In M a y a n 45 Chaluzim auf 3000 Morgen '(dio letzteren erhielten von Agro-Joint 8000 Rubel), io Kadlrnch 35 Fimilicn auf 2O00 Morgen (diese verfügten über 10000 Rubel eigenes Kapital), in Zcmlerob 27 Familien auf 2203 Morgen, In Zarja 25 Familien auf 230O Morgen, Stookgro. wer-Kooperatlv :i() Familien auf 2700 Mnrgcn.'Sachfn 22 Familien auf 1500 Morgen. Insgesamt verlüden diese Siedler über 8J707 Rgbd eigenes Kapital, von Ajrro.Joint erhielten sie 72180 Rubel aus anderen Quellen 20913 Rubel. Es haben sich ferner in den lefzlcii Wochen in der Krim 250 jüdische Familien niedergelassen, die inngemm! 210O0 Morgen bearbeiteten. Durchschnittlich verfügten dicic Familien über je 400 Rubel eigenes Kapital. Eine eenau? Statistik über diese Siedlungen steht noch aus. Die lOdlsche Ackerbubevölktraug in Amerika New York. (1.T.A.) Die jüdische Ackcrbaugcselbchah in New York veröffentlicht soeben einen Bericht, aus welchen das rapide Anwachsen der Zahl der jüdischen Landwirte in den Vereinigten Staaten zu ersehen Ist. Noch Im Jahre l<Mo gab es nur 200 jüdische Farmerfamilicn mit einem Ocsam». bodcnbesltz von 1200 Morgen in den Vereinigten Staaten Nunnicfcr leben allein Im Staate New York mehr als Am jüdische Farmer. Die Jüdische Ackerbaugescltschaii, deren Präsident Mr. Percv S. St raus und deren Generalsekretär Mr. Oabriei Davidson r-iud, gewahrt alle* denen Unterstützung, die sich der Landwirtschalt widmen. D.e Darlchcnsabtcilung hat seit ihrem Bestehen (sie wurde im Jahre 1900 gegründet) 7411 Darlehen In der Oesamlhöhe vo« 4762000 Dollar gewahrt. Die Darlehen werden pünktlich zurückgezahlt; in 25 Jahren waren im ganzen 4»'« Verluste m verzeichnen. Seitdem 1008 die Arbeitsabteilung gegründet wurde, haben 15350 jüdische junge Leute Beschäftigung iU Farmer erhalten. Allein im vergangenen Jahre wurden 6S2 eingeordnet. AbJelunog |üdlsc!icr Anträge Im polnischen St{a Während der letzten Erzieliungsdebatte Im polnisches Sejm stellten der jüdische Deputierte P IS 1 u t z k i (Jüdische Volkspartcl) und die Mitglieder den Jüdischen Parhinciit«- Mubn J. Orünbaum und Rabbiner Lewin Jüdische Anfrage. Abg. P r i 1 u t z k i wandte sich scharf gegen die Ref;icrunj, die nur mit den extremen orthodoxen Juden eine Versündigung sucht, well diese In den hichtjüdlschcn Fächern Polnisch als Unterrichtssprache wünschen. Im Namen der jüdischen Demokratie protestiere er gegen die Ignorieren; des Jiddischen Schulwesens und gegen die Begünstigung des klerikalen Cliedcr. Prilutzkl begründere hierauf seine Antrüge zugunsten der Jlddlschlsten-Schulcn. Abg. Orünbaum sagte, es sei unerhört, daß die Regierung die jüdische Bevölkerung allein für die Erziehung der Jugend sorgen läßt, wobei die Juden wie alle anderen Hür/jcr Steuern zahlen. Für die drei Millionen Juden in Polen hätte die Regierung 38 Millionen Zloty zu Erziehungzwecken ausgeben müssen, in Wirklichkeit gibt sie nicht einmal 21 Millionen nus. Die Regierung Iii fit im Auslände verbreiten, daß au den Hochschulen ein numerus clausus nicht besieht, und dnfl die jüdischen Studenten 23'Vo der Ocsamthörcrschaft ausmachen. Das trifft zum Teil auf die phllosopltlachcn und Juristischen Fakultäten zu, dagrp.en besieht an den medizinischen und technischen Fakultäten ein strenger numerus clausus. An der Warschauer medizinischen Fakultät wurden Im Jahre 1924 Im ganzem 19 Juden aufgenommen, das Ist noch viel' weniger als zu den Zeiten den Znrlsiniis. Der Redner beantragte die Einstellung von 2 5000» Zloty für jüdische Schulen und 220000 Zloty für jüdische Lehrerbildungsansfalten in das Budget. Abg. Rabbiner Lewin verteidigte die Institution de» Chcdcr, auf die die Orthodoxen nicht verzichten könne« In Polen existieren 2000 Chcdarim, in welchen mehr al< 100O00 Kinder unterrichtet werden. Für die jüdischen Lehrfächc sorgen wir selber, wir wollen aber, <JaD unsere Kinder dio polnische Sprache und die polnische Ocichichtc lernen Die Auagaben hierfür müsse uns die Regierung erstatten Per Redner stellte eine Reihe Antrüge betreffend die Rcllglonslehrc an den »taatllchett Schulen. Iii der Scjm^ltrung vom 29. April, in welcher über das Budget abgestimmt wurde, wurden »amtliche Anträge der Jüdischen Abgeordneten abgelehnt Oegendle Antrüge stimmten auch die Sozialdemokrat«^ I k-'*